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Mehrwertige Alkohole / Zuckeraustauschstoffe

Mehrwertige Alkohole sind Kohlehydrate, die der Körper nicht oder nur so minimal verarbeiten kann, das sie nicht mit Insulin abgedeckt werden müssen/dürfen. Deswegen werden diese als Zuckerersatz eingesetzt z.B. in Süßigkeiten und Fertiggerichten.

Die Fakten

Mehrwertige Alkohole haben nichts mit Alkohol zu tun und sind für Kinder unbedenklich. Sie heißen nur so, weil in den Molekülketten viele OH-Gruppen (Hydroxygruppen) enthalten sind. Mehrwertige Alkohole gehören zur Gruppe der Kohlehydrate aber sind kein Zucker. 

Da man sich die ganzen Namen schwer merken kann, hilft der Hinweis, daß bis auf Isomalt alle Namen mit "it" enden: Erythrit, Lactit, Maltit , Mannit, Sorbit, Xylit (Ausnahme Isomalt)

Diese werden vom Körper nicht oder nur sehr langsam aufgenommen  

  • Erythrit: hat kein Einfluss auf den Blutzucker (BZ) und wird über die Niere ausgeschieden, Handelsname ist z.B. Xucker light.
  • Xylit: hat ein sehr minimalen Einfluss auf den BZ, wirkt bei Hunden toxisch, Handelsnamen sind zb Xucker Premium, Birkenzucker, Birkengold
  • Maltit (Maltitsirup), Sorbit und Isomalt: haben, aufgrund eines sehr niedrigen glykämischen Indexes (7), nur einen sehr geringen Einfluss auf den BZ, so das es bei Mengen bis 30 g vernachlässigt werden kann. Nur bei größeren Mengen sollten die gKH mit ⅓  berücksichtigt werden.
  • Stevia: gehört zwar nicht in die Gruppe der mehrwertigen Alkohole, wird aber oft dazu gezählt. Stevia hat keinen Einfluss auf den BZ und gibt es flüssig, als Pulver oder als aufgeschäumtes Pulver für die bessere Dosierung.

Besonderheit Maltitsirup

Maltit-sirup wird oft in Bonbons oder Lutschern verwendet. Dort wird zur Stabilisierung Glycose, also Zucker, benötigt und der Gesetzgeber hat einen Anteil von 50% bis 80% zugelassen. So kann Maltit-sirup zur Hälfte aus Glycose bestehen und das Produkt darf trotzdem laut Gesetz als Zuckerfrei verkauft werden.

Solche Artikel sind es dann, wo Diabetiker sagen, bei Mehrwertigen Alkoholen steigt mein Blutzucker. Leider steht dieser reale Anteil nirgends drauf. Man kann aber von ausgehen, das bei sehr billigen Produkten der Anteil größer ist, da Zucker billiger ist.

Wenn man normale Mengen isst, also mal ein/zwei Bonbon oder Lutscher, sollte dies aber zu vernachlässigen sein. Klar wenn man gleich 10 Bonbon auf einmal rein wirft, wird das schon interessant.

VORSICHT bei Fructose-Intoleranz

Für Menschen mit einer Fructose Intoleranz haben mehrwertige Alkohole ein großen Nachteil, denn dies stören das Transportsystem, das für den Abbau von Fructose im Körper zuständig ist. Es verbindet sich mit diesen Proteinen und so wird die Fuctose-Verdauung blockiert. So treten dann schon bei geringen Fructose-mengen unschöne Beschwerden auf wie Magenkrämpfe und Durchfall.                

Jetzt wird es Praktisch

Berechnen der Kohlenhydrate zur Insulin Dosierung unter Berücksichtung der mehrwertigen Alkohole.

1Hier z.B. ein Müsli Riegel ohne Zuckerzusatz. Wer hier die 13,4 gKH annimmt und dafür Insulin abgibt, landet ziemlich sicher in einer heftigen Hypo, denn...

Von den 13,4 gKH  Kohlenhydrate muss man die 7,8 g mehrwertige Alkohole abziehen und da diese aus reinem Maltit bestehen, muss man diese nicht einrechnen. Also bleiben nur 5,6 gKH übrig, für die Insulin abgegeben werden muss.

2

Oder

Bonbon Zuckerfrei. Hier wird es zunehmend kompliziert, weil es, wie leider üblich da nicht vorgeschrieben, keine Angaben zu mehrwertige Alkohole gibt. Hier muss man sich durch die Zutatenliste arbeiten um die Insulindosis zu berechnen.

Isomat und Maltitsirup haben Kohlenhydrate die keine interessieren und, da dies ein Markenprodukt ist, kann man davon ausgehen, daß im Maltit-sirup nicht extra Glycose drin ist um Geld zu sparen. Da die anderen Inhaltsstoffe sonst nur Aromen und Zusätze sind, kann man von ausgehen das die 3,1 gKH komplett aus mehrwertigen Alkoholen bestehen und damit komplett ohne Berechnungen gegessen werden können. 3

4Als letztes noch Schokolade ganz vorbildliches von Xucker
41 gKH je 100 g  ist natürlich nur die Gesamtmenge aller Kohlehydrate und darf nicht zur Insulinberechnung herangezogen werden.

Auf dem Etikett steht aber alles, was man zur richtigen Berechnung braucht.
41gKH - 31g mehrwertige Alkohole = 10 gKH für die das Insulin berechnet werden muss.

Jetzt kommen vielleicht einige, ja steht aber 9,5 g Zucker. Ja das stimmt, aber hinzu kommen noch die Kakaomasse, daß Milchpulver und was noch so alles drin ist.

Ergänzung von Diabetes-Kids:
Ganz herzlichen Dank an Andre Andreazza für diesen informativen hilfreichen Beitrag

 

Tags: Ernährung, Broteinheiten, Rezepte, Insulin, Essen

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