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Diabetes-Kids Elternblog: Der Nudelversuch

Da hier schon öfter fast darüber gestritten wurde, wie viel Gramm gekochte Nudeln denn nun 1KE sind, habe ich folgenden Versuch gemacht.

Ich habe lange überlegt, wie man herausfindet, wie viel Stärke im Kochwasser und damit im Ausguss landet und plötzlich wurde mir klar, dass die Lösung ganz einfach ist: man muss nur eine bestimmte Menge gekochter Nudeln wieder ganz trocken werden lassen, dann verrät die Waage, was davon noch übrig ist.

Ich habe es jeweils 20g von 3 Sorten gekocht: Spaghetti, Fusilli und Penne. Alle haben laut Packung in Rohzustand einen KH-Gehalt von 71% (71g KH in 100g rohen Nudeln).

Nachdem ich alle drei Sorten genau 10 Minuten gekocht hatte, waren aus den 20g bei den Penne 41g, bei den Fusilli 45g und bei den Spaghetti sogar 52g geworden.

Nachdem die armen Nudeln nun nicht gegessen sondern 10 Tage zum Trocken ausgelegt wurden, waren von den Penne sowie den Fusilli jeweils 19g, von den Spaghetti nur noch 18g übrig.

Fazit: Penne und Fusilli verlieren 5% an Substanz, Spaghetti 10%.

Wie ich vermutet hatte, nehmen also nicht nur Nudeln mit größerer Oberfläche mehr Wasser auf, sondern verlieren auch mehr Stärke.

Mit ein bisschen Rechnerei (ich verzichte jetzt mal darauf hier den Rechenweg zu demonstrieren) kommt man dann zu der Erkenntnis, dass 1 KE gekochter Penne 30g wiegen müsste, 1 KE gekochter Fusilli 33g und 1 KE gekochter Spaghetti 40g.

Wie man da auf die 45g kommen kann, die uns von ärztlicher Seite genannt wurden ist mir nun auch ein Rätsel. Allerdings haben die 45g bei uns immer ganz gut gepasst, wir haben uns allerdings entschlossen, es künftig mal mit 40g (bei Penne und ca. vielleicht auch 35g, falls unser Mut dazu ausreicht) zu versuchen. Vielleicht passt das ja noch besser.
 

Guten Appetit!

Tags: Elternblog, Blog

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Wenke antwortete auf das Thema: #96621 04 Mai 2015 10:40
Hallo Ralf,

"laborgenau" war dieser Küchenversuch natürlich nicht. :) Nur so ungefähr.

Auch rohe Nudeln variieren in ihrem Feuchtigkeitsgehalt. Ist die Packung erstmal offen, nehmen sie Feuchtigkeit aus der Luft auf. Das mussten wir kürzlich feststellen, als wir eine Packung Nudeln, die leider beschädigt war (was wir nicht bemerkt hatten) im Keller gelagert haben: die Nudeln sind glatt angeschimmelt.


LG Heike
IngaMarie antwortete auf das Thema: #96618 04 Mai 2015 09:08
Hallo Heike,
Du kannst Dir aber nicht unbedingt sicher sein, dass der Restwassergehalt selbst nach tagelangem Trocknen gegen null tendiert bzw. bei allen drei Nudelsorten gleich und so groß wie vor dem Kochen wird. Sicherheitshalber müßte man dazu noch das Kochwasser verkochen und die Restmenge an Stärke bestimmen. Falls das mit den "klassischen" Nudeln nicht klappt, empfehle ich Dir die glutenfreien Varianten. Da gibt es teilweise echten Tapetenkleister!
Wie auch immer das Ergebnis ausfallen wird, hilfreich ist dieser demonstrative Versuch allemal: Die scheinbar so genauen, allgemeingültigen Inhaltsangaben und Regeln, nach denen wir manchmal bis auf die Kommastelle genau die BE oder KE berechnen, passen weder zu den variablen Formen der (nominell gleichen) Lebensmittel noch zur Schwankungsbreite der Tagesform unserer Kinder und deren Insulinbedarf. Dafür ein Danke!
Liebe Grüße, Ralf :P
Wenke antwortete auf das Thema: #96608 03 Mai 2015 13:34
Hallo Lena,

ja, so mit Verzögerung hatte ich mir das gedacht. Klappt natürlich nur zu Hause.

Wenn Lars in der Schule isst, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass er daran denken würde bei so ungefähr 0%. Außerdem kann er da die KE-Menge eh nur schätzen. Neuerdings ist die Mensa, in die er die ersten Monate auf dem Gymmi total gern gegangen ist, aber auch nicht mehr so angesagt.

Ich denke, bei (selbstgemachten) Kartoffelknödeln ist der Stärkeverlust deutlich höher. Ich erinnere mich daran, dass meine Tante, die früher u.a. Gänse gehalten hat, dem Federvieh das abgekühlte "Kloßwasser" quasi als "Suppe" hingestellt hat. Die weißen Schnattertiere waren ganz heiß auf diese Brühe, die trüb wie dichter Nebel war. Es dürfte also einiges an KH drin gewesen sein. Bei Kartoffelklößen aus dem Kochbeutel ist der Verlust sicher deutlich geringer.
Allerdings essen wir ohnehin nie Kartoffelklöße...

LG Heike
JarisMama antwortete auf das Thema: #96601 03 Mai 2015 11:02
Hallo Heike,
das ist genau das, was ich immer versuche zu erklären: Nudeln haben keine 45g/KE, sondern liegen eher zwischen 30 bis 35 g/KE. Der Stärkeübertritt ins Kochwasser ist relativ gering.
Allerdings muss man damit etwas vorsichtig sein. Nudeln haben einen sehr niedrigen glykämischen Index (so wie viele Obstsorten) und brauchen meiner Erfahrung nach deshalb eine Dosisreduktion und in unserem Dosisbereich eine Verzögerung.
Und dies ist auch der Grund warum es mit 45 g/KE vermeintlich gut klappt, so sind die 2-3h pp Werte nämlich gut, die Anstiege kommen später und werden so häufig anderen Dingen zugeordnet.
Ich berechne Nudeln grundsätzlich mittels Einwaage-Auswaage, die gegessenen KEs werden dann mit 0,9 multipliziert (es gibt also nur 90% des Insulins, ebenso wie es für Lebensmitteln mit hohem GI eben mehr Insulin gibt - bei Brezeln z.B. 130%).
Von diesem Bolus verzögere ich (trotz Normalinsulin) 1/3 der Dosis über 3h30.
Wenn Du also insgesamt mehr Insulin bolen möchtest, würde ich dieses auf jeden Fall verzögern.
Mag sein, dass in der Dosisreduktion auch ein Stärkeverlust mit drin steckt, allerdings verlieren auch andere Dinge beim Kochen einen geringen Stärkeanteil (Kartoffelknödel etc.) und benötigen deshalb keine Dosisreduktion...
Gruss, Lena

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