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Diabetes-Kids Elternblog: Unser Beitrag zur Arbeitsplatzerhaltung

Gestern war es WIEDER einmal soweit: Anrücken beim Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen - "Einladung" zur Kontrolle, ob sich am Diabetes etwas geändert hat!? Mittlerweile kenne ich das Prozedere ja schon, find es aber allemal wieder recht "unterhaltsam", würde da nicht immer ein halber Tag sinnlos verstreichen. Nach einer noch im erträglichen Bereich liegenden Wartezeit, werden wir von einer Ärztin aufgerufen, die grade mal einen schönen Tag wünscht, bevor Sie für mehr oder weniger die gesamte Untersuchung wieder in Ihrem Laptop verschwindet. Unser Beitrag zur Arbeitsplatzerhaltung kann beginnen:...

"Ich brauche alle aktuellen Befunde von Ihnen in Kopie." - "Ich habe keine aktuellen Befunde." - "Wieso haben Sie keine aktuellen Befunde?" - "Na ja, an Diabetes Typ I ändert sich ja bekanntlich nicht wirklich was." - "Aber Sie müssen doch Kontrolltermine haben?" - "Schon, aber auch da wird nicht jedesmal per Befund festgestellt, dass mein Sohn noch immer Diabetes hat." - "Aha, verstehe" - In Gedanken: "Fein". - "Aber Sie bekommen doch sicher immer eine Behandlungsverordnung, wann Sie wieviel spritzen usw." - "Nein, das machen wir alles selbst, sonst müsste ich ja alle 14 Tage zur Kontrolle, jedes Mal, wenn er krank ist, wächst, ..." - "Ach so." - "Ich kann Ihnen aber gerne alle meine Unterlagen dalassen." (zücke 2 dicke Ordner + Tagebuchaufzeichnungen + unser Buch der Basalratenanpassungen) - kurzer Blick der Ärztin auf die Unterlagen - "Nein, das ist nicht nötig" - Wieder in Gedanken: "Aha?" - Das lustige Fragespiel geht weiter: "Welches Insulin verwenden Sie denn?" - "Humalog" - "Hab ich, welches noch?" - "Keines noch" - "Aber Sie müssen doch ein 2. Insulin haben!" - "Nein, brauchen wir nicht (schön langsam habe ich ein wenig "Mitleid" und kläre sie auf ...) - "Ah, so ist das" ... das Gespräch geht noch ein paar ähnliche Runden so weiter, bis zum finalen Höhepunkt: "Ich muss Ihren Sohn jetzt noch untersuchen." - "Natürlich, machen Sie das." - Es folgt eine "Aufzählung": "Ich höre ihn jetzt ab!" - "OK! :)" - "Gut, wir sind jetzt fertig - Sie bekommen dann in etwa 8 Wochen bescheid" ...

Also werden wir jetzt warten, vielleicht hat sich ja dann per Bescheid und Untersuchungsbefund etwas an dem Diabetes geändert, ohne, dass wir was davon bemerkt haben :) - Sollte das so sein, plädiere ich dafür, dass die Behandlung aller Diabetiker ab jetzt in Hände gelegt wird von Ärzten, die - ich drücke es jetzt mal so aus - eine etwas andere Herangehensweise haben.

Ich gebe entschuldigend zu, dass ich mittlerweile etwas "voreingenommen" und wahrscheinlich nicht immer sehr auskunftsfreudig bin; mein Sohn hat nun seit etwas mehr als 3 Jahren Diabetes und man lässt uns im Schnitt halbjährlich antreten, nein, entschuldigung, es heißt in Amtsdeutsch: "Einladung", wo dann wieder irgendein Arzt feststellt, dass der Diabetes Typ I noch immer da ist - zu unserer aller Überraschung. Lange überlege ich schon, diese farce einmal wirklich über Medien publik zu machen, immerhin kostet das Ganze dem Steuerzahler eine ganze Menge. Noch überlege ich ...

Elternblog, Rechtliches, Blog, Politik

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