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Ein Bericht zum Diabetes-Kids Skievent 2018

Logo2018Vorfreude…
... kennt jeder, oder? Auf neue Möbel, ein neues Auto, einen Familienurlaub. Eine gefühlte Ewigkeit sehnt man sich einen bestimmten Moment oder Zeitraum herbei, der dann leider sehr schnell wieder der Vergangenheit angehört. Aber dennoch möchte man weder den Moment, noch die Zeit der Vorfreude missen.

Bei uns war es das 2. Diabetes Kids Ski Event, dass uns fast ein Jahr in Vorfreude schwelgen lies. Knapp 1 Jahr Vorfreude für eine gerade mal 5 Tage andauernde Skifreizeit.
Sie denken, dass das übertrieben ist? Nun, dann möchte ich ihnen zum einen versichern, dass es das nicht ist, und zum anderen einmal ganz frech unterstellen, dass sie ein stinknormales Leben führen.

Wieso ich das behaupten kann? Nun, weil mein Mann, mein Sohn und ich genauso wie 292 weitere Teilnehmer des Diabetes-Kids Ski Events, eben kein „normales“ Leben haben. Insbesondere unsere Kinder nicht. Sie haben Diabetes mellitus Typ1. Zugegeben, eine Krankheit, mit der man in der heutigen Zeit gut leben kann, aber dennoch bleibt es Fakt, dass der Umgang damit sehr viel Disziplin erfordert und es unter anderem auch deswegen oft sehr viel Kraft fordert. Kraft, die wir Eltern und unsere Kinder in den 5 Tagen neu auftanken können und die jedem einzelnen von uns zeigt, dass wir mit unseren Problemen und Sorgen nicht alleine sind. 

5 Tage, in denen man nicht gegen Vorurteile kämpfen muss, oder sich vielleicht sogar gegenüber Fremden rechtfertigen. 5 traumhafte Tage, in denen 90 Familien zu einer Gemeinschaft werden, zu einem Bestandteil der Diabetes-Kids- Familie, in der man sich ohne Wenn und Aber beisteht.

Gruppenbild

Aber beginnen wir am Anfang....

... für alle, die, die mich nicht kennen, ich bin noch immer die mit dem Buch, die, die auch schon im Letzen Jahr den Bericht zum 1. Ski-Event schreiben durfte.
Ich bin noch immer verheiratet und mein Sohn hat noch immer Diabetes mellitus Typ 1. Eine Autoimmunkrankheit, für die es keine Heilung gibt.

Seit 9 Jahren lebt unser Sohn mit dem Diabetes und wir demzufolge auch.

Wie schon eingangs erwähnt, ist es phasenweise sehr anstrengend und somit haben wir uns fast ein Jahr auf das 2. Ski Event gefreut.
Ich denke, damit waren wir nicht die Einzigen, allen die im letzten Jahr schon dabei waren, wird es ähnlich ergangen sein.
Das große Warten auf den März 2018...

Dann endlich war es soweit. 295 Teilnehmer verteilt auf 90 Familien zzgl. Crew machten sich auf den Weg nach Österreich. Eine Handvoll reiste schon einen Tag eher an. Aber das Gro stellte sich am Sonntag der Herausforderung „Autobahn“. Dieses Jahr war es nämlich genau diese, die erst bezwungen werden musste, bis alle erschöpft, aber glücklich ihr Ziel „Rudolfshütte“ erreichen konnte.
In Deutschland war das Schneechaos ausgebrochen. Verschneite Autobahnen, Staus auf Grund von diversen Unfällen, oder liegengebliebenen Fahrzeugen, waren die Konsequenz. Aber dennoch sollten es alle – naja fast alle – schaffen die Talstation am Enzinger Boden zu erreichen. Einzig Bastian Hauck, welcher sich mit Freundin und Hund für eine Anreise mit der Bahn entschieden hatte, verpasste den Anschlusszug und blieb somit ihn Zell am See hängen. Somit kamen sie mit einem Tag Verspätung an.

Kaum angekommen, war es irgendwie, als sei man nie weg gewesen. Währen im letzten Jahr an diesem Punkt noch Zurückhaltung herrschte und mal (noch) eher unter sich war, gab es dieses Jahr an der ein oder anderen Stelle schon ein großes „Hallo“.

Ich weiß nicht, wie es den anderen ging, aber ich persönlich empfand das als so schön, dass sich alleine deswegen die Tortouren der Anreise gelohnt haben.
Im Laufe des ersten Abends sah man viele bekannte Gesichter und einige neue. Während man mit den bekannten Gesichtern schon im Gespräch war, oder noch nach anderen Ausschau hielt, nahm man aber dennoch die Neuen mit ausgebreiteten Armen auf.
Ebenso war es bei den Kindern. Die die sich schon kannten und somit auch das Hotel führten die „neuen Kids“ nur zu gerne herum.
Ein bisschen wurde ich an ein Familientreffen erinnert und wenn ich so darüber nachdenke, war es eigentlich auch genau das. Doch darauf möchte ich später noch einmal eingehen.

In diesem Jahr sollte es wieder spannende und interessante Gesprächsrunden und Vorträge geben. Zudem war es Michael und seinem Team gelungen ein paar Sponsoren zu finden, deren Vertreter ebenfalls für Fragen zur Verfügung standen.
Während eine Gesprächsrunden geplant waren, entstanden andere eher durch Zufall.
Die Möglichkeit sich auszutauschen, ohne vorab erst einen Berg an Erklärungen liefern zu müssen, ist für Eltern wie uns schlicht Gold wert.  Es ist einfach ein riesen Unterschied, ob Betroffene und ein Theoretiker versuchen für eine Sorge eine Lösung zu finden, oder aber ob es ausschließlich Betroffene sind, die aus einem Pool von Erfahrung schöpfen.
Und glauben sie mir, wir reden hier über viel, sehr viel Erfahrung. Selbst wenn man unterstellen würde, dass sich im Schnitt jeder Teilnehmer gerade einmal seit 3 Jahren mit dem Thema DM beschäftigen würde, sprächen wir schon über knapp 900 Jahre Erfahrung.
Erfahrung, die uns hilft Lösungen für Problematiken zu finden, Ideen und vor allem Erfahrung, die uns Mut macht.
Und das gilt nicht nur für uns Erwachsene, die sich zum Beispiel über die Entwicklung und geplante Neuerungen informieren konnten. Oder auch über den Umgang mit dem Diabetes beim Sport und vielem mehr.
Nein, es gab auch Vorträge, die für Kinder und Jugendliche interessant waren. Die Teenager konnten sich mit einigen Eltern über das Thema „Partys, Alkohol/ Drogen und Diabetes“ informieren, sie konnten sich ohne die Eltern einmal alles von der Seele Reden was sie am DM nervt und einiges mehr.
Kidsrunden aufgesplittert nach den jeweiligen Altersklassen, ließen zu, dass die Kinder sich nach ihren individuellen Bedürfnissen austauschen konnten und eben einfach mal „normal“ waren.

Da sehr viele sich schon kannten und somit auch wussten, wie es abläuft, gab es dieses Mal beim ersten Abendessen nicht diesen „Klick“- Moment. Die Kinder wussten einfach, dass sie hier nicht die waren, die auf Grund des Alleinstellungsmerkmales „Diabetes mellitus Typ 1“ aus den Augenwinkeln der anderen beobachtet wurden. Sie waren hier schließlich alle gleich. Der Umgang mit dem Diabetes, sprich den Blutzucker bestimmen, das Berechnen des Essens und was noch so alles als riesiger Rattenschwanz an der Erkrankung dranhängt, waren hier absolut normal.
Den Kindern war das dieses Mal sofort klar.

Doch auch wenn in diesem Jahr dieser Schalter mit dem „klick“ nicht bei den Kindern umgelegt wurde, als sie erkannten, dass sie hier 5 Tage einfach mal „normal“ waren, so gab es ihn trotzdem. -diesen einen besonderen Moment.

Dass man auf ein Diabetes-Kids Ski Event Ski fährt und sich primär mit dem Thema Diabetes beschäftigt, ist denke ich selbsterklärend. Auch, dass dieses Event dazu dient, Kindern und Eltern neue Kraft und Mut zu geben, sollte jedem Leser bewusst sein.
Für ein bisschen Abwechslung sorgte ein abendliches Unterhaltungsprogram. Es half dabei, dass das Thema der Krankheit zwar immer präsent war, aber diese ganze Veranstaltung und ihre Teilnehmer nicht ausschließlich auf selbiges reduziert wurden.
Einer dieser Programmpunkte war ein Disco-Abend.
Beginnend damit, dass die Mädchen auf der einen Seite der Tanzfläche dezent mit den Füssen wippten, während die Jungs auf der gegenüberliegenden Seite lässig mit dem Kopf nickten, schaffte der DJ es schließlich doch, die Kinder gemeinschaftlich auf der Fläche zu vereinen. Unentdeckte Breakdance Talente konnten so sogar zu Tage gefördert werden.
Mit der Zeit vermischten sich die Kinder auf der Fläche mit ihren und anderen Eltern, bis diese dann die primäre Kontrolle über selbige übernahmen. Die Kinder verschwanden erschöpft in ihre Betten, oder stromerten durch das Hotel und die Spielzimmer.
Und da war er. Unerwartet und plötzlich. Dieser eine besondere Moment. Die Eltern hatten die Tanzfläche erobert und ließen sich einfach von der Musik treiben. Ob in Turnschuhen, Hausschuhen, auf Strümpfen oder Barfuß – ganz egal. Wir Eltern tanzten einfach alles raus. Liesen uns fallen und genossen diese 10 Minuten, in denen wir sorgenfrei und unbeschwert waren. Ein paar Minuten, in denen wir wie Teenager, ohne Probleme, Sorgen und Ängste das Leben genossen. Freistil-Zucken, ohne Rechtfertigungen und ewigem Mitdenken. Ein kurzer Moment, in dem unsere Welt einfach wieder in Ordnung war und der so extrem viel ausdrückte, dass irgendwie doch unbeschreiblich bleibt…

In den 5 Tagen auf der Freizeit haben wir alle viel erlebt. Nebliges Wetter zwang ein Elternpaar zum Beispiel dazu, sich „retten lassen zu müssen“, da man die Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte, geschweige denn die Ski-Piste.
Oder auch der Nachmittag, an dem die Berggondel defekt war und die Kinder, welche auf der Mittelstation Skikurs hatten, oder aber zu dieser gefahren waren, dort festhingen und leider nur um Haaresbreite dem Abenteuer entgingen, mit Pistenraupen hoch zum Hotel gebracht zu werden.
Sie sehen, wir alle haben wieder viel erlebt und wir alle waren etwas traurig, als dieses tolle Event zu Ende ging.

Fast ein Jahr Vorfreude, für 5 Tage, die sich wieder mehr als gelohnt haben.
5Tage voller Informationen und Kraft.
5 Tage, in denen nicht nur die Kinder, sondern auch wir Eltern irgendwie gelöst sein konnten, denn bei 295 Teilnehmern, sprich 90 Familien mit 125 Kindern, zzgl. Crew, war immer jemand dabei, der helfen konnte. Egal, ob man einen Traubenzucker brauchte, oder auch seine Badelatschen suchte.

Im Namen aller, die dabei sein durften möchte ich mich zum Schluss noch einmal von Herzen bei den Sponsoren, der Ski-Schule, dem Hotel und der Crew bedanken.
Diese 5 Tage sind so wichtig für uns Diabetes - Familien, die nie ein langweiliges Leben führen werden…

Diabetes Kids.de wurde von Michael ins Leben gerufen. Dank der familiären Unterstützung konnte seiner Tochter Caro so gezeigt werden, dass sie nicht alleine ist. Nicht anders, nicht abartig, sich nicht schämen braucht...

Es ist eine exorbitante Liebeserklärung an ein –heute nicht mehr ganz so kleines – Mädchen.

Es macht sehr viel Arbeit, dich in einem solchen Umfang einzubringen. Michael und liebe Diabetes Kids Crew, seid Euch sicher, wir wissen das zu schätzen.

Vielen Dank, dass wir ein kleiner Teil davon sein dürfen!

Schon jetzt freuen wir uns auf das nächste Jahr, auf alte und neue Gesichter, neue faszinierende Gespräche und neuen Input der Sponsoren, sowie insbesondere auch auf Euch......


Diabetes-Kids bedankt sich ganz herzlich bei Sabrina Blut für diesen tollen Bericht.

Hier noch ein Video zur Skifreizeit 2018:

https://youtu.be/OJavbmhKsSA

Ganz herzlich bedanken möchten wir uns:

  • Bei unserer unfassbar tollen Crew,  die mit ihrem große ehrenamtlichen Einsatz dieses Event erst möglich gemacht habe.
  • Beim Berghotel Rudolphshütte mit ihrer Direktorin Birgit Kühne, die uns bestens versorgt und beherbergt hat.
  • Beim Team der  Skischule Lederer und Chef Paul, die unsere Kids fit für die Piste gemacht haben und dabei auch bereit waren, daß Thema Diabetes im Auge zu behalten.
  • Und nicht zuletzt auch bei unseren Sponsoren Roche Diabetes Care, Medtronic, DiaExpert, Ypsomed und Abbott.

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal. Der Termin steht schon fest und ihr könnt Euch unter folgendem Link bereits anmelden
https://www.diabetes-kids.de/skifreizeit-2019

Eure Familie Bertsch /
Susann, Carolin, Marius, Dominic und Michael
www.Diabetes-Kids.de

Tags: Sport, Elternblog, Veranstaltungen, Diabetes-Kids Event, Blog, Skifahren, Ski Events

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