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Diabetes-Kids Elternblog: Auf große Fahrt oder: weit, weit weg

Nachdem wir im letzten Jahr gekniffen hatten, wollten wir es dieses mal wissen: Sommerurlaub in Bulgarien. Aber nicht mal eben ins Flugzeug setzen und in zwei Stunden hindüsen- nein, wir wollten das komplette Programm: 1900 bzw. 2200 Kilometer Autofahrt mit Durchquerung von insgesamt sechs Ländern. Also packten wir Unmengen Gepäck, drei Kinder und jede Menge Sensoren, Nadeln, Ersatzpens, Lanzetten, BZ Teststreifen usw. in unseren neuen Bus und los gings.

Pünktlich zum WM Achtelfinale erreichten wir Slavonski Brod in Kroatien um dort zu übernachten. Was wir nicht wussten, dass einer der kroatischen Nationalspieler eben aus dieser Stadt stammt... na ja, an schlafen war so schnell nicht zu denken (Kroatien hat mit Elfmeter gewonnen...), aber es war eine Superstimmung. Am nächsten Tag ging es weiter. Hatte mein Mann in Deutschland noch den Kopf geschüttelt über die Masse an Essen, die ich mitgenommen hatte, erschloss sich ihm bei viereinhalb Stunden Wartezeit an der serbischen Grenze auch der Vorteil von genug Lebensmitteln mit bekannten KH Wert....

Am Abend erreichten wir nach 1900 Kilometer Fahrt die kleine Gebirgsstadt in Bulgarien, in der mein Mann die ersten 20 Jahre seines Lebens verbracht hat und wurden schon von Oma und Opa erwartet. Die Uhren ticken in Bulgarien ein bißchen anders als hier, dass merkt man am besten an der Art des Essens und der Essenszubereitung. Dazu ein kleines Beispiel:

Abends 20 Uhr. "Oma, wann gibt es Abendbrot?" "Ich weiß doch gar nicht was ihr essen wollt?" "Wir wollen Pommes und Salat!" "Gut, dann gehe ich mal Kartoffeln kaufen!" Bin ich froh, dass wir eine ICT haben, bei einer konventionellen Therapie mit festen Essenszeiten wäre ich wahnsinnig geworden.

Auch über den Pen war ich ganz glücklich, denn einen Katheterwechsel hätte ich, glaube ich, bei den doch eher rustikalen Verhältnissen (warmes Wasser nur auf einer von drei Etagen) nicht so gern gemacht.

Nach ein paar Tagen ging es dann noch einmal dreihundert Kilometer quer durchs ganze Land ans Schwarze Meer. Dort gab es mit Hotelunterbringung, all inclusive und fünf festen Mahlzeiten gar kein Problem mehr. Dank Hüpfeburgen und Wassersport waren die Werte sogar meist im Zielbereich. Begeistert war ich von unsrem FSM Sensor. Während sich in den letzten zwei Wochen vor dem Urlaub in Deutschland ganze vier Sensoren verabschiedet hatten, hielt dieser Sonne, Sonnencreme, Pool und Salzwasser  tadellos stand und lief bis zum Ende der regulären Laufzeit. Also konnte ich die anderen sieben wieder mit nach Hause nehmen...

Auf dem Rückweg sahen wir uns auf Wunsch des Großen noch das (relativ neue) Neanderthalermuseum in Krapina (Kroatien) an.

Im Vorfeld hatten mein Mann und ich viel diskutiert, ob wir diese lange Fahrt wagen sollten, mit drei Kindern und dem Diabetes unseres Großen und ich muss sagen, ich bin froh, dass wir uns dafür entschieden haben, denn wir hatten eine tolle Zeit, haben viel erlebt und es lief auch mit dem Diabetes alles ohne nennenswerte Komplikationen. Wir haben schon mit den Kindern gesprochen, ob wir das vielleicht im nächsten Jahr wiederholen wollen...

Tags: Elternblog, Reisen/Urlaub, Blog

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