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Diabetes-Kids Elternblog: Böser Unfall + Diabetes = großes Eis!

food ice creamDass Diabetes nicht nur Nachteile bringt, haben meine kleinen Männer längst begriffen, auch im süßen Alter von fast 3 und 4 haben sie längst durchschaut, dass niedrige Werte oftmals kleine Leckerein bescheren, die dann natürlich auch beide haben dürfen. Aber unser gestriges Erlebnis möchte ich doch gerne mit Euch teilen: Unfälle mit schmerzhaften Verletzungen brachte ich bis jetzt immer nur in Verbindung mit weinenden, schreienden, leidenden Kindern, die mit fast nichts zu beruhigen sind, ... aber, dass auch schlimme Verletzungen mit strahlenden Kinderaugen enden, das war mir neu.

 

Montag Nachmittag, Ferien, halb vier Nachmittags, wir beschließen mit den Kleinen noch eine Runde durch einen naheliegenden Park mit den Fahrräder zu drehen - also die Kleinen mit dem Rad, wir zu Fuß. Was soll ich sagen, es ist wie immer: unsere eindringlichen Erklärungen vor dem Losfahren: nicht zu wild fahren, immer nur ein Stück, dann auf uns warten, Rücksicht auf andere Fußgänger nehmen, ... bei den Kindern kommt glaub ich nur blablabla... an, denn wie üblich hätten wir uns die Vorträge auch sparen können. Sie fahren los wie die Verrückten, der etwas größere vorne weg, der Kleine hinterher, unser Rufen, zu warten, verhallt im Nirwana. Wir sehen das Unglück schon mit großen Schritten auf uns zukommen, als sie dann auch noch einen längeren asphaltierten Weg hinauffahren, meine Hoffnung, dass der Kleine das kraftmäßig nicht schafft, bleibt leider unerfüllt ... und was sie oben angelangt vorhaben, weiß ich ganz genau ... rufen macht keinen Sinn, sie hören eh nicht, rennen bringt nichts, dafür sind sie zuweit weg ... sie begeben sich schon in Startposition und fahren jetzt den Berg hinunter, aber auch da gibts kein Runterrollen lassen, nein, sie treten auch noch wie wahnsinnig in die Pedale, ich kann gar nicht hinschaun ... und unser Pech: 1 x hört unserer Größerer auf unser Rufen: "Nicht so schnell" - nur das, was ein 4-jähriger dann macht, hätten wir uns anders vorgestellt: Er macht auf halber Strecke aus dem Nichts heraus eine "von 100 auf 0 Notbremsung" - der Kleine hinter ihm kann zwar mit Müh und Not noch um ihn herumfahren, aber die hohe Geschwindigkeit und die (kleine) Größe seines Rades erledigen den Rest ... ich kann gar nicht hinschauen: nach verzweifelten Versuchen seinerseits, sein Rad wieder unter Kontrolle zu bringen, steht das Vorderrad quer und er hebt kopfvoraus über das Rad, noch immer mit hoher Geschwindigkeit, ab, Richtung Asphalt und noch immer bergab - vor meinem geistigen Auge, sehe ich schon Rettung und Hubschrauber landen.

Wir laufen schon längst und wollen eigentlich gar nicht wissen, was uns jetzt bevorsteht ... der Aufprall ist bis zu uns zu hören, dass sein Gesicht nicht unbeschadet sein kann, sehen wir aus der Ferne ... viel Geschrei, viel Blut, aber nach einigen Schreckminuten ist klar, dass er unheimliches Glück gehabt hat: 1) den 1. Megaaufprall hat sein Helm aufgefangen 2) seine Arme haben wie durch ein Wunder nichts abbekommen, nicht mal eine Schürfwunde (kurze Ärmel beim Fahren!) 3) alle Zähne sind noch vollständig auf Ihren Plätzen und scheinen auf den 1. Blick auch nicht locker zu sein ... gut, wie seine Lippen und Weichteile im Mund aussehen, könnt ihr Euch wahrscheinlich vorstellen, er schaut aus, wie der unglückliche Verlierer eines Boxkampfes.

Als wir nach gut einer halben Stunde den Kleinen halbwegs beruhigt haben (und unser Puls auch wieder einen halbwegs normalen Bereich erreicht hat), sind wir soweit, uns Gedanken über den weiteren Verlauf zu machen; nachdem uns der Kleine glaubhaft versichert hat, dass er keine Kopfschmerzen hat, wir alle Gliedmaßen und Finger auf Verletzungen und Funktionalität überprüft haben, die Zähne noch immer an ihrem Platz sind, alle Wunden aufgehört haben zu bluten, verwerfen wir zuerst einmal den Gedanken, ins Spital zu fahren, denn was sollen die dort schon machen? Nächster Gedanke ... in knapp 1,5 Stunden gibt es Abendessen, aber wie soll er mit diesem total angeschwollenen Mund und den vielen Wunden etwas essen?? Und: wird es morgen dann besser sein? Da hat mein Mann eine Idee: Auf dem Heimweg liegt eines der besten Eisgeschäfte Wiens, dort kaufen wir eine große Box Eis, als Notfallnahrung, falls sonst nix geht - beschlossen! Die Kleinen habens auch schon gehört und die Aussicht auf ein Eis und das noch zum Abendessen bewirkt Wunder: "Mir tut nix mehr weh, ist alles schon wieder gut!"

Und da wir jetzt wieder ein bisschen im Vorteil sind, handeln wir für das Nachtmahl einen deal mit dem(n) Kleinen aus: Zuerst ein Brot - für den Kleinen diesmal ohne Rinde und in winzige Stücke geschnitten - dann ein Eis - ist schon erstaunlich, das Brot geht ohne Gemurre rein, obwohl ich mir sicher bin, dass das Essen sicher schmerzhaft war. Und so glücklich wie nach dem Eis (mit Schlagobers!) habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen (nach einem Essen :) - der Unfall war für ihn schon so gut wie vergessen, geblieben ist nur: wir haben so ein leckeres Eis bekommen!

Fazit: Diabetes bringt nicht nur Nachteile! Und: was ich sehr schön finde: durch einen doch anderen Lebensstil, als ihn die meisten Kinder kennen, können unsere Kinder sich über Kleinigkeiten so wahnsinnig freuen und das ist doch eigentlich toll!

Nachwort: Er ist heute schon wieder Rad gefahren, also von einem "Trauma" sind wir weit entfernt, und ich kann Euch beruhigen, er ist wie alle anderen Kinder: aus dem Schaden nichts gelernt, er fährt schon wieder frei nach dem Motto: "Wer bremst, verliert" - ich werde ihm NIEMALS ein Moped kaufen!!!

Nachwort 2: Bitte lasst Eure Kinder NIEMALS ohne Helm fahren, Helme haben bei meinen Kindern schon wirklich viele gute Dienste geleistet!

Schönen Abend, sabine 

Tags: Elternblog, Blog

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