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Diabetes-Kids Elternblog: Die Nachtwanderung- oder: Gruseln garantiert!

Bei uns neigen sich die Sommerferien nun schon langsam dem Ende entgegen. Und obwohl Mama und Papa schon längst wieder arbeiten sind, möchten die unbeschäftigten Schulkinder noch bespaßt werden. Also habe ich am Freitag drei Freunde meiner Kinder eingeladen, zwecks gemeinsamer Nachmittags und Abendgestaltung und Übernachtung. Die zweifelnde Frage meines Mannes, ob das alles gut geht, wischte ich rigoros bei Seite. Was sollte denn schon passieren?

Nun, wie sich heraustellte eine ganze Menge.

Nachdem wir den Nachmittag auf einem Kinderfest verbracht hatten und unser Sohn sich mit einem zuckerhaltigen Getränk in den Blutzuckerhimmel geschossen hatte (er hat ja gemerkt, dass es die falsche Flasche ist, aber erst nach zwei vollen Gläsern und drei Stunden...) folgte ein ungeplanter Sensorwechsel (es passen nun mal nicht alle gleichzeitig durch die Tür...) und selbstgebackene Pizza (ihr ahnt es schon...). Nach einem zünftigen Gruselfilm (für Kinder versteht sich), stand der letzte Punkt der Tagesordnung an: eine Nachtwanderung. Schneller Blick auf den Sensor: im unteren Bereich, aber ok. Die Pizza würde ja noch kommen und Chips und Süßes waren auch verdrückt wurden. Die Bauchtasche war da und voll und wir würden ja in spätestens einer Viertelstunde wieder hier sein, nur eine kleine Runde, kein Problem.

Im gegenüberliegendem Park dann die erste schaurige Begegung. Zwei funkelnde Augen blitzten aus der Dunkelheit. Mega- gruselig, fand unsere Tochter (Es war zwar wahrscheinlich nur die Nachbarkatze auf Mäusejagd, aber wer weiß...?) Mit Taschenlampen ausgestattet ging es weiter zur Stadtmauer. Ein kleiner Weg ohne Straßenbeleuchtung. "Huu, ich bin der Geist aus der Gartenstraße!" ertönte es hinter einem Zaun. Wie gruselig! (Ein großes Dankeschön an den unbekannten Menschen, der da ein Herz für abenteuerlustige Kinder hatte.) Es lief wunderbar, die Kinder waren glücklich und wir wurden leichtsinnig. Statt nach Hause zu gehen bogen wir noch in den nächsten Park ein. Der war dann richtig dunkel. D

ie Kinder freuten sich und rannten los. Nach ein paar Metern blieb mein großer Sohn allerdings stehen und wir hörten es schon: piep-piep. Der Zucker nahte sich bedrohlich der Untergrenze. Schnell im Schein der Taschenlampe den Traubenzucker rausgefriemelt. Eigentlich müssten wir zurück, aber die Anderen sind zu weit vorne. Also langsam hinterher. Wieder piep-piep. Mein Mann begann sich zu gruseln, ich merkte es. Zum Glück kenne ich den Park in und auswendig, davorne ist eine Bank, also hin, alle Kinder eingesammelt und erstmal hingesetzt. Nächster Scan.

Der Zucker hatte die untere Schallmauer durchbrochen, das Gerät zeigte nichts mehr an - LO. Hektische Suche nach weiterm Traubenzucker. Die Bauchtasche war voll - voll mit leerem Papier. Kein Traubenzucker mehr. Wo war der Ersatztraubenzucker? In meiner Handtasche. Die hing friedlich zu Hause an der Garderobe. Wir wollten ja nur eine kleine Runde...Jetzt gruselte ich mich auch. In der Jackentasche dann die Notfallgummibärchen. Schnell rein in das Kind. Das Gerät zeigte immer noch LO. Panisch überlegte ich, ob es möglich wäre den 1,50 m großen Knaben bis nach Hause zu tragen. Mein Mann war schon wieder ein Stück weiter. Auf meine Frage, was in aller Welt wir jetzt machen sollen, meinte er nur trocken sitzen bleiben und auf den Zucker warten. Ok, es war ja toll hier, so ruhig, nur die Sterne über uns...Leider fand das  unser Diabeteskind nicht.

Er gruselte sich und wollte nach Hause und zwar sofort. Endlich ein Lebenszeichen vom Sensor. An laufen war noch nicht zu denken. Also hieß es weiter warten. Der Zucker machte es spannend. In winzigen Schritten ging er nach oben. Schließlich konnten wir los und erreichten auch ohne weitere Zwischenfälle unser Haus. Aus 15 Minuten war eine Stunde geworden und die Kinder fielen völlig ko ins Bett.

Für uns war die Horrornacht natürlich nicht vorbei, es folgte der zu erwartende astronomische Anstieg und gegen Morgen das nächste Tief. Nachdem alle Gäste aus dem Haus waren schaute ich betreten auf den Libre. Wir waren gerade erst beim Dia-Arzt. Obwohl unser HbC Wert super war (6,6), war er nicht zufrieden (zuviele Schwankungen, zuviele Hypos...). Wir sollten nach zwei Wochen die Daten noch einmal hinschicken. Ich beschloss das erst ab morgen zu tun. Vom Himalaya in die Niederlande und wieder zurück- da würde sich unser Diabetesteam mit Sicherheit auch gruseln - und das am hellichten Tag!

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