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Diabetes-Kids Elternblog: Wie irgendwann alles anfing

Anfang November 2010 kam unser 6-jähriger Sohn Lars von der Schule nach Hause und schaffte es nicht bis zur Toilette obwohl diese nur einen Meter neben der Eingangstür ist. Ich dachte "Männer! Sicher war er in der Schule den ganzen Morgen nicht und jetzt war es dann eben zu spät..." und vergass den Vorfall, kaum dass die Hose in der Waschmaschine war.

Aber leider nur für kurz, denn genau 24 h später kam er weinend nach Hause und sagte, er hätte so einen Durst. Lars füllte seinen Lieblingsbecher (es passen 350 ml hinein) 3 mal und leerte ihn jedesmal in einem Zug. Danach klagte er über Bauchschmerzen und griff trotzdem 15 Minuten später erneut zum Wasserglas...

Ich musste augenblicklich an Diabetes denken!!

In der Oberstufe hatte ich nämlich für kurze Zeit eine Schulfreundin, die ebenfalls Typ-1-Diabetes hat und sie hat mir in einer langweiligen Freistunde mal erzählt, wie sich unstillbarer Durst anfühlt. Was ich da bei meinem Kind sah, traf zu 100% auf ihre Beschreibung zu!

Die nächsten Tage war ich hochnervös, schaute ständig wie oft und wie viel Lars trinkt. Trank er mal eine Stunde lang nichts, beruhigte ich mich ein wenig. Griff er wieder zum Wasserglas, hörte ich sofort erneut die Alarmglocken leuten.

Am 8. November rief ich unseren Kinderarzt an und schilderte die Symptome sowie meine Angst unser Kind könnte an Diabetes erkrankt sein. Die Arzthelferin nahm mich sehr ernst. Wir sollten sofort kommen!

In der Praxis durften wir auch direkt in eines der Sprechzimmer durchgehen. Auf meine bloße Beschreibung hin gab die Arzthelferin die Diagnose "Insulinabhängiger Diabetes Mellitus (Typ I Diabetes) ohne Komplikationen" in den Computer ein (ich frage mich bis heute, ob Diabetes an sich nicht Komplikation genug ist). Ich war schockiert, eigentlich waren wir dort um einen Diabetes auszuschließen... 

Der Arzt selber nahm uns dann weniger ernst. Ich dachte schon, er schickt uns ohne Untersuchung nach Hause. Dann fragte er Lars aber doch: "Würdest du uns einen Tropfen Blut opfern?"

Lars' Antwort war natürlich "Nein!" woraufhin er dann mit einem Urinbecherchen und der Bitte versehen wurde dieses zu füllen. Die Arzthelferin sagte, in 60 sec wüssten wir mehr. Ich zählte jede einzelne Sekunde und fragte schließlich: "Und?" Die Antwort der arzthelferin war: "Es ist was drin."

Ungefähr 30 Minuten später standen wir mir einer Krankenhauseinweisung auf der Straße und wussten kaum noch wo oben und wo unten war...   

Tags: Elternblog, Blog, Symptome, Anzeichen, Diagnose

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