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doch das Wachstumshormon?

Joa
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Re: doch das Wachstumshormon?

09 Sep. 2013 19:41
#85276
TinaSchnecke schrieb: Ich möchte Joa hier mal widersprechen.
...

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Ansonsten aber Danke für den Widerspruch, bzw. die Präzisierung. ;)
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nach meiner Erfahrung beginnt der BZ-Anstieg bei unzureichend abgedecktem WH frühestens 1,5 h nach dem Einschlafen.
So genau hatte ich das nicht im Blick. Die 1,5h sind aber logisch gesehen recht plausibel, wenn die erste, pulsative WH Dusche mit der ersten Tiefschlafphase rund ½ Stunde nach dem Einschlafen zu erwarten ist.
Im nichtdiabetischen Stoffwechsel triggert sich das WH „seine“ benötigte Insulinmenge selbst auf verschiedenen Wegen. Ich hatte mal ein Bisschen danach herumgeflöht .

Dann noch ein Bisschen Wartezeit, bis eine insulinmangelbedingte Resistenz greift … und schon kommt der Verdacht, dass eine Anstieg des BZ in der ersten Stunden/oder gar den ersten 90 Minuten nach dem Einschlafen grundsätzliche Basal- oder Bolusfehler aufdeckt.

Egal ob in der Phase des WH-Dusk-Bedarfes, oder in anderen Altersstufen.
Das nehme ich einfach mal zur privaten Faustformelsammlung. :)
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Evtl. ist bei Jaris die Insulinmenge fürs Abendbrot einfach zu gering, um über die Dauer der Nahrungsresorption wirken zu können
Da wäre vlt. zu überlegen, wie sich Normalinsulin in der Pumpe macht. Das mag dann allerdings doch mehr DEA (Drück-Ess-Abstand) nahelegen. Was dann die Flexibilität ggf. etwas hemmt.
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JarisMama schrieb: Was würdest Du vorschlagen? Den reinen KE Faktor erhöhen und diesen dann probeweise verzögern, oder? eher kein Multiwave/dual wenn man von einer verzögerten Nahrungsmittelresorption ausgeht, oder?
Teupe empfiehlt grundsätzlich zumindest einen Anteil des Bolus vor dem Essen abzugeben.
Das macht auch physiologisch Sinn und entspricht der „gesunden“ Erstantwort der Betazellen auf den Glucosereiz. Diese Erstantwort wird insbesondere durch die Inkretine gesteuert, die insbesondere von der Glucose bei der Darm(wand)passage ausgelöst werden und zu einer schlagartigen Freisetzung der Insulinspeicher der Betazellen führen.
Der kleine Insulintsunami passiert dann als erstes die Leber, wo die Insulindusche bewirkt, dass die enzymatischen Systeme der Leberzellen ad hoc von Glucosefreisetzung auf Glykogenaufbau umgeschaltet werden.
Klappt beim Typ 1Diabetiker aber nicht oder nur wenig (Remi) mangels Betazellen. Also muss die Umschaltung über Zeit aus dem Insulindepot erst mal aufgebaut werden.
Ein möglichst gut gefüllter Glykogenspeicher ist ein prima Garant für Therapiestabilität.
Bei niedrigen Werten vor dem Essen lieber nicht auf Insulinzufuhr vor dem Essen verzichten, sondern diese dann eher mit ein paar schnellen zusätzlichen KH parallel puffern.

Was noch nach dem Essen insuliniert wird und wie viel davon wie lange verzögert, wird dann wohl vom Essen selbst abhängen. Schnelle oder langsame KH, FPE-Anteil und so.
Als kleine Anregung für Überlegungen mag im Thema Essensinsulinierung bei Teupe erst mal ein Abschnitt dienen, wo es um Zeiten von Nahrungsresorption und Insulinbedarf geht. Findet sich schnell, wenn im Browser nach "Hülsenfrüche" gesucht wird.

Gruß
Joa

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TinaSchnecke
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Re: doch das Wachstumshormon?

10 Sep. 2013 09:49
#85289
JarisMama schrieb: Hallo Tina,
ja das wäre natürlich auch eine gute Erklärung. Und das würde natürlich auch zeitlich zur Umstellung auf das Analoginsulin passen. Jari ißt meist 2,5-3,0 KE und 1,5-2,0 FPEs zum Abendbrot (das hat man ja schnell beisammen). Um unsere Nächte etwas ruhiger zu gestalten gibt es seit der Diagnose eigentlich kein warmes Abendessen. Abkoppeln war bis jetzt nicht notwendig und werde ich auch in Zukunft versuchen zu vermeiden (auch beim Baden lassen wir die Pumpe angekoppelt). Was würdest Du vorschlagen? Den reinen KE Faktor erhöhen und diesen dann probeweise verzögern, oder? eher kein Multiwave/dual wenn man von einer verzögerten Nahrungsmittelresorption ausgeht, oder? Und v.a. über welche Zeit verzögern? Ich hätte jetzt aus dem Bauch heraus 1,5 h gewählt...
Und vielleicht schaffe ich es in Zukunft ja mal dem Sohnemann Wurst schmackhaft zu machen ;)
Gruss und Danke,
Lena

Hallo Lena,
ja, was würde ich machen?
Erst mal muss ich dazu sagen, dass alle meine Erfahrungen auf Novorapid beruhen. Das läuft bei uns so gut, dass die meisten Mahlzeiten nicht verzögert werden müssen und ich nicht bereit bin verdünntes Normalinsulin auszuprobieren, um eine größere Durchflussmenge zu erreichen. Max braucht ca. 15 IE/Tag.
Ich würde, wie Joa schon schrieb, immer einen Teil des Mahlzeiteninsulins, ich denke bei Jaris üblicher Essmenge 1-1,5 KE, vor dem Essen als Normalbolus abgeben.
Dann würde ich erstmal testen (sofern ihr das nicht eh schon gemacht habt), wie es läuft, wenn der Rest nach dem Essen wiederum als Normalbolus abgegeben wird.
Wenn das nicht läuft, würde ich mich langsam hochtasten und den Rest über 0,5/1/1,5 h verzögern.
Von meinen Beobachtungen her, würde ich sagen, dass verzögert abgegebenes Insulin nach hinten raus nicht so lange wirkt, wie "normales". Ca. 1h nach Ende der Abgabe des verzögerten Bolus ist das Insulin durch. Wir geben allerdings auch nie eine größere Menge über einen kurzen Zeitraum verzögert.
Nach dieser Rechnung wärst du natürlich gleich bei 1,5 h, wenn du eine Wirkdauer von ca. 3h erreichen willst - musst du entscheiden B)
Teupe empfiehlt an mehreren Stellen in seinem Buch, wenn anstelle von Normalinsulin Analoginsulin verwendet wird, eine Verzögerung von 2h.

Ob du den Abendbrotfaktor erhöhen musst, würde ich vom 1h-pp-Wert abhängig machen, der möglichst nicht über 10mmol liegen sollte. Dafür ist es aber m.E. unbedingt erforderlich einen Teil vorm Essen abzugeben, sonst ist der pp-Wert nicht verwertbar, da schnell bei 17/18 mmol.

Wenn du merkst, dass ihr eine Verzögerung zu den Mahlzeiten braucht, evtl. auch zu anderen Mahlzeiten, würde ich ernsthaft darüber nachdenken, (ggf. verdünntes) Normalinsulin in der Pumpe auszuprobieren. Normalinsulin wirkt bei kleinen Mengen wohl auch schon ziemlich schnell und verdünntes dann nochmal ein bisschen mehr, so dass man (angeblich?) kaum noch Einschränkungen gegenüber Analoginsulin hat. Die größere Durchflussmenge wäre ein großer Vorteil...

Viel Erfolg
Tina

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Re: doch das Wachstumshormon?

10 Sep. 2013 14:09
#85300
Hallo Tina,
danke für Deine Antwort, ich werde es heute Abend mal testen. Da wir momentan ja noch in der Anfangsphase sind, habe ich bisher noch keine 1h pp Werte bestimmt (das lohnt sich ja nur wenn der Ausgangswert bzw. SEA vernünftig sind). Die Werte tags sind 2-3h pp. inzwischen eigentlich ganz okay, bisher hatte ich nicht das Gefühl verzögern zu müssen, aber auch da würde man die Notwendigkeit wahrscheinlich vom 1 h/2,5h pp Werte abhängig machen, oder? Ich denke allerdings, dass unsere KE Faktoren eher ein bisschen zu hoch sind und einen Teil der Basalrate mit abdecken. Im Krankenhaus wurde die anfängliche Basalrate nach Renner programmiert, wobei diese dann in der Nacht komplett "abgeflacht wurde". So haben wir jetzt nachts eigentlich eine Teupe BR mit 0,05 (damit bleibt der BZ bei guten 22 Uhr Wert bis 4 Uhr stabil und sinkt dann nochmal ziemlich ab), tags 2 Mini-Gipfel. Sie beträgt anteilig nur noch 18-20%, was doch auch für die Remissionsphase recht wenig ist?! Echt nicht so einfach. Ich glaube ich muss erstmal die nächtlich hohen Werte in den Griff kriegen, dann sinkt der Bedarf tagsüber ja wahrscheinlich auch noch weiter ab. Prinzipiell finde ich das (unverdünnte) Analoginsulin natürlich toll in der Handhabung und mit dem 1,5 tägigen Katheterwechsel hat es jetzt auch keine Probleme mehr gegeben...
Gruss, Lena

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Joa
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Re: doch das Wachstumshormon?

10 Sep. 2013 23:04
#85324
JarisMama schrieb: So haben wir jetzt nachts eigentlich eine Teupe BR mit 0,05 (damit bleibt der BZ bei guten 22 Uhr Wert bis 4 Uhr stabil
und sinkt dann nochmal ziemlich ab)
Um "sinkt ziemlich ab" einzuordnen wäre eine Angabe der konkreten Werte hilfreich.
Bei pysiologisch ausreichender Insulinsubstitution bleibt dem Blutzucker, grundsätzlich gesehen, keine andere Wahl als auf einen Wert im Bereich der glucosereizbedingten Abschaltschaltschwelle der verbliebenen Betas runterzugehen.
.
Sie [die Basalrate] beträgt anteilig nur noch 18-20%, was doch auch für die Remissionsphase recht wenig ist?!
Nicht unbedingt. Es kommt natürlich auf die (noch) verbliebene Eigenleistung an.
.
Ich glaube ich muss erstmal die nächtlich hohen Werte in den Griff kriegen, dann sinkt der Bedarf tagsüber ja wahrscheinlich auch noch weiter ab.
Das könnte wohl sein, insbesondere, wenn durch die überhöhten Nachtprofile deutlich mehr Korrekturinsulin zur Anwendung kommt. Dann würde der Abbau des Korrekturinsulinüberschusses wohl auch recht zwangsläufig zu einer Up-Regulation der Insulinrezeptoren beitragen müssen?
.
Prinzipiell finde ich das (unverdünnte) Analoginsulin natürlich toll in der Handhabung und mit dem 1,5 tägigen Katheterwechsel hat es jetzt auch keine Probleme mehr gegeben...
Für experimentelle Testzwecke bietet sich ggf. Insuman Rapid U40 (Normalinsulin) an. Das gibt es noch konfektioniert in der 10ml Durchstechflasche und es ist durchaus nicht neben der Spur es einfach in die Pumpe zu packen.
Es gibt noch immer Diabetiker, die U40 als Pumpeninsulin verwenden und früher gab es auch Pumpen, die auf U40 ausgelegt waren. Ein pumpenzertifiziertes U40 ist mir (zumindest) nicht erinnerbar.

Ein Bisschen doof ist allenfalls der etwas schräge Umrechnungsfaktor von 2,5 zu U100.

Gruß
Joa

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TinaSchnecke
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Re: doch das Wachstumshormon?

11 Sep. 2013 08:59
#85330
JarisMama schrieb: habe ich bisher noch keine 1h pp Werte bestimmt (das lohnt sich ja nur wenn der Ausgangswert bzw. SEA vernünftig sind
Wenn der 3h-pp-Wert ok ist, ist ja der Faktor generell in Ordnung. Dann kann man den 1h-pp-Wert nehmen, um zu gucken, ob der SEA stimmt. Da können schon ziemlich überraschende Werte rauskommen. Bei Max zum Frühstück z.B. bei einem Ausgangswert von 4,5 und einer Bolusgabe direkt vor dem Essen 17 mmol!!!
Ich glaube ich muss erstmal die nächtlich hohen Werte in den Griff kriegen, dann sinkt der Bedarf tagsüber ja wahrscheinlich auch noch weiter ab.
Es kann auch andersrum laufen. Es gibt hier einige Kinder, deren Nächte deutlich stabiler laufen , nachdem die nachmittägliche BR geringfügig angehoben wurde. Irgendwie zähle ich auch Max dazu, wir haben aber zum damaligen Zeitpunkt sehr viele Anpassungen an verschiedenen Stellen gemacht.

lg
Tina

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Re: doch das Wachstumshormon?

11 Sep. 2013 11:30
#85335
Ist irgendwie echt nicht so einfach die Pumpeneinstellung... Gestern habe ich dann nochmal einen DANA Katheter gelegt und prompt war der BZ wieder über 300 mg/dl, ich versteh das nicht.
Gestern habe ich dann mal 1/3 des Abendbrotes vor dem Essen (und natürlich den Korrekturbolus für den 300er Wert, 25 min SEA) 2/3 danach gebolt. BZ vor dem Schlafen 170 mg/dl (allerdings war das noch innerhalb der Wirkzeit des zweiten Bolus), dann wieder 250-250-200 trotz Korrekturen, angekommen ist es dann mit 120 mg/dl. Ich werde es heute mal mit verzögern probieren.
@Joa: was die Basalrate angeht, bin ich echt ein bisschen hilflos, das Profil sieht zur Zeit so aus:
0-8 0,05
8-9 0,07
9-11 0,06
11-13 0,05
13-15 0,06
15-16 0,07
16-18 0,08
18-21 0,05
21-24 0,06
was die Morgendstunden angeht, habe ich seit der Krankenhausentlassung nur 2 Nächte ohne Korrekturen vorzuweisen:
174 (22 Uhr)-157(0:30)-158(3:30)-104(7:30)
119 (22 Uhr)-115(2:00)-78(5:00)+0,15 KE (ich war einfach zu müde um nochmal zu messen)-95(8:00)
Ich finde es derzeit sehr schwierig zu beurteilen, ob er nun zuviel Basalinsulin hat oder ob eben seine Restsekretion diese BZ Werte macht (unter ICT war ich mir eigentlich sicher, dass es seine Restsekretion ist, denn die 0,5 IE Protaphane die er hatte, können es ja eigentlich nicht gewesen sein die einen BZ von 150 um 2 Uhr auf ca. 80 morgens normalisieren konnten). Unsere Diabetesambulanz will gerne einen Aufwachwert von 100 mg/dl??!
SEA sind bei kleinen Kindern irgendwie auch ein schwieriges Thema, die BZ Anstiege bei normalem Ausgangswert sieht man ja meist nur mit CGM. Ich versuche so oft wie möglich mit einem Vorbolus zu arbeiten (Korrektur + 0,1-0,2 IE), aber manchmal ist es schon mühsam 10 min rauszuschlagen. Aber wenigstens zur Pumpeneinstellung wäre ein CGM jetzt eine feine Sache...
Was die Insulinverdünnung angeht, bin ich auch nicht so viel weiter gekommen: die Diabetesambulanz findet, dass auch tägliche Katheterwechsel einer Verdünnung vorzuziehen sind. Deshalb noch mal die Frage zu den Vorteilen: technische Störfaktoren (Luftblasen, Druckaufbau nach Abkopplen/Katheterwechsel- und damit schwankende BZ Werte) werden verringert, Durchfluss und damit Verstopfungen verringert. Habe ich noch was vergessen? Denn mein abendliches/nächtliches Problem werde ich damit wohl nicht lösen :(
Gruss,
Lena

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Joa
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Re: doch das Wachstumshormon?

11 Sep. 2013 22:30 - 12 Sep. 2013 00:35
#85374
Hi Lena,
.
JarisMama schrieb: .
was die Basalrate angeht, bin ich echt ein bisschen hilflos, das Profil sieht zur Zeit so aus: ...
mmmh, eigentlich kann ich zu der Basalreihe nix wirklich Sinniges denken.
Tagsüber überlagern Boli die Basalmengen eh massiv und auch einzeln mal eingschossenen BR-Testungen werfen noch kein kronleuchtendes Flutlicht. Umso weniger, wenn es noch eine Eigenproduktion in der Hinterhand hat.

Bei der Nachtrate ist auch die Katze meiner Meinung nach ziemlich grau getiegert, wenn auf einen 78er Wert zugefüttert wird. Dann siehst Du ja nix. Denn 78 heißt doch, dass die Basalversorgung genau das macht, was sie machen soll ... und ggf. bei bestehender Unterfütterung durch Eigeninsulin eigentlich auch muss, wenn nicht die Basis willkürlich auf den Modus einer Mangelinsulinierung hin angelegt wird. Zumindest mal rein physiologisch betrachtet.

Mein Aha-Erlebnis diesbezüglich, da sicher schon ohne Eigenproduktion, war in unserer örtlichen Nachtklinik (nur von Abend bis morgen teilstationär mit 2-stündlichen Messungen durch Nachtpersonal*)war damals, dass ich einen 50er Wert hatte, den Doc etwas hektisch drauf antickte und der meinte trocken: "machen sie mal gar nichts...". Das fiel mir schon was schwer, aber ok. Meine Bedingung war, in einer Stunde messen. Nach der Stunde war der Wert dann immer noch 50 und kletterte im Weiteren so langsam bis auf knappe 80 zum Aufstehen.

Das fand ich echt beeindruckend und es machte mir klar, dass bei meinem damals hohen Respekt vor Werten ab etwa 80 eine reine Kopfsache mit drin steckt. Die Kapazität der Gegenregulation ist eine andere Sache.
Mal(wieder)hier ein grobes Schema dazu .
Hypoglykämie > Physiologie Glucose > Counter Regulation

Unter Gluco-Regulation findet sich dort auch der schöne Satz:

"Da nicht kurzzeitig zu hoher Blutzucker sondern zu niedriger Blutzucker eine akute Gefährdung der Funktionstüchtigkeit des Organismus bedeutet, steht dem alleinigen blutzucker-senkenden Hormon (Insulin), gleich eine "Armada" von blutzucker-erhöhenden Faktoren gegenüber."


Die "Armade" der BZ-erhöhenden Faktoren bildet einen sehr effektiven Gegenpol zu einer funktionierenden Basalversorgung, die diesen Regelkreis als Bremse benutzt, wenn die Insulinmenge nicht so groß ist, oder andere Hypofaktoren so viel Power einbringen, dass auch die Fronttruppe der GR-Armee erst mal platt gewalzt wird.
Ich finde es derzeit sehr schwierig zu beurteilen, ob er nun zuviel Basalinsulin hat oder ob eben seine Restsekretion diese BZ Werte macht
.
Siehe oben.
.
Unsere Diabetesambulanz will gerne einen Aufwachwert von 100 mg/dl??!
Klar. Das ist halt Sicherheitsphilosophie. In der Alltagspraxis sind viele Therapien dann halt doch suboptimal formumliert und/oder werden suboptimal angewandt.

Werte von 300 tolerieren Eltern nach kurzer Eingewöhnung. Käme es in ähnlichem Umfang zu 30ern, kommt bei Eltern und Ärzten starke Unruhe auf.

Und der Chefarzt tadelt? Was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich 100 zum Morgen als problematisch sehe. ;)
.
Aber wenigstens zur Pumpeneinstellung wäre ein CGM jetzt eine feine Sache...
Ja klar. Aus meiner Sicht ist eine CGM-Unterstützung von Einstellungsphasen echt eine geniale Hilfe, einerseits viel Stress vermeiden kann, andereseits aber tatsächlich schon dadurch ganz andere Erkenntnisperspektiven eröffnet, dass man einfacher mutiger Sachen probiert, die man sich anders kaum zu trauen wagt.
.
Deshalb noch mal die Frage zu den Vorteilen: technische Störfaktoren ...
Grundsätzlich natürlich schon mal die Tatsache, dass sich die Dosierungsgenauigkeit um den Faktor der Verdünnung erhöht.
Ansonsten ist die Reduktion der therapie-technischen Fehlerfaktoren natürlich ein recht dramatischer Faktor... (siehe auch Wertentgleisung nach Katheterwechsel).

Das Thema Verdünnung wurde mal recht eingehend im IC durchgehechelt.

Die Affinität von Diabetologen zur Insulinverdünnung fällt höchst unterschiedlich aus. Die einen scheuen es, wie der Teufel das berühmte Weihwasser, andere vertreten, dass bis zu einer TDD von 20IE die Verdünnung Sinn mache.

Kleine Anekdote am Rand: Ein gestandener Diabetologe berichtete, dass er in jungen Jahren über die Stabilität von Insulinverdünnungen geforscht habe. Damals hatte er seine erste Pumpe, den Mill-Hill-Infuser, bei dem die Basalratenmenge nur über den Verdünnungsgrad des Insulins variiert werden konnte. :pinch:

Gruß
Joa

Nachtrag:
*) das nachtklinische Personal kann heutzutage recht gut durch ein CGMS im heimischen Gebrauch ersetzt werden, wenn die Daten zweckdienlich ausgewertet werden. :whistle:
Letzte Änderung: 12 Sep. 2013 00:35 von Joa. Begründung: siehe Nachtrag

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TinaSchnecke
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Re: doch das Wachstumshormon?

12 Sep. 2013 12:12
#85383
Hallo Lena,
Ich geb mal auch nochmal meinen Senf dazu...
JarisMama schrieb: Ich finde es derzeit sehr schwierig zu beurteilen, ob er nun zuviel Basalinsulin hat oder ob eben seine Restsekretion diese BZ Werte macht (unter ICT war ich mir eigentlich sicher, dass es seine Restsekretion ist, denn die 0,5 IE Protaphane die er hatte, können es ja eigentlich nicht gewesen sein die einen BZ von 150 um 2 Uhr auf ca. 80 morgens normalisieren konnten). Unsere Diabetesambulanz will gerne einen Aufwachwert von 100 mg/dl??!

Ich würde sagen, bei nur 20% Basalanteil, ist selbst in der Remissionsphase noch Luft nach oben...
Außerdem muss man leider jederzeit damit rechnen, dass die Remission deutlich nachlässt. Jari wäre nicht das erste Kind, bei dem dieser Zeitpunkt just mit der Pumpenumstellung zusammenfällt...

Zu den "Wünschen" der Doktoren: Manche sind physiologisch leider unsinnig und das sollten sie eigentlich auch wissen. Meine Erfahrung: Es ist gar nicht so schwierig stabile Phasen zu bekommen, in denen der BZ meist wischen 4 und 6 mmol, meist sogar unter 5 liegt. Dagegen ist es fast unmöglich stabile Werte zwischen 7 und 8 mmol zu erreichen, was dem Sicherheitsdenken von Eltern und Betreuern entgegen käme. Wenn man die gezielt anstrebt, haut der BZ ständig nach oben oder unten ab.
SEA sind bei kleinen Kindern irgendwie auch ein schwieriges Thema, die BZ Anstiege bei normalem Ausgangswert sieht man ja meist nur mit CGM. Ich versuche so oft wie möglich mit einem Vorbolus zu arbeiten (Korrektur + 0,1-0,2 IE), aber manchmal ist es schon mühsam 10 min rauszuschlagen.

Durch die Verwendung von Analoginsulinen ist ein echter SEA ja zum Glück nur selten nötig, bei erhöhten Werten oder morgens z.B.
Ich versuche die BZ-Messung immer so zu steuern, dass bis zum Essen noch einige Minuten Zeit sind. Mit dem Bolus kann man dann warten oder ihn sofort abgeben.
Bei guten Werten genügt es bei Max (bis auf das 1. Frühstück), wenn der Vorab-Bolus (meist pauschal 2 KE, je nach Essen) direkt vor dem Essen abgegeben wird. Und auch da lässt sich noch variieren: Bei 7 gibts den Bolus bevor er sich sein Brot schmiert, bei 4 erst direkt vorm Abbeißen... Der Restbolus folgt dann zwischendurch, wenn die Gesamtmenge klar ist oder hinterher.

lg
Tina

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Re: doch das Wachstumshormon?

12 Sep. 2013 13:03
#85384
Hallo Tina,

hier zu diesem Zitat
"Zu den "Wünschen" der Doktoren: Manche sind physiologisch leider unsinnig und das sollten sie eigentlich auch wissen. Meine Erfahrung: Es ist gar nicht so schwierig stabile Phasen zu bekommen, in denen der BZ meist wischen 4 und 6 mmol, meist sogar unter 5 liegt. Dagegen ist es fast unmöglich stabile Werte zwischen 7 und 8 mmol zu erreichen, was dem Sicherheitsdenken von Eltern und Betreuern entgegen käme. Wenn man die gezielt anstrebt, haut der BZ ständig nach oben oder unten ab."

muss ich Dir jetzt mal ganz schnell beistimmen. Auch bei uns ist es so, dass wir bei Werten von etwa 70 bis 110 mg/dl einen relativ stabilen BZ haben, wobei es uns eigentlich fast nie gelingt den BZ auf höherem Niveau stabil zu halten. Dann "springt" der Wert ganz schnell in den 200er/300er Bereich, woraufhin wir wiederum korrigieren und dann auch häufig Unterzuckerungen haben.

Diese "niedrigen" Werte veranlassen unsere Ärztin dann auch immer mal wieder anzumerken, dass wir hier Insulin reduzieren sollen. Wenn wir das aber getan haben, hatte das bei uns fast immer eine Berg- und Talfahrt der BZ-Werte zur Folge. Und vor allem die Talfahrten halte ich für viel gefährlicher , da unkalkulierbarer, als wenn Silas beim Toben mal einen niedrigeren Wert hat und sich dann ein Kaubonbon oder auch mehrere genehmigt. Dies gilt natürlich nur, wenn das Kind verlässlich niedrige Werte merkt und auch darauf reagiert!!!!

Gruß Steffi
S., geb. 08/2005, D. seit 03/2012, Pumpe Accu chek combo seit 06/2012

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Re: doch das Wachstumshormon?

12 Sep. 2013 13:13
#85385
Danke nochmal für die Antworten, ich kann aufgrung eines grippalen INfektes gerade nicht so gut denken und werde in den nächsten Tagen nochmal ein paar Versuche machen. Das Verzögern gestern brachte keinen Unterschied, also gehe ich nochmal einen Schritt zurück: Basalrate anheben und nochmal mit Standardbolus abdecken und versuchen 2hpp Werte (vor dem Einschlafen) zu gewinnen. Nachdem Jari jetzt mal vormittags ein Schokoladencroissant gegessen hat, habe ich das Gefühl, dass die FPEs doch auch mit eine Rolle spielen könnten...
@Joa: Du hast vollkommen recht, dass ein Blutzucker von 78 mg/dl völlig normal ist (ich hatte nur sowas von keine Lust mehr mir nochmal einen Wecker zu stellen). Ich glaube ich bin in den letzten Wochen auch echt unsicher geworden, da ich aufgrund meiner Zielvorstellungen ziemlich kritisiert worden bin (es wird dann gleich nach Hypoglykämien gesucht, allerdings finde ich einen BZ Wert knapp unter 60 mg/dl in 4 Monaten eigentlich wirklich gut). Und ja, bei 5 Boli am Tag ist die Basalrate total überlagert.
@Tina: ich glaube Du hast wirklich recht, dass Zielwerte im Normalbereich eines Gesunden manchmal leichter zu erreichen sind, als die Zielwerte der Ambulanzen. Und da der IE/kg Bedarf ja weit gestreut ist, weiß ich natürlich auch nicht wieviel Eigenproduktion Jari überhaupt noch hat...

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