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diabetesDE beim UN-Gipfel in New York: Vereinte Nationen beschließen Deklaration gegen nichtübertragbare Krankheiten

New York, 20. September 2011 – Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, Diabetes und chronische Lungenkrankheiten bedrohen zunehmend nicht nur die Lebensqualität der Menschen und die Gesundheitssysteme aller Nationen weltweit, sondern immer mehr auch die gesamte globale Wirtschaftsentwicklung.  Für weniger entwickelte Länder stellen sie auch ein ernstes Entwicklungshindernis dar. Die Weltgemeinschaft erkennt jetzt ungesunde Lebensmittel, Bewegungsmangel, schädlichen Alkoholkonsum und uneingeschränkt den Konsum von Tabakprodukten als vermeidbare Ursachen dieser chronischen Krankheiten an. Ungesunde Lebensstile sind ursächlich ein Ergebnis unausgewogener gesundheitlicher Chancengleichheit in einer Umwelt, die gesundes Verhalten Einzelner erschwert.  Die Förderung gesunder Lebensstile in allen Politikbereichen kann kosteneffektiv einen Großteil der nichtübertragbaren Krankheiten verhindern und damit die Gesundheit, die Produktivität, das wirtschaftliche Überleben und die nachhaltige Entwicklung zukünftiger Generationen sichern.

„Die Situation ist alarmierend“, sagte Ban Ki-moon, Generaldirektor der Vereinten Nationen auf dem UN-Gipfel. „Die Dimension des Problems ist so groß, dass der Gesundheitssektor allein damit nicht fertig wird.“ Effektive Präventionsstrategien auf Bevölkerungsebene seien dagegen fast für umsonst zu haben. Die heute verabschiedete politische Deklaration lege einen exzellenten Grundstein zur Abwendung von vermeidbarem Schmerz und Leid, vermeidbaren Kosten, Behinderungen und Sterbefällen. Die Menschen müssten sich mehr bewegen, gesünder essen, weniger Alkohol trinken und mit dem Rauchen aufhören. In der Verantwortung der Regierungen liege es, dafür zu sorgen, dass ihre Bevölkerungen dazu befähigt würden, gesünder zu leben. Dazu müssten gesunde, nachhaltig produzierte Lebensmittel bereitgestellt werden und mit Hilfe von Medien und Marketingkampagnen müsste ein gesunder Lebensstil Verbreitung finden, so Ki-moon. In der Verantwortung des privaten Sektors liege es, nachhaltig zu wirtschaften, Luft, Wasser und Land sauber zu halten und Profitstreben nicht über die Verantwortung gegenüber dem menschlichen Wohlergehen zu stellen.

Margret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nannte den Gipfel einen dringend notwendigen Weckruf, das „Desaster in Zeitlupe“ rechtzeitig und mit aller Entschlossenheit auf höchster Ebene anzugehen. „Nur was gemessen wird, wird auch in Angriff genommen“, sagte sie und bekräftigte damit die Notwendigkeit der Datenerhebung als Grundlage für Zielformulierungen und Messung von Fortschritten. Sie nannte die erschreckend schnell um sich greifende Adipositasepidemie ein Warnsignal dafür, dass „etwas ganz schrecklich falsch“ laufe. „Die hohen Zahlen übergewichtiger und adipöser Menschen sind kein Anzeichen dafür, dass die Betroffenen persönlich versagt haben, sondern sie zeigen uns, dass die Politik auf höchster Ebene versagt hat“.

„Die Staats- und Regierungsoberhäupter der Welt müssen jetzt den Mut haben, in Gesundheit zu investieren, denn die Kosten der Untätigkeit werden ungleich höher sein“, fordert Jean-Claude Mbanya, Präsident der Internationalen Diabetes Föderation, einer der Gründungsorganisationen der Internationalen Allianz gegen nichtübertragbare Krankheiten, die den Gipfel angeregt hatte.

„Wir sind stolz darauf, ein starkes Abschlussdokument ausgehandelt zu haben,“ sagt Ann Keeling, Geschäftsführerin der Internationalen Diabetes Föderation. „Wir haben dieses Gipfeltreffen gebraucht, um den politischen Willen zur Führung auf globaler und nationaler Ebene zu zünden. Der Gipfel ist nur der Auftakt zu einem langen Weg, der noch vor uns liegt.“

Die Weltgesundheitsorganisation ist jetzt aufgefordert, bis 2012 Vorschläge für eine multisektorale Partnerschaft zwischen Regierungen und Zivilgesellschaften zu entwickeln, unter Berücksichtigung des Beitrags gesundheitsbezogener Nichtregierungsorganisationen und von Patientenverbänden. Es müssen Ziele vorgegeben und Indikatoren zur Messung von Fortschritten im Zeitverlauf festgelegt werden. Bis Ende 2013 sollen die Regierungen Nationale Aktionspläne gegen nichtübertragbare Krankheiten entwickeln. Für 2014 ist ein Zwischenbericht auf höchster UN-Ebene vorgesehen. Außerdem wird geprüft, ob die nichtübertragbaren Krankheiten ab 2015 in die Millennium Entwicklungsziele der Vereinten Nationen integriert werden sollen.

Am Rande des UN-Gipfels, zu dem auch die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton kam, konnten Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Dr. Stefanie Gerlach, Leiterin Gesundheitspolitik diabetesDE, als Vertreter des deutschen Bündnisses gegen Nichtübertragbare Krankheiten eindringliche Gespräche mit den Vertretern der WHO, der IDF und anderen Gesundheitsorganisationen führen. diabetesDE ist als eine der wenigen europäischen NGOs als teilnehmende Organisation zum Gipfel zugelassen.

„Die Teilnahme von diabetesDE beim UN-Gipfel unterstreicht, wie wichtig unser Anliegen ist, national und international Diabetes als nichtübertragbare Krankheit in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken“, berichtet Dr. Stefanie Gerlach aus New York.

Weitere Informationen und Fotos der Begegnungen von Dr. Dietrich Garlichs und Dr. Stefanie Gerlach mit Vertretern wie der WHO-Generalsekretärin Dr. Margaret Chan, dem Präsidenten der Internationalen Diabetes Föderation Jean-Claude Mbanya und Hillary Clinton auch unter www.diabetesde.org:

http://www.diabetesde.org/ueber_uns/gesundheitspolitik/politische_treffen/

Ihr Kontakt für Rückfragen:
diabetesDE
Nicole Mattig-Fabian
Reinhardtstraße 31
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 201 677-12
Fax: +49 (0)30 201 677-20
E-Mail: mattig-fabian@diabetesde.org
www.diabetesde.org

Tags: DiabetesDE, Organisationen

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