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DDG verleiht Medienpreise 2022 - Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Diabetes in der Gesellschaft

Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Diabetes in der Gesellschaft

Deutsche Diabetes Gesellschaft zeichnet erstklassige Medienarbeit aus

Wiesbaden - Ob im Kindergarten, in der Schule oder am Arbeitsplatz – Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus fühlen sich häufig sozial isoliert. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat deshalb in diesem Jahr das Thema „Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Diabetes in der Gesellschaft“ zum Thema ihrer neunten Medienpreisausschreibung gemacht. Die DDG hat die Preise heute auf ihrer Herbsttagung in Wiesbaden in den drei neu geschaffenen Kategorien Hören, Lesen und Sehen an Journalistinnen und Journalisten aus dem deutschsprachigen Raum vergeben.

  • In der Kategorie Hören wurde Ruslan Amirov als Preisträger für einen Podcast zum Familienleben mit Diabetes gekürt, der in der Bayern-2-Reihe „Eltern ohne Filter“ erschienen ist.
  • Annette Willenbücher gewann in der Kategorie Sehen mit einer Folge der NDR Ernährungs-Docs, in der es um den Nutzen der Ernährungsumstellung für Menschen mit Diabetes geht.
  • Johanna Heinz ist Preisträgerin in der Kategorie Lesen mit ihrem Artikel über mangelnde Inklusion bei Kindern mit Diabetes, der im Bonner General-Anzeiger erschienen ist.

Schätzungsweise 8,7 Millionen Menschen in Deutschland leiden an der Stoffwechselstörung Diabetes mellitus. Menschen mit Typ-2-Diabetes können oft selbst etwas gegen die Krankheit tun: Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung und Bewegung können Blutzuckerspiegel und Gesundheit massiv verbessern. Wenn Lifestyle-Änderungen nicht ausreichen, kann der Arzt zusätzlich Medikamente einsetzen. Bei einem Typ-1-Diabetes muss Insulin über Injektionen oder eine Insulinpumpe dem Körper zugeführt werden. So sind Menschen mit Diabetes und deren Familienangehörige mit diversen Herausforderungen konfrontiert, fühlen sich oft allein gelassen und sozial isoliert. Ernährungsumstellung und Therapie müssen nicht nur in das Familienleben integriert werden, sondern auch in den Berufsalltag sowie in Schule oder Kita. Da Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Diabetes in der Gesellschaft für viele Betroffene und deren Familien ein brennendes Problem ist, hat die DDG dieses zum diesjährigen Wettbewerbsthema gemacht. Besonders Familien mit Kindern mit Diabetes Typ 1 brauchen oft dringend mehr Unterstützung, da sie mit bürokratischen Hürden, vielen Fragen und auch mit den Kosten für die Behandlung zu kämpfen haben.

Der Alltag einer Familie, die einen Sohn mit Diabetes Typ 1 hat, steht im Mittelpunkt des „Eltern ohne Filter“-Podcasts „Marcel, Juliane, Kasimir, Mattheo: Familienleben mit Diabetes“ von Ruslan Amirov. Dieser wurde in diesem Jahr mit dem ersten Preis in der Kategorie Hören ausgezeichnet. Der Autor beschreibt darin, wie die Dresdner Familie mit dem Diabetes des fünfjährigen Sohnes zurechtkommt, welche Herausforderungen es im Alltag gibt und auch welche Belastungen für die Familie und das Ehepaar auftreten. Da die einzelnen Familienmitglieder darin detailliert selbst zu Wort kommen, schildert der Beitrag hautnah und gesellschaftlich relevant, wie Inklusion für ein Kind mit Diabetes Typ 1 in Deutschland aussieht: Wie wird der Pflegedienst in der Kita organisiert und wer bezahlt ihn? Wie wird das Kind in der Schule bei Insulintherapie oder bei Blutzuckerkontrolle unterstützt werden können? Diese und ähnliche Fragen werden darin ausführlich thematisiert.

Annette Willenbücher ist die diesjährige Preisträgerin in der Kategorie Sehen. Sie beschreibt in einem viertelstündigen Beitrag aus der NDR-Sendereihe „Die Ernährungs-Docs“, wie eine 66-Jährige gegen ihren Diabetes Typ 2 kämpft. Nachdem ihr Stoffwechsel völlig entgleist war, musste die Betroffene ihre Ernährung komplett und konsequent umstellen und dies mit ihrem Job auf einem Kreuzfahrtschiff in Einklang bringen. Der Film belegt den Nutzen der Ernährungsumstellung auf Gewicht und Typ-2-Diabetes anschaulich und anhand eines persönlichen Schicksals.

Die Journalistin des Bonner General-Anzeigers Johanna Heinz gewann in diesem Jahr den DDG Medienpreis in der Kategorie Lesen mit ihrem Artikel „Familien beklagen mangelnde Inklusion bei Kindern mit Diabetes“. – „Sie trifft das Thema Teilhabe sehr gut, weil sie Probleme bei der Betreuung von Kindern mit Typ-1-Diabetes in der Schule darstellt und was das für die betroffenen Familien bedeutet“, so begründet die fünfköpfige Jury aus hochkarätigen Journalistinnen und Journalisten die Entscheidung. Frau Heinz beschreibt in ihrem Artikel auch die hohen bürokratischen Hürden und die schwierige Kostenübernahme für die Diabetesbehandlung. Der Beitrag ist sprachlich gelungen und wird durch Beispiele und Zitate von betroffenen Kindern und deren Familien lebendig – so das Urteil der Jury.

„Wir haben uns gefreut, dass wir in diesem Jahr wieder so viele qualifizierte Einreichungen bekommen haben. Das zeigt, dass das Thema Inklusion und Diabetes viele Menschen bewegt“, so Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG. „Qualitativ hochwertige Medienbeiträge leisten einen wertvollen Beitrag zur Aufklärung über chronische Krankheiten. Sie sensibilisieren und geben den betroffenen Menschen oder Familien eine Stimme und ein Gesicht.“ 

Die Medienpreise wurden vor mehr als 1 000 Teilnehmenden auf der Eröffnungsveranstaltung der 16. Herbsttagung der DDG verliehen. Die Tagung findet in Kooperation mit der 51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 24. bis 26. November 2022 in Wiesbaden statt. Das Motto lautet: „Diabetologie und Angiologie – auf einem Bein kann man nicht stehen“.

Alle Gewinnerbeiträge können online abgerufen werden unter: https://www.ddg.info/pressebereich/medienpreis

Hier kommen auch die Preisträgerinnen und Preisträger selbst im Video zu Wort.

Quellverweis: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 25.11.2022

Schule, DDG, Beruf, Kindergarten

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