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Minister Lauterbach: Übernehmen Sie! 5 Wünsche der Diabetes-Community an den Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach

diabetesde.jpgBerlin, 17. Dezember 2021 – Die neue Regierung möchte „mehr Fortschritt wagen“, so der Titel des Koalitionsvertrages. Mehr Fortschritt braucht man vor allem auch bei einer Reform des Gesundheitssystems, weg von einem Reparatursystem hin zu einem wahren Gesundheitssystem, bei dem Gesundheitsförderung Priorität genießt. Mit Professor Karl Lauterbach wurde ein Gesundheitsminister benannt, der als Mediziner und Gesundheitsökonom vom Fach ist. Er könnte diesen Fortschritt wagen, so fordert die gemeinnützige Gesundheitsorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ihn auf. Es wäre ein Paradigmenwechsel.

„Fortschritt wäre, wenn die Gesundheitsförderung, die gesamtgesellschaftliche Prävention an allererster Stelle stehen würde und wenn neben der Verhaltensprävention die Verhältnisprävention wie eine verbindliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln Priorität hätte“, sagt Dr. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. „Mehr Fortschritt wagen bedeutet für uns als Gesundheitsorganisation, die die Interessen von mehr als 8,5 Mio Betroffenen, deren Angehörigen und den vielen RisikopatientInnen vertritt, auch, dass mehr Mut und mehr unbürokratische Schnelligkeit an den Tag gelegt wird und endlich Taten folgen.“

diabetesDE begrüßt ausdrücklich das Vorhaben im Koalitionsvertrag, einen Nationalen Präventionsplan mit „konkreten Maßnahmen u.a. zu Diabetes“ ins Leben zu rufen. Andererseits ist derzeit völlig unklar, was mit der von der Vorregierung angekündigten Nationalen Diabetesstrategie werden wird. „Unser Wunsch zu Weihnachten an den neuen Bundesgesundheitsminister ist, dass es uns gelingt, neben der Corona-Pandemie die Diabetes-Pandemie zu brechen.“

Derzeit kommen täglich (!) 1.700 Neuerkrankungen hinzu. Das muss sich dringend ändern. Die Weihnachtswunschliste der Diabetes-Community an den Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach lautet daher:

  1. Paradigmenwechsel zu einer effektiven Primärprävention mit verbindlichen verhältnispräventiven Maßnahmen (Werbeverbot für alle an Kinder gerichtete Bewerbung ungesunder Produkte auf die sozialen Medienauswelten; Einführung einer gesunden Mehrwertsteuer; verpflichtende Kennzeichnung aller Lebensmittel mit dem Nutri-Score; verbindliche Standards für die Kita- und Schulernährung nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE); eine Schulstunde Sport täglich)

  2. Sektorenübergreifende Versorgung patientenorientiert und individualisiert voranbringen

  3. Digitalisierung und Telemedizin ausbauen, Datenschutz und Datensouveränität sichern

  4. Bundesweit einheitliche Regelung für die Betreuung von Kindern mit Typ-1-Diabetes in Kita und Schule

  5. Forderung nach einem Patientenstimmrecht statt reinem Anhörungsrecht im G-BA

„Last but not least: Seit 2016 ist die BZgA mit der Umsetzung einer Nationalen Aufklärungs- und Informationskampagne beauftragt, doch eine bundesweite Kampagne gibt es nach wie vor nicht. Das ist eine Schande“, ergänzt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE den Forderungskatalog. „Bitte Herr Minister Lauterbach, übernehmen Sie diese Aufgaben!“

Quellverweis: DiabetesDE vom 17.12.2021
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Ernährung, DiabetesDE, Schule, Betreuung, Politik, Kindergarten, Typ 2 Diabetes

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