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Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
24 Okt. 2013 12:31Mario hat auch einen Schulhelfer, 20 Std., teilt ihn sich mit 2 schwerhörigen Kindern. Ich wollte das erst nicht wegen evtl. Stigmatisierung, ABER: für uns gab es nichts besseres. Der Mann ist gelernter Heilerziehungspfleger, geistig super flexibel (im gegensatz zum Hort!!) und darüber hinaus ein Gewinn für die ganze Klasse 1a. Er ist für die anderen 20std. Horterzieher der 5./6. Klassen und dadurch finden ihn irgendwie alle cool. Mario braucht ihn im Unterricht ja nur immer 5min, wenn der Sensor alarmiert oder es Frühstück gibt und den Rest der zeit hilft der Schulhelfer allen Kindern auch noch. Bei uns hatte das schon die KiÄ der Schuluntersuchung angeregt, die Schule hat den Helfer dann mit Hilfe der Paragrafenzuordnung beantragt. Ich bin sozusagen auf Rosen gebettet. Dafür ist der Hort ein Reinfall, denn die Damen hoffen zw. 13.30Uhr und 16Uhr einfach darauf, dass die Pumpe nicht piept. und Mario sagt dann auch noch nicht 100% Bescheid. Letztens wollte Mario was essen, die Damen wussten nach 10Wo oder wie lange das Schuljahr schon geht nicht was sie tun sollten, Mario hat sich nicht getraut und angerufen haben sie auch nicht. Frustrierend. Aber zumindest bis 13.30 ist bei uns alles super geregelt, denn unser Schulhelfer nutzt auch Feinheiten wie temporäre Basalrate (hoch oder aus) und gibt Sport-BE nur wenn sie auch nötig sind. Echt toll. Ich hatte einfach mit der Schuluntersuchungsärztin und der Schule (inklusionsschule) Glück. Der Hort dagegen fragt sich, ob sie sich überhaupt mit solchen Dingen befassen müssen :woohoo: Aber evtl. kommt im nächsten Schuljahr schon das nächste Diabetes-Kid und dann werden sie wohl so langsam zu dem Schluss kommen müssen, dass es für alle Beteiligten gut ist Bescheid zu wissen. Die Lehrer sind übrigens engagiert, aber haben mit dem Rest schon die Ohren voll (förderbedürftige, sozial auffällige Kinder). Ein Schulhelfer scheint im Rückblick überaus wichtig zu sein.
Gruß
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
24 Okt. 2013 20:51Bei einer Beantragung sollte, so die Fachkraft, die ihn mit mir zusammen ausgefüllt hat, klar dargestellt werden, dass es sich um eine begleitende Hilfe handelt. (Bei uns gibt es eine Behörde für chronisch kranke Kinder, die sich um den Papierkrieg und die Vermittlung zwischen Lehrkräfte und Eltern bemühen.) 20 Zeitstunden ist wahrlich utopisch. Das kann ja nicht genehmigt werden. Es sei denn, es liegen noch weitere Kriterien vor, die rechtfertigen würden, dass die I-kraft den ganzen Tag neben dem Kind kleben muss. Ach ja, wir kommen aus Baden-Württemberg. Leider ist Bildung Ländersache und so kann das in Bayern schon wieder ganz anders gehandhabt werden, als in Sachsen.
Es sollten einheitliche Kriterien geschaffen. Es kann doch nicht sein, dass man das Bundesland wechseln muss, damit man eine I-Kraft, statt einen Nervenzusammenbruch bekommt.
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
24 Okt. 2013 21:41mibi74 schrieb: Es sollten einheitliche Kriterien geschaffen. Es kann doch nicht sein, dass man das Bundesland wechseln muss, damit man eine I-Kraft, statt einen Nervenzusammenbruch bekommt.
Du sagst es, Michaela!
In NRW ist ein I-Helfer ja kaum zu bekommen, im Rhein-Erft-Kreis gar nicht.
LG Heike
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
24 Okt. 2013 21:54 - 25 Okt. 2013 00:37Was ich mich nur frage: Wenn es möglich ist (vom Gesetz her) einen Schulhelfer zu bekommen oder irgendeine anders geartete Hilfe, warum gilt dieses dann nicht überall?? Mit der Bildungssache hat das m.M. nach nicht so viel zu tun, eher mit Inklusion (UN-dingsda, oder was!) und Nachteilsausgleich, oder irre ich mich?
PS: Die Paragrafenzuordnung und Bewilligung ist unbegrenzt, also falls wir das brauchen die komplette Grundschulzeit lang. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass Mario das zu viel wird. Mal schauen.
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
24 Okt. 2013 21:55unser Sohn hat seit er 3 Jahre alt ist Typ 1 Diabetes und bekam damals nach 1 Jahr Antrags-Ringen endlich für den KiGa eine Integrationshilfe vom Kreissolzialamt genehmigt. Entscheidend ist immer die korrekte Zuweisung der Kostenstellen. D.h. eigentlich gehören die meisten Hilfeleistungen zum medizinischen Bereich und wären damit von einem medizinischen Dienst wie bspw. einer Sozialstation zu übernehmen. in diesem Fall geht es also darum deutlich zu machen, in wieweit der Bedarf des Kindes den §§ des Sozialgesetzbuches entspricht und daher nicht durch punktuelle medizinische Hilfelleistung abdeckbar ist.
In unserem Fall konnten wir dies mit dem wöchentlichen Waldtag erklären, bei dem es um pausenlose "Beobachtung" des Kindes ging, die nicht zusätzlich von den 2 Erzieherinnen leistbar war, die ja auf die Gesamtgruppe achten mussten.
Als Frederik dann in die Schule kam, wurde die Integrationskraft ausschließlich für den Sportunterricht sowie Ausflüge (Stadtbücherei, See, Wald, Museen etc.) genehmigt. Das waren dann ca. 12-13 Std. im Monat.
In der Schule wurde damals das ganze Kollegium von unserem Diabetologen "kurz-geschult" und die Mitschüler (damals Jahrgangsmischung 1. und 3. Klasse), die 2 Jahre älter waren haben beim Blutzuckermessen über die Schulter geschaut und aufgepasst, dass Frederik keine Zahlendreher von der Essensdose auf seinen Bolusrechner übertrug. das klappte prima.
Mitte der 2. Klasse sprach uns dann die Schulsozialarbeiterin an, die Frederik zufällig im Sportunterricht mit seiner Integrationskraft beobachtet hatte und fragte, ob er diese denn überhaupt noch brauche und vor allem wolle.
Wir besprachen das mit ihm und beendeten dann die Zusammenarbeit, da es ihm zunehmend unangenehm wurde vor den Mitschüler als etwas Besonderes/ Anderes dazustehen.
Seitdem (Er ist jetzt in der 3. Klasse, wird aber erst 8 nächste Woche) macht er alles allein und kommt prima damit klar. Er hat ein sehr, sehr gutes Verständnis für seinen Diabetes und arbeitet sich sogar langsam an temporäre Basalraten heran.
Unsere Empfehlung daher: schaut, was Ihr für Euch persönlich gern hättet und Euer Kind braucht und stellt dann entsprechende Anträge an das Kreissozialamt mit Berufung auf den entsprechenden § im SGB.
Viel Erfolg!
Katharina
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
25 Okt. 2013 06:33Hier klebt niemandmibi74 schrieb: 20 Zeitstunden ist wahrlich utopisch. Das kann ja nicht genehmigt werden. Es sei denn, es liegen noch weitere Kriterien vor, die rechtfertigen würden, dass die I-kraft den ganzen Tag neben dem Kind kleben muss.
Und nein, es liegen keine weiteren Kriterien außer dem Diabetes vor. Der hat aber in unserem Fall seinen eigenen Kopf und läßt sich zeitlich nicht festlegen wann er spinnt (ist beim Vater das selbe) Insofern hilft es einfach nichts wenn da jemand zum essen kommt um mal eben nen Boli abzugeben, wenn er einen Tag vor dem Essen runtergeht am nächsten (trotz sehr gut einschätzbarer KH) danach und am nächsten Tag auf einmal hoch. Ein halbwegs stabiler BZ wäre toll, dann gäbe es sicher noch andere Möglichkeiten aber so :S .
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
25 Okt. 2013 10:04 - 25 Okt. 2013 17:01Ich muss sagen, ein Helfer, der nur zum Essen gekommen wäre, hätte uns auch nur bedingt geholfen, denn wir hatten ja schriftlich von der Stadt, dass unser Sohn ein tickende Zeitbombe ist und quasi jederzeit tot umfallen kann, wenn er mal heimlich einen Schokoriegel nascht (nicht ganz wörtlich, aber sinngemäß). Da das ja jederzeit passieren kann, hätte nur ein Helfer genützt, der den ganzen Tag hinter unserem Sohn hergehoppelt wäre, so dass alle anderen aus der Verantwortung raus gewesen wären.
Es ist bei uns auch nicht an den 20 h gescheitert. Das Sozialamt war ja auch nicht bereit sich finanziell an einem Helfer zu beteiligen (die KK hätte einne Teil bezahlt), der nur mittags für eine Stunde kommt.
Bei uns ging es darum, dass noch nie einem Kind mit DM im Rhein-Erft-Kreis ein Schulbegleiter genehmigt wurde (also wir waren wohl auch die ersten, die überhaupt einen beantragt haben) und dabei wollte man es auch belassen. Inoffiziell wurde uns gesagt, sie würden den Helfer unter keinen Umständen genehmigen, einfach deshalb, weil sie keinen Präzedenzfall schaffen wollten. Es könnten schließlich andere kommen und das gleiche Recht fordern.
Offiziell hieß es, dass sei alles medizinisch und dürfte von einem I-Helfer nicht gemacht werden (also er dürfte nicht mal ein Kind ans messen erinnern) und über eben dieses Medizinsche hinaus bestände kein Bedarf (was insofern zutrifft, weil ja absolut alles als medizinisch eingestuft wurde).
LG Heike
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
25 Okt. 2013 11:23das ist meines Erachtens nicht dem Gesetz entsprechend, das eine "...Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern, ihnen die Ausübung eines angemessenen Berufs oder einer sonstigen angemessenen Tätigkeit zu ermöglichen oder sie so weit wie möglich unabhängig von Pflege..." machen soll.
D.h. Ihr müsst darauf pochen, dass eben dies Teilhabe am Gemeinschaftsleben der Klasse (z.B. Ausflüge, Sport etc.) ohne eine entsprechende Begleitung nicht möglich ist. da dies sogar im Grundgesetzt als diskriminierend geregelt ist, besteht über dieses Gesetz die Notwendigkeit auf Eingliederungshilfe. Ein Schulhelfer ist u.U. anders definiert.
bzlg. medizinischer Hilfeleistungen übrigens:
Das Nicht-Injizieren einer Notfallspritze gilt als nicht-geleistete Erste Hilfe! D.h. hier ist jeder von einem Injektionsverbot befreit und verpflichtet zu reagieren; insbesondere, wenn er zuvor informiert war!!!
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
25 Okt. 2013 11:37ja, wir hätten klagen müssen. Wir hatten auch eine Anwältin. Aber die hatte leider sehr gut zu tun und war nicht mit dem Herzen bei der Sache. Sie hat saftige Rechnungen geschrieben, aber ihr war jeder Handgriff zu viel.
Am Ende fehlte uns für einen weiteren Kampf einfach die Kraft (zumal die Stadt sich "beruhigt" hat). Ich bin über diese Sache richtig krank geworden, hatte täglich Kopfschmerzen, niedrigen Blutdruck usw. es war einfach zu viel.
Inzwischen hat sich das erledigt. Lars ist jetzt in der 4. Klasse und kommt ganz gut allein klar. Die Tatsache, dass er keinen Integrationshelfer hatte, war zwischenzeitlich zwar doof, hat aber letztendlich seine Selbständigkeit gefördert.
LG Heike
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Re: Diabetes und Integrationshelfer-Wie macht Ihr das?
25 Okt. 2013 15:35 - 25 Okt. 2013 15:36Meike: Nicht sauer sein. Auch der Diabetes unseres Sohnes gehört zu der Sparte, der unberechenbaren Zeitgenossen. Unser Sohn geht nur vormittags zu Schule und hat nur einen Nachmittag Schule. Das ist überschaubar. Abgesehen von der medizinischen Notwendigkeit, sehe ich es sehr, sehr kritisch an, wenn pausenlos jemand um das Kind herumschwänzelt. Sie werden leicht zum Ziel für andere. (Leider sind Mitschüler mindestens genauso gehässig, wie ihre Eltern, die sich zurückgesetzt fühlen und nicht nachvollziehen können/wollen, warum DER nun mehr Aufmerksamkeit bekommt, als die anderen Kinder)
Na ja und wir wohnen auf dem Dorf, was es auch noch vereinfacht. Dann kommt noch die lange Zeit dazu, die er schon Diabetes hat. Ich will niemanden zu nahe treten, doch den einen fällt es leichter los zu lassen und den anderen nicht. Das geht nicht nur uns Eltern so. Unser Sohn geht in die 2. Klasse und da gibt es noch viele Kinder, die jeden Tag von ihren Eltern zu Schule gebracht und wieder abgeholt werden. Zu denen zähle ich nicht. Wir haben klare Vereinbarungen getroffen, was wann und zu tun ist. Wird seitens der Schule auch penibel eingehalten. Alles in allem würde ich behaupten, dass wir einfach riesen Glück haben, dass wir eine super gute Basis haben. Außerdem gehen mittlerweile, dafür das wir hier auf dem Dorf leben, fünf Kinder mit Diabetes ins Schulzentrum.
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