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Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
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Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 07:54ich möchte Euch hier mal kurz unser Problem schildern ... vielleicht hat ja jemand von Euch eine Idee oder kennt so etwas.
Unser Sohn (6 Jahre) hat nun seit 3 Monaten Diabetes. Seit 2 Wochen hat er die Accu check combo ( Insulin Humalog) und es klappt eigentlich ganz gut. Unser Problem liegt in der ersten Nachthälfte. Wir essen meist so gegen 18 /19 Uhr zu Abend und er geht so gegen 20 Uhr ins Bett. Wenn wir vor dem Schlafengehen den BZ messen, liegt er meist sogar etwas niedrig, so um die 70 - 100 mg/dl (bei Werten um die 70 geben wir ihm meist 1/2 BE; inzwischen nicht mehr mehr, da er ja erfahrungsgemäß hochgeht; wir messen dann lieber öfter). Bis so ungefähr 23 /24 Uhr geht der Blutzucker dann auf Werte um die 250 mg/dl hoch, um in der 2. Nachthälfte wieder abzufallen, so daß er mit Werten um die 80 bis 100 mg/dl morgens aufsteht.
Dieser Verlauf war sowohl mit der ICT (da haben wir abends um 19 Uhr 3,5 IE Protaphane gespritz), als auch nun mit der Pumpe so. (im Moment - wir probieren noch - bekommt er von 18 - 22 Uhr 0,37 IE/h,geht dann runter auf etwa 0,2 IE /h von 1 - 6 Uhr; insgesamt hat er ungefähr 6,18 IE Basalrate). Seine Mahlzeitenfaktoren liegen zwischen (o,4 IE / BE mittags und 0,6 IE / BE morgens und 0,5 IE/BE abends).
Der Anstieg ist bis auf wenige Ausnahmen jede Nacht zu beobachten, Da wir abends meist warm essen, habe ich auch schon darauf geachtet, ob es am fettigen Essen liegt( er war dann oft noch extremer), ... aber auch bei Butterbroten haben wir diesen Verlauf.
Wenn mein Sohn später in Bett geht, ist der Anstieg auch später ... hat es vielleicht etwas mit der ersten Schlafphase zu tun.
Wenn jemand eine Idee hat, wäre ich Euch echt dankbar ... ich würde den Verlauf gerne verstehen und es scheint ja eher selten zu sein, dass ein Kind in der ersten Nachthälfte hoch geht.
Schon mal vielen Dank. Stef1
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 09:14 - 27 Juni 2012 09:16das Problem kennen wir zur Genüge. Bei uns lag es daran, dass das Mahlzeiteninsulin am Abend "zu schnell" war. Daher hatten wir nach dem Essen oft recht niedrige Werte. Später dann kamen die Kohlenhydrate des Essens zum Einsatz, doch das Insulin hat zu dem Zeitpunkt nicht mehr ausreichend gewirkt. Das Problem war nicht die Menge des Insulins, sondern das zeitliche Zusammenspiel zwischen Insulin und Essen.
Bei uns wurde es viel besser, seit wir das Abendessen Dual abgeben (so heißt das bei der Veo, gibt es bestimmt auch bei der Combo), d. h. die eine Hälfte sofort und die andere Hälfte auf 2 h verlängert. Frag doch mal bei eurer Dia-Praxis nach, ob das für euch einen Versuch wert wäre.
Viele liebe Grüße
Martina (Mama von Ann-Katrin)
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 10:09 - 27 Juni 2012 10:10wenn dieser Anstieg (fast) jede Nacht passiert, dann würde ich die Basalrate zu dieser Zeit weiter erhöhen. -Beginnend 2 Stunden vor dem Anstieg.
Es gab aber zu dem Thema von Joa auch schon den Vorschlag eines Einschlaf Bolus:
www.diabetes-kids.de/forum/offene-foren/...-umfrage-60663#60675
LG
Andrea
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 11:53stef1 schrieb: Hallo,
es scheint ja eher selten zu sein, dass ein Kind in der ersten Nachthälfte hoch geht.
Ist es eigentlich nicht. fast alle 6-Jährigen haben das mehr oder weniger ausgeprägt. Nur in der Literatur wird es fast nie erwähnt. Unser Doc sagte neulich, er hat sich lange nicht getraut in der ersten - der aus seiner Sicht kritischen zeit - die Basalrate hochzunehmen, aber inzwischen hat er so viele Kinder in dem Alter gehabt, dass er es akzeptiert hat, das das nötig ist.
Wenn euer Sohn in der zweiten Nachthälfte absinkt, ist die Basalrate da m.E. noch zu hoch. Versuch mal rauszufinden, wann er absinkt (bei uns war es ca. 3-6 Uhr) und verschiebe dann einen Teil der Basalrate/h (Kleinste Abgabemenge) in die Stunden vor Mitternacht, so dass die Gesamtbasalmenge erstmal gleich bleibt. Nach und nach, immer erstmal ein paar Tage die Wirkung abwarten.
Wenn du dann in der zweiten Nachthäfte einen konstanten Verlauf hast, dann müsst ihr ggf. in der ersten Häfte noch weiter erhöhen oder mit dem verlängerten Bolus experimentieren bis es passt.
Unser Doc sagt, beim Abends warm essen muss das sein.
Nach unserer Erfahrung hängt es auch hier von der Zusammensetzung ab. Fettarme Nudeln mit Tomatensauce führten bei uns schon zu sinkenden Werten in der ersten Hälfte, weil die Basalrate eben auch einen Fettanteil, der auch beim Wurstbrot und Joghurt vorhanden ist, mit abdeckt.
Alles Gute
Tina
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 11:58danke schonmal für Eure Antworten.
Ich habe am Freitag einen Termin bei die DiabetesPraxis. Da werde ich mal nach einem verlängerten Bolus fragen. Den gibt es bei der Accucheck wohl auch, haben wir aber noch nicht ausprobiert, weil wir erstmal mit den Standardeinstellungen anfangen wollten. Noch eine Frage an Martina: Warum klappt das mit dem Bolus dann tagsüber und ausgerechnet abends/nachts nicht? Auch bei derselben Essenszusammensetzung? Un wie gebt Ihr dann das Insulin, immer Hälfte / Hälfte oder je nachdem, wie mächtig das Essen ist.
Zu Andrea: Einen Einschlafbolus auf Verdacht geben ... das trauen wir uns nicht. Es gibt ja auch Nächte - zwar nur wenige, aber es gibt sie - in denen der BZ-Verlauf ausgeglichener und somit niedriger ist.
Liebe Grüße Steffi.
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 12:05Liebe Grüße nochmal Steffi.
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 12:26Ann-Katrins Stoffwechsel ist wohl abhängig von der Tageszeit. Laut unserer Ärztin steht sie damit auch nicht alleine da.
Die Aufteilung Hälfte/Hälfte ist zunächst mal ein Richtwert. Bei Pizza z. B. geben wir einen deutlich größeren Anteil verzögert ab und erhöhen auch die Abgabedauer. Wenn Ann-Katrin sich dagegen zum Nachtisch noch einen Riesen-Deluxe-Obstteller gönnt, dann geben wir mehr als die Hälfte sofort ab. Das sind Erfahrungswerte, die man so mit der Zeit raustüftelt.
Liebe Grüße
Martina und Ann-Katrin
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 12:36TinaSchnecke schrieb:stef1 schrieb: Hallo,
es scheint ja eher selten zu sein, dass ein Kind in der ersten Nachthälfte hoch geht.
Ist es eigentlich nicht. fast alle 6-Jährigen haben das mehr oder weniger ausgeprägt. Nur in der Literatur wird es fast nie erwähnt. Unser Doc sagte neulich, er hat sich lange nicht getraut in der ersten - der aus seiner Sicht kritischen zeit - die Basalrate hochzunehmen, aber inzwischen hat er so viele Kinder in dem Alter gehabt, dass er es akzeptiert hat, das das nötig ist.
Stimmt, ist bei uns auch so! (Wir hatten in den späten Abendstunden im Extremfall Werte bis 450. 250 war zeitweise die Regel. Jede Basalerhöhung brachte ein paar Wochen Ruhe, dann ging es wieder von vorn los und die nächste Erhöhung war fällig. Tagsüber stieg der Bedarf zeitgleich nur ganz leicht an.)
Wir haben übrigens über ein Jahr lang Abends immer weiter "hochgeschraubt" und seit letztem Monat jetzt zweimal reduzieren müssen. Ob Lars mit siebendreiviertel jetzt langsam aus dem Alter raus ist, wo Kinder Abends so viel brauchen oder ob es nur der Sommer ist, der mit mehr Bewegung einen stärkeren Nachbrenneffekt bringt, wird sich noch zeigen.
LG Heike
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
27 Juni 2012 12:57Außerdem geht tagsüber ein Bolus in den nächsten über, so dass zusätzlich zum Basal immer aktives Insulin vorhanden ist.
Zur Verhinderung der hohen Werte durch verlängerte Boli kann ich noch nichts sagen. Das wollen wir im Urlaub mal genauer ausprobieren.
Lg
Tina
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Re: Aw: Hohe Blutzuckerwerte nach dem Einschlafen
01 Juli 2012 22:37 - 10 Nov. 2012 07:06ausgehend vom aktuellen Thread zur Kathetersuche von Jynny nur auch hier noch einen kurzen Hinweis, der mir schon vor ein paar Tagen auf der Zunge, bzw. in der Tastatur lag.
Da hatte StefanieL vor einiger Zeit schon mal die Systematik genannt. Die Konzentration der Ausschüttung der Wachstumshormone auf den Zeitraum nach dem Einschlafen, etwa 3-4 Stunden lang, zeigt sich im Kindergartenalter, so ab 4 bis 5 Jahren. Manchmal wohl auch etwas früher möglich. Das bleibt im Allgemeinen so bis zum deutlichen Pubertätseintritt. So ab dem Alter von 11 Jahren meist. Da erfolgt eine Verschiebung des erhöhten Insulinbedarfes auf die "klassischen" Basalratenhügel am Spätnachmittag/Abend und zur Morgendämmerung. Dusk- und Dawn-Phänomene genannt. Der Mehrbedarf der jüngeren Kinder zum/nach dem Einschlafen wird als Dusk-Phänomen bezeichnet.TinaSchnecke schrieb: Ist es eigentlich nicht. fast alle 6-Jährigen haben das mehr oder weniger ausgeprägt.
Das ist gut möglich und die Idee einen Teil dieser Basalrate wegzunehmen und erst mal in den Dusk-Zeitraum (Einschlafphase) zu verlagern, liegt nahe.Wenn euer Sohn in der zweiten Nachthälfte absinkt, ist die Basalrate da m.E. noch zu hoch.
Wenn die Resistenzentwicklung im Duskzeitraum verhindert wird, sinkt im Allgemeinen, wegen geminderter Resistenzauswirkung eines vorgehenden basalen Insulinmangels, der Insulinbedarf hinten dran auch noch ein Stück ab, manchmal sogar recht erstaunlich viel.
Aber grundsätzlich ist ein Absinken des Blutzuckers von höheren auf normoglykämische Werte nicht zwingend als Anzeichen einer zu hohen Basalrate zu werten.
Im Gegenteil. In einer funktionierenden Therapie ist diese Fähigkeit des Senkens überhöhter Werte, bei ansonsten resistenzfreien Bedingungen, eine wesentliche Voraussetzung der funktionierenden, wohlformulierten Basalversorgung.
Also liegen keine Resistenzfaktoren vor und bestehen aktuell keine BZ-erhöhenden, anderen Einflüsse, z.B. unzulänglich insulinierte FPE-Verstoffwechselung, sollte eine wohlformulierte Basalversorgung/-rate) in der Lage sein, den Blutzucker auch von z.B. 150 wieder langsam auf Werte zwischen 70 und 110 zurückzuführen, aber ohne dass es zu hypoglykämischen Werten kommt.
Der hier verlinkte Thread kann das vielleicht ein Bisschen erklären?
Gruß
Joa
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