Nie wieder ein Forenthema verpassen. Der tägliche Forenupdate
Abonniert den täglichen Diabetes-Kids Forenupdate.
Dies ist ein Newsletter, der Euch täglich um ca. 17:00 Uhr über alle neuen Forenbeiträge hier im Forum informiert.
Wenn Ihr diesen Newsletter empfangen möchtet, dann könnt ihr Euch ganz einfach
unter diesem Link
dafür anmelden.
Wie stark schwankt bei Euch der Insulinbedarf?
Mitglied
Beiträge: 1735
Daten zum Kind:
Geschlecht: Junge
Geburtsjahr: 1999
Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Private Nachricht
Re: Aw: Wie stark schwankt bei Euch der Insulinbedarf?
26 Apr. 2012 10:50die meinte, Basal sollte 40 % und Mahlzeiten inkl. Korrekturinsulin so 60 % ausmachen.
Stress dich doch da nicht so, wenn die BZ okay sind.
Als Justus aus der Remi rausging, hat uns unsere Ärztin schon "vorgewarnt", dass während der Pubertät auch locker ein Verhältnis von 70:30 erforderlich sein könnte.
Grundsätzlich achtet sie da (zumindest bei uns) kaum auf das Basal- : Bolusverhältnis.
Justus (ebenfalls 12, 65 kg auf 1,71m) landet immer bei 70:30.
Locker bleiben :woohoo:
LG, Cordula
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Re: Aw: Wie stark schwankt bei Euch der Insulinbedarf?
26 Apr. 2012 13:46was meinst du mit "errechneter" Basalrate und wie macht Frau das, wenn sie es denn möchte?
Wir bekommen auch immer gesagt, dass die prozentuale Verteilung zwischen Basal- und Bolusinsulin bei Lea nicht richtig ist und sie viel zu viel Basalinsulin reinhaut. Aber erstens kriegen wir es anders nicht hin und eine andere Methode der Basalberechnung kenn ich nicht.
Ach so, die Werte sind trotzdem superschwankend :evil: :evil: .
Könntest du da weiterhelfen?
Vielen Dank und liebe Grüße. Corinna
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Mitglied
Beiträge: 393
Daten zum Kind:
Geschlecht: Junge
Geburtsjahr: 2007
Therapieform: CSII + CGM (Insulinpumpentherapie mit Glukosesensor)
Private Nachricht
Re: Aw: Wie stark schwankt bei Euch der Insulinbedarf?
26 Apr. 2012 15:22die Schwankungen am Tag sind bei Luis relativ moderat. Klar, wenn Kuchen gefuttert wird oder mal etwas außergewöhnliches ansteht, ist mehr Insulin von Nöten.
Bei uns sind leider die Nächte schwankend. :gaehn: Manchmal muss ich die BR drastisch runterschrauben und er kommt mir aus den Hypos nicht raus oder es sind mindestens 2 Korrekturen erforderlich. Momentan scheinen die Mahlzeitenfaktoren nicht ganz stimmig zu sein, aber auch das kann sich bei Luis sehr schnell ändern. Du siehst, auch bei uns wird es nicht langweilig.
Alles Gute.
LG Silke
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Mitglied
Beiträge: 1440
Daten zum Kind:
Geschlecht: Junge
Geburtsjahr: 2003
Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Private Nachricht
Re: Aw: kurzer Theorie-Exkurs
27 Apr. 2012 13:06 - 27 Apr. 2012 13:081. Up- und Down-Regulation
Darunter versteht man nach meinem Wissensstand folgendes:
Bei latent höherem Blutzuckerspiegel steigt die Insulin-Resistenz. So benötigt man z. B. bei ansonsten identischen Bedingungen mehr Insulin, um den BZ dauerhaft auf 140mg/dl zu halten als auf 90mg/dl
Damit erkauft man sich quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung: Sind die Werte erstmal hoch, bekommt man sie auch so schnell nicht mehr runter.
Bei uns hilft dagegen immer die Gabe von reichlich Kohlehydraten und reichlich Insulin, etwa über einen Dreivierteltag.
Nachtrag: Umgekehrt gilt natürlich auch, daß bei tiefen Werten bedingt durch die erhöhte Insulinempfindlichkeit die Werte auch erstmal im Keller bleiben. Hier hilft bei uns die (temporäre) Absenkung der Basalrate sehr gut.
2. Basal-Bolus-Verhältnis
Dazu muß man sich ja klarmachen, daß die Basalrate im Normalfall zwei Funktionen erfüllt.
1. Sie deckt den nahrungsunabhängigen basalen Insulinbedarf ab
2. Sie deckt den Insulinbedarf für die Kalorien aus Fett und Kohlehydraten ab
Berechnet man nun (wie wir) FPE (mehr oder weniger genau), so fällt dieser Teil (zum Teil) weg. Dann sollte das Bolusinsulin im Idealfall wirklich nur den Mahlzeiten-Insulinbedarf abdecken. Das Verhältnis liegt deshalb je nach Anwendung der FPEs und je nach sonstigen Lebensumständen etwa bei 6:4 bis 7:3 im Idealfall. Je stärker die Bedarfsschwankungen, desto eher wird man natürlich verleitet, mehr über Korrekturen zu regeln, somit erhöht sich u. U. der Anteil des Bolus-Insulins drastisch. Bei uns ist es eher umgekehrt, da wir versuchen, Korrekturen eher über die temporäre Basalratenanpassung zu erledigen. Aber ideal ist das auch nicht.
Lieben Gruß
Gottwalt
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Benutzer
Beiträge: 1111
Daten zum Kind:
Geschlecht:
Geburtsjahr:
Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Private Nachricht
Re: Aw: kurzer Theorie-Exkurs
27 Apr. 2012 14:48 - 27 Apr. 2012 14:49wird eingehend hier erklärt (oben linksseitig auf den Link Leseprobe klicken).Gottwalt schrieb: Zwei Begriffe fielen, die natürlich auch bei uns immer wichtig sind:
1. Up- und Down-Regulation
Gruß
Joa
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Mitglied
Beiträge: 2941
Daten zum Kind:
Geschlecht: Junge
Geburtsjahr:
Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Private Nachricht
Re: Aw: kurzer Theorie-Exkurs
27 Apr. 2012 16:05 - 28 Apr. 2012 14:00es gibt generelle Berechnungsformeln für die das notwendige Basalinsulin (BaI) und Bolusmenge (Bol) bei intensivierter Therapie.
Diese generelle Berechnung wird von vielen DiabetesTeams etwas abgewandelt, so dass es da leicht unterschiedliche Ber.-Formeln gibt.
Bei der Pumpentherapie fällt i.d.R. die BaI-Menge etwas geringer aus als bei der ICT.
Zwei der möglichen Berechnungen: (Insulineinheit = U, kg = Kilogramm, KG = Körpergewicht)
1.) 0,6 - 0,8 U/kgKG/Tag Gesamtinsulinmenge
....davon 30 - 40 (50)% als BaI, der Rest als Bol für die KH-Gesamtmenge/Tag
2.) 0,35 U/kgKG/Tag BaI,
....Bol-Menge wird nach der Menge KH/Tag berechnet, mit den üblichen BE/KE/KH-Faktoren
....Dabei spielt dann das prozentuale Verhältnis zwischen dem BaI und Bol keine Rolle,
....entspricht aber meist annähernd der Berechnung nach 1.)
Mein DiabetesTeam und ich haben die Berechnung nach der zweiten Methode bevorzugt und haben dabei meist relativ schnell die richtige Einheitenmengen für den jeweiligen Patienten heraus gefunden.
Gruß, Egon
PS:
Es kommt auch vor, dass diese Berechnungsformeln überhaupt nicht passen. Dann muss man noch mehr Möglichkeiten ausprobieren, was dann wieder sehr nervig und deprimierend sein kann; bis man "es" dann endlich `raus gefunden hat.
2. PS:
Ich hab gerade in dem Buch von Hürter/Lange nachgelesen, wie sie das in ihren Buch beschreiben. Ich denke Karin Lange und auch Peter Hürter haben nichts dagegen wenn ich das hier auszugsweise wiedergebe:
Kinder und Jugendliche mit Diabetes, Springer Verlag, 2001
Seite 66:
Wie viel Insulin benötigen Kinder und Jugendliche?
Der tägliche Insulinbedarf beträgt bei Kindern und Jugendlichen ohne Diabetes etwa 1 Einheit pro kg Körpergewicht. Ein 30 kg schweres Mädchen benötigt z.B. pro Tag etwa 30 Einheiten Insulin. Bei Kleinkindern (jünger als 6 Jahre) und Schulkindern (6 bis 12 Jahre) liegt der Insulintagesbedarf eher etwas niedriger, d.h. bei 0,8 Einheiten pro kg Körpergewicht, bei Jugendlichen (12 bis 16 Jahre) dagegen eher etwas höher, bis 1,2 Einheiten pro kg Körpergewicht.
Das Verhältnis zwischen Mahlzeiteninsulin und Basalinsulin beträgt bei Kindern etwas zwei Drittel zu einem Drittel, d.h. täglich etwa 0,6 bis 0,7 Einheiten Mahlzeiteninsulin und 0,4 bis o,3 Einheiten Basalinsulin pro kg Körpergewicht.
Häufig geben meine Beiträge nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern beruhen auf Tatsachen bzw. fachlich anerkannte Meinungen....
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Re: Aw: Wie stark schwankt bei Euch der Insulinbedarf?
27 Apr. 2012 20:56da wir relativ neu auf diesem Gebiet sind, hätte ich dazu eine Frage. Unser Sohn hat seit 18.06.2011 DM. Bald ist also schon ein Jahr um. Nun sind wir nicht so recht sicher, ob die Remissionsphase schon rum ist.
Er ist 2 Jahre und 10 Monate und wiegt jetzt 16,5 Kilo.
Die tägliche Basalrateneinheit beträgt jetzt 6,35. Er isst täglich 10-14 KE.
Diese werden mit den Faktoren 0,8-1 berechnet. Dann liegen wir im Moment bei ca.16-18 Einheiten am Tag.
Eigentlich ist seine Remissionsphase doch schon rum, oder? Das würde zumindest die extremen BZ
Schwankungen der letzten Wochen erklähren.
Wir haben das immer so verstanden, dass das tägl. Basalinsulin ca. 1E pro Kilogramm Körpergewicht berägt und das Malzeiteninsulin extra dazu kommt.
Dann lagen wir da wohl falsch?
LG
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Mitglied
Beiträge: 1440
Daten zum Kind:
Geschlecht: Junge
Geburtsjahr: 2003
Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Private Nachricht
Re: Aw: kurzer Theorie-Exkurs
28 Apr. 2012 06:18diese Erklärung (sowie die weiteren sehr detaillierten Ausführungen zu verschiedensten Themen aus dem Diabetesdorf) haben für uns leider nur theoretischen Wert.
Das liegt einfach daran, daß sonstige Einflüsse diese Grundeinstellungen und Grundtendenzen völlig überlagern.
Auch ist eine derart starke Bedarfsschwankung wie bei S... sicher nicht (nur) mit Up- und Down-Regulation erklärbar, auch wenn diese IMMER zwangsweise dann mitspielt. Übrigens messen wir auch deshalb so häufig, denn wenn S... aus "irgendwelchen" Gründen für mehr als zwei Stunden hoch ist, setzt schon die latente Insulinresistenz ein und wir bekommen das nur noch schwer wieder reguliert (bzw. benötigen dafür unnötig lange).
Die stärksten Faktoren, die bei S... den Bedarf schwanken lassen, sind
- Wachstumsschübe
- physische Aktivität oder Inaktivität
- geistige Aktivität oder Inaktivität
- seelisches Gleichgewicht oder Ungleichgewicht
- Infekte aller Art
Diese Reihenfolge ist keine Gewichtung, weder nach Wirksamkeit noch nach Häufigkeit ...
Aber davon treffen IMMER wenigstens zwei zu ...
Lieben Gruß
Gottwalt
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Benutzer
Beiträge: 1111
Daten zum Kind:
Geschlecht:
Geburtsjahr:
Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Private Nachricht
Re: Aw: kurzer Theorie-Exkurs
28 Apr. 2012 11:06 - 28 Apr. 2012 20:39ich habe den Beitrag wieder entfernt, da er sicherlich zu sehr in Details, (Fettsäurenresistenz und so weiter) ging und hier im Forum wohl nicht passend war.
Ich denke, Du hast ihn als Benachrichtigung über einen neuen Beitrag im Forum gelesen.
Falls Du ihn nicht (mehr) hast, aber noch mal schauen wolltest, dann kannst Du einfach eine PM schicken, ich sende ihn Dir dann zu. Du müsstest allerdings eine Email-Adresse mitschicken.
Gruß
Joa
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Mitglied
Beiträge: 2941
Daten zum Kind:
Geschlecht: Junge
Geburtsjahr:
Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Private Nachricht
Re: Aw: kurzer Theorie-Exkurs
28 Apr. 2012 14:12ja, 1 Einheit Basalinsulin pro kg/KG ist deutlich zu viel.
Solch eine große Menge ist manchmal bei stark übergewichtigen Menschen mit Diabetes notwendig. Meist betrifft das T2-Diabetiker, die insulinpflichtig geworden sind; seltener T1-Diabetiker, die mit der Zeit übergewichtig geworden sind.
Die z.Zt. notwendigen Insulinmengen bei deinem Sohn, deuten darauf hin, dass die Remissionsphase vorbei ist. Sicher kann ich das aus der Ferne aber natürlich nicht beurteilen.
Gruß, Egon
Häufig geben meine Beiträge nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern beruhen auf Tatsachen bzw. fachlich anerkannte Meinungen....
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.