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THEMA: Augenarzt

Augenarzt 03 Sep 2010 22:14 #40989

  • Elisabeth
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Hallo Ihr Lieben,
ich denke z.Z.öfters über das Thema Augenarzt nach. Einmal pro Jahr sind wir dort.Aber ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was genau die Ärztin eigentlich so machen müsste, bzw. ob sie gründlich genug vorgeht.Das Argument "ach nach 2 jahren Diabetes ist da eigentlich nie was" mag ich nicht so besonders.
Gibt es speziell auf Diabetes spezialisierte Augenärzte? Oder woran erkenne ich, dass die Ärztin "gut" ist?(außer am vollen Wartezimmer und der Schwierigkeit einen Termin zu bekommen)
Die Ärztin selbst ist nett. Aber ist sie auch kompetent?
Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen.
Liebe Grüße Elisabeth

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Aw: Augenarzt 03 Sep 2010 23:04 #40993

  • delphyine
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Hm, woran man das erkennt weiß ich nicht. Wir haben den Augenarzt gewechselt. Bei der ersten lief einiges schief, aber Leya bekam am Ende ihre Brille. (Mit der Ärztin sind hier in der Gegend ALLE zufrieden. Jeder geht zu der. Wenn ich dann erzähle, was wir mit der mitgemacht haben, sagen all: Oja, das kenn ich, macht sie bei uns auch, aber sie ist die Beste! Unsere neue Ärztin ist wenig beliebt, warum weiß ich allerdings nicht)
Die Neue nimmt sich auf jeden Fall VIEL Zeit, lässt die Kinder aber auch vor! Wenn zehn Leute im Wartezimmer sitzen, dann bekommen die Rentner ein paar nette Worte von der Sprechstundenhilfe und die neuesten Zeitungen und die Kinder gehen durch (bei der ersten haben wir teilweise zwei Stunden im Wartezimmer verbracht, das mit Augentropfen, also nichts sehen-nichts spielen können). Die Messungen werden alle von der Ärztin gemacht, nicht wie vorher von der Sprechstundenhilfe (bei der alten Ärztin hat mich die Sprechstundenhilfe noch bevormundet, meinte mir Erziehungtipps geben zu müssen und hat Leya ständig Gummibärchen angeboten, weil Kinder auch mal was Süßes brauchen und dann hat sie ihr Bilder gezeigt und mit ihr geschimpft, wenn sie statt auf dem gekrakel einen LKW zu erkennen Auto gesagt hat, das würde sie doch wohl besser können, wenn sie nicht mitmachen würde, dann bekäme sie nachher keinen Nachtisch...ging gar nicht!) Für die Augenhintergrundmessung darf ich die Tropfen drei Tage vorher anfangen zu geben, das brennt Leya nicht so in den Augen, wie die schnellwirkenden. Sie spricht mit Leya, nicht mit mir (ist erst etwas gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich ja besser) und sie überlegt gut wegen Terminen. Das Wartezimmer ist selten so überfüllt, dass man das Gefühl hat: Das wird nie etwas und ich bekomme immer zügig einen Termin, nicht nur bei Notfällen auch zur Routineuntersuchung (ich denke ja nicht schon im Februar: Achje, den Augenarzttermin für November muss ich noch machen). Sie sagt halt, wenn es an einem Tag voller sein dürfte, dann kann ich überlegen, ob ich nicht vielleicht die Woche drauf auch kann. Wir sind zur Zeit Vierteljährlich da, bzw. ich glaube ab jetzt nur noch halbjährlich, aber Leya hat auch ne Brille. Normal wird ja nur Augenhintergrund überprüft, das ist ne Sache von drei Minuten und meist kommt echt nichts bei raus.

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Aw: Augenarzt 04 Sep 2010 16:14 #41004

  • EgonManhold
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Hallo,

ein großer Teil der diabetologisch tätigen Kinderärzte ist der Meinung, in den ersten 5 Jahren des Typ 1 - Diabetes brauchen die Kinder nicht zur augenärztlichen Untersuchung. Zumindest nicht aus "Diabetes-Gründen".
Andere empfehlen von Anfang an einmal im Jahr die entsprechende Untersuchung machen zu lassen.

Die Beurteilung des Augenhintergrundes ist nur nach der Weitstellung der Pupille möglich, da sonst die Außenbezirke des Augenhintergrundes nicht zu sehen -also nicht zu beurteilen- sind. Das heißt, eine Untersuchung des Augenhintergrundes ohne diese Pupillen-Weitstellung ist NICHT fachgerecht - und damit sinnlos!

Daneben sollten natürlich die weiteren, allgemein üblichen Untersuchungen (z.B. Sehtest) durchgeführt werden. Natürlich vor der Pupillen-Weitstellung.

Irgendwann wird der Augenarzt dann eine Untersuchung in kürzeren Zeitabständen empfehlen. Unter Umständen sind dann schon erste Veränderungen am Augenhintergrund zu erkennen, die aber noch nicht behandlungsbedürftig/behandlungsfähig sind. Um aber den richtigen Zeitpunkt dafür nicht zu verpassen, ist dann ein 1/2 oder 1/4 - jährliche Untersuchung sinnvoll. Ggf. wir der Augenarzt auch weitere Untersuchungen vorschlagen, die er u.U. selber durchführen kann, oder eine Überweisung zu einer Augenklinik notwendig macht.

Gruß, Egon

PS:
Der behandelnde Hausarzt / Diabetologe sollte nach jeder Untersuchung bzw. therapeutischen Maßnahme vom Augenarzt einen Arztbrief erhalten!

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Achtung: Mein Beitrag / meine Antwort ist meist nur eine Kurzfassung und kann daher i.d.R. nicht alle möglichen Aspekte zu dem jeweiligen Thema berücksichtigen.
Häufig geben meine Beiträge nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern beruhen auf Tatsachen bzw. fachlich anerkannte...
Letzte Änderung: von EgonManhold.

Aw: Augenarzt 04 Sep 2010 18:29 #41007

  • tjaymam
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EgonManhold schrieb:

Irgendwann wird der Augenarzt dann eine Untersuchung in kürzeren Zeitabständen empfehlen. Unter Umständen sind dann schon erste Veränderungen am Augenhintergrund zu erkennen, die aber noch nicht behandlungsbedürftig/behandlungsfähig sind. Um aber den richtigen Zeitpunkt dafür nicht zu verpassen, ist dann ein 1/2 oder 1/4 - jährliche Untersuchung sinnvoll. Ggf. wir der Augenarzt auch weitere Untersuchungen vorschlagen, die er u.U. selber durchführen kann, oder eine Überweisung zu einer Augenklinik notwendig macht.

Hallo Egon,

jetzt muss ich doch gleich mal ganz erschrocken nachfragen. :woohoo: :ohmy: Was sind denn die ersten Veränderungen und ist davon jeder betroffen? Es heisst doch immer, dass die Kinder, die gut mit ihrem Diabetes umgehen so gut wie keine Spätfolgen erleiden! Ist das eine Lüge, die einem da aufgetischt wird? Löst sich die Netzhaut ab oder was passiert mit den Augen?

Gruß Tanja :woohoo:

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Aw: Augenarzt 05 Sep 2010 18:10 #41025

  • EgonManhold
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Hallo Tanja,

je besser (normnäher) die BZ-Einstellung ist, um so weniger bzw. weniger stark treten Folgeerkrankungen durch den Diabetes auf.

Da viele unterschiedliche Faktoren für die Entstehung dieser Folgeerkrankungen (auch Komplikationen genannt) des Diabetes (mit-) entscheidend sind, kann man es nicht genauer formulieren.

Bei den Durchblutungsstörungen allgemein, spielt auch der Cholesterinstoffwechsel, das Rauchen, die Bewegung, der Alkoholgenuss usw. eine wichtige Rolle.

Bei Veränderungen an den Blutgefäßen im Augenhintergrund (diabetische Retinopathie) spielt die BZ-Einstellung eine wichtige Rolle, aber z.B. auch die Veranlagung zu solchen Veränderungen.
Es gibt verschiedene Stadien der diabetischen Retinopathie. Bei regelmäßigen Untersuchungen der Augen, können die ersten kleinen Veränderungen so früh erkannt werden, dass sie ohne Verlust bzw. ohne Einschränkung der Sehfähigkeit behandelt werden können. Im Anfangsstadium können erste Veränderungen sich sogar wieder rückentwickeln. Bei später Erkennung (fehlende oder zu späte Untersuchung durch den Augenarzt) können u.U. bereits entstandene Veränderungen gestoppt werden - aber nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Darum immer wieder die Hinweise auf frühzeitige und regelmäßige Augenuntersuchungen.
Bei Kindern bzw. Jugendlichen steigt das Risiko der Retinopathie nach der Pubertät massiv an.

Mein Fazit:
Mit möglichst guter BZ-Einstellung und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen (nicht nur der Augen), können mögliche Komplikationen durch den Typ 1 - Diabetes weitgehend verhindert bzw. so früh erkannt werden, dass therapeutische und vorbeugende Maßnahmen erfolgreich verlaufen.

Ich hoffe, ich habe dir und den anderen Forumsteilnehmern den größten Schreck nehmen können.

Gruß, Egon

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Aw: Augenarzt 06 Sep 2010 09:09 #41040

  • tjaymam
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Hallo Egon,

vielen Dank für deine Ausführungen, mit den Fachbegriffen konnte ich leider sehr wenig anfangen :-( von daher habe ich mal bei wikipedia nachgelesen und bin noch mehr erschrocken :ohmy: Verhindern kann man es wohl nicht, nur rauszögern....
Jetzt hätte ich nochmal eine Frage an dich. Markus war ja bis Freitag 3 1/2 Wochen im Krankenhaus und hatte dort auch eine Untersuchung durch den Augenarzt, der hat gesagt, dass alles in Ordnung ist und er solle :ohmy: "bei Gelegenheit" mal wieder nachsehen lassen. Markus ist ja Brillenträger und so gehen wir von Haus aus einmal im Jahr zum Augenarzt. Wann sollte er denn die erste Kontrolluntersuchung wegen dem Augenhintergrund machen lassen? Ich meine der Diabetes wurde jetzt Anfang August festgestellt und er wird seitem behandelt, wann sollen wir nochmals die Augen kontrollieren lassen?

lg Tanja

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Aw: Augenarzt 06 Sep 2010 11:07 #41042

  • AstridK
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Hallo Tanja,

uns wurde gesagt, dass man 5 Jahre nach der Manifestation spätestens mit den regelmäßigen Augenhintergrunduntersuchungen beginnen sollte oder spätestens bei Kindern ab einem Alter von 10 Jahren. Da euer Sohn ja schon älter ist, sollte es bei Euch schon regelmäßig kontrolliert werden.

Aber Egon, wenn du andere Daten hast lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

Gruß Astrid

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Aw: Augenarzt 06 Sep 2010 15:22 #41044

  • EgonManhold
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Hallo,

wie ich schon schrieb, empfehlen die meisten Kinderärzte/Diabetologen/Augenärzte die erste Kontrolluntersuchung nach fünf Jahren Diabetesdauer (Typ1 - Diabetes).

Es gibt -und ich kenne etliche auch persönlich- viele Typ 1 - Diabetiker, die nach mehr als 40 Jahren Diabetes, keine Seheinschränkungen haben. Ich gehöre auch dazu.
Untere Umständen sind gewisse Veränderungen an der Netzhaut (Retina) zu erkennen, die ggf. auch behandelt wurden (Laser-Therapie), aber die Sehfähigkeit nicht beeinträchtigen. Und das, obwohl diese Diabetiker zu Anfang keine Möglichkeit hatten, ihren BZ selber zu kontrollieren. Es gab damals nur die Möglichkeit, sehr umständlich den Urinzucker zu bestimmen. Und die ICT / Pumpentherapie gab es natürlich auch noch nicht.

Auf der anderen Seite gibt es Typ 1 - Diabetiker, die bereits nach 15 - 20 Jahren Krankheitsdauer deutliche Einschränkungen in der Sehfähigkeit haben.

Das gehäufte Auftreten von Komplikationen kurz nach der Pubertät, liegt wohl an der meist sehr schlechten BZ-Einstellung in diesem Lebensabschnitt.

Auf der anderen Seite sind mir Diabetiker bekannt, die seit 40 oder 50 Jahren schon ihren Diabetes haben, wohl nie einen HbA1c-Wert hatten, der kleiner war als eine 8 oder 9 vor dem Komma, die aber immer noch ganz normal sehen können.

Es spielen also wieder einmal viele Dinge eine Rolle, wie sich der Diabetes bzw. mögliche Komplikationen durch ihn, entwickeln.

Gruß, Egon

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Aw: Augenarzt 07 Sep 2010 10:36 #41061

  • tjaymam
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Egon,

na, das hört sich doch schon mal viel vielversprechender an :-) da bin ich doch als fast schon überängstliche Mutterglucke schon irgendwie wieder viel ruhiger und entspannter ;-) Ich werd dann einfach beim nächsten Kontrolltermin beim Augenarzt sagen, dass Markus an Diabetes erkrankt ist, damit das schon mal vermerkt ist.

Tanja

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