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Kritische Werte 05 Jun 2020 20:16 #113963

  • AndyKunterbunt
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Hallo in die Runde

Ich bin mit meinem Kind ja noch ganz neu dabei mit dem Thema Diabetes und da würde mich interessieren, bei welchen Werten nach oben ihr „hektisch“ werdet?
Wir haben leider noch regelmäßig zu hohe Werte und ich bin dann ziemlich schnell im Stress und bekomme echt Angst. Oft hab ich auch Schwierigkeiten, den Grund für dieses Ansteigen schnell zu finden.
Darum die Frage, bis zu welchem Wert ihr noch entspannt bleibt.
Liebe Grüße von einer ziemlich gestressten Mama

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Kritische Werte 06 Jun 2020 00:02 #113965

  • mibi74
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Hallo AndyKunterbunt, es wird sich keiner weit aus dem Fenster legen wollen und sich festlegen. Die Werte, wo sich der Blutzucker befinden soll ist klar definiert.

Zuerst einmal ist mein Sohn seit 14 Jahren Pumpeträger. Damit haben wir eh schon von Haus aus ein entspannendes Leben. Insulinpumpen sind kein Allheilmittel und haben auch Nachteile, aber man kann mit denen deutlich besser anpassen, Korrektur geben und viel schneller eingreifen und abändern. (Graue Haare habe ich trotzdem bekommen.)

Meine Einstellung zur Einstellung hat sich schon so oft verändert und an den realen Bedingungen angepasst, dass ich es nicht mehr zählen kann. Vom Kleinkind zum Kind, von Kind zum Jugendlichen. Aktuell haben wir ja Corona und das diktiert der Einstellung einen Wert auf, der nicht überschritten werden sollte.

Hektisch werde ich kaum noch. Innerlich angespannt, wenn er unter 30 mg lallend in der Küche sitzt und nur beschränkt aufnahmefähig ist. Hohe Werte werfen mich nicht (mehr) aus der Bahn. Ich werde ungehalten, wenn dagegen nichts gemacht wird und zwar wenn es dauerhaft über 250 war. Dauerhaft bedeutet für mich mehr als 4 Stunden. Da ich nicht mehr so oft kontrolliere, er wird in ein paar Tagen 15, kommt es ganz darauf an, was mein Auge bei den Stichproben erblickt, ob ich weiter nach hinten scrolle.

Gründe, warum es nicht so läuft, wie es laufen sollte, gibt es viele. Ob man die ergründen kann steht auf einem anderen Blatt. Es gibt viele unbekannte Variablen. Aber mit der Zeit lernt man damit umzugehen und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Das muss oft nicht mal etwas Handfestes sein, sondern basiert eher auf ein Bauchgefühl. Damit bin ich viel besser klargekommen, als nach Schema F vorzugehen.

Es geht nach meiner Ansicht nicht darum, schnell eine Lösung zu finden, sondern sich der Sache langsam anzunähern. Ich habe viel probiert. Immer wieder und noch mal von vorne und mich nicht so lange mit Niederlagen aufgehalten. Das hindert einen nur am Vorankommen.
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Letzte Änderung: von mibi74.

Kritische Werte 06 Jun 2020 03:35 #113970

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würde ich auch sagen, nach oben, noch nie, auch wenn das messgerät dir freundlich zu fingt und "Hi" ruft weil kein wert mehr anzeigbar.
Da wird halt überlgt okay er ist über und was muss minimum korrigieren das es in die richtung geht die man will, da kommt es auf 10 min auch nicht an.

Nach unten lege ich auch schon mal ein schnell schritt hinm wenn es sein muss, das bedeutete aber kritisch tief und steil runter.
Es ist wichtig für Dich zu unterscheiden was ist zu tief und was ist eine Hypo, denn das sind zwei komplett unterschietliche Sachen, bei zu tief, muss man halt was machen, bei Hypo "hier friss" aber übertreiben bringt ja auch nichts weil sonst ja die nächsten 12h mit hoch/runter/hoch zu kämpfen hast.

Es hilft echt dir klar zu werden, meinetwegen auch mit Doc, was ist übnerhaupt kritisch und genau wie mibi74 schon sagt da ein wert zu sagen ist unmöglich, da von vielem anhängt.
Bei uns ist 3 mmol jetzt keine Panik, bei 2,5 mmol würde ich schon eher alles stehen lassen, kann mich aber auch gerade gar nicht errinnern wenn das mal war, is schon ne weile her und das war noch ohne äusserlich sichtbare anseichen.

Cheffchen
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Nächstes Treffen 07.11.20, Berlin Marzahn/Ahrensfelde

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Suche aus/in/um Berlin Kids bzw. Eltern für vielleicht mal auf eine Diät Cola ;O).
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Kritische Werte 06 Jun 2020 10:24 #113972

  • AndyKunterbunt
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Danke für eure Antworten!
Mein Sohn hat auch eine Pumpe und einen Sensor, was wirklich sehr hilft. Aber dennoch läuft es leider an vielen Tygen noch nicht gut. Gestern zu Beispiel hat dagegen alles prima geklappt, er war 98% im Zielbereich und alles war entspannt. Und dann gibt es wieder Tage, an denen echt nichts klappt und ich nur am regulieren bin.

Seltsamerweise stressen mich die niedrigen Werte nicht so. Die Pumpe gibt schon ab 70 Alarm und er merkt auch super, dass er zittrig wird.
Was Du beschreibst mibi74 mit nicht gut ansprechbar, da würde ich aber hier schon wieder Panik schieben. Das hatten wir zum Glück noch nie.

Wenn der Wert über 200 geht, bin ich aber schon in Alarmbereitschaft und über 250 gibt die Pumpe wieder Alarm und ich bekomm hektische Flecken.

Ich hätte nie gedacht, dass das alles so schwierig wird und mich auch so ungemein stressen würde. Und da tut es einfach ungemein gut, wenn man die Erfahrungsberichte derer hört, die schon länger dabei sind. Die hören sich nämlich immer wesentlich entspannter an!

Die Technik mit Sensor und Pumpe ist super, aber setzt einen irgendwie auch echt unter Stress, wenn man dann abends sieht, wieviel Prozent des Tages man nicht im Zilebereich geschafft hat. Da muss ich mich echt noch dran gewöhnen, da es ja um die Gesundheit meines Kindes geht und ich alleine die Verantwortung trage.

Ich hoffe echt, das wird bald alles leichter!

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Kritische Werte 06 Jun 2020 22:48 #113982

  • mibi74
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Ja, das hast du gut erkannt. Es ist nicht gut sich permanent mit den Blutzuckerwerten zu beschäftigen. Es ist nicht gut, wenn man nicht in der Lage ist das Kind mal für ein bis zwei Stunden Kind sein zu lassen, ohne einen genauen Wert zu wissen. Aber das geht! Und im Interesse für die weitere Entwicklung ist das auch für die Kinder wichtig, dass der Diabetes zwar da ist, aber in den Hintergrund rutscht und andere Dinge wichtiger sind.

Früher oder später kommt das auf alle Eltern zu, deren Kinder Diabetes haben. Ich konnte mir vieles nicht vorstellen. Man muss erst einmal aus dem Schuhen herauswachsen, um zu verstehen, dass man nicht immer alles kontrollieren kann, sondern eine menge Mut braucht, den nächsten Schritt zu wagen. Bei uns geht auch genug in die Binnsen. Läuft auch nicht nur rund. Loslassen ist echt schwer.

Das Problem mit den niedrigen Werten ist, dass sie es nicht mehr merken, wenn es zu oft passiert und mit Fiasp kam das deutlich öfter vor. Außerdem hat mein Sohn nicht immer die richtige Strategie, wie er den hohen Wert korrigiert. Neulich sagte die Diabetologin, mehr Korrektur lasse den Wert nicht schneller sinken, sondern nur tiefer!
Es kommt unweigerlich zu solchen Situationen. Man kann das nicht vollkommen ausschließen.
Einmal waren wir zu Besuch bei einem Freund meines Mannes. Wir haben dort Abendbrot gegessen. Mein Sohn 3 oder 4 Brötchen und ich dachte noch, die sehen seltsam aus. Sind so leicht.
Er gibt alles ein, natürlich Dual 50/50 und der Blutzucker rauscht in freier Fahrt in den Keller. Jetzt waren das Eiweißbrötchen. Ich sage dir, ich bin innerlich Amok gelaufen! Da bringt auch eine Abschaltung nichts mehr.
Oder als er letztes Jahr bei der Radtour im blendenden Licht den Wert nicht richtig erkannt hat und somit viel zu viel korrigiert hatte, nach 6 Stunden radeln. Ja, das war toll. Er lag im Hafen auf dem Boden, mit 2 Pack flüssigen TZ und hat gewartet, dass es wieder aufwärts ging.
Immerhin lernten wir daraus, dass er, wenn er den Wert nicht gut ablesen kann, gefälligst ins Lokal geht, oder zumindest in den Schatten.
Aber Eiweißbrötchen oder Brot? Schwierig.

Ich kann nicht von mir behaupten, dass mich solche Situationen kalt lassen. Die stressen und belasten mich genauso und vielleicht bekomme ich auch hektische Flecken. Ich kann mich ja selbst nicht sehen.
In der Schule hatte gab es auch schon Situationen. Nicht mit meinem Sohn. Beginnender Magen-Darm-Infekt(was ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht wußte), nix gemerkt, 5 KE gegessen und ab in den Sport. Außen war ich cool wie ein Eiswürfel, aber innerlich geht das Hinterteil ganz andere Wege. :laugh:

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Kritische Werte 07 Jun 2020 20:21 #113986

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Das hast Du sehr schön geschrieben und das macht auch Mut, obgleich sich die beschriebenen Situationen echt schlimm anhören!

Manchmal denk ich echt, wieso wach ich nicht aus diesem Alptraum auf. Ist einfach alles noch zu viel und zu früh.

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