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Mess-"Kontrollzwang" 06 Mär 2012 08:34 #66209

  • marielaurin
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Hallo zusammen,

ich hab mal wieder eine Frage, ob es Eltern gibt, deren große Kinder ähnliche Verhaltensweisen haben wie meine Tochter (und was ihr dagegen macht).

Situation ist folgende: Sina geht es prima mit dem DM, volle Akzeptanz, keine Diskussionen, ICT macht sie verlässlich und meiner Meinung nach sehr gut für ihr Alter. Sie ist eine ganz normale 12jährige, man hat auch nicht den Eindruck, als würde sie der DM in irgendeiner Weise in ihrem Leben stören.

Problematik: Sie misst sich dusselig, aber ganz flott nebenbei, sie will die totale Kontrolle über ihren BZ, weil sie Angst hat, zu tief zu rutschen (völlig unbegründet meistens, Angst wird aber hier meiner Meinung nach auch ausgelöst durch Erfahrung mit dem alten Insulin, das 3 Stunden gar keine BZ-Reduzierung zeigte, dann aber innerhalb von 10-15 Minuten einen Tiefflieger machte und einschlug wie eine Bombe, BZ teilweise von 350mg/dl runter auf 70-80 in kürzester Zeit)

Vorgeschichte ohne DM: Sina ist vor drei Jahren am Krankenhausbett ihrer Oma (nachdem wir zwei Tage vorher die Uroma beerdigt hatten, die ohne Vorwarnung am Frühstückstisch verstarb) umgekippt, war kurze Zeit bewusstlos, ich habe sie "dauergeohrfeigt" und irgendwann war sie wieder da mit den Worten "Bin ich jetzt grad gestorben?". Danach Kinderklinik wegen Verdacht auf Epilepsie, weil sie in der Bewusstlosigkeit sehr krampfte. Entlassen nach 5 Tagen, keine Befunde, gesundes Kind.

Schon in der Klinik damals entwickelte sie eine fürchterliche Angst, regelrecht Panik, wenn es darum ging, dass ich nicht da war. Sie meinte, sie würde wieder umkippen und sie hätte Angst vor dem Kontrollverlust und nur ich könnte sie "wiederholen", Vertrauen in Papa und alle anderen war weg. Ich konnte nicht alleine zum Müll, ich konnte nicht alleine zum Klo, gut, dass Anfang der Sommerferien war und eh keine Schule war. Dann hab ich eine psychologische Beratung gesucht und bin, weil niedergelassene Kinderpsychologen offenbar erst in 6-8 Monaten Termine frei hatten, in ein Krankenhaus, das eine Kinder- und Jugendpychiatrische Abteilung hatte und hab auf eine Anhörung bestanden. Die haben sich dann die Unterlagen der Kinderklinik geholt und wir hatten drei Tage später den ersten Termin. Ende vom Lied war, dass Sina nach dem Sommerferien wieder zur Schule ging und wir in den Sommerferien ein begleitetes Angstprogramm gemacht haben, das hat ihr sehr geholfen. Danach war es eigentlich wieder so wie früher, keine Rückfälle.

Nun misst sie seit einigen Monaten wie verrückt, hat seit den Sommerferien, seitdem das alte Insulin so fürchterlich lange brauchte, um zu wirken und dann mit einem Mal den BZ richtig runterdrückte, einen sehr hohen Teststreifenverbrauch. Ihr geht es prima dabei, sie will halt nur die Kontrolle, dass sie nicht gleich kippt, wie sie sagt. Sie steht auch nicht ständig unter Strom, sie ist total entspannt, macht ihre Messungen und gut ist.

Mitte April bekommt sie eine CGM angelegt, um zu sehen, ob sie damit besser klarkommt, als sich ständig in ihre Finger pieksen zu müssen.

Heute wurde uns seitens der Uniklinik angeboten, zur Kinder- und Jugendpychologin Kontakt aufzunehmen, was ich bereits gemacht habe. Ich weiß aber grad gar nicht, wie ich das handhaben soll. Einerseits hat sie offenbar kein Angstproblem, das ihr ihren Tagesablauf oder ihre Laune stören würde, andererseits soll sie ja auch ein "gutes Verhältnis" zu ihrem Blutzucker bekommen und einschätzen lernen, wann er wie hoch/niedrig sein kann.

Hat jemand von euch auch ein Angstmesskind und wie habt ihr das in den Griff bekommen? Ich weiß überhaupt nicht, wie ich sie unterstützen kann, da sie ja 9 Stunden täglich auch auf sich alleine gestellt ist, sicher nicht sehr beruhigend für eine junge Jugendliche, die ganz genau weiß, was passieren kann, wenn sie nicht aufpasst (wobei das auch alles relativ ist, dennoch hat sie ja die schlimme Ketoerfahrung machen müssen (auch hier wieder der totale Kontrollverlust) und sie weiß sehr genau, dass sie mit dem DM nicht spaßen möchte). Wie kann ich ihr helfen? Gestern habe ich ihr nur 10 Streifen mitgegeben, dann kam sie nach Hause und hatte 15 mal gemessen! Sie hatte offenbar noch Streifen in der Schultasche ... aber kann ja auch nicht sein, dass wir die Streifen beschränken und sie dann unter noch größerer Angst steht.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schildern könntet, wie eure großen Kinder messen und ob sie auch gewisse Erfahrungen mit Kontrollverlust machen mussten, wie sich das auf den DM bzw. die Messungen auswirkt und ob und wie ihr helfen konntet. Danke schön!

Liebe Grüße,
Tanja

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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid

Aw: Mess-"Kontrollzwang" 06 Mär 2012 09:15 #66210

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Hallo Tanja,

meine Tochter ist 16 Jahre alt, seit über einem Jahr DM, seit Mitte Dezember Insulinpumpe.

Sie hatte im November eine Phase, da hat sie pro Tag 30 mal gemessen. Es ging ihr allgemein nicht gut, sie hatte Kopfschmerzen, sehr schwankende Werte und gerade an Tagen, an denen sie Handball gespielt hat, totale Panik vor den Werten zwischen 500 und 50 innerhalb weniger Stunden.

Der Dia-Doc hat dieses Messverhalten mit ihr besprochen und ihr erklärt, dass es nicht hilft, so oft zu messen. Denn wenn man gerade eine Korrektur abgegeben hat, macht es keinen Sinn, kurz darauf wieder zu messen. Und sie musste lernen, nur zu Messen, wenn sie auch auf die Messung reagieren kann. Und das war unter ICT bei weitem nicht so gut möglich wie jetzt mit der Pumpe.

Interessanterweise hat sie seitdem sie die Pumpe hat ein sehr gesundes Messverhalten. Klar musste fürs "Feintuning" öfter gemessen werden, aber nach der Einstellungsphase (so. ca. 6 Wochen bis der Alltag halbwegs passte) ist sie jetzt bei 6-10 Messungen pro Tag, arbeitet entsprechend der Werte mit der prozentualen Basalratenanpassung und ist, wenn man das so sagen kann, eine glückliche Diabetikerin.

Was sagt denn euer Dia-Doc zu den häufigen Messungen? Ihr brauche doch Massen von Teststreifen, kauft ihr die selbst?

Ein CGM wird ihr bestimmt helfen, ich drücke die Daumen, dass Sina bald wieder mehr Vertrauen in ihr Körpergefühl bekommt als in Messtechnik!

Liebe Grüße,
Steffi
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Aw: Mess-"Kontrollzwang" 06 Mär 2012 09:23 #66211

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Hallo Tanja,
ich hab keine Erfahrungen mit Messzwang, aber als Valentin eine Zeit lang ein bisschen mehr gemessen hat (ca. 8 mal täglich), da meinte unsere Diabetesberaterin nur:
Kein Problem, das wird in der Pupertät erfahrungsgemäß weniger!
Also vielleicht hilft einfach abwarten?
Wie Du schreibst, hat Sina ja kein "Angstproblem" mehr. Wenn sie entspannt ist, dann würde ich sie einfach so lange weitermessen lassen, bis sie gelernt hat, dem neuen Insulin
und ihrem Körpergefühl zu vertrauen. Vielleicht kann sie ja versuchen vor dem Messen einen Tipp abzugeben, also versuchen zu schätzen, ob der BZ zu hoch, zu niedrig, oder richtig ist. Wenn sie damit öfter richtig liegt, dann gewinnt sie vielleicht mehr Vertrauen in ihre Selbstwahrnehmung, und muss nicht mehr so oft messen.

LG
Andrea
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Valentin (08/1998, D seit 04/2006, Accu Check Combo seit 2009, Novorapid)

Aw: Mess-"Kontrollzwang" 06 Mär 2012 09:36 #66212

  • marielaurin
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Ja, wir brauchen Massen an Teststreifen und sie werden von der KK übernommen, solange der Arzt sie rezeptiert, also der Meinung ist, dass Sina sie bräuchte. Aber eine Dauerlösung ist das nicht, weil hier schon echt viele Streifen durchgehen, im Schnitt hat sie 100-120 Messungen pro Woche :pinch:

Pumpe ist (noch) ein No-go bei ihr, sie will nichts davon hören. CGM ist auch ein No-go übrigens. Alles, was mit Schläuchen, Nadeln, Teflonkathedern oder sonstwas zu tun hat, das sich nicht naturgemäß an ihrem Körper befindet, wird abgelehnt und abgeblockt. Der Termin für das Anlegen der CGM bleibt bestehen, wobei sie schon meinte, sie würde eh nicht mitkommen.

Dia-Doc hat erstmal die CGM vorgeschlagen und ihr ähnliches erklärt, was deiner Tochter erklärt wurde. Rechts rein, links raus ... hm, ich nehm mal Abstand von "wir haben keine Diskussionen", wenn es darum geht, haben wir sehr wohl welche und die beginnen und enden grundsätzlich mit Ignoranz ihrerseits. Dann wurde gestern in großer Ärzterunde beschlossen, dass es sinnvoll wäre, wenn sich das mal jemand genauer anschaut, auch aufgrund der Vorgeschichte, die hier sicherlich auch eine Rolle spielt.

Ich habe den ersten Beratungstermin bei der Jugendpsychologin in zwei Wochen, ohne Sina.
Das "Blöde" ist, dass es Sina ja supergut geht, sie ist fröhlich, ausgeglichen, und macht einen total entspannten Eindruck. Sie sieht gar keinen Grund, an ihrem Messverhalten etwas zu ändern, denn ihr ist es im Prinzip "egal", ob da jetzt eine 120mg/dl oder eine 250mg/dl steht, sie hofft nur darauf, dass es nichts u60mg/dl ist. Solange sie da nicht ist, hat sie die Ruhe weg. Sie merkt aber auch tiefe Werte ganz toll, sie sagt aber, sie sei oft so abgelenkt, dass sie Angst hat, dass sie Hypozeichen nicht bemerkt. Sie hat aber auch noch nie eine richtige Hypo gehabt, unter 43mg/dl war sie nie und u50mg/dl auch nur zwei, dreimal in ihrer DM-Laufbahn. Dann meint sie, dass hohe Werte sich so bei ihr äußern wie niedrige und sie wieder messen muss, damit sie weiß, ist alles ok, ich bin ja nur hoch gerade. Hmpf!

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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid
Letzte Änderung: von marielaurin. Begründung: Ich habs heut nicht mit vernünftiger Satzkonstruktion

Aw: Mess-"Kontrollzwang" 06 Mär 2012 19:11 #66239

  • MarieR
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Hallo Tanja,
ich drücke die Daumen, dass Sina sich das CGM anlegen lässt. Dann kann sie ihren "BZ-Kontrollwahn", wie Du es nennst, am Display austoben. Viele Messungen helfen bei CGM nämlich ganz und gar nicht weiter, sondern bringt das CGM-System durcheinander! 2-3 Messungen am Tag, idealerweise nach einer Nüchternphase (also am besten morgen, vorm Abendessen und 23h) lassen das CGM am besten arbeiten. Ansonsten hilft nur: immer wieder aufs Display schauen und das kann Deine Tochter dann 50 Mal pro Stunde tun. Ich bin gespannt, wie es ihr damit geht.
Toi toi toi, Maja
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Aw: Mess-"Kontrollzwang" 07 Mär 2012 07:58 #66262

  • marielaurin
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Toll ... heute früh motzt sie, sie wäre mit 51mg/dl aufgewacht, ich schau aufs Messgerät, war eine 83 mg/dl. Hm. Sie war auch die letzten Tage so hibbelig, ich habs aber auf die aktuelle Jungsproblematik geschoben ;)

Es stellte sich raus, dass ihr das Messgerät im Krankenhaus offenbar doch sehr zugesetzt hatte und ich könnt mich in den Po beißen, dass ich sie nicht davon abgehalten habe, da draufzuschauen. Es wurde letzte Woche beim Termin in der Ambulanz erstmalig eine Kontrollmessung mit einem KH-eigenen Gerät durchgeführt. Sinas Gerät zeigte 144mg/dl, das KH-Gerät 112mg/dl, ganze 32mg/dl Abweichung. Ich fand das schon erstaunlich und hätte nicht mit einer solchen Toleranz gerechnet, wenn das noch unter die übliche Toleranz fällt. Nur Sina rechnet nun offenbar ihren Messwert minus 32mg/dl :woohoo: , daher auch gestern der Anruf aus der Schule, dass sie nur noch zwei Streifen hätte und den ganzen Tag schon unter 100 läge und sie nun dringend Nachschub bräuchte. Laut Albert, dem Messgerät, war das aber gar nicht so, sie lag zwar recht niedrig, vermutlich auch bedingt durch das Schulschwimmen, bei dem sie in der Leistungsgruppe ist und morgens eine Bahn nach der anderen auf Zeit abreißt, das geht ordentlich rein ..., aber ihre Werte schwankten so zwischen 75 und 130mg/dl, jetzt wird mir einiges klarer, wieso gestern der TZ aus dem Albert fehlte, den hat sie sich sicher bei 75 dann voll reingehauen ... ach man.

Dieses blöde Krankenhausgerät war sicherlich auch nicht förderlich für eine Verbesserung des Messwahns, die kriegen mich noch kirre hier :huh:

Nur wenn ich jetzt damit anfange, noch Kontrollmessungen mit einem anderen Gerät zu machen, mach ich uns alle noch verrückt ... andererseits denke ich, gestern in der Stadt hat sie was um 80 rum gemessen und meinte, ihr wäre so komisch, und ich hab noch gesagt, dass das gar nicht sein könne. Was, wenn das doch keine 80 waren? :S Sie hat dann eine Banane gegessen und gut war, mir ist aber jetzt klar, warum sie so reagierte und hibbelig wurde vor der Banane. Man, das ärgert mich alles so :S

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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid
Letzte Änderung: von marielaurin.

Aw: Mess-"Kontrollzwang" 07 Mär 2012 08:27 #66266

  • Papa_Frank
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Hallo Tanja,

also ehrlich gesagt, würde ich mir wünschen, dass mein Sohn ein wenig von Deiner Tochter hätte. Ihm ist das Messen manchmal einfach egal und er ist der Meinung, merk ich eh, wenn es zu tief geht! :blink: Da hat er mancmal nur 3 Messungen am Tag.

Aber zürück zu Deiner Tochter. Ich denke mal, dass die oben genannte Idee mit dem vorher "Schätzen" eine gute Idee sein könnte. Damit kann Sie vielleicht doch ein sicheres Gefühl entwickeln und sich auf dieses auch verlassen.
Probiert es doch einfach mal zu Hause aus, vor dem Messen gebt ihr alle einen Wert ab und dann wird gemessen. Ich denke mal, dass da meist auch recht gut liegt.
Das haben wir mit unserem Sohnemann auch schon gemacht und siehe da, klappt eigentlich ganz gut. Analog machen wir es auch gerne beim Abschätzen der KE, die auf dem Teller leigen. Da wird dann nach dem Schätzen "Kontrollgewogen". Ich finde diese Art macht auch wenig Spaß und bringt Sicherheit.

vG Frank

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"Man könnte sich den ganzen Tag aufregen, muss man aber nicht!"

Aw: Mess-"Kontrollzwang" 07 Mär 2012 09:49 #66273

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Hallo Tanja,

das ist natürlich blöd gelaufen mit dem Klinikgerät. :(

Ich kann mir so richtig vorstellen, dass Sina jetzt von ihrem aktuellen Messwert die 32mg/dl abzieht. Ich glaube, ich hätte in ihrem Alter genau die gleiche Schlussfolgerung gezogen, hätte dann auch angenommen, dass jede 80 in Wahrheit eine 48 ist...

Da das Problem mit der Angst vor dem Umkippen besteht ja schon länger bei ihr. Vielleicht wäre da ein Psychologe wirklich nicht verkehrt... Kann mir allerdings schon vorstellen, dass Sina, die sich ja eigentlich pudelwohl fühlt, nicht gerade der Meinung ist, dass sie einer solchen Behandlung bedarf.

Drücke euch trotzdem die Daumen.

LG Heike

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Heike mit Lars (*9/2004, DM seit 11/2010, Minimed 640G, Humalog)

Aw: Mess-"Kontrollzwang" 07 Mär 2012 11:19 #66280

  • Andrea Sch
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Hallo Tanja,

das könnt ihr aber jetzt wirklich nicht gebrauchen.... :blink:
Wir hatten selber einmal ein Messgerät, dass sehr unterschiedliche Messergebnisse gebracht hat.
Nicht nur im Vergleich zum Krankenhausgerät, sondern auch von einer Messung zur anderen.
Da wichen die Messergebnisse innerhalb einer Minute um 30 mg/dl ab.
Das hat mich damals selber ziemlich verunsichert, und wir haben letztendlich das Gerät gewechselt!
Das war zwar damals ein extra kleines, das extra wenig Blut benötigt hat, dafür war es aber auch ziemlich ungenau! :S

LG
Andrea

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Valentin (08/1998, D seit 04/2006, Accu Check Combo seit 2009, Novorapid)

Aw: Mess-"Kontrollzwang" 09 Mär 2012 20:51 #66363

  • sonjanico
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Hallo Tanja,
wenn ich deinen Bericht hier so lese, sehe ich genau meinen Sohn (Nico, 12 Jahre, seit 2,5 Jahren Diabetes, seit 1,5 Jahren eine Pumpe) vor mir.
Nico hat bzw. hatte einen ähnlichen "Mess-Wahn" und unser Verbrauch an Teststreifen ist schon enorm, mindestens 10 am Tag.
Bei ihm kann ich allerdings auch einen Auslöser für dieses viele Messen finden: Er hatte insgesamt schon 3 schwere Hypos mit Bewußtlosigkeit und Krampfen und dieses Umkippen ging jedes Mal so schnell - eben gemessen: 54 und in der nächsten Minute die Augen verdreht und umgefallen. Waren furchtbare Momente für uns. :( Und auch wenn er es ja nicht direkt mitbekommen hat, so hört er es von unseren Erzählungen und sein schlechtes Gefühl danach lassen es ihm immer in schrecklicher Erinnerung bleiben.
Kurz nach den Hypos war es jedes Mal am schlimmsten mit dem Messen, da waren es zum Teil auch 20 Messungen am Tag - nur aus der Angst, er könnte wieder niedrig sein und es nicht mehr rechtzeitig schaffen, zu reagieren.
Nachdem er seine Pumpe bekommen hatte, waren auch die Werte besser geworden und man konnte ja auch besser korrigieren. Es wurde etwas besser - bis zur nächsten schweren Hypo, die total unerwartet kam und die wir uns bis heute nicht erklären können.
Danach haben wir wieder neu anfangen müssen mit dem "psychologischen Aufbau". Wir waren allerdings noch bei keinem Psychologen, weil wir bisher der Meinung sind, daß wir das selbst schaffen.
Seit letztem November hat Nico nun noch den CGM-Sensor dauerhaft von der KK bewilligt bekommen und ich muß sagen, es wurde wesentlich besser mit dem Messen. Er mußte zwar erst wieder lernen, daß er sich auf das Gerät halbwegs verlassen kann (ist bei ihm nicht selbstverständlich, auch er zweifelt selbst sein Meßgerät manchmal an), aber mittlerweile hilft ihm der Sensor doch sehr (mehrmals täglich ein Blick darauf - erspart die Messung) und wir sind im Moment bei so 6-8 Messungen am Tag.
Für uns schon ein großer Fortschritt und ich hoffe, daß es an manchen Tagen noch weniger werden.
Allerdings bekommt er noch immer die große Panik, wenn er nur in Richtung zweistellige Blutzuckerwerte (unter 100) kommt.
Da hat selbst das Reden der Ärztin bisher nicht viel gebracht. Für ihn ist die Welt in Ordnung, wenn er sich um die 150 bewegt! :unsure:
Für deine Tochter wären Pumpe und Sensor sicher auch eine große Hilfe. Vielleicht überlegt sie es sich ja noch mal. Wir sind jedenfalls überzeugt davon!
Liebe Grüße
Sonja
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