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Diabetes durch Schock 12 Jul 2010 17:37 #39446

  • Murmel
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Hallo,

meine Tochter (15) hat bereits seit 2 Jahren Diabetes Typ I. Sie kommt gut klar, auch ich hab mich mittlerweilen damit abgefunden, dass nun unser Leben vom Diabetes ein Leben lang begleitet wird.
Trotzdem brennt mir seit zwei Jahren die Frage, ob Diabetes durch einen Schock ausgelöst werden kann. Natürlich bin ich schon aufgeklärt, dass Diabetes Typ I genetisch bedingt ist, und man es auch nicht ändern kann. Das alles ist mir und meiner Tochter vollkommen bewusst!!!
Trotzdem hat meine Tochter nur sehr wenige Abwehrkörper. Wie das nun zwischenzeitlich ist, weiß niemand, denn wenn man den Diabetologen darauf anspricht, sagt er nur, was wir denn davon hätten, wenn wir es wüssten (stimmt ja auf der einen Seite). Ich hätte eigentlich nur mal gerne gewusst, ob es auch, aufgrund eines sehr starken Schocks - (ein Meter vor meiner Tochter passierte ein sehr schwerer Autounfall ca. 2 Monate vor Ausbruch der Krankheit, bei dem sie fast von dem Auto erfasst wurde; sie stand stark unter Schocke und des dauerte ein paar Wochen, bis sie den Vorfall verarbeiten konnte)- sein könnte, dass der Diabetes bei ihr ausgebochen ist. Ich könnte mir z. B. auch vorstellen, dass seit diesem Zeitpunkt evtl. auch nur eine Blockade der Bauchspeicheldrüse vorliegen könnte.
Wie schon gesagt, meine Gedanken sind kein Klammern an einen Strohhalm, aber es würde mich eben einfach mal interessieren. Unser Arzt hat nämlich dafür überhaupt kein Gehör, geschweige denn, falls dies der Fall sein könnte, einmal einfach nur nachzuforschen.

LG Murmel

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Aw: Diabetes durch Schock 12 Jul 2010 18:06 #39447

  • Gottwalt
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Hallo Murmel,

die Frage stellte ich gerade im Garten hier unserem Nachbarn, der unter anderem ja Kardiologe und Internist ist.
Er meinte dazu folgendes:

1. JEDE Veränderung der Lebensumstände kann so viel Einfluß auf das Immunsystem haben, daß dadurch ein Prozeß wie die Zerstörung der Inselzellen in Gang gesetzt wird.
Daß seelische Schocksituationen dazu geeignet sind, ist bekannt. Auch, daß Diabetes 1 gehäuft in Zusammenhang damit auftritt.

2. Innere Organe können bedingt durch schwere seelische Traumen vorübergehend oder dauerhaft quasi selbst in eine Schockstarre verfallen. Man beobachtet das insbesondere bei Kriegsopfern.

Fazit:
Wahrscheinlich wurde durch den Schock tatsächlich der Autoimmunprozeß so angestoßen, daß die Erstmanifestation dadurch (geringfügig oder deutlich) beschleunigt wurde.
Da ja überhaupt Antikörper zu finden sind, ist dies wirklich die wahrscheinlichste Verkettung, falls überhaupt eine existiert.
Ganz eventuell befindet sich irgendein Teil der Insulinregulation tatsächlich in einer "Schockstarre". Aber dann hätte man eigentlich gar keine Antikörper gefunden.

Wobei man auch ganz klar sagen muß, daß es sich bei diesen Überlegungen insgesamt nur um die Sammlung von Erfahrungen handelt, und um durch diese Erfahrungen und stichpunktartige Untersuchungen bestärkte Vermutungen. Wirklich geklärt im Sinne von konkret beobachtet sind diese Zusammenhänge bisher nicht, schon gar nicht abschließend.

Lieben Gruß

Gottwalt

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Aw: Diabetes durch Schock 12 Jul 2010 18:51 #39451

  • Murmel
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Hallo Gottwalt,

danke für die schnelle Antwort. Endlich mal jemand, der mich wirklich ernst nimmt. Dass der Autoimmunprozess angeregt wurde, hat ja bei meiner Tochter zudem auch noch eine andere Ursache, die unser Arzt auch nicht für voll nimmt.
Meine Tochter befand sich zu diesem Zeitpunkt auch noch in Behandlung einer Desensibilisierung ihrer Pollenallergie in Tropfenform. Bei den Nebenwirkungen stand auch, dass eben gegebenenfall Autoimmunerkrankungen auftreten könnten. Ich nehme mal an, dass sich eben gerade deswegen auch diese Antikörper im Blut befanden. Es war eben wahrscheinlich eine Verkettung ungünstiger Umstände, aber es ist eben einfach traurig, wenn man trotzdem nicht erst genommen wird. Meine Tochter hat nach der Erstmanifestation die Desensibilisierung abgebrochen. Dieses Jahr ist die Allergie wieder ziemlich schlimm, die Kinderärztin lehnt aber (obwohl sie vor 2 Jahren dementierte, dass dies evtl. mit Auslöser gewesen sein könnte) eine erneute Desensibilisierung ab, weil es vielleicht doch Zusammenhänge geben könnte...
Ich bin schon in der Zwickmühle, ob man nicht doch irgendeine Untersuchung anstreben sollte, der Sache auf den Grund zu gehen, ob nicht doch noch etwas zu wecken ist, das man übersehen haben könnte.

Gruß Murmel

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Aw: Diabetes durch Schock 12 Jul 2010 20:19 #39456

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Hallo Murmel,
selbst, wenn Ihr den Grund für die DM- Manifestation kennen würdet - was hättet Ihr davon? Wenn es nicht die Desensibilisierung oder der Schock gewesen wäre, wäre etwas anderes gekommen, ggf. der erste Liebeskummer oder so.
Macht Euch frei von dem Gedanken, dass Ihr Eure Tochter vor Diabetes hättet schützen können, denn es gibt bisher keine erklärten Zusammenhänge!
Maja

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Aw: Diabetes durch Schock 12 Jul 2010 21:19 #39458

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Hallo,
ich bin recht neu hier und bei meinem 10jährigen Sohn wurde im Mai Diabetes diagnostiziert.Niemand hat Diabetes in unserer Familie, für mich war es der absolute Schock und mir würden auch ganz viele Gründe einfallen, warum ausgerechnet er es bekommen hat.Aber wir werden es nie erfahren, warum ausgerechnet unsere Kids es haben.Es würde uns auch nicht weiterhelfen, wenn wir es wüßten.Vielleicht hätten wir ein ruhigeres Gefühl, wenn wir einfach sagen."der oder das hat Schuld"?Wir müssen uns einfach damit abfinden und versuchen das Beste daraus zu machen.
LG Anki

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Aw: Diabetes durch Schock 13 Jul 2010 00:31 #39471

  • lynn
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Hallo!!

Die gleiche Frage habe ich mir auch immer gestellt. Meine Tochter hatte im November 2009 eine Augenoperation. Nichts großes eigentlich. Die Tropfen zur Beruhigung haben sie ihr gegeben und keine 5 Minuten später musste sie schon in den OP- Raum. Die Tropfen gatten noch gar nicht gewirkt und sie hat sich ziemlich gegen den Narkosearzt gewährt( Hat er mir erzählt) Vie Wochen später dann die Diagnose DM: Wir haben auch keinen Fall in der Familie. Mir kam dann auch sofort dieser Gedanke. Meine Ärztin hat auch gesagt es kann sein das es der Grund ist warum es jetzt ausgebrochen ist. Wäre die OP nicht gewesen meint sie wäre es durch eine andere Situation ausgelöst worden. Mir hat jetzt jemand gesagt wegen der Blockade sollte man mal veruchen zu einem Kinesiologen zu gehen um diese Blockade zu lösen. Kann mir nur nicht recht vorstellen ob es was bringt. Weiß nicht genau ob ich sowas machen sollte.
Hat vielleicht jemand Erfahrung damit??

Alles liebe >Michaela

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Letzte Änderung: von lynn.

Aw: Diabetes durch Schock 13 Jul 2010 11:49 #39477

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Hallo,

kurz nach der Diagnose DM1 erzählte ich es einer älteren Bekannten und sie sagte ganz spontan: "Ist er sehr erschrocken über etwas?"
Bis dahin hatte ich an sowas nicht gedacht.
Aber mir fiel dann direkt ein, das etwa 5 Monate vor Ausbruch mein Sohn eine fiebrige Erkältung hatte und auf der Couch lag und schlief als direkt gegenüber von uns ein Feuer ausbrach in dem sich noch ein älterer Herr befand.
Tommy wachte auf als das Haus lichterloh in Flammen stand und sein Vater versuchte den älteren Mann raus zu holen.
Er war wie gelähmt und noch monatelang beschäftite ihn dies so sehr, dass er oft nachts im Schlaf schrie.
Auch ich bin überzeugt davon, dass dies mit Sicherheit der Auslöser war, die Frage ist nur, wenn nicht dies dann sicherlich eine andere Situation vielleicht.
Leider macht dies keinen Unterschied woher der DM kommt.


L.G Kathleen

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Aw: Diabetes durch Schock 13 Jul 2010 13:18 #39482

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Hallo Murmel,

die Desensibilisierung ist auf jeden Fall eine Immunmodulation, insofern ist dieser Zusammenhang sogar wahrscheinlicher als der Schock.
Wieder in dem Sinne, daß es der Tropfen gewesen sein könnte, der das Faß zum Überlaufen brachte.

Eine Desensibilisierung bei Diabetes ist nach Ansicht unseres Allergologen an sich unkritisch, aber man muß permanent und sehr engmaschig den BZ kontrollieren und die Einstellung anpassen, denn mit Sicherheit wird es heftige Schwankungen deswegen geben. Er meinte nur, wenn die Erstmanifestation sowieso schon war, wird man durch die Immunmodulation, die so eine Desensibilisierung ja darstellt, sicherlich den Diabetes selbst nicht verschlimmern, aber gleichzeitig vorübergehend die Therapie erschweren, wegen stark schwankender Blutzuckerverläufe.

Lieben Gruß

Gottwalt

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Aw: Diabetes durch Schock 13 Jul 2010 15:39 #39486

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Hallo Gottwalt,

danke für die Bemühungen und die Informationen des fachkundigen Nachbarn. Kein Arzt zeigte sonst Interesse, meine Fragen zu beantworten, im Gegenteil. Bei der Erstmanifestation wurden meine Fragen nur kopfschüttelnd abgewiesen.
Mit einer erneuten Sensibilisierung, das werden wir uns gut überlegen...

Es liegt mir am Herzen, hier nochmal zu betonen, dass meine Frage keinerlei psychologischen Hintergrund hatte.
Ich suche weder einen "Schuldigen" (natürlich hat man nichts davon, wenn man weiß woher DM 1 kommt), noch müssen wir uns frei von Gedanken machen. Wurde wohl falsch verstanden.

Ich finde es sehr interessant, dass es hier doch ähnliche "Schock"-Fälle gibt.

Danke nochmals für die lieben Antworten.

Gruß Murmel

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Aw: Diabetes durch Schock 13 Jul 2010 16:20 #39490

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Murmel schrieb unter anderem:

Hallo Gottwalt,

Ich finde es sehr interessant, dass es hier doch ähnliche "Schock"-Fälle gibt.

Danke nochmals für die lieben Antworten.

Gruß Murmel


Ja, auch bei uns ging ja der eigene Hausbrand der Erstmanifestation voraus, das war für S... nicht nur ein akuter, schwerer Schock, sondern er leidet bis heute unter einem sog. posttraumatischen Belastungssyndrom (es kam da noch vieles dazu, daß sich das leider so verfestigte, unter anderem sehr negative Erfahrungen beim Krankenhausaufenthalt bei der Erstmanifestation).

Unser damaliger Diabetologe Herr Dr. Bentfeld sagte uns aber auch schon, es sei unstrittig, daß extreme seelische Belastungssituationen im Vorfeld der Erstmanifestationen ebenso wie Virusinfekte gehäuft auftreten, so diskutiere man z. B. einen "Scheidungsdiabetes" bei Kindern.

Leider ist es so, daß die Ursachenforschung beim Diabetes noch sehr in den Kinderschuhen steckt, auch, weil dadurch weder die Therapie wesentlich verbessert werden kann und weil die meisten Auslöser doch nicht vermeidbar sind. Wohl aber auch, weil dies auf jeden Fall kein lohnendes Feld der Geldgeber ist.

Lieben Gruß

Gottwalt

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