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Unterschiedliche Studienergebnisse

EgonManhold
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Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
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Unterschiedliche Studienergebnisse

06 Jan. 2014 15:39
#88676
Hallo,

ich habe hier ein Beispiel dafür, wie zum Teil sehr unterschiedliche Studienergebnisse zustande kommen (können):

Es handelt sich um einen Redaktionellen Beitrag des änd (Ärztlichernachrichtendienst Verlags-AG vom 02.01.2014

Übergewicht durch zuckerhaltige Getränke: Industrie-Kontakte trüben wohl den Blick

Stark gezuckerte Getränke fördern Übergewicht. Das scheint offensichtlich zu sein, aber Konsens ist es nicht: Es gibt auch Wissenschaftler, die diesen Zusammenhang bezweifeln oder gar bestreiten. Allerdings: Unter den Zweiflern finden sich überwiegend Wissenschaftler mit guten Beziehungen zur Lebensmittel- und Getränkeindustrie, wie eine aktuelle Analyse von Übersichtsarbeiten ergeben hat.



Die Ergebnisse der Analyse deutscher und spanischer Wissenschaftler sind gerade in „Plos Medicine“ erschienen. Das Team um Dr. Miguel A. Martinez-Gonzalez (Universität von Navarra) hat 17 Übersichtsarbeiten (systematische Reviews) zum Zusammenhang von zuckerhaltigen Getränken und Übergewicht ausgewertet, wobei in einer Publikation zwischen Ergebnissen für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene differenziert wurde. In elf der 18 Fälle wurde ein signifikanter Zusammenhang festgestellt.

Kaum überraschend war ein weiteres Resultat der Analyse: Zehn der 12 Publikationen (83,3 Prozent), deren Autoren keine Interessenkonflikte durch finanzielle Beziehungen zur Lebensmittel- und Getränkeindustrie angegeben hatten, stützten die These, dass es zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und Übergewicht einen Zusammenhang gebe. Die Autoren von fünf der sechs Studien (83,3 Prozent), die Industrie-Beziehungen angegeben hatten, berichteten hingegen, keinen solchen Zusammenhang festgestellt zu haben. Die Resultate der Analyse bestätigten die Hypothese, wonach die Autoren von Übersichtsarbeiten überwiegend Schlussfolgerungen im Sinne ihrer Sponsoren zögen, so das Fazit des Teams um Martinez-Gonzalez.

Die These, wonach nicht nur die Arzneimittelindustrie, sondern auch die Lebensmittelindustrie über Wissenschaftler Einfluss auf wissenschaftliche Publikationen (und politische Entscheidungen) nehme, ist bekanntlich nicht neu. Erst vor wenigen Tagen haben zum Beispiel US-Wissenschaftler berichtet, dass in den USA so gut wie alle Mitglieder von sogenannten Experten-Gremien zur Sicherheit und damit Zulassungs-Fähigkeit von Lebensmittelzusätzen indirekt oder sogar direkt tätig waren für genau jene Firmen, deren Produkte sie zu beurteilen hatten („JAMA Internal Medicine“). Darüber hinaus seien einige wenige Experten in mehreren Gremien vertreten gewesen. Dieses Ergebnis sei alarmierend, so Marion Nestle, Professorin an der „New York University“ und an der „Cornell University“, in einem begleitenden Kommentar.

Kritik an global agierender Lebensmittelindustrie

Nestle beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Bedeutung und Macht der global agierenden Lebensmittelindustrie. Rund eine Milliarde Menschen litten Hunger, zwei Milliarden seien hingegen übergewichtig, schrieb sie (zusammen mit dem britischen Wissenschaftler David Stuckler) im Sommer 2012 in einem einleitenden Essay zu einer Beitrags-Serie über die Macht großer Lebensmittelkonzerne ("Plos Medicine“).

Eine Ursache dafür, dass Mangel- und Fehlernährung so verbreitet seien, ist laut Stuckler und Nestle, dass die stärkste bewegende Kraft eben Profit sei und nicht das Bedürfnis, gesundheitlich optimale Lebensmittel zu produzieren. Beherrscht werde der weltweite Markt von wenigen multinationalen Konzernen, etwa Coca-Cola, Pepsi-Cola oder auch dem Schweizer Konzern Nestlé, die ihre enorme wirtschaftliche Macht selbstverständlich politisch nutzten. Sie könnten sich teure Sachverständige leisten, wissenschaftliche Studien mit den erhofften Ergebnissen finanzieren und sich politische Entscheidungsträger wohlgesonnen machen. Sie hätten also auch enorme politische Macht, mit der sie wiederum ihre wirtschaftliche Macht zu steigern versuchten. Die „Parallelen“ zur Tabakindustrie und zu „Big Pharma“ seien unübersehbar. Es werde daher Zeit, dass „Big Food“, seine Bedeutung und damit Verantwortung für die Gesundheit der Weltbevölkerung genauer unter die Lupe genommen werden. Entwicklungen wie die rasante Zunahme der Zahl übergewichtiger Menschen sowie der assoziierten Krankheiten dürften nicht weiter als primär individuelle Verhaltensprobleme, als „persönliche Lifestyle“-Folgen betrachtet und diskutiert werden, weder in der Medizin noch in der Politik, argumentierten Stuckler und Nestle. Ein gewichtiger Grund dafür, sich des Themas intensiv anzunehmen, sei auch, dass die multinationalen Lebensmittelkonzerne verstärkt in die Märkte der Entwicklungsländer drängen, da hier inzwischen die Chancen auf Umsatz und Gewinn deutlich größer seien als in den – im mehrfachen Wortsinne – gesättigten wohlhabenden Ländern. Die Folgen dieses Trends seien klar: So genannte „Wohlstandskrankheiten“ würden zunehmend zu einem Problem auch der Menschen in armen Ländern.

Limonaden sind nach epidemiologischen Daten von US-Wissenschaftlern womöglich mit weltweit rund 180 000 Todesfällen pro Jahr assoziiert. Den größten Anteil machten diabetes-bedingte Todesfälle aus (n = 133 000), gefolgt von kardiovaskulären (n = 44 000) und tumor-bedingten Todesfällen (n = 6000), meldeten dieses Jahr Epidemiologen der „Harvard School of Public Health“ (Boston) bei einem Kongress der „American Heart Association“ in New Orleans. Die höchste Sterberate im Zusammenhang mit solchen Getränken habe Mexiko (318 Todesfälle auf eine Million Erwachsene), das zugleich zu den 15 Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum zuckerhaltiger Getränke gehört. Japan hingegen, ein Land mit sehr geringem Pro-Kopf-Konsum, habe die niedrigste Sterberate im Zusammenhang mit diesen Getränken (rund zehn Todesfälle pro eine Million Erwachsene).

Do, 02.01.2014 09:28 / Dr. med. Thomas Kron

Ich habe den gesamten Beitrag hier einkopiert, weil die Seiten des änd Passwortgeschützt sind.

Gruß, Egon
Achtung: Mein Beitrag / meine Antwort ist meist nur eine Kurzfassung und kann daher i.d.R. nicht alle möglichen Aspekte zu dem jeweiligen Thema berücksichtigen.
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