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Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
ndjuscha
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Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
27 Mai 2024 16:21
Hallo zusammen
Erst einmal zu unserer Situation:
Bei meinem Sohn wurde am 30. April 24 ein Diabetes Typ 1 festgestellt. Wir waren zwei Wochen in der Klinik und wurden umfangreich geschult und sind nun seit genau zwei Wochen wieder zu Hause. Mein Sohn ist 7 und geht in die erste Klasse.
Noch während unseres Klinikaufenthaltes löcherte die Lehrerin mich, als ich den Zwillingsbruder zur Schule brachte, über den Diabetes und wie gut mein Sohn denn schon eingestellt wäre und sagte, dass ein Schulbesuch wohl nur mit Schulbegleiter möglich wäre. Einen Tag später rief mich die Schulleiterin an und wollte den weiteren Schulbesuch meines Sohnes besprechen. Auch sie sagte, dass sie davon ausgehen würde, dass mein Sohn bis zu den Sommerferien (NRW Ferienbeginn 8. Juli) nicht mehr zur Schule kommen könnte und einen Schulbegleiter bräuchte. Das Diabetesteam war entsetzt und sagte, das sei Diskriminierung und dass mein Sohn sehr wohl zur Schule gehen kann, eine Verordnung für einen Schulbegleiter die Diabetologin ausstellt und die Schule sowas nicht fordern kann. Ich habe mich überall erkundigt, bei der AOK, dem Jugendamt, Gesundheitsamt und einem Träger für Schulbegleiter angerufen. Alle sagten mir dasselbe, und zwar, dass mein Sohn das Recht hat zur Schule zu gehen.
Ich bin alleinerziehend, war berufstätig, wurde aber in der Probezeit gekündigt, weil ich aufgrund der Situation mit der Schule nicht angeben konnte, wann ich wieder arbeiten kann. Daraufhin bin ich mit meinem Sohn zur Schule und habe der Lehrerin gesagt, dass ich im Flur sitzen bleibe, wenn unbedingt jemand auf ihn achten muss. Das gefiel der Schulleiterin wohl nicht, denn danach war sie plötzlich doch damit einverstanden, dass mein Sohn zum Unterricht kommen darf. Vom Ganztag habe ich meine Kinder abgemeldet und das Mittagessen koche ich zu Hause.
Soweit alles gut, nur leider ist die Klassenlehrerin mit der Entscheidung nicht einverstanden. Ich habe sie zwar über alles aufgeklärt, ihr die Dexcom G7 App und die Clarity App gezeigt. Habe ihr erklärt, dass alles penibel dokumentiert und mit der Diabetologin geteilt wird und zu jeder Zeit neu angepasst werden kann. Ich habe ihr auch erklärt, dass man aber erst richtig anpassen kann, wenn mein Sohn dem Schulalltag ausgesetzt wird. Er hat eine Bauchtasche dabei, in der er sein Lesegerät und Traubenzucker verstaut. Der Klassenlehrerin habe ich eine Packung Traubenzucker mit gebracht. Ich spritze ihm morgens Actrapid für sein Müsli zu Hause und das Brot in der Schule. Ich habe ihr erklärt, dass etwas höhere Werte für einen kurzen Zeitraum nicht schlimm sind, weil ich sie zum Mittagessen wieder runter korrigiere.
Meine einzige Bitte an sie war, dass sie doch bitte darauf achten soll, dass mein Sohn sein Brot aufisst und 4 Traubenzucker (1KE) isst, wenn sein Gerät piept.
Trotz meiner Bemühungen sie über alles aufzuklären und ihr die Angst zu nehmen, ruft sie mich fast täglich an und fragt, was sie tun muss und heute als ich die Jungs abgeholt habe, sagte sie dass es stören würde, dass sie den Blutzucker ständig im Auge behalten müsse.
Ich weiß echt nicht weiter, bin heute auch etwas ausfallend geworden und habe gesagt, dass ich niemals von ihr verlangt habe, dass sie das Gerät auf dem Tisch liegen haben und da ständig drauf schauen muss.
Nach diesem Monat voller Stress möchte ich doch nur endlich wieder ein bisschen Normalität. Mein Sohn macht zum Glück alles super mit, ich habe mich auch schnell an alles angepasst und wir schaffen es auch schon, dass sich der Blutzucker zu 70-75% im Zielbereich befindet.
Es macht mich echt fertig, dass sie ständig so panisch reagiert und für meinen Sohn stelle ich mir das auch nicht schön vor, wenn sie wegen ihm den Unterricht unterbricht und hoch rennt, um mich anzurufen.
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen, hat ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben, wie man damit umgeht und was die Lehrerin evtl. noch beruhigen könnte.
Erst einmal zu unserer Situation:
Bei meinem Sohn wurde am 30. April 24 ein Diabetes Typ 1 festgestellt. Wir waren zwei Wochen in der Klinik und wurden umfangreich geschult und sind nun seit genau zwei Wochen wieder zu Hause. Mein Sohn ist 7 und geht in die erste Klasse.
Noch während unseres Klinikaufenthaltes löcherte die Lehrerin mich, als ich den Zwillingsbruder zur Schule brachte, über den Diabetes und wie gut mein Sohn denn schon eingestellt wäre und sagte, dass ein Schulbesuch wohl nur mit Schulbegleiter möglich wäre. Einen Tag später rief mich die Schulleiterin an und wollte den weiteren Schulbesuch meines Sohnes besprechen. Auch sie sagte, dass sie davon ausgehen würde, dass mein Sohn bis zu den Sommerferien (NRW Ferienbeginn 8. Juli) nicht mehr zur Schule kommen könnte und einen Schulbegleiter bräuchte. Das Diabetesteam war entsetzt und sagte, das sei Diskriminierung und dass mein Sohn sehr wohl zur Schule gehen kann, eine Verordnung für einen Schulbegleiter die Diabetologin ausstellt und die Schule sowas nicht fordern kann. Ich habe mich überall erkundigt, bei der AOK, dem Jugendamt, Gesundheitsamt und einem Träger für Schulbegleiter angerufen. Alle sagten mir dasselbe, und zwar, dass mein Sohn das Recht hat zur Schule zu gehen.
Ich bin alleinerziehend, war berufstätig, wurde aber in der Probezeit gekündigt, weil ich aufgrund der Situation mit der Schule nicht angeben konnte, wann ich wieder arbeiten kann. Daraufhin bin ich mit meinem Sohn zur Schule und habe der Lehrerin gesagt, dass ich im Flur sitzen bleibe, wenn unbedingt jemand auf ihn achten muss. Das gefiel der Schulleiterin wohl nicht, denn danach war sie plötzlich doch damit einverstanden, dass mein Sohn zum Unterricht kommen darf. Vom Ganztag habe ich meine Kinder abgemeldet und das Mittagessen koche ich zu Hause.
Soweit alles gut, nur leider ist die Klassenlehrerin mit der Entscheidung nicht einverstanden. Ich habe sie zwar über alles aufgeklärt, ihr die Dexcom G7 App und die Clarity App gezeigt. Habe ihr erklärt, dass alles penibel dokumentiert und mit der Diabetologin geteilt wird und zu jeder Zeit neu angepasst werden kann. Ich habe ihr auch erklärt, dass man aber erst richtig anpassen kann, wenn mein Sohn dem Schulalltag ausgesetzt wird. Er hat eine Bauchtasche dabei, in der er sein Lesegerät und Traubenzucker verstaut. Der Klassenlehrerin habe ich eine Packung Traubenzucker mit gebracht. Ich spritze ihm morgens Actrapid für sein Müsli zu Hause und das Brot in der Schule. Ich habe ihr erklärt, dass etwas höhere Werte für einen kurzen Zeitraum nicht schlimm sind, weil ich sie zum Mittagessen wieder runter korrigiere.
Meine einzige Bitte an sie war, dass sie doch bitte darauf achten soll, dass mein Sohn sein Brot aufisst und 4 Traubenzucker (1KE) isst, wenn sein Gerät piept.
Trotz meiner Bemühungen sie über alles aufzuklären und ihr die Angst zu nehmen, ruft sie mich fast täglich an und fragt, was sie tun muss und heute als ich die Jungs abgeholt habe, sagte sie dass es stören würde, dass sie den Blutzucker ständig im Auge behalten müsse.
Ich weiß echt nicht weiter, bin heute auch etwas ausfallend geworden und habe gesagt, dass ich niemals von ihr verlangt habe, dass sie das Gerät auf dem Tisch liegen haben und da ständig drauf schauen muss.
Nach diesem Monat voller Stress möchte ich doch nur endlich wieder ein bisschen Normalität. Mein Sohn macht zum Glück alles super mit, ich habe mich auch schnell an alles angepasst und wir schaffen es auch schon, dass sich der Blutzucker zu 70-75% im Zielbereich befindet.
Es macht mich echt fertig, dass sie ständig so panisch reagiert und für meinen Sohn stelle ich mir das auch nicht schön vor, wenn sie wegen ihm den Unterricht unterbricht und hoch rennt, um mich anzurufen.
Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen, hat ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben, wie man damit umgeht und was die Lehrerin evtl. noch beruhigen könnte.
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Re: Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
27 Mai 2024 17:27
Ohje.
Erstmal super wie ihr das bisher schafft!
Das bei der Lehrerin klingt nach ganz viel Angst - vermutlich aus Unwissen.
Bietet eure Diabetesambulanz Schulungen für Lehrer/innen an? Vielleicht hat die Diabetesberaterin Kapazitäten für ein Gespräch mit der Lehrerin?
Hier in Bayern bietet der Diabetikerbund Schulungen speziell für Erzieherinnen und Lehrkräfte an - vielleicht gibt es in eurem Bundesland auch was vergleichbares?
LG, Barbara
Erstmal super wie ihr das bisher schafft!
Das bei der Lehrerin klingt nach ganz viel Angst - vermutlich aus Unwissen.
Bietet eure Diabetesambulanz Schulungen für Lehrer/innen an? Vielleicht hat die Diabetesberaterin Kapazitäten für ein Gespräch mit der Lehrerin?
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ndjuscha
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Re: Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
27 Mai 2024 17:41
Hallo Barbara,
Danke für die schnelle Antwort. Ja, das bietet unsere Diabetesambulanz an. Ich hatte der Lehrerin auch dieses Infoheft über Diabetes für Lehrer gegeben und da die Karte der Diabetesberaterin reingeklebt.
Darauf antwortete sie, dass sie sich schon selbst (an ihrem freien Tag) im Internet darüber informiert hat. Die Beraterin hat sie sicherlich nicht angerufen.
Das wäre aber auch meine letzte Idee, dass ich ihr sage, sie kann sich von den Profis schulen und informieren lassen, wenn sie meinen Aussagen nicht glaubt, dass das Kind nicht sofort umkippt usw ..
LG, Nadja
Danke für die schnelle Antwort. Ja, das bietet unsere Diabetesambulanz an. Ich hatte der Lehrerin auch dieses Infoheft über Diabetes für Lehrer gegeben und da die Karte der Diabetesberaterin reingeklebt.
Darauf antwortete sie, dass sie sich schon selbst (an ihrem freien Tag) im Internet darüber informiert hat. Die Beraterin hat sie sicherlich nicht angerufen.
Das wäre aber auch meine letzte Idee, dass ich ihr sage, sie kann sich von den Profis schulen und informieren lassen, wenn sie meinen Aussagen nicht glaubt, dass das Kind nicht sofort umkippt usw ..
LG, Nadja
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mibi74
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Re: Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
27 Mai 2024 19:59 - 27 Mai 2024 20:21
Hallo Nadja, die Emotionen liegen noch blank. Verständlich, da sich das Leben gerade so stark verändert hat und du nicht nur an einer Front starken Stress ausgesetzt bist.
Nach deinen Schilderungen legt sich die Lehrerin schwer ins Zeug. Wirklich.
Sie hat dir bereits alles mitgeteilt was du wissen musst. Sie fühlt sich überfordert. Hat Angst was falsch zu machen.
Darunter gehört auch, das Telefonieren mit dir, denn in der Zeit ... Wer beaufsichtigt die Klasse?
Deine Annahme, dass sie "nur" darauf achten soll, dass alles aufgegessen wird und "nur" 4 Tz geben.
Wir Diaeltern neigen zur Diabetesblindheit. Wir mussten so schnell in kurzer Zeit wachsen, dass wir davon ausgehen, dass andere das auch können.
Ich kann dir aus Erfahrung sagen, mit um die 20 Siebenjährigen durch den Vormittag zu kommen, brauchts die gleiche Energie.
Das ist teilweise wie 2 Wochen mit 2 Stunden Schlaf.
Statt zu kritisieren machst du auf Pädagogik.
Sie lernt ja auch gerade erst und braucht auch ein paar Monate um Zusammenhänge zu verstehen. Genauso wie du.
Wenn sie dich anruft, dann reflektiere kurz, was sie will.
"Sie sind besorgt, weil gerade das und das passiert ist."
"Ich verstehe Ihr Problem ..."
Oder: " Das haben Sie gut beobachtet."
Dann die Lösung, was sie machen soll.
Am besten gehst du mit einer panischen Lehrerin um, in dem man sie ernst nimmt. So wie du es auch von ihr erwartest.
Und nach deinen Schilderungen, nimmt sie es sehr ernst. Was könntest du noch tun, um sie zu unterstützen?
Und dann überlegt ihr gemeinsam.
Lässt sich an der Tagesstruktur etwas verändern. Kann man das Frühstück anpassen. Dass alle gemeinsam essen können und eben keine 4 Tz notwendig sind.
Lass dir den Tagesplan erklären.
Ein Unterrichtstag ist in unterschiedliche Arbeitsphasen aufgeteilt. In welcher Zeitspanne oder Fach sieht sie das größte Problem? Siebenjährige halten oft nur bis 10 Uhr durch und dann sind die fertig mit der Welt. Und nach müd, kommt blöd. Was übersetzt heißt, sie drehen erst ab und dann auf.
Du musst dir über eins im Klaren sein. Die Blutzuckerwerte deines Kindes entscheiden auch darüber wie gut es sich in der Schule konzentrieren kann, was ergo auch mit seinem Lernerfolg gekoppelt ist. Du kannst den Kindern kognitiv anmerken, ob sie ihre Leistungen aufgrund des Blutzuckers abrufen oder gerade nicht abrufen können. Ob sie aufgeregt oder tiefenentspannt sind. Mit der Zeit erkennt man immer mehr Zusammenhänge und kann schon am Wert zum Unterichtsbegimn sagen, ob ein guter oder wenig guter Tag wird.
Und aus diesen Grund ist es echt wichtig, dass die Lehrkraft und du euch bestmöglichst unterstützt.
Nach deinen Schilderungen legt sich die Lehrerin schwer ins Zeug. Wirklich.
Sie hat dir bereits alles mitgeteilt was du wissen musst. Sie fühlt sich überfordert. Hat Angst was falsch zu machen.
Darunter gehört auch, das Telefonieren mit dir, denn in der Zeit ... Wer beaufsichtigt die Klasse?
Deine Annahme, dass sie "nur" darauf achten soll, dass alles aufgegessen wird und "nur" 4 Tz geben.
Wir Diaeltern neigen zur Diabetesblindheit. Wir mussten so schnell in kurzer Zeit wachsen, dass wir davon ausgehen, dass andere das auch können.
Ich kann dir aus Erfahrung sagen, mit um die 20 Siebenjährigen durch den Vormittag zu kommen, brauchts die gleiche Energie.
Das ist teilweise wie 2 Wochen mit 2 Stunden Schlaf.
Statt zu kritisieren machst du auf Pädagogik.
Sie lernt ja auch gerade erst und braucht auch ein paar Monate um Zusammenhänge zu verstehen. Genauso wie du.
Wenn sie dich anruft, dann reflektiere kurz, was sie will.
"Sie sind besorgt, weil gerade das und das passiert ist."
"Ich verstehe Ihr Problem ..."
Oder: " Das haben Sie gut beobachtet."
Dann die Lösung, was sie machen soll.
Am besten gehst du mit einer panischen Lehrerin um, in dem man sie ernst nimmt. So wie du es auch von ihr erwartest.
Und nach deinen Schilderungen, nimmt sie es sehr ernst. Was könntest du noch tun, um sie zu unterstützen?
Und dann überlegt ihr gemeinsam.
Lässt sich an der Tagesstruktur etwas verändern. Kann man das Frühstück anpassen. Dass alle gemeinsam essen können und eben keine 4 Tz notwendig sind.
Lass dir den Tagesplan erklären.
Ein Unterrichtstag ist in unterschiedliche Arbeitsphasen aufgeteilt. In welcher Zeitspanne oder Fach sieht sie das größte Problem? Siebenjährige halten oft nur bis 10 Uhr durch und dann sind die fertig mit der Welt. Und nach müd, kommt blöd. Was übersetzt heißt, sie drehen erst ab und dann auf.
Du musst dir über eins im Klaren sein. Die Blutzuckerwerte deines Kindes entscheiden auch darüber wie gut es sich in der Schule konzentrieren kann, was ergo auch mit seinem Lernerfolg gekoppelt ist. Du kannst den Kindern kognitiv anmerken, ob sie ihre Leistungen aufgrund des Blutzuckers abrufen oder gerade nicht abrufen können. Ob sie aufgeregt oder tiefenentspannt sind. Mit der Zeit erkennt man immer mehr Zusammenhänge und kann schon am Wert zum Unterichtsbegimn sagen, ob ein guter oder wenig guter Tag wird.
Und aus diesen Grund ist es echt wichtig, dass die Lehrkraft und du euch bestmöglichst unterstützt.
Letzte Änderung: 27 Mai 2024 20:21 von mibi74.
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ndjuscha
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Re: Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
27 Mai 2024 21:35
Hallo Mibi,
Bezüglich der Aufsicht während der Telefonate ist die Klasse gut aufgestellt. Es ist so gut wie immer eine zweite Lehrerin, Erzieherin und seit neuestem auch eine Schulbegleiterin für einen verhaltensauffälligen Jungen mit im Raum.
Die Kinder haben eine Doppelstunde Unterricht, dann 20 Minuten Pause auf dem Schulhof, anschließend um 10 Uhr das gemeinsame Frühstück und danach nochmal eine Doppelstunde Unterricht bis 11:40 Uhr. Zu Hause isst er sein Frühstück schon um 7 Uhr, da wir gegen 7:30 Uhr los müssen, um pünktlich anzukommen. In der Klinik und zu Hause ist er mit Actrapid nicht unterzuckert, aber in der Schule ist die Zeitspanne wohl zu lang bis 10 Uhr, mit den 4 Traubenzucker hat’s aber bis jetzt immer gereicht. Das kläre ich noch mit der Diabetologin ab, ob man sonst den Faktor für den Morgen ändert.
Schwierigkeiten beim Lernen oder in bestimmten Fächern hat mein Sohn zum Glück keine. Darüber hat die Lehrerin auch nichts berichtet, dass seine Leistung oder Konzentration während der Hypo sinkt oder er iwie abdreht. Sie meinte nur er würde dann ruhiger werden und blass aussehen. Das sagt sie aber auch oft, wenn die Kinder nen leichten Schnupfen oder Husten haben. Mein Sohn selbst sagte, dass er sich normal gefühlt hat, als das Gerät geklingelt hat. Es klingelt bei 70 und nochmal bei 55mg/dl.
Mir ist klar, dass die Lehrerin Angst hat und dass der Beruf extrem stressig ist und ich bin auch froh, dass er wieder am Unterricht teilnehmen kann. Nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Bruder. Damit sich keiner der beiden benachteiligt oder ausgeschlossen fühlt.
Ich bin vllt wirklich zu ungeduldig und schnell genervt, wenn ich etwas doppelt und dreifach erklären muss. Zumal ich mir dabei wirklich Mühe gebe, sie über alles ganz genau zu informieren. Das gibt mir das Gefühl, als wenn sie mir nicht zuhört oder mir nicht glauben möchte, wenn ich sage, dass alles in Ordnung ist. Ich weiß in den Momenten auch nicht genau, was sie von mir hören möchte. Soll ich auch in Panik verfallen, damit sie sich bestätigt fühlt?
Ich werde ihr das mit der Schulung vorschlagen. Vllt hilft es ja, wenn sie es von einem Profi, der mit dem Fall vertraut ist, hört. Ansonsten muss ich mich wohl weiter in Geduld üben…
Bezüglich der Aufsicht während der Telefonate ist die Klasse gut aufgestellt. Es ist so gut wie immer eine zweite Lehrerin, Erzieherin und seit neuestem auch eine Schulbegleiterin für einen verhaltensauffälligen Jungen mit im Raum.
Die Kinder haben eine Doppelstunde Unterricht, dann 20 Minuten Pause auf dem Schulhof, anschließend um 10 Uhr das gemeinsame Frühstück und danach nochmal eine Doppelstunde Unterricht bis 11:40 Uhr. Zu Hause isst er sein Frühstück schon um 7 Uhr, da wir gegen 7:30 Uhr los müssen, um pünktlich anzukommen. In der Klinik und zu Hause ist er mit Actrapid nicht unterzuckert, aber in der Schule ist die Zeitspanne wohl zu lang bis 10 Uhr, mit den 4 Traubenzucker hat’s aber bis jetzt immer gereicht. Das kläre ich noch mit der Diabetologin ab, ob man sonst den Faktor für den Morgen ändert.
Schwierigkeiten beim Lernen oder in bestimmten Fächern hat mein Sohn zum Glück keine. Darüber hat die Lehrerin auch nichts berichtet, dass seine Leistung oder Konzentration während der Hypo sinkt oder er iwie abdreht. Sie meinte nur er würde dann ruhiger werden und blass aussehen. Das sagt sie aber auch oft, wenn die Kinder nen leichten Schnupfen oder Husten haben. Mein Sohn selbst sagte, dass er sich normal gefühlt hat, als das Gerät geklingelt hat. Es klingelt bei 70 und nochmal bei 55mg/dl.
Mir ist klar, dass die Lehrerin Angst hat und dass der Beruf extrem stressig ist und ich bin auch froh, dass er wieder am Unterricht teilnehmen kann. Nicht nur für ihn, sondern auch für seinen Bruder. Damit sich keiner der beiden benachteiligt oder ausgeschlossen fühlt.
Ich bin vllt wirklich zu ungeduldig und schnell genervt, wenn ich etwas doppelt und dreifach erklären muss. Zumal ich mir dabei wirklich Mühe gebe, sie über alles ganz genau zu informieren. Das gibt mir das Gefühl, als wenn sie mir nicht zuhört oder mir nicht glauben möchte, wenn ich sage, dass alles in Ordnung ist. Ich weiß in den Momenten auch nicht genau, was sie von mir hören möchte. Soll ich auch in Panik verfallen, damit sie sich bestätigt fühlt?
Ich werde ihr das mit der Schulung vorschlagen. Vllt hilft es ja, wenn sie es von einem Profi, der mit dem Fall vertraut ist, hört. Ansonsten muss ich mich wohl weiter in Geduld üben…
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SiSa2007
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Re: Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
27 Mai 2024 22:13
Wir hatten die Erfahrung mit so einer Lehrin auch gemacht. Aber da ging es um Klassenfahrt. Sie hatte es nicht auf dem Schirm und war im Gespräch plötzlich ganz panisch. Sie war schlicht weg überfordert. Aber als ich ihr sagte, dass unsere Tochter weiß was sie wann zu tun hätte, war sie schon beruhigter. Erst recht als ich ihr sämtliche KH mit Dia-Erfahrung auflistete und Erste-Hilfe-Maßnahmen, wie Glucosespritze und-Spray erklärte. Zum Glück war auch ein Lehrer dabei, der auch ein Kind mit Diabetes dabeihatte und war mit Gummibärchen, Minicola-Döschen (0,1l) und Duplos "bewaffnet". Er rannte ständig um die beiden rum und fragte, ob sie was bräuchten, was wiederum die Teenies etwas nervte. 😆Vielleicht hilft es ja, wenn du ihr nur den Notfallplan hinlegst und ihr mitteilst, dass euer Sohn das eigentlich alleine meistert und sie nur im Notfall, wie bei jedem anderen Kind auch, einschreiten muss. Wenn er wirklich nicht weiter wissen sollte, kann sie beratend tätig sein (z.B. "Was würdest du nun tun, um das zu ändern"; "Wäre es jetzt besser zu korrigieren?") Die Lehrerin lernt nun etwas von eurem Sohn und er bekommt mehr Selbstsicherheit. Wenn alles nix hilft, dann kann sie natürlich anrufen und fragen, ob das nun richtig wäre. Als Eltern macht man sich gerade am Anfang mehr einen Kopf, als die Kids selbst. Die kriegen das aber super hin und beruhigen daher Lehrer und ja auch die Eltern. Mit der Zeit werden alle ruhiger und es kehrt Normalität ein. Das mit deiner Arbeit tut mir aber auch sehr leid, da hier eine neue Belastung dazukommt. Drücke Euch die Daumen, dass alles gut wird.
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Re: Wie beruhige ich panische Klassenlehrerin?
29 Mai 2024 10:43
Hallo Nadja, kommt mir bekannt vor. Ich habe mehrfach die Klassenstufen von 1 - 4 durch. Habe das erste Jahr als Schulbegleitung angefangen und aktuell wuppe ich die letzten Monate mit 22 Kindern, weil der Klassenlehrer krankheitsbedingt ausgefallen ist. Noch inklusiver geht es fast nicht mehr.
Der Blutzucker wirkt sich auf die Leistung des Kindes aus. Das ist Fakt. Es geht nicht darum wie leicht es dem Kind fällt sich mit neuen Lerninhalten auseinanderzusetzen, sondern um die Auswirkungen im Moment der Unter- oder Überzuckerung. Für optimale Bildungschancen, das ist meine Erfahrung, sollte der Blutzucker in Testsituationen okay sein. Möglichst nicht unter 75 fallen. Das mal als Tipp für spätere Klassenarbeiten.
Jetzt könnte man argumentieren, dass die Kinder erst ab Klasse 3 Noten bekommen und das jetzt nicht so wichtig ist. Das ist falsch! Die Kinder werden den ganzen Tag über begleitet, beobachtet und bewertet. Alles was sie machen wird in das Elterngespräch einfließen, wo man über die Fähigkeiten des Kindes berichtet.
Je besser also die Blutzuckereinstellung, um so wahrscheinlicher, dass das Kind unter optimalen Bedingungen alles abrufen kann. Wobei es sich auch bemerkbar macht, ob es nachts gut schlafen konnte oder mal wieder öfter Unterzuckerungen angesagt waren. Auf andere Kinder wird genauso Rücksicht genommen, wenn sie eine schwierige Zeit haben und ich habe mehr als 5 Kinder davon in der Klasse sitzen. Daher kann man nicht von Bevorzugung reden, sondern man sieht, dass das Kind gerade nicht kann und gibt die Möglichkeit es später oder am nächsten Tag noch einmal zu probieren. Die Anforderungen steigen natürlich mit jedem Schuljahr.
Jetzt konkret zur Frühstücksituation. Mit Pen ist man deutlich eingeschränkter, wenn ich es mit Pumpenkinder vergleiche. Ich weiß, dass man das nicht gerne hört, aber die Kinder mit Pumpe tun im Schulalltag einfach leichter. Besonders beim gemeinsamen Frühstück ist das eine echte Herausforderung. Wir vespern auch um 10 Uhr. Fangen allerdings deutlich später mit dem Unterricht an. Die kritische Zeit ob mit Pumpe oder Pen, beginnt 9.30 Uhr.
Mit Pen war das Kind damals 8 Jahre und bei Unterzuckerungen wird es ruhig, apathisch und redet auch nicht mehr wirklich. Daher war unser Ziel frühzeitig auf Unterzuckerungen zu reagieren, weil das eine ganz gefährliche Kombination ist.
Ziel 1 war auf Alarme reagieren.
Ziel 2 sich bemerkbar machen, wobei das in dem Fall echt die größte Herausforderung war. Der Witz, als ich damals in die Klasse kam, hatte die ehemalige Klassenlehrerin den Zusammenhang gar nicht verstanden und gemeint, das Kind wäre immer so teilnahmslos. (Ursache und Wirkung) Nachdem das abgestellt war, kam Schritt 3: Was muss ich tun?
Die Frühstückszeit hatten wir dann um 15 bis 30 Minuten nach vorne gelegt. Dem Kind war es unheimlich wichtig mit den anderen gemeinsam zu essen und auch deshalb hatte es die Alarme überhört. Dann hatte ich das so gemacht, wenn die Zeit noch nicht ausgereicht hatte, weil man noch mit der Gruppenarbeit beschäftigt war, oder noch etwas zu Ende machen wollte, dass es sein Obst nebenher gegessen hat. Aber ich hatte vorher mit dem Kind abgesprochen, dass es uns wichtig ist, dass es möglichst oft gemeinsam mit den Kindern essen kann. Es war ein essenzielles Grundbedürfnis. Nachdem wir alles dafür gemacht hatten war es dann auch für das Kind nicht mehr so schlimm, wenn es mal nicht geklappt hat. Grundbedürfnisse zusammenbringen ist schwierig. Man muss sie erkennen, benennen können und Möglichkeiten schaffen.
Inzwischen hat es eine Pumpe und und damit sind 90 Prozent der alten Probleme weg. Es kommen zwar neu dazu, aber die sind deutlich reduzierter. Der Blutzucker fällt aber immer noch um die gleiche Zeit, nur nicht mehr so gravierend.
Wenn Ziel 1 bis 3 sitzt, dann hat man eigentlich gewonnen.
Ja, bei 55 geht nicht mehr viel. Da kannst du nur noch eine Auszeit geben und gemeinsam aushalten, bis der Wert wieder steigt. Es kommt zum Glück nicht mehr so oft vor, aber es kommt vor. Die Mitschüler, auch wenn es ein kleiner Piranhaschwarm ist, sind wirklich sehr bemüht mitzuhelfen. Für das Gymi mache ich mir keine Sorgen. Die werden zusammenhalten wie Pech und Schwefel. War bei den anderen Kind und auch bei meinen eigenen so. Die Schulfreunde machen die halbe Miete und die wissen inzwischen sehr gut Bescheid. Besser als jeder Vertretungslehrer.
Wie sich Lehrer in Hinblick auf den Diabetes verhalten können, puh, es gibt nichts was es nicht gibt. Das Team in dem ich arbeite ist klein und wir arbeiten sehr eng zusammen. Inklusive der Schulsozialarbeiter mit denen ich jetzt recht oft im Gespräch bin. Aber die von der Oberstufe als Vertretung zu uns kommen, da kamen schon Sprüche oder von der Frau für Zahnheilkunde. Ich war entsetzt!
So ein Schulalltag hat echt viele irre Wendungen und krasse Herausforderungen. Bei uns gibt es mindestens einmal in der Woche Gespräche, wo wir unsere Erlebnisse erzählen können, weil manchmal platzt einem schier der Kragen oder man muss seine ausgestandenen Ängste erzählen. Du darfst dir vor den Kindern keine Blöße geben und musst immer als Herr der Situation dastehen. Vor den Ferien hatte ich einen Geburtstagskreis begonnen. Alle kamen. Waren dabei sich zu setzen. Ich holte das Zeug für die Feier, als es neben mir würgte. Konnte gerade noch den Mülleimer schnappen und den Kopf drüber halten. Die ganzen Kinder sprangen panisch schreiend durch die Gegend. Das war eine Szene wie aus einem Film. Ich stand da mit den Eimer in der Hand. Die andere am Kopf des Kindes und um mir herum ein wild gestikulierender Haufen. So schnell wird aus Ordnung Chaos. Da waren die Asthmaanfälle zwar deutlich bedrohlicher, aber sie sind zum Glück nicht so ausgeflippt.
Der Blutzucker wirkt sich auf die Leistung des Kindes aus. Das ist Fakt. Es geht nicht darum wie leicht es dem Kind fällt sich mit neuen Lerninhalten auseinanderzusetzen, sondern um die Auswirkungen im Moment der Unter- oder Überzuckerung. Für optimale Bildungschancen, das ist meine Erfahrung, sollte der Blutzucker in Testsituationen okay sein. Möglichst nicht unter 75 fallen. Das mal als Tipp für spätere Klassenarbeiten.
Jetzt könnte man argumentieren, dass die Kinder erst ab Klasse 3 Noten bekommen und das jetzt nicht so wichtig ist. Das ist falsch! Die Kinder werden den ganzen Tag über begleitet, beobachtet und bewertet. Alles was sie machen wird in das Elterngespräch einfließen, wo man über die Fähigkeiten des Kindes berichtet.
Je besser also die Blutzuckereinstellung, um so wahrscheinlicher, dass das Kind unter optimalen Bedingungen alles abrufen kann. Wobei es sich auch bemerkbar macht, ob es nachts gut schlafen konnte oder mal wieder öfter Unterzuckerungen angesagt waren. Auf andere Kinder wird genauso Rücksicht genommen, wenn sie eine schwierige Zeit haben und ich habe mehr als 5 Kinder davon in der Klasse sitzen. Daher kann man nicht von Bevorzugung reden, sondern man sieht, dass das Kind gerade nicht kann und gibt die Möglichkeit es später oder am nächsten Tag noch einmal zu probieren. Die Anforderungen steigen natürlich mit jedem Schuljahr.
Jetzt konkret zur Frühstücksituation. Mit Pen ist man deutlich eingeschränkter, wenn ich es mit Pumpenkinder vergleiche. Ich weiß, dass man das nicht gerne hört, aber die Kinder mit Pumpe tun im Schulalltag einfach leichter. Besonders beim gemeinsamen Frühstück ist das eine echte Herausforderung. Wir vespern auch um 10 Uhr. Fangen allerdings deutlich später mit dem Unterricht an. Die kritische Zeit ob mit Pumpe oder Pen, beginnt 9.30 Uhr.
Mit Pen war das Kind damals 8 Jahre und bei Unterzuckerungen wird es ruhig, apathisch und redet auch nicht mehr wirklich. Daher war unser Ziel frühzeitig auf Unterzuckerungen zu reagieren, weil das eine ganz gefährliche Kombination ist.
Ziel 1 war auf Alarme reagieren.
Ziel 2 sich bemerkbar machen, wobei das in dem Fall echt die größte Herausforderung war. Der Witz, als ich damals in die Klasse kam, hatte die ehemalige Klassenlehrerin den Zusammenhang gar nicht verstanden und gemeint, das Kind wäre immer so teilnahmslos. (Ursache und Wirkung) Nachdem das abgestellt war, kam Schritt 3: Was muss ich tun?
Die Frühstückszeit hatten wir dann um 15 bis 30 Minuten nach vorne gelegt. Dem Kind war es unheimlich wichtig mit den anderen gemeinsam zu essen und auch deshalb hatte es die Alarme überhört. Dann hatte ich das so gemacht, wenn die Zeit noch nicht ausgereicht hatte, weil man noch mit der Gruppenarbeit beschäftigt war, oder noch etwas zu Ende machen wollte, dass es sein Obst nebenher gegessen hat. Aber ich hatte vorher mit dem Kind abgesprochen, dass es uns wichtig ist, dass es möglichst oft gemeinsam mit den Kindern essen kann. Es war ein essenzielles Grundbedürfnis. Nachdem wir alles dafür gemacht hatten war es dann auch für das Kind nicht mehr so schlimm, wenn es mal nicht geklappt hat. Grundbedürfnisse zusammenbringen ist schwierig. Man muss sie erkennen, benennen können und Möglichkeiten schaffen.
Inzwischen hat es eine Pumpe und und damit sind 90 Prozent der alten Probleme weg. Es kommen zwar neu dazu, aber die sind deutlich reduzierter. Der Blutzucker fällt aber immer noch um die gleiche Zeit, nur nicht mehr so gravierend.
Wenn Ziel 1 bis 3 sitzt, dann hat man eigentlich gewonnen.
Ja, bei 55 geht nicht mehr viel. Da kannst du nur noch eine Auszeit geben und gemeinsam aushalten, bis der Wert wieder steigt. Es kommt zum Glück nicht mehr so oft vor, aber es kommt vor. Die Mitschüler, auch wenn es ein kleiner Piranhaschwarm ist, sind wirklich sehr bemüht mitzuhelfen. Für das Gymi mache ich mir keine Sorgen. Die werden zusammenhalten wie Pech und Schwefel. War bei den anderen Kind und auch bei meinen eigenen so. Die Schulfreunde machen die halbe Miete und die wissen inzwischen sehr gut Bescheid. Besser als jeder Vertretungslehrer.
Wie sich Lehrer in Hinblick auf den Diabetes verhalten können, puh, es gibt nichts was es nicht gibt. Das Team in dem ich arbeite ist klein und wir arbeiten sehr eng zusammen. Inklusive der Schulsozialarbeiter mit denen ich jetzt recht oft im Gespräch bin. Aber die von der Oberstufe als Vertretung zu uns kommen, da kamen schon Sprüche oder von der Frau für Zahnheilkunde. Ich war entsetzt!
So ein Schulalltag hat echt viele irre Wendungen und krasse Herausforderungen. Bei uns gibt es mindestens einmal in der Woche Gespräche, wo wir unsere Erlebnisse erzählen können, weil manchmal platzt einem schier der Kragen oder man muss seine ausgestandenen Ängste erzählen. Du darfst dir vor den Kindern keine Blöße geben und musst immer als Herr der Situation dastehen. Vor den Ferien hatte ich einen Geburtstagskreis begonnen. Alle kamen. Waren dabei sich zu setzen. Ich holte das Zeug für die Feier, als es neben mir würgte. Konnte gerade noch den Mülleimer schnappen und den Kopf drüber halten. Die ganzen Kinder sprangen panisch schreiend durch die Gegend. Das war eine Szene wie aus einem Film. Ich stand da mit den Eimer in der Hand. Die andere am Kopf des Kindes und um mir herum ein wild gestikulierender Haufen. So schnell wird aus Ordnung Chaos. Da waren die Asthmaanfälle zwar deutlich bedrohlicher, aber sie sind zum Glück nicht so ausgeflippt.
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