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Kindergarten überfordert?!
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Kindergarten überfordert?!
18 Juni 2021 10:16unsere Tochter ist 5, und wir wissen seit Februar das sie Diabetes 1 hat.
Wir kommen soweit ganz gut zurecht nur gibt es einige Probleme mit dem
Kiga. Ich würde gerne wissen, ob das „normal“ ist oder welche Erfahrungen
ihr habt.
Zum KiGa : Private Einrichtung. 25 Kinder mit 3 Erzieherinnen und vereinzelt Praktikantinnen. Alle Kinder essen das gleiche und es wird vor Ort mit den Kindern zubereitet. Die Erzieher hatten eine Schulung von 1,5 Stunden sowie eine kurze Erklärung der Pumpe medtronic durch einen anderen Erzieher mit Diabetes 1 ( der dort leider nicht arbeitet).
Am Anfang war ich dabei, und habe alles mit dem Essen erklärt- die Erzieherinnen wollten von sich aus alles selbst berechnen. Ich habe auch alles aufgeschrieben und denen persönlich in die Hand gedrückt.
Das mit dem Essen endete darin, dass es abgegeben wurde, weil denen ein Dreisatz zu kompliziert ist . Okay kein Problem… ich koche/ backe alles vor und gebe es ihr mit. Die messen Blutzucker und bolen.
Nun zum eigentlichen Problem: Nur eine Erzieherinn kann das. Wenn sie krank ist muss ich da sein, weil die eine Erzieherinn kein Blut sehen kann ( ja wirklich!) und die andere es nicht macht. Warum auch immer. Wenn etwas ist mit der Pumpe muss ich sofort kommen. Und weil wir nicht so nah am KiGa wohnen bewege ich mich mit meinem
Sohn (2 Jahre) seit Wochen ständig im Dunstkreis des KiGa. Letztens war sie unterzuckert, und sie haben ihr zu wenig Traubenzucker und auch kein Wasser gegeben. Ständig werde ich gefragt, was sie essen kann und was nicht. Dann hatte sie letzte Woche einen Wert von fast 500 ( weil
verrechnet- was menschlich ist) aber keiner ruft mich an, obwohl wir kommuniziert haben, dass wir ab 300 angerufen werden wollen.
Erwarten wir Zuviel??? Ich meine : Schulung, Infoblätter , die Zeit die ich dabei war , um denen alles zu erklären. Das muss doch eine gewisse Sicherheit vermittelt haben oder eine gewisse Kenntnis. Aber wir haben das Gefühl, dass sie während der Schulung geschlafen haben , und die Zettel
nicht gelesen haben. Andere Kinder fragen mich, warum meine Tochter eine „Zuckerallergie“ hat. Was wir skurril finden, da man Diabetes 1 kinderleicht erklären kann ohne so was zu erfinden.
Wir werden bald mit denen sprechen, aber mein Mann hat Angst, dass die dann völlig dicht machen.
Wie läuft das bei euch? Würdet ihr da mal auf den Tisch hauen?
Ist sehr lang geworden … sorry aber das belastet uns sehr.
Einen schönen Tag und danke!!!
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Re: Kindergarten überfordert?!
18 Juni 2021 11:06ich glaube, Kindergärten gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema um. Manche weigern sich von Anfang an, irgendetwas diesbezüglich zu machen (Werte überprüfen, Insulin abgeben, sich damit überhaupt zu beschäftigen), manche bekommen es tatsächlich gut hin, und viele liegen wahrscheinlich irgendwo dazwischen.
Bei uns sah es zu Beginn ganz gut aus, auch ich habe viel Zeit dort verbracht. Und als ich dachte, jetzt würde es langsam laufen, teilte mir die Gruppenleitung mit, dass sie sich restlos überfordert fühlt und wir eine andere Lösung brauchen. Nach langem Kampf mit den Kostenträgern haben wir jetzt eine Interationshelferin, die nur für das Diabetesmanagement zuständig ist, und jetzt habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass es wirklich funktioniert, auch wenn Personal krank oder im Urlaub ist, es Ausflüge oder Feste gibt oder einfach nur zuckerkomische Tage... Eine große Erleichterung!
"Auf den Tisch hauen" halte ich für schwierig, denn ich glaube, dass der Kindergarten dann auch schnell dicht macht und das Kind gar nicht mehr betreuen will. Eigentlich solltet ihr ja Seite an Seite stehen, was aber auch nicht möglich ist, wenn sie sich nicht an Abmachungen halten. (Allerdings ist das Argument "ich kann kein Blut sehen" schon bedenklich - was macht diese Erzieherin denn, wenn ein Kind stürzt und blutet? Weglaufen??! ) Dass Zettel nicht gelesen werden habe ich auch erlebt ("wir haben nicht mal dazu Zeit" war die Begründung der Erzieherin)
Ich denke letztlich gibt es nicht viele Alternativen. Sicherlich sind klare Absprachen hilfreich, aber wenn sich nicht daran gehalten wird bleibt nur noch ein Kiga-Wechsel oder ein Integrationshelfer, um deine Tochter einen normalen Alltag zu ermöglichen. Wobei Wechsel unter Umständen nicht so leicht ist - ich hatte bei vielen Kindergärten nachgefragt und von allen eine Ablehnung erhalten wegen des Diabetes bis auf ein Integrationskindergarten, der hätte uns eventuell genommen (das war meine Alternative zum Integrationshelfer, als noch unklar war, ob wir ihn bekommen)
Ich wünsche euch, dass ihr eine gute Lösung findet - es ist so eine große Erleichterung, wenn der Kindergarten einfach läuft!!
Liebe Grüße
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Re: Kindergarten überfordert?!
18 Juni 2021 11:13Wir wollten keine Fremde Person die dort sitzt, weil wir dachten, dass dann mehr der Eindruck entsteht ( auch für unsere Tochter), dass sie schwer krank sei. Der Sozialdienst des KH hat uns davon auch abgeraten.
Wir hoffen, dass es nach dem Gespräch besser wird.
Die Erzieherin fällt dann nicht in Ohnmacht aber sie kriegt Angstzustände… ich glaube, dass funktioniert im Alltag auch nur, weil sie nie allein ist.
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Re: Kindergarten überfordert?!
18 Juni 2021 11:34Aber sicherlich nicht die einzig mögliche Lösung!!
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Re: Kindergarten überfordert?!
18 Juni 2021 15:44meine Erfahrung sind, das kleine Private/Elterninitiativen da oft überfordert sind.
Es hilft ja schon zb ein FSJ zu haben und wenn man sich den rann nimmt. Die gibts aber oft bei kleinen halt nicht und zu ein Integrationshelfer hast glaube ein falsches Bild, was der macht, der läuft eigentlich als Erzieher mit und hat keine gelbe Weste mit roten Kreuz an.
Eine andere Option wäre auch wenn ein Erzieher eine MPZ (zusatzausbildung) macht und ihr ein erweiterten Status beantragt, dann bekommt Kita 3 bis 4 mal so viel Geld. Da ist aber wieder das Problem, das kleine Kitas sich das Zeitlich gar nicht leisten können, das ein Erzieher 1 oder 1/2 Tag in der Woche fehlt.
Also richtige Lösungen sind das nicht, die dir helfen, da bleibt nur reden und nein, ist nicht zu viel verlangt, das ist machbar, wenn man möchte.
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Re: Kindergarten überfordert?!
18 Juni 2021 18:38Wegen der Fortbildung kann ich mich erkundigen… die privaten Einrichtungen brauchen ja immer monetäre Zuwendung.
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Re: Kindergarten überfordert?!
15 Aug. 2021 12:10Wir sind gespannt wie das von unserem Sohn (5 Jahre) mit aufgenommen wird und wie es läuft.
Viel Erfolg
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Re: Kindergarten überfordert?!
15 Aug. 2021 21:55du meinst wohl §§ 75, 112 SGB IX, das ist aber ab 2020, das hat aber nichts direkt mit KK zu tun. Nur das KK dies oft übernimmt und sich dann das Geld vom Amt wieder holt und ohne Probleme ist eher realtiv, da habt ihr einfach glück gehabt.
Cheffchen
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Re: Kindergarten überfordert?!
17 Aug. 2021 19:36Blutig messen musste eigentlich nie jemand. Nur im Notfall. Die Ergebnisse waren trotzdem recht unbefriedigend. Es wurde selten korrigiert, weil Hoch weniger akute Gefahr ausstrahlt als Tief.
Die Lösung bei uns ist ein kompletter Systemwechsel auf einen hypriden Closed Loop. Das Essen ist von uns vorbereitet. Bolus nach Vorgabe. Den Rest macht tatsächlich der Loop.
Ich hätte selbst nicht erwartet, dass es so gut (bzw. so viel besser) klappt. Unsere TiR ist von 50% auf 75% hoch.
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Re: Kindergarten überfordert?!
18 Aug. 2021 09:53Leider hat sich bei uns nichts weiteres getan. Das Gespräch wurde in den Herbst verschoben.
Da es sich um einen privaten KiGa mit besonderer Pädagogik handelt gehen wir davon aus, dass ein Inklusionshelfer/Helferin nicht erwünscht sein wird.
An der Schule auf die sie gehen wird haben sie Erfahrung mit Diabetes und sind sehr engagiert.
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