Hallo Lili,
mein Sohn geht auch in die 5. Klasse einer Regelschule und er hat seit der 1. Klasse einen Integrationshelfer, der ihm von unserer Krankenkasse auch über die Grundschulzeit hinaus im Rahmen des Persönlichen Budgets bewilligt wurde. Obwohl mein Sohn nach inzwischen 9 (!) Jahren Diabetes sehr wohl um seine Erkrankung und die damit verbundenen Gefahren weiß, ist er mit zehn Jahren längst nicht so weit, seinen Diabetes vollkommen eigenständig während der Schulzeit zu managen. Es gibt immer wieder Situationen, in denen er damit einfach überfordert ist, vor Klassenarbeiten, beim Sport, teilweise auch einfach im Unterricht, wenn er sich stark konzentrieren muss. Das hat nichts mit einer schlechten Einstellung zu tun, sondern einfach damit, dass ein Mensch keine Maschine ist und diese Krankheit teilweise unberechenbar. Der I-Helfer gibt ihm Sicherheit, er kennt ihn seit Jahren und sieht es ihm an der Nasenspitze an, wenn er unterzuckert ist (was mein Sohn mitunter auch mal selbst nicht wahrnimmt). Zum Thema Mobbing: Weder in der Grundschule noch jetzt auf dem Gymnasium ist mein Sohn bisher von den Mitschülern gemobbt worden wegen seines "Bodyguards", im Gegenteil, die meisten finden ihn cool und sehen in ihm so etwas wie einen "großen Freund". Die Lehrer machen hingegen eher Probleme, weil sie sich in "ihrem Klassenraum" beobachtet fühlen und deshalb nicht so agieren können, wie es einige vielleicht gerne würden, wenn nur die Kinder anwesend wären. Aber verhindern konnte es bisher noch kein Lehrkörper, dass mein Sohn seinen I-Helfer mitbringt. Warum auch? Sie sollen eher dankbar sein für diese Entlastung, dadurch haben sie keinerlei Verantwortung für das "behinderte Kind" (wie war das noch mit dem Thema "Inklusion"?)
Wie auch immer, ich kann Dir nur raten, so schnell wie möglich den Diabetologen zu wechseln und einen zu suchen, der Dir nicht noch zusätzliche Steine in den Weg legt. Deine Tochter hat einen gesetzlichen Anspruch auf Integrationshilfe, juveniler Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung und keine "Kleinigkeit"! Wenn Deine Tochter keine Probleme mit einer ständigen Begleitung in der Schule hat, dann solltest Du alles versuchen, ihr diese zu ermöglichen!
Alles Liebe und viel Erfolg auf diesem Weg wünsche ich Dir!
Zuckerschnecke71
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