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Hohe Werte bei Klassenarbeiten

monday
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Diamant Schreiber
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Hohe Werte bei Klassenarbeiten

25 Jan. 2014 18:15
#89215
Hallo Zusammen,
meine Tochter hat vor einigen Tagen eine vierstündige Deutschklausur geschrieben. Die BZ-Werte waren viel zu hoch und ließen sich nicht herunterkorrigieren. (Adrenalin? Aufregung?)
Erst nachdem sie Sport hatte und von der Schule nach Hause gelaufen ist, sanken die Werte wieder in den Keller und dann richtig. Sie kam völlig fertig zu Hause an und konnte sich nicht mal das Traubenzuckerpäckchen alleine öffnen.
Im Mai schreibt sie Abi. Wie soll das bloß funktionieren? :woohoo:
LG und danke schon mal für eure Antworten
Vera

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Mariosmama
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Re: Hohe Werte bei Klassenarbeiten

25 Jan. 2014 21:54
#89220
Hallo,
vllt. hilft während des Schreibens viel trinken (das macht das Blut auch schön dünn und man soll gut denken können) und auf dem Weg nach Hause langsame BE ohne Bolus.
Bei uns gabs grad nen Fußballturnier (ok, nicht ganz vergleichbar). Währenddessen über 300 vor lauter Adrenalin. Weg zurück zur Schule und dann 37mg/dl. Muskelauffülleffekt kann es nicht gewesen sein, bei 2x5min Einsatzzeit.
Gibts nich noch ne Klausur, bei der sie ne andere Strategie ausprobieren kann?
Viel Erfolg
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Joa
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Re: Hohe Werte bei Klassenarbeiten

25 Jan. 2014 21:57
#89221
Hallo Vera,
.
.
monday schrieb: Die BZ-Werte waren viel zu hoch und ließen sich nicht herunterkorrigieren. (Adrenalin? Aufregung?)
Sicher nicht nur Adrenalin, da gibt es noch ein paar Stresshormone mehr. :pinch:
Grundsätzlich ist die Reaktion auf Stresssituationen, die nicht körperlich abgearbeitet werden können recht verschieden, oft halt mit einer deutlichen BZ-Entgleisung nach oben gekoppelt und eine 4-stündige Klausur ist schon eine recht lange Stresssituation für manche SchülerInnen.
Erst nachdem sie Sport hatte und von der Schule nach Hause gelaufen ist, sanken die Werte wieder in den Keller und dann richtig.
Auch nicht unerwartbar. Wenn eine temporäre Stresslage vorbei ist geht es oft relativ flott wieder runter, so dass Korrekturen erst mal in eher moderater Dosis anempfohlen werden.
.
Sie kam völlig fertig zu Hause an und konnte sich nicht mal das Traubenzuckerpäckchen alleine öffnen.
Nun ja, man könnte auch sagen, sie sei in's offene Messer gelaufen?
Auf Insulinkorrekturen Sport und dann Fußwege ist halt vabanque gespielt.
.
Im Mai schreibt sie Abi. Wie soll das bloß funktionieren? :woohoo:
Mit dem Wissen, dass das nicht wirklich ungewöhnlich ablief die Sache einfach gelassener sehen und vorsichtige Gegenstrategien der Insulinanwendung planen. Und höhere Werte während der Klausuren vlt. auch einfach tolerieren, wenn sie sich nicht allzu einschränkend bemerkbar machen (siehe auch Nachteilsausgleich)?

Gruß
Joa
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reiner123
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Re: Hohe Werte bei Klassenarbeiten

27 Jan. 2014 13:53
#89250
Hallo Vera,

mein Sohn (12.Klasse/G9) hat das gleiche Problem.

Wir haben diesbezüglich ein bisschen experimentiert und haben auch einen bestmöglichen Diabetes-Klausur-Fahrplan erstellt.

Bestmöglich deshalb, weil man es nicht schafft, BZ-spitzen gänzlich zu vermeiden, sondern nur zu mäßigen.
Bei allen aufgeregten, gestressten Schülern erhöhen sich wohl Puls, Blutdruck und Atemfrequenz. Bei unseren diabetischen Schützlingen kommt eben noch eine BZ-Erhöhung hinzu. Mein Sohn fährt ganz gut mit folgendem Plan:

1. Vor der Klausur messen!
Ist er hier schon zu hoch, ohne dass DM-Managementfehler vorliegen (Frühstück zu niedrig abgebolt, BE verschätzt, etc), ist der hohe Wert allein der Aufregung zuzuschreiben. Es wird maximal mit dem halben Korrekturfaktor gebolt!!!

2. Mein Sohn weigert sich, während der Klausur zu messen. Denn "...macht mich nur kirre, lenkt vom Klausurthema ab. Habe ja schon vor der Klausur alles für meinen BZ getan. Bole ich zuviel, rausche ich nachher ab."

3. Er behauptet, dass man sich mit einem höheren BZ-Wert, der ganz allein durch Stress ausgelöst wurde, trotzdem gut konzentrieren kann. Seine Konzentrationsfähigkeit wird nur durch "echte" BZ-Erhöhungen beeinträchtigt, also wenn das Verhältnis BE/Insulin nicht stimmt. Keine Ahnung, ob das nur für ihn gilt, oder für alle Diabetiker.

4. Nach der Klausur messen, und maximal mit dem halben Faktor korrigieren!!!

Vera, die stressbedingte BZ-Erhöhung kann zu Anfang ein bisschen störrisch sein, sie will einfach nicht "normal" sinken. Trotzdem nur die Hälfte bolen. Denn irgendwann (anscheinend wenn Körper beschließt von Stress auf Entspannung umzuschalten, was ganz unterschiedliche Zeitspannen haben kann, weil er dazu vielleicht verschiedene Hormone verarbeiten bzw. produzieren muss), rauscht zumindest mein Sohn ganz plötzlich und gleich in den Keller.

Vielleicht kann sich Deine Tochter hieraus einen eigenen Fahrplan schnitzen. Pirscht Euch vorsichtig und geduldig vor.

Lieben Gruß und allzeit gut Werte.
Tina



ist
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monday
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Re: Hohe Werte bei Klassenarbeiten

29 Jan. 2014 19:37 - 29 Jan. 2014 19:47
#89326
Herzlichen Dank für eure Antworten. Besonders Dir, Tina für deinen ausführlichen Klausurfahrplan.
Meine Tochter war jetzt drei Tage im Kh zur Neueinstellung, weil selbst die Ärztin mit ihren Werten nichts anfangen konnte. Sie hatte die letzten zwei Wochen zur Überprüfung den Sensor. (Und somit während der Arbeit reichlich Gelegenheit darauf zu gucken). Bei den Kurven waren überhaupt keine Übereinstimmungen.
Jetzt ist alles wieder gut. Ich hoffe, das bleibt zu Hause auch so.
Sie durfte relativ wenig BE essen und hat nur Diät Nachtisch bekommen und musste natürlich auch Basalfasten. Die Schwestern verstehen das einfach nicht, dass man als Diabetiker nicht unbedingt Diätnachtisch bekommen muss- oder die aus der Küche nicht- und die orientieren sich an den Typ II Diabetikern.

Für meine Tochter ist der Diabetes derzeit mal wieder eine echte Belastung. Das mag aber auch an den bevorstehenden Abiprüfungen liegen(und den vielen Gedanken, die man sich so macht: wie wohl alles weitergehen wird und wo es wohl hingeht-alles aufregend, aber die Ungewissheit ist auch ein bisschen belastend). Bei zusätzlichem anderen Stress ist es ja oft so, dass auch die Belastungen, die man sonst mit links meistert plötzlich wieder wie ein riesieger Berg erscheinen.
LG Vera

PS: Von einem Nachteilsausgleich will meine Tochter nix wissen. Sie meint: "das kann ich im Abi auch nicht geltend machen, also muss ich da durch."
Letzte Änderung: 29 Jan. 2014 19:47 von monday.

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reiner123
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Re: Hohe Werte bei Klassenarbeiten

30 Jan. 2014 01:25
#89334
Hallo Vera,

schön, dass Deine Tochter jetzt wieder gut eingestellt ist.

Vielleicht bietet sie nun bald ihrem Diabetes wieder das "Du" an. Verständlich, dass er sie genervt hat. Sie bemühte sich um ihren Diabetes, aber der zickt nur rum. Ausreißer nach oben und unten. Dann noch wegen ihm ins Krankenhaus und hungern müssen. Als absolute Krönung bekommt sie noch von den Schwestern, also Leute vom Fach, die es schließlich besser wissen sollten, Diätspeisen vorgesetzt. Klar, das nervt!
...(Und somit während der Arbeit reichlich Gelegenheit darauf zu gucken). Bei den Kurven waren überhaupt keine Übereinstimmungen....

Was meinst Du nur damit? Wir haben ja leider keine CMG. Meinst Du keine Übereinstimmungen mit dem BZ-Messgerät? Mit was sollen Kurven übereinstimmen?
Bitte, klär' mich auf!

Konnte Deine Tochter mithilfe des Sensors etwas über ihren BZ in stressigen Klausuren herausfinden?

Lieben Gruß
Tina

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monday
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Re: Hohe Werte bei Klassenarbeiten

30 Jan. 2014 17:30
#89350
Hallo Tina,
beim CGM gibt der Sensor alle fünf Minuten einen Wert an die Pumpe weiter. Auf dem Monitor der Pumpe kann man verfolgen, wie der Wert gerade ist. Die Werte werden dort zu einer Kurve verbunden dargestellt. Mit dem Computer (und dem entsprechendem Programm) kann die Ärztin die Werte des Sensors auslesen und die Kurven von mehreren Tagen abgleichen. Wenn z.B. an mehreren Tagen die Kurven um 15 Uhr einen hohen Blutzuckerwert zeigen, weiß man, dass dann in der Zeit vorher an der Einstellung etwas nicht (mehr) stimmt und kann entsprechend die Basalrate oder den Bolus anpassen.

Die Ärztin meinte, es könnte auch sein, dass meine Tochter an dem Tag leichte Ketonwerte ghabt hat und durch das massive Korrigieren sie wieder wegbekommen hat. (Haben wir aufgrund des Unterzuckers hier nicht mehr kontrolliert. Und in der Schule hatte sie keine Ketonstreifen dabei, geschweige denn, dass sie Zeit gehabt hätte, die zu kontrollieren.)
Dafür spräche, dass sie sich während der Arbeit überhaupt nicht konzentrieren konnte.
Andererseits hat sie sich selber auch unter Druck gesetzt, weil sie die letzten beiden Klausuren auch nicht die Punkte geschrieben hat, die sie gewohnt ist in Deutsch zu schreiben, was wieder für Stresshormone spräche.
Somit haben wir nicht wirklich etwas herausgefunden. Euren Klausurplan werden wir auf jeden Fall im Kopf behalten.
LG Vera
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