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erster Schultag

Mel1983
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erster Schultag

13 Aug. 2012 09:06
#72000
Hallo

Mein Sohn (5) hat heute seinen ersten Schultag. Mein kleiner/großer hat seit Oktober 2011 Diabetes und kann seinen BZ messen aber brauch hilfe beim auswerten. Die Lehrerin schieb schön jetzt alles von sich und ich möchte garnicht wissen wie das mit dem Mittagessen wird... :(
Meine Frage: wer hat am Wochenende auch eingeschult und wie ist euer Gefühl für die Schule?!

LG Melanie

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TinaSchnecke
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Re: erster Schultag

13 Aug. 2012 11:14
#72010
Wir, in Brandenburg, sind jetzt schon seit einer Woche dabei.
Max gefällt die Schule, nur die Zeit zwischen den Pausen ist etwas kurz :woohoo:

Wir hatten uns frühzeitig im Februar begonnen um einen Einzelfallhelfer zu kümmern, der auch die medizinische Betreuung übernehmen darf. Der Anspruch war von Anfang an unstrittig, die Umsetzung dennoch gar nicht so einfach, da das Amt einfach keinen Träger gefunden hat, der bereit war das zu übernehmen. Entsprechendes Personal gibt es nicht.
Knapp zwei Wochen vor Schulbeginn, haben wir dann doch jemanden "zugeteilt" bekommen. Und wir haben großes Glück. Sie macht einen super Eindruck. Intelligent, kompetent, ohne Hemmungen und Angst. Auch, dass sie zwei Kinder mit ihren individuellen Unterschieden und utnerschiedlichen BZ-Einheiten betreut, ist für sie kein Problem. Sie ist ausgebildete Krankenschwester, den Schulungspart zum Diabetes bei unseren Kindern haben wir Eltern übernommen.
Das Thema Hort ist noch nicht abschließend geklärt - das will einfach niemand bezahlen. Momentan wird Max von seinen Kita-Erzieherinnen weiter betreut, da der Hort auch von der Kita getragen wird.
Im Großen und Ganzen sind wir aber sehr zufrieden mit unserem Schulstart.
Mit der Lehrerin konnte ich aber noch nicht wieder reden. Ihr Part ist ja durch die Einzelfallhelferin eher gering, aber auch wenn sie sehr erfahren ist, wie bei uns, wäre es doch in den ersten Tagen und Wochen eine ziemlich große Aufgabe sich gleich noch um die DM-Betreuung eines ihr noch fremden Kindes zu kümmern. Außerdem hat sie ja noch bis zu 30 andere fremde Kinder in der Klasse, die sie erst mal kennenlernen muss. Ich denke in der ersten Zeit musst du da nachsichtig sein. Zum Mittagessen wurde uns von der Schulleiterin von vornherein gesagt, dass das die Lehrerin nicht leisten kann, das klappt vom Ablauf her einfach nicht. Darum haben wir auch die Einzelfallhilfe beantragt.
Das zarte Alter deines Sohnes wäre für mich ein Grund, ihm unbedingt Unterstützung durch so einen Integrationshelfer zu besorgen. Unser Max ist schon 7, kriegt aber kaum was allein auf die Reihe, ohne, dass man ihn erinnert, was manchmal nervt, aber gerade bei Jungen durchaus altersgerecht ist, denke ich. Aber es ist ja jedes Kind anders.

Alles Gute
Tina

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Mel1983
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Re: erster Schultag

13 Aug. 2012 11:30
#72013
vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort...

einen Schulhelfer wollte ich unbedingt beantragen aber das Jugendamt stellt sich sowas von quer das da kaum ein duch kommen ist. Das Seymon´s Lehrerin genug zu tun hat weiß ich und ich versuche auch Ihr das "Leben" so unkompliziert wie möglich zu machen aber Sie sperrt sich gegen alles was damit zu tun hat ( Ihre Angst das der kleine umkippt ist so groß das sich sich diese Angst auch nicht nehmen lässt)
Ich hoffe das es mit der Zeit besser wird und Sie sieht das Diabetes kein Untergang ist :)

Ein Integrationshelfer? Sagt mir nichts... Seymon hatte in der Kita einen Integrationstatus aber der ist ab Schulbeginn verfallen... hmm ich mach mich mal schlau :)

Nochmal lieben Dank

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Lucy0206
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Re: erster Schultag

13 Aug. 2012 14:28
#72018
Lucy kommt am 1. September in die Schule. Wir haben uns auch schon im Vorfeld mit der Schule verständigt. Zusammen mit der Schule haben wir beim Schulamt einen Integrationsplatz beantragt, dieser wurde auch genehmigt. Lucy´s Klassenlehrerin bekommt momentan eine Stunde in der Woche mehr bezahlt, diese wird sie dann nutzen, um Lucy beim 2. Frühstück zu unterstützen (Blutzuckerwerte auswerten, messen kann Lucy allein, darauf achten, dass Lucy auch ihr 2. FS einnimmt). Lucy wird zusätzlich noch einen 2. Büchersatz bekommen, damit sie, wenn sie schlechte Bz-Werte hat, nicht die schweren Bücher nach hause tragen muss. Zum Mittagessen kommt der Pflegedienst, um zu spritzen. Das Essen selbst wird vom Küchenpersonal abgewogen. Wie es mit dem Hort wird, weiß ich noch nicht. Da hatten wir auch eine Integrationsstelle beantragt, aber noch keine Antwort erhalten.
Vielleicht ist es ratsam, dass ihr euch mal mit der Dianino-Stiftung in Verbindung setzt. Die haben mir eine DVD zugeschickt, die habe ich erstmal weiter an die Schule gegeben, da wird den Lehrern der Diabetes erklärt und auch gewissen Ängste genommen. In der ersten Septemberwoche wir eine Diabetesassistentin von der Stiftung in die Schule kommen und das Schulpersonal schulen. Wäre für euch bestimmt auch was.

Alles Gute und liebe Grüße Manja :)

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Wenke
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Re: erster Schultag

13 Aug. 2012 16:26
#72020
Hallo Mel,

Lars (7) kommt zwar schon in die dritte Klasse, aber er hat seinen Diabetes vor zwei Jahren nur wenige Wochen nach der Einschulung bekommen.

Die Lehrerin war damals auch ganz schön in Schockstarre. Sie hatte (verständlicherweise) ständig Angst, dass Lars ihr aus den Latschen kippt und hat ihn fast stündlich aufgefordert etwas zu essen. Das war häufig sogar nötig, denn die erste Klinik hatte Lars (ohne uns irgendwie nach unserer Meinung / unseren Wünschen zu fragen) auf CT eingestellt und die Insulinwirkung war meistens am späten Vormittag viel zu stark. Gemessen hat in der Schule in den ersten Monaten (bevor Lars es selber konnte) nie jemand.
Nach ein paar Wochen hatte ich schon keine Lust mehr der Lehrerin unter die Augen zu treten, weil sie mir doch nur wieder erzählte, Lars sei ständig müde und dass wir ihn doch mal richtig durchchecken lassen sollten (die Diabetologin fand, er sei ausreichend durchgecheckt und war von ihrer Therapie begeistert).
Zeit für ein echtes Gespräch hatte die Lehrerin aber auch nicht wirklich.

Und dass es sowas wie einen Integrationshelfer oder Schulbegleiter (was zumindest hier das gleiche ist) gibt, hat mir natürlich auch weder jemand von der Schule noch irgend ein Arzt gesagt.

Aber irgendwie haben wir mit der Lehrerin die Kurve gekriegt!

Sie ist inzwischen unglaublich engagiert und wir sind in regem Dialog.

Seit letzten Herbst kämpfen wir für einen Integrationshelfer. Wir werden wohl keinen bekommen. Wir brauchen ihn auch nicht mehr so ganz dringend, aber besonders in der ersten Zeit wäre es schon eine unglaubliche Erleichterung gewesen.
Drücke euch die Daumen, dass es bei euch klappt!

Und was die Lehrerin anbetrifft: dranbleiben. Vielleicht braucht auch eure Lehrerin einfach nur ein bisschen Zeit und ist in ein paar Wochen schon "geschmeidiger".

LG Heike
Heike mit Lars (*9/2004, DM seit 11/2010, Minimed 640G, Humalog)

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Blumenmama
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Re: erster Schultag

23 Sep. 2012 11:38
#73488
Auch meine Tochter ist letze Woche Eingeschult worden. Leider ist unsere Lehrein auch sehr überfordert und hat jetzt um Hilfe für das erste Halbjahr gebeten. Nach unzähligen Telefonaten mit dem Landratsamt steht nun fest das es wohl keine begleitende Hife geben wird weil die ja gar keinen Blutzucker messen dürfen und keinen Bolus abgeben dürfen. Ich werde in nächster Zeit immer zur Pause in die Schule gehen und hoffe das die Lehrerin bald nicht mehr so ängstlich an das ganze ran geht.

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TinaSchnecke
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Re: erster Schultag

25 Sep. 2012 11:03
#73550
Blumenmama schrieb: ... weil die ja gar keinen Blutzucker messen dürfen und keinen Bolus abgeben dürfen.

Das stimmt nicht! Das Amt kann durchaus eine begleitende Hilfe bewilligen, die die Erlaubnis hat, auch die medizinischen Tätigkeiten durchzuführen. Diese muss dann wahrscheinlich entsprechend ausgebildet sein, z.B. Krankenschwester.
Wir haben eine solche Hilfe bewilligt bekommen für die Schulzeit. Ein anderes Problem ist es, solch eine Person auch zu finden. Die Träger (meist Wohlfahrtsverbände wie z.B. die AWO), die Einzelfallhilfen (inkl. Vertretung!) zur Verfügung stellen, haben idR. kein für die Diabetes-Betreuung UND Schulbegleitung ausgebildetes Personal (DM-Betreuung ist ja schon was anderes, als einen Rollstuhlfahrer durch die Gänge zu schieben oder einen entwicklungsverzögerten "Träumer" immer wieder an seine Aufgaben zu erinnern) und lehnen dann auch ab die Aufgabe zu übernehmen. Wenn man dann keine engagierten Sachbearbeiter hat, bekommt man vielleicht eine Aussage wie oben.
Bei uns hat die Suche (durch das Amt) mehrere Monate gedauert. Erst zwei Wochen vor Schulbeginn haben sie jemanden gefunden. Ich rate allen, die die Wahl haben, mindestens ein halbes Jahr vorher den Antrag zu stellen und dann dran bleiben, nicht abwimmeln lassen, bis ihr jemanden habt.
Falls euch das Amt niemanden zur Verfügung stellen kann oder will, gibt es auch die Möglichkeit des persönlichen Budgets - da sucht und bezahlt ihr jemanden der euer Kind betreut und bekommt dafür Geld (evtl. nur einen Teil :( ) vom Amt.

Alles Gute
Tina
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wolke09429
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Re: erster Schultag

24 Aug. 2013 07:33
#84632
Hallo Tina,
dein letzter Eintrag ist zwar schon ein Jahr her aber das Thema ist ja immer noch aktuell. Darf ich fragen, ob ihr die Leistung einkommensabhängig bezogen habt? Wir leben auch in Brandenburg, unser Sohn ist gerade eingeschult und wir haben nun gerade die Ablehnung der Übernahme der Kosten für die Einzelfallhelferin bekommen, weil das ganze einkommensabhänig ist (sein soll).
Wie sieht es denn jetzt im neuen Schuljahr aus?
Die Einzelfallhelferin ist im Einsatz, weil wir erst ZWEI Tage vor der Einschulung überhaupt vom Amt die Nachricht bekommen haben, dass Erik einen Anspruch auf Hilfe hat. Wäre die Info mit JA er hat grundsätzlich Anspruch aber SIE müssen bezahlen, weil sie "zu reich" sind eher gekommen (Antrag lag seit Februar vor), dann hätte man ja auch noch nach einer anderen Lösung suchen können.

LG
Heike

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tonja
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Re: erster Schultag

24 Aug. 2013 16:06 - 24 Aug. 2013 16:11
#84653
Hallo,
das Problem haben wir auch. Das scheint mir jetzt eine Brandenburger Spezialität zu sein und ich muss etwas länger ausholen.

Seit unser Sohn in der ersten Klasse erkrankte haben wir einen Einzelfallhelfer. Der Helfer war quasi schon in der Schule vorhanden, weil es bereits ein Zuckerkind gab. Von der 1. Bis zur 3. Klasse erfolgte die Bewilligung einkommens- und vermögensunabhängig. Wir mussten keine Angaben zu Einkommen und Vermögen machen und nichts dazu zahlen.

Da für das anderer DM- Kind im letzten Jahr die Hilfe noch für die 4. Klasse bewilligt war, haben wir für die jetzt begonnene 4. Klasse unseres Sohnes erneut einen Antrag beim Sozialamt des Landkreises gestellt. Auf einmal sollten wir Fragebögen zu Einkommen und Vermögen ausfüllen.

Ich habe mich geweigert und darauf hingewiesen, dass die Einzelfallhilfe nach § 53 in Verbindung mit § 54 SGB XII, wenn sie für die Erlangung einer allgemeinen Schulbildung nötig ist, einkommens- und vermögensunabhängig zu gewähren ist. Vom Landkreis habe ich keine verständliche Erläuterung bekommen, warum ab diesem Jahr alles anders sein soll. Am Telefon wurde etwas von neuen Urteilen erzählt, die dann aber nicht benannt werden konnten. Ich habe mich also weiter geweigert auszufüllen, weil ich genau weiß, dass eine erhebliche Kostenbeteiligung errechnet worden wäre. Wozu soll ich also alles ausfüllen, wenn ich ohnehin zahlen muss.

Wir haben dann einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Sozialgericht gestellt und sind leider beim Sozialgericht Neuruppin und beim Landessozialgericht Berlin gescheitert. Im Nachhinein sage ich zu Recht.
Im einstweiligen Rechtsschutz entscheidet das Gericht über die streitige Rechtsfrage ja nicht endgültig, sondern nur vorläufig und das auch nur, wenn es besonders dringend ist. In unserem Fall musste das Gericht dafür prüfen, ob es uns nicht zuzumuten ist in Vorleistung zu gehen und das Geld, wenn wir im Hauptsacheverfahren später gewinnen, dann eben zurück gezahlt bekommen.
Weil ich keine Angaben zu unseren Einkommens- und Vermögensverhältnissen gemacht habe, konnte das Gericht das nicht prüfen und deshalb gab es keinen einstweiligen Rechtsschutz. Das wurde mir schon im Laufe des Verfahrens klar. Ich hatte aber immer noch gehofft, dass das Gericht noch was Inhaltliches zur eigentlichen Streitfrage sagt, was aber nicht geschehen ist. Richter machen auch nicht mehr als sie müssen.

Gerichtskosten entstehen vor dem Sozialgericht nicht und die Behörden lassen sich in der Regel nicht anwaltlich vertreten, so dass es kein Kostenrisiko gibt, wenn man die Klage ohne Anwalt führt. Gegebenenfalls muss man nur seinen eigenen Anwalt bezahlen. Anwaltszwang besteht nicht. Man kann auch Prozesskostenhilfe beantragen.

Soweit so gut. Wir haben jetzt keinen Einzelfallhelfer. Wenn ich nicht in Vorleistung gehe, kann ich auch nicht das Hauptsacheverfahren führen, denn bis das entschieden wird, ist Theo 5. Klasse und braucht dann auch keinen Helfer mehr.

Wir haben uns deshalb entschieden für ein halbes Jahr in Vorleistung zu gehen. Das heißt für das nächste Schulhalbjahr haben wir mit der bisherigen Einzelfallhelferin den Arbeitsvertrag geschlossen und bezahlen sie. Parallel werden wir auf Erstattung der Kosten klagen.

Eine andere Betroffene hat die Angaben zu ihren Einkommensverhältnissen gemacht und es wurde eine erhebliche Kostenbeteiligung von mehreren Hundert Euro errechnet. Das Kind wurde gerade eingeschult. Sie haben auch eine einstweilige Anordnung beantragt und auch bekommen. Das heißt sie hatten Erfolg, weil das Gericht hier prüfen konnte und es für unzumutbar hielt, dass sie in Vorleistung gehen.
Es hat also durchaus Sinn, wenn Ihr jetzt beim Sozialgericht eine einstweilige Verfügung beantragt.

Ich glaube, dass in Brandenburg die geplante Inklusion Ursache für die geänderte Praxis ist. Die Inklusionsidee ist schöne, aber das Land plant ohne, dass dafür die notwendigen Bundesgesetze geändert wurden und bezahlen müssen auf einmal die Kommunen und Landkreise, die sich jetzt wehren, allerdings auf unserem Rücken. :angry:

Solange die meisten Behinderten in Förderschulen gehen, werden die Förderschulen aus dem Landeshaushalt bezahlt. Werden die Förderschulen aufgelöst und alle gehen in Regelschulen, brauchen die Kinder alle verschiedene Hilfen, um den allgemeinen Schulbesuch bewerkstelligen zu können. Dann sind wir bei der Einzelfallhilfe nach §§ 53 und 54 SGB XII. Das müssen die Landkreise bezahlen, die eine Kostenlawine ohne Ende auf sich zu rollen sehen. Deshalb werden sie jetzt spitzfindig, was auch wir zu spüren bekommen.

Die Begründung im Gerichtsverfahren der weiteren Betroffenen habe ich dann endlich verstanden. Der Landkreis sagt, dass die Einzelfallhelferin bei unseren Kindern nicht dazu das ist, dass sie Schulbildung erhalten können, sondern dass die Krankheit behandelt wird, das wäre Gesundheitspflege und keine Integrationshilfe.

Ich halte dies für sehr spitzfindig und an dem Problem vorbeigehend. Natürlich beeinträchtigt der DM nicht die Fähigkeit meines Sohnes zu lernen. Aber ohne „Aufsicht“ kann er nicht zur Schule bzw. kann dem Unterricht nicht so gut folgen bzw. hat einen Unfall bzw. bekommt Langzeitschäden. Würde man der Argumentation folgen, dürften nur die „geistig Behinderten“ Integrationshilfe bekommen, das es ja nur dann um die eigentliche Schulbildung geht.

Höchstrichterlich entschieden ist das Ganze bisher nicht. Ich vermute, dass es bisher wegen der nicht vorhandenen flächendeckenden Inklusion auch nicht soviel Streit gab.
Wir haben uns jedenfalls vorgenommen bis zum Bundessozialgericht zu gehen, wenn möglich.
Letzte Änderung: 24 Aug. 2013 16:11 von tonja.
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wolke09429
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Re: erster Schultag

24 Aug. 2013 20:29
#84659
Danke für deinen langen Bericht und er erklärt mir doch so einiges.
Ich habe nämlich auch heute noch die Schreiben bzgl. der Unterstützung die wir im Kindergarten bekommen haben herausgesucht und das kam ich eben zu dem Ergebnis, dass wir nach heutiger Regelung im letzten Jahr schon hätten zahlen müssen. Da ging es zwar "nur" um eine Stunde pro Tag, aber 300,00 € waren das im Monat dann auch.
Darf ich noch fragen aus welchem Landkreis ihr kommt? Wir sind aus OHV.
Am Montag sitzen wir bei der Anwältin und dann werden wir mal sehen, wie wir vorgehen.
Die Einzelfallhelferin muss bei Erik bleiben, ohne geht nicht. Und die Überlegung sie dann selber anzustellen hatten wir auch schon.
Ich werde berichten, vielleicht gibt es auch einfach mal ein neues Thema dazu, denn das dürfte ziemlich vielen hier unter den Nägeln brennen.

LG
Heike

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