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Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
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Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
04 Feb. 2012 10:29Ich bin ganz neu hier. Mein Sohn (5 Jahre) hat seit dem 23.1 2012 DM. Er geht in das letzte Jahr in den Kindergarten hier im Dorf. Wir haben den Kindergarten umgehend von der Dm informiert und Infomateriel und die Telefonnummer zwecks einer Schulung des Diabetes Zentrums überbracht. Leider kommt von seitens des Kindergartens gar nichts. Wir warten seit über einer Woche auf eine Antwort ob unser Sohn den Kindergarten wieder besuchen darf. Es ist für ihn unverständlich warum alle seine Freunde hin dürfen, nur er nicht.
Wir haben dem Kindergarten angeboten jeden Morgen zum Frühstück zu kommen um ihm das Insulin zu verabreichen (er hat eine Insulinpumpe). Ich bin selber Erzieherin und habe mich als Integrativkraft für je zwei Stunden täglich (oder so) angeboten. Aber (angeblich) wurde alles abgelehnt. Der Kindergarten hat einen kirchlichen Träger!
Ich möchte meinen Sohn nicht aus der Gemeinschaft reißen, zudem ist es nur noch ein halbes Jahr bis zur Einschulung. Wie es dann dort weitergeht weiß ich noch nicht.
Hat jemand Erfahrung mit sowas?
Wie sehen unsere Rechte und Pflichten aus?
Was kann bzw. muss ich tun um meinem Sohn ein normales Leben im Kindergarten und in der Schule zu ermöglichen?
Lieben Dank für Antworten!
Christiane :dry:
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
04 Feb. 2012 11:18Erstmal ein herzliches Willkommen hier!
Zu deiner Frage: das kommt immer ganz auf den "guten Willen" des KiGa an.
"Müssen" muss da gar keiner was, "können" können sie aber.
Zu diesem Thema wurden schon etliche Diskussionen in der Sparte "Schule-Kindergarten" geführt - lies doch mal quer, ob da nicht schon einige deiner Fragen beantwortet wurden.
Da von Seiten eures KiGas ja noch gar keine Reaktion zu kommen scheint, würde ich an deiner Stelle erstmal das persönliche Gespräch suchen, um zu gucken, welche Probleme sich in eurem Fall auftun.
Erst dann hast du ja überhaupt einen Anhaltspunkt, um reagieren zu können.
Vermutlich ist euer Sohn auch das erste DM Kind, mit dem der KiGa konfrontiert wird und sind jetzt auch erstmal ratlos, was geht und was nicht geht.
LG, Cordula
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
05 Feb. 2012 22:12wir leben auch in einem Dorf, der "nur" 2 Kindergärten hat beide von demselben kirchlichen Träger.
Meine Tochter hat mit 2 Jahren DM bekommen und war damals in der Krippe eines der beiden Kindergärten. Die Krippenerzieherinnen haben dankenswerterweise das komplette Diabetesmanagement nach ein paar Tagen begleitende Schulung durch mich übernommen. Trotzdem wollte diese Kindertagesstätte meine Tochter nicht im Kindergarten übernehmen, die neue Leitung sah sich nicht dazu in der Lage mit mir auch nur über die Möglichkeiten von Integrationshilfen wie Pflegedienst, erhöhter Integrationsfaktor oder Integrationshilfe zu diskutieren. Wobei die ALTE Leitung mir schon mündlich zugesagt hatte.
Der 2. Kindergarten im Dorf sah das alles viel enspannter, dort war bereits ein Kind mit DM und Pia ist in die gleiche Gruppe aufgenommen worden. Alle Erzieher wurden von unserem DM-Berater geschult und die Erzieher aus Pias Gruppe bekommen jeden Tag einen DinA4 Zettel mit allen notwendigen Anweisungen, d.h. Korrekturfaktoren, Mahlzeitenfaktoren, Anzahl Be in der Brotzeitdose, was bei einem niedrigem Zucker an ZusatzBEs zu geben ist. Alle sind super engagiert udn vom Bezirk Oberbayern wurde der erhöhte Integrationsfaktor von 4,5 genehmigt.
Es hängt also nicht am Träger, sondern wirklich von der Leitung und den Erziehern selber ab. Wichtig ist, dass du selber sie noch einmal persönlich ansprichst, ob sie noch weitere Informationen zur Entscheidung benötigen würden. Und das du Ihnen gegenüber ehrlich bist und zeigst, dass kleine Fehler kein riesen Drama sind. Es kann immer mal dazukommen, dass eine Bz-Messung im Stress vergessen wurde oder das eine Bolusabgabe nicht getätigt wurde. Aber wichtig ist, dann nicht in Panik zu verfallen, sondern den Fehler zu korrigieren. Unsere Erzieher halten sich ganz strikt an die schriftlichen Anweisungen und waren dann oft erstaunt, dass es trotzdem zu hohen oder niedrigen Werten kommen kann. Ich weise dann immer auf die Mondphase, WEtterumschwung und den lieben Gott hin und das es bei mir oft auch nicht anders aussieht. Man merkt den Erziehern aber an, dass sie mit jedem Tag sicherer im Umgang mit der Krankheit werden und es echt toll managen.
Viel Glück und ein genauso tolles Team wie unseres.
Astrid
PS: Vielleicht kann ich unsere Erzieher fragen, ob eure erzieher sie mal anrufen könnten
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
06 Feb. 2012 06:59Astrid hat es sehr treffend ausgedrückt und ich schliesse mich ihr absolut an!
Marie geht auch in einen katholischen Kindergarten - der übrigens der einzige war, der sich überhaupt auf das "Experiment" Diabetes einlassen wollte.
Unsere Kindergartenleitung ist bestimmt bereit mit Eurem zu telefonieren, also biete das doch mal der Kiga-Leitung an. Denn es ist sicher etwas anderes, ob die Erzieher die Einschätzung der Eltern oder von anderen "betroffenen" Erziehern überbracht wird.
LG, Maja
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
24 Feb. 2012 18:57Den haben wir wenn unsere oma auf unsern Bazi aufpasst auch , die kommen zu festgelegten zeiten und übernehmen das dann, in unseren Fall ist das die Diakonie.
lg mimo
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
25 Feb. 2012 09:08wir hatten vor ca. einem Monat das erste kennelernen im KiGa und hatten Glück,
da unsere Kids ja so einen aussergewöhnlichen Typ Diabetes haben und nicht mit Insulin sondern mit Gibenclamid behandelt werden. Wir fragen vorsorglich erst mal nach ob sich der Kiga das denn zutrauen würden und siehe da...die Leitung kannte noch nicht mal Typ 1, kann Vorteil und Nachteil haben. Wir sehen den Vorteil: Keiner der Erzieher kann sagen:"Kenn ich schon,wir hatten schon ein Dia-Kind"! denn unser Typ unterscheidet sich ERHEBLICH vom Typ 1...Lisa darf "alles" essen,sie hat in der Krabbelgruppe sicher um die 20 Trauben gegessen und es hat nix am BZ gemacht, er ist wenns hoch kommt um 20mg/dL gestiegen.
Aber ich glaube manchmal denken die Erzieher oder Leiter des KiGa,dass das DM-Kind totkrank ist,da zählt für mich wieder der Spruch:" Es ist nur Diabetes"!
Denn wenn man sich ein wenig an die Vorgaben hällt, in euren Fällen Bolus-Abgabe oder Pumpenmanagement,sollte nix schief laufen
Ich frage mich wiederrum auch noch:Was ist wenn die Leiterin selber ein DM Kind hätte???
Naja ich wünsche euch vielGlück bei der KiGa suche
Sarah
Leonard-Marvin *4.11.11 DM seit 22.11.11
Weitere Sonderformen (neonataler Diabetes mellitus)
Anders als beim klassischen MODY kann ein monogenetischer Diabetes mellitus nicht nur Heranwachsende, sondern sogar Neugeborene betreffen. Verschiedene andere...
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
25 Feb. 2012 14:38Letztlich hat dein Kind einen Rechtsanspruch auf einen Kiga-Platz (gerade 6 Monate vor Einschulung find´ ich das auch enorm wichtig!) und wenn du als Mama das leisten kannst, da täglich zum Messen und Spritzen hinzugehen, dann gibt es schlichtweg für euren Kiga keinen Grund, dass sie dein Kind nicht mehr nehmen ... du übernimmst ja alle notwendigen Tätigkeiten und sie sind damit dann nicht belastet.
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
27 Feb. 2012 07:18Danke für eure ganzen Antworten und Tips!
Seit letzter Woche ist Till wieder im Kindergarten. Ich bin jetzt fest angestellt von 8:30 - 10:30 und betreue den Frühstücksbereich des Kindergartens, sodaß ich auch meinen Sohn im Auge haben und messen und pumpen kann.
Das Thema Schule haben wir auch schon in Angreff genommen. Die Klassenlehrerin wird einen Schulung machen, mit der zweiten Lehrkraft die meinen Sohn unterrichten wird. Warum kann der Kindergarten nicht auch so unkompliziert sein....???
Vielen Dank nochmal.
Schönen Tag noch,
Christiane
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Re: Aw: Mit Diabetes mellitus in den Kindergarten!
28 Feb. 2012 14:27Aber noch ganz allgemein:
Als DM-Eltern müssen wir uns wohl damit abfinden, dass wir uns um alles selber kümmern müssen, dass ganz viel Eigenengagement, in der Regel "ehrenamtlich" gefragt ist.
Also selbst, wenn ein generelles Signal kommt, dass man bereit ist sich mit dem Thema zu beschäftigen, geht die Arbeit für uns dann erst richtig los.
Bei uns lief es z.B. so, dass unsere Kita sagte "Wir kriegen das schon hin" und ich dann nach dem Krankenhausaufenthalt eine Woche lang jeden Tag 6-7 Stunden vor Ort war und alle geschult habe. Und auch danach folgten noch unzählige Gespräche/Nachschulungen. Aber so funktionierte es halt besser, als wenn einmal die Diabetes-Beraterin gekommen wäre zu einem Termin, an dem nur die Hälfte kann... Und nach der Pumpenumstellung war mein Mann dann nochmal 3 Tage da ...
Wir durften bis jetzt zum Glück viele positive Erfahrungen rund um den Umgang mit DM machen, wurden von negativen verschont. Aber für jedes "Zugeständnis" haben wir auch "hart" gearbeitet. Andere Dinge haben wir noch nicht erreicht, weil wir keine Zeit haben uns drum zu kümmern, obwohl die generelle bereitschaft da ist, wie die Übernachtung beim besten Freund.
Hinterher getragen wird einem leider nichts und der Umgang mit DM-Kindern ist fast nirgendwo selbstverständlich möglich.
Aber wir schaffen das alle und auch unsere Kids sind irgendwann groß
Alles Gute
Tina
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