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Diagnose immer noch nicht "verdaut"
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Diagnose immer noch nicht "verdaut"
02 Mai 2024 08:53meine neunjährige Tochter hat am 29.01.2024 Diabetes Typ 1 diagnostiziert bekommen. Ganz ehrlich, es ist eine Welt für uns zusammen gebrochen. Ich versuche mein Kind bei allem so gut wie möglich zu unterstützen. Und ich glaube, dass wir das ganz gut auch machen...aber mit sehr vielen Einschränkungen für die Kleine. Diese Einschränkungen tun mir und ich glaube auch ihr mächtig in der Seele weh.
Gefühlt ist bzw. musste unsere Tochter von einem auf den anderen Tag ein großes Stück erwachsen werden und hat eine gewisse "Leichtigkeit" verloren und drei Monate nach der Diagnose bin ich als Mutter immer noch sehr traurig und kann kaum mit jemandem darüber reden ohne in Tränen auszubrechen. Ging es Euch auch so? Oder bin ich so labil?
Liebe Grüße an Alle
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Re: Diagnose immer noch nicht "verdaut"
02 Mai 2024 09:25ich verstehe dich sehr gut und uns ging es ähnlich wie euch.
Das schlimme an der Krankheit ist, dass sie so unerwartet kommt und man nicht sicher sagen kann, wodurch sie sich manifestiert.
Mein Sohn 6J. hat vor 5 Wochen die Diagnose bekommen und bis heute wache ich jeden Morgen auf und denke mir, dass ich ganz schlecht geträumt habe.
Aber es gibt auch Momente, die mich trösten. Wie zum Beispiel, dass er jetzt öfter zum Kuscheln kommt, was vor der Diagnose schon uncool war.
Oder, dass er der große Held für seine kleine Schwester ist, weil er so tapfer jede Spritze ohne Angst wegsteckt.
Es ist ein Hoch und Tief der Gefühle. Das wird es sicher auch noch eine Weile bleiben.
Ich wünsche euch viel Kraft und hoffentlich bekommt ihr die Leichtigkeit wieder zurück!
Alles Gute euch
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Re: Diagnose immer noch nicht "verdaut"
02 Mai 2024 16:54Mir ist die Erlebniswelt von Neunjährigen nicht fremd. Sie können bereits sehr gut ihre Umwelt reflektieren und auch was ihnen Sorgen macht. Wichtig ist es im Gespräch zu bleiben und noch mehr einfach zuzuhören.
Sie wollen nicht unbedingt eine Lösung für Ihre Probleme, sondern es nur ausgesprochen haben.
Ein "Ich verstehe dich gut ..." reicht manchmal schon.
Wichtig ist die Kanäle offen zu halten und zu signalisieren, dass dein Kind immer zu dir kommen kann.
Das emotional selber auszuhalten ist eine andere Hausnummer, weil wir oft nicht den Luxus eines "Ich verstehe dich!" haben. Oft wird erwartet, dass wir möglichst bald wieder funktionieren.
Ich würde ohne dich zu kennen in den Raum werfen, dass du wahrscheinlich erst jetzt anfängst die Sache aufzuarbeiten.
Vorher hast du nur einfach nur der erwartungshalber funktioniert.
Denkst du mir geht es anders? Die Diagnose ist bei uns bald 18 Jahre her und trotzdem stecke ich noch voller Emotionen, wenn ich daran zurückdenke oder aus der Zeit erzähle. Es ist ein Kapitel in meinem Leben das ich nicht überschreiben kann.
Wenn ich damals gewusst hätte was ich heute weiß, dann wäre so manche Sorge an mir vorbeigezogen.
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Re: Diagnose immer noch nicht "verdaut"
02 Mai 2024 17:03so labil würde ich auf keinen fall sagen, die Diagnose ist schon ein schock, keine frage, es dauert um sich dran zu gewöhnen.
Die Einschränkungen sind aber gering, wenn es sich mal eingespielt halt, das dauert aber ebbend etwas, bei einigen sind es 3 Monate und bei anderen halt 6.
Cheffchen
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Re: Diagnose immer noch nicht "verdaut"
02 Mai 2024 18:13das ist normal! Es ist ja auch erstmal alles anders als vorher! Gebt euch mindestens ein Jahr, um euch mit der Situation anzufreunden. In einem Jahr wirst du zurückblicken und denken "wow, haben wir in den 12 Monaten viel gelernt". Mein Sohn wird jetzt 10 und hat seit 8 Jahren Diabetes. Ich kann ehrlich gesagt kaum noch Einschränkungen im Alltag erkennen. Klar, er hat eine Extra-Aufgabe an der Backe, und das heißt schon was. Aber wir sollten unseren Kindern das auch einfach zutrauen! Mir hat geholfen, dass mein Sohn irgendwann mal gesagt hat, dass nur er weiß, wie es ihm geht und ich muss nicht immer fragen, ob alles ok sei. Er wisse schon, was er brauche. Anfangs bin ich auch wie eine Raubkatze um ihn herum getigert und habe nach Zeichen für Unter- oder Überzucker gesucht.
Sucht euch unbedingt Gesprächspartner ob hier oder in real life ist egal. Mir hat der Austausch mit anderen Eltern extrem geholfen. Mein Sohn hat dagegeben etwas ganz anderes gebraucht - Normalität! Und die kommt wieder! Keine Sorge!
Alles Gute euch!
Viele Grüße Kirsten
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Re: Diagnose immer noch nicht "verdaut"
03 Mai 2024 16:02Liebe Grüße und viel Kraft dir-und lass die Tränen kullern…
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Re: Diagnose immer noch nicht "verdaut"
06 Mai 2024 17:56Eine große Umarmung schicke ich dir! Ja, es IST ein Schock und schwer zu verdauen! Ich kenne das gut. Bei uns war der 8. Januar 2024 der Tag der Diagnose.
Das Gefühl, in einem Alptraum zu sein, der nicht enden will. Ein Gefühl der permanenten Panik, eine Art Schmerz, der nicht aufhört... Alles durchlitten. Nach einigen Wochen wurde es zum Glück etwas besser. Dafür schlage ich mich jetzt mit Magenproblemen herum, was ich nie kannte, vermutlich verursacht durch den Stress.
Also denk bloß nicht, zu bist zu schwach oder zu labil oder sonstwas. Wir geben doch alle unser Bestes für unsere Kinder! Jeder muss sein eigenes Tempo finden, mit der Krankheit des Kindes umgehen zu lernen und die Diagnose zu verarbeiten. Zu akzeptieren, dass man es nicht verhindern hätte können. Zu trauern!
Ich denke auch, die Kinder werden da ein Stückchen schneller erwachsen, aber man kann ihnen auch wirklich viel zutrauen.
Alles Gute für euch!!!
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Re: Diagnose immer noch nicht "verdaut"
23 Mai 2024 15:13auch ich kann dein Gefühl sehr gut nachvollziehen. Unsere Tochter hatte die Diagnose zwar schon vor fast 1,5 Jahren und war damals schon 13 Jahre, doch ich kann mich noch ganz genau an die ersten Tage und Wochen nach dem Gespräch beim Kinderarzt und später in der Klinik erinnern. WARUM sie, WIESO!!! Es wird dir nie jemand beantworten können.
Zuerst war ich wie unter Schock und konnte kaum noch schlafen und wir haben beide als Eltern viel geweint. Doch alles musste von Anfang an funktionieren, denn wir wollten unsere Tochter bestmöglich unterstützen und haben ihr gegenüber keine Schwäche zeigen wollen - wobei ich denke, dass sie unsere Sorge natürlich gespürt hat.
Nach dem Schock kam die Zeit der Akzeptanz. Das zog sich einige Wochen, in denen ich mich viel mit dem Thema beschäftigt habe - Fachbücher gelesen, Internet-Beiträge recherchiert und bei alltäglichen Problemen auch einen Austausch mit anderen Betroffenen gesucht habe.
Rückblickend kann ich nun sagen, dass mit der Routine - die wir in der Familie nun alle haben - auch eine gewisse Gelassenheit kommt.
Habe Geduld mit dir selbst um alles erst einmal zu verarbeiten. Versucht euren individuellen Weg in der Familie zu finden.
Bei uns klappte immer ganz gut etwas "Humor" in die Sache zu bringen, gerade dann, wenn mal wieder bspw. die Handy-App nicht funktioniert, der Sensor abfällt oder unsere Tochter nach dem Zähneputzen noch einen extra "Lieblingssaft" oder ein paar Gummibärchen wegen zu niedrigen Blutzuckerwerten zu sich nehmen "muss". Dann schimpfen wir wahlweise auf die Technik, den blöden Hersteller oder rufen gemeinsam mit einem Lächeln "Extra KE !!!". Nur sagen wir NIE ... blöde Diabetes
Liebe Grüße!
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