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Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
12 Sep. 2013 13:31Habe ich jetzt leider nicht verstanden.
Hallo Cordula,
das mit den 25% habe ich so auch noch nicht gehört. Ich kenne nur: bei Kindern etwa 1/3 Basal, ab dem Jugendalter dann etwa 50/50.
LG Heike
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
12 Sep. 2013 15:46Die "Schiss-BE" sind eine (Wort)Kreation von Dr. Teupe.
Im Wesentlichen bedeutet es aus Angst vor Unterzuckerungen vorbeugende Kohlenhydrate in Form von schnellen KH.
Da eine wohlformulierte Basalrate den BZ auch ohne Bolusinsulin in den physiologischen Bereich von 80 zurück bringt, kann man vor dem Schlafengehen 1,2, oder 3 (Schiss-)BE (es funktionieren wohl bis zu 8. ich denke dass ist massgeblich von der Körpermasse abhängig) zu sich nehmen und der BZ ist morgens so, als hätte man dies nicht getan.
Natürlich ist der BZ dann einige Stunden erhöht. Ich schätze mal mind. 4h.
Also wenn man seinen "Schiss" überwunden hat, sollte man auch wieder aufhören mit den Schiss-BE.
Mit den Schiss-BE kann man so auch die BR testen. Geht der BZ nicht von allein runter, ist sie zu knapp und dann idR. auch nicht in der Lage schon kleinere FPE-Mengen ohne zusätzlichen Bolus abzufangen.
Ich hoffe das war verständlich
lg
Tina
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
12 Sep. 2013 16:15vielen Dank für eure Antworten.
Wieder was dazu gelernt :woohoo:
Beim nächsten Praxisbesuch werde ich noch mal genauer nachfragen wie die das dort handhaben. Vielleicht habe ich da auch was falsch in Erinnerung oder so...
Auf Justus' Basalrate guckt da eigentlich keiner. Ich stelle ihn ja immer selber ein und da mich die Ärztin auch noch von früher kennt, als wir gemeinsam in der Kinderklinik gearbeitet haben, fragt sie auch nicht groß nach.
Sie weiß, dass ich sie schon löchere, falls irgendwas unklar ist
@Tina:
Da eine wohlformulierte Basalrate den BZ auch ohne Bolusinsulin in den physiologischen Bereich von 80 zurück bringt, kann man vor dem Schlafengehen 1,2, oder 3 (Schiss-)BE (es funktionieren wohl bis zu 8. ich denke dass ist massgeblich von der Körpermasse abhängig) zu sich nehmen und der BZ ist morgens so, als hätte man dies nicht getan.
Ist euer Ziel-BZ für nachts tatsächlich 80 mg/dl?
Das wäre mir ehrlich gesagt zu straff eingestellt (und Justus ist meiner Meinung nach auch schon grenzwertig streng eingestellt) und ich hätte Sorge, dass er mir - aus welchem Grund auch immer - nachts unterzuckert.
Wir hatten schon gelegentlich Aufwach-BZ, die deutlich unter dem lagen, was ich mir so vorgestellt hatte.
Das mit den Schiss-BE klingt spannend, aber mir erklärt sich nicht ganz, wie eine "wohlformulierte BR" die Schiss-BE sowohl kompensieren, als auch ohne Schiss-BE die Nacht durchlaufen und trotzdem im Zielbereich landen kann.
Allerdings kenne ich auch den Teupe-Wälzer nicht :whistle:
LG, Cordula
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
12 Sep. 2013 16:59cociw schrieb: Das mit den Schiss-BE klingt spannend, aber mir erklärt sich nicht ganz, wie eine "wohlformulierte BR" die Schiss-BE sowohl kompensieren, als auch ohne Schiss-BE die Nacht durchlaufen und trotzdem im Zielbereich landen kann.
Das frage ich mich allerdings auch, besonders wenn es mehr als eine "Schiss-BE" ist.
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
12 Sep. 2013 18:42Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
12 Sep. 2013 23:39Len2009 schrieb: mich würde auch sehr interessieren, ob die Insulinreduzierung sich auch noch zu Hause als passend erwies.
Das ist ein altes Problem, dass die Stoffwechseleinstellungen aus klinischer Situation sich "in freier Wildbahn" innerhalb weniger Tage in Rauch auflösen können.
Da ist dann die Futterzufuhr, das Bewegungsniveau, die Insulinzufuhr ggf. sehr unterschiedlich und es kommt zu den üblichen Folgen.
In der Klinik ist alles fein kontrolliert, es wird nicht dazwischen gefuttert, die Fettaugen in der Suppe sind spärlich gesät. Wie Diana so nett formulierte: "da schauen mehr Augen rein, als raus".
Kommt man dann heim, steigt sofort der Insulinbedarf, es gibt folglich eine Down-Regulation der Rezeptoren und die ganze schöne Klinikeinstellung kippt sich von Bord. Geht man nicht direkt mit dem erneut ansteigenden Bedarf mit, der auch eine andere Nachtbasalversorung machen kann (FPE werden ja nur höchst selten berücksichtigt), gibt es Resistenzen oben drauf, und der stationäre Prädikat-Wein wird schnell mal zu Essig.
Der Vorteil bei Teupe liegt darin, dass er genau diese Prozesse im Blick hat. Er stellt in Althausen eine Einstellungssituation her (nach Möglichkeit) von der dann ausgehend die weiteren Variablen definierbar und (möglichst) berechenbar sind (Regelwerk).
Von daher klappen die Einstellungen von Teupe meist auch auf der Wildbahn gut, wenn die Anpassungsregeln beachtet werden.
Natürlich gibt es auch Stoffewechselsituationen, wo die Einstellung dann doch noch eine ganze Weile nach Althausen braucht.
Grundsätzlich rufen Schulungsteilnehmer in der Nachkurszeit mit ihren Anpassungsfragen eine besondere Telefonnummer in Althausen an, die von Teupe bevorzugt bedient wird.
.
Na, das ist doch schon mal genial! :lol:Mehr als den Insulinverbrauch hochzuschrauben geht bei uns leider nicht, aber dadurch kann ich bei Lenanrd recht stabile BZ-Werte erzielen und muss mich dann auch damit zufrieden geben.
Wenn Du es hinbekommst ein stabiles Niveau zu sichern, dann hast Du eine klasse Basis an der Hand.
Und Du bekommst es ja offenbar auch gut hin, von diesem Punkt aus auf sinkenden Bedarf hin passend zu reagieren (siehe Sommersituation) und auch dann Bedarfsanstiege ggf. angemessen zu bedienen, ohne dass die Sache aus dem Ruder gerät.
Dass bei Len irgendein insulinresistenter Faktor im Spiel ist, war ja schon mal eine naheliegende Vermutung. Dann ist das halt so. Vielleicht hast Du ja auch einen Punkt der maximalen Stabilität für Euch mit den aktuellen Insulinmengen erzielt? Ich gehe davon aus, dass der Punkt maximaler Upregulation der Rezeptoren auch nicht unbedingt der stabilst sein wird. Eher so ein Stückchen vor diesem Maximalpunkt.
Bei Len ist das Stücken einfach nur etwas größer?
Gruß
Joa
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
13 Sep. 2013 09:27cociw schrieb: Hallo,
Ist euer Ziel-BZ für nachts tatsächlich 80 mg/dl?
Das wäre mir ehrlich gesagt zu straff eingestellt (und Justus ist meiner Meinung nach auch schon grenzwertig streng eingestellt) und ich hätte Sorge, dass er mir - aus welchem Grund auch immer - nachts unterzuckert.
Wir hatten schon gelegentlich Aufwach-BZ, die deutlich unter dem lagen, was ich mir so vorgestellt hatte.
Nein, ich würde nicht auf 80 runterkorrigieren, ich bin auch zufrieden mit 7er Werten. Aber 80 ist eben noch keine Hypo und mit 4,4 mmol, wecke ich das Kind schon lange nicht mehr um zuzufüttern. selbst bei 3,5 warte ich normalerweise noch ab.
Letzte Nacht bin ich durch ein komisches Geräusch geweckt worden und habe gg. halb 4 gemessen. Der Wert war 3,0. Ich fühlte mich aber einfach nicht in der Lage ihn zu wecken und habs dabei gelassen. Nach zwei Stunden war der Wert dann bei 4,4, nach drei zum Aufstehen bei 3,7. Also alles gut gegangen...
Das mit den Schiss-BE klingt spannend, aber mir erklärt sich nicht ganz, wie eine "wohlformulierte BR" die Schiss-BE sowohl kompensieren, als auch ohne Schiss-BE die Nacht durchlaufen und trotzdem im Zielbereich landen kann.
Joa hat mal einen sehr anschaulichen Vergleich mit einem Fischernetz gebracht: Je nach Maschengröße (BR) bleibt ein gewisser Teil Fische (Glukose) im Wasser (Blut). Wenn mehr Fische da sind, werden mehr gefangen. Vorausgesetzt es sind nicht so viele, das das Netz reisst...
Übrigens sind der Wohlformulierbarkeit der BR, gerade bei geringem Insulinverbrauch, technische Grenzen durch die Abgabeschritte der Pumpe gesetzt. Bei Maxes BR funktionieren die Schiss-BEs auch nicht so wirklich. Eine Stufe höher (0,025 IE/h!) wäre aber zuviel...
lg
Tina
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Re: Basal- / Bolusinsulinverhältnis bei Teenagern
13 Sep. 2013 19:03 - 13 Sep. 2013 19:04Ja, Teupe vergleicht das mit einem Siebbrett, mit Löchern (Glucosetransportkanäle in der Zellmembrane), durch die ein Reiskorn (Glucosemolekül)fallen kann.TinaSchnecke schrieb: Joa hat mal einen sehr anschaulichen Vergleich mit einem Fischernetz gebracht:...
Bei gleichem Rüttelmaß fallen bei weniger Reiskörnern auf dem Brett auch weniger Körner durch die Löcher, als wenn mehr Reiskörner auf das Brett geschüttet werden.
Um nicht immer Teupe abzukupfern hatte ich den Vergleich mit einem Fischkutter gewählt:
Fährt ein Fischkutter mit seinem Netz durch ein Gebiet mit 1 Fisch je Kubikmeter Wasser hat er bei gleicher Zeitspanne weniger Fische im Netz, als wenn 2 Fische je Kubikmeter Wasser anzutreffen sind (keine Schwarmfische).
Insulin bewirkt (unter vielem anderen), dass eine der Insulinmenge entsprechende Anzahl von Glucosetransportern (Glut-4) in die Zellmembran eingebaut werden, die dann für eine gewisse Zeit aktiv sind (Halbwertszeit=20 Minuten)und Glucosemoleküle, die in ihre "Sogwirkung" geraten, in die Zelle hineinbefördern.
Wenn die Basalrate funktioniert entsteht ein Gleichgewicht zwischen Glucoseverbrauch und Glucosefreisetzung im Nüchternzustand (ohne Essensglucosenafluss)im Normbereich.
Da die Insulinwirkung auch ein bestimmender Faktor bei der Lieferung des Glucosenachschubs aus den Leberzellen ist, darf sie nicht so hoch sein, dass der Glucoseverbrauch den Glucosenachschub der Leber übersteigt.
Dabei hilft die Gegenregulation kräftig mit, ein stabiles Gleichgewicht herzustellen. Auch im gesunden Stoffwechsel fängt der Körper an den Glucoseverbrauch schon oberhalb der magischen 80 mg/dl, dem Betazell-Abschaltwert, so langsam zu hemmen. In den 60ern geht es dann kräftiger zur Sache, dann steigern effektivere hormonelle Einflüsse, z.B. Adrenalin und Glucagon die Glucosefreisetzung aus der Leber und übersteigen dann auch die Glucosefreisetzungshemmung einer "wohlformulierten", funktionierenden Basalrate. Und das in einem Rahmen, dass der BZ nicht unnötig erhöht wird. Auch im gesunden Stoffwechsel ist das ganze Hormonsystem darauf ausgerichtet, möglichst wenig Glucose zu verbrauchen. Der (relativ geringe) Lebervorrat muss ja geschont werden, da er insbesondere Gehirn, Nerven und Erythrozyten (rote Blutkörperchen) vorbehalten bleiben soll.
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Wie wäre es mit wohlformuliert passend funktionierende Basalrate (wpfBR)? :side:Andrea Sch schrieb: Bei Teupe heißt das dann wohlformulierte Basalrate, bei uns:
Wenns passt, dann passts! :silly:
Teupe benutzt heutzutage wohl nur noch den Begriff "funktionierende BR". Ist ja auch klarer vom Ausdruck her.
Gruß
Joa
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