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Wer braucht alles eine Schulung?

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Wer braucht alles eine Schulung?

08 Mai 2012 19:14
#68563
Hallo,

mich würde mal interessieren, wie das bei euch war, als ihr auf Pumpe umgestellt wurdet, bzw. als ihr eine bekommen habt.
Und zwar möchte wir unseren Sohn (6 Jahre) noch vor der Einschulung dieses Jahr auf Pumpe umstellen. (Er will das auch unbedingt)
Nun soll die Umstellung eine Woche vor Einschulung stattfinden, und auch nur dann, wenn sein gesamtes Umfeld geschult ist. Sprich Pflegedienst, Schule (alle Lehrer, die viel mit ihm zu tun haben, Sportlehrer, Hortner,etc), am besten auch alle Verwandte.

Den Pflegedienst kann ich ja noch nachvollziehen und die Verwandten auch, aber Leher und Hortner auf Pumpe schulen? Die dürfen doch sowieso nix an dem Gerät machen. Und wenn was ist, wird man uns eh anrufen. Da wird kein Lehrer nen Katheter neu legen.

Mir ist der Termin auch ehrlich gesagt zu spät, aber da werden wir wohl nicht viel ändern können.
Aber der Gedanke, dass wir dann gerade mal eine knappe Woche Zeit haben, um die Pumpe auch im Alltag zu händeln und dann fängt ein neuer Abchnitt mit vielen neuen Dingen für ihn an. :woohoo:

Wer musste denn bei euch eine Schulung machen und wie ging es dann weiter? (Bzw. wie lief das alles ab?)
Unsere Ärztin lässt da einfach nicht mit sich reden.

Danke schonmal für eure Antworten..
Lg Jynny

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Betty 1
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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

08 Mai 2012 21:43
#68567
Unser Sohn ist letztes Jahr im August in die Schule gekommen, die Umstellung auf die Insulinpumpe (Omnipod) wurde im Dezember vorher stationär (5 Tage) durchgeführt. Währenddessen geschah auch die Schulung (und zwar wurden er und ich geschult).
Als es dann in die Schule/ Ganztagsbetreuung ging habe ich den Klassenlehrer und die verantwortlichen Betreuungskräfte vor den Sommerferien und noch einmal in der ersten Schulwoche informiert, die Pumpe vorgeführt und schriftliches Infomaterial bzw. "Handlungsanweisungen" da gelassen.
Inhalt war allerdings eher der Diabetes an sich und halt die Dinge, die im Allgemeinen zu beachten sind, als die Funktion der Pumpe im Detail (geschweige denn deren Wechsel...)
Alle Unklarheiten werden unmittelbar telefonisch geklärt- und das kommt erstaunlicherweise recht selten vor.

Meine persönliche Meinung ist, dass die Umstellung auf eine Pumpe und die Einschulung an sich in einem größeren zeitlichen Abstand von statten gehen sollten- denn beides sind doch große Veränderungen, die erst einmal verarbeitet und umgesetzt werden wollen. Und wozu unnötigen Stress veranstalten? Eine Woche vor der Einschulung ist echt knapp- und dein Sohn möchte wahrscheinlich auch die erste Schulwoche mit Freude und Spaß hinter sich bringen, anstatt sich mit den ersten Unsicherheiten bezüglich der Pumpe rumschlagen zu müssen...

Gruß Sabine

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Rika_T
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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 07:14
#68574
Hallo,

der Schuleinstieg ist aufregend genug, versuche lieber den Termin zu verschieben!
Als Johannes die Pumpe bekam (er war älter) kam es immer wieder zu anfänglichen Unsicherheiten! Von der Arbeit her konnte ich in den ersten paar Wochen flexibel von zu Hause aus arbeiten und so rasch mal in der Schule vorbeifahren, wenn es Probleme gab. Tatsächlich war es auch oft nötig, z.B. drückte der Katheter, oder die Pumpe gab Warnung, dass die Batterie fast leer ist, oder das BZ-Gerät hatte einen Aussetzer, oder oder. Alles "Kleinigkeiten", die aber sicher den Schuleinstieg in die 1. Klasse erschweren würden, gerade, da dein Kind ja erst in der Klasse "ankommen" muss und nicht durch den Diabetes auffallen sollte.

Geschult wurden nur wir Eltern und Johannes. Ich setzte mich dann ausführlich mit den Lehrern zusammen, oder auch mit der Familie, und erläuterte das wichtigste. Das wiederhole ich auch regelmäßig. Das wichtigste dabei war eigentlich immer, dass ich im Notfall telefonisch angerufen werden muss/soll. Kann ja nicht jeder am Pumpe und Katheter rumfummeln, dass verunsichert das Kind doch nur.

Dann viel Erfolg in der Schule und mit der Pumpe! Für uns wurde so vieles leichter!

Viele Grüße,
Rika.

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TinaSchnecke
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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 10:32
#68583
Wir hatten unsere Pumpeneinstellung eine Woche vor dem Urlaub. Und das war sehr gut so, da man auch als Familie Ziet braucht, sich auf die neue Situation einzustellen und die hatten wir im Urlaub und haben es richtig genossen, wie einfach es auf einmal war zwischendurch Eis zu essen.
Geschult wurden nur wir Eltern.
Wir haben dann die Erzieher zu den notwendigen Punkten (Bolusabgabe und Statusabfrage) geschult. (Katheterwechsel gehört ja nicht dazu)
Das mussten wir im Prinzip zweimal machen, da der Urlaub dazwischen lag, aber Wiederholung festigt ;)

Ich würde mich nicht auf einen Termin eine Woche vor der Einschulung einlassen. Wenn die Ärztin nicht mit sich reden lässt, dann verschiebe es bis zu eurem nächsten Urlaub, z.B. die Woche vor oder in den Herbstferien.

Ich sehe auch keine Berechtigung, dass die Ärztin eine Schulung für Lehrer, Horterzieher und Verwandte fordern kann. Oder verlangt sie auch eine generelle Diabetesschulung für alle Betroffenen? Es wäre ja schön wenn sich alle schulen lassen würden, aber um die Schulpflicht kommt ein DM-Kind auch ohne Lehrerschulung nicht drum rum, da ändert auch die Pumpe nichts dran.
Hört sich für mich ein bisschen so an, als ob die Ärztin generell gegen eine Pumpe in dem Alter ist...

Viel Erfolg

Tina

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DianaT
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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 10:49 - 09 Mai 2012 10:58
#68584
Aus gegebenem Anlass schreib ich auch mal was dazu obwohl wir (noch) ICT haben.

TinaSchnecke schrieb: Ich sehe auch keine Berechtigung, dass die Ärztin eine Schulung für Lehrer, Horterzieher und Verwandte fordern kann. Oder verlangt sie auch eine generelle Diabetesschulung für alle Betroffenen? Es wäre ja schön wenn sich alle schulen lassen würden, aber um die Schulpflicht kommt ein DM-Kind auch ohne Lehrerschulung nicht drum rum, da ändert auch die Pumpe nichts dran.
Hört sich für mich ein bisschen so an, als ob die Ärztin generell gegen eine Pumpe in dem Alter ist...

Ich würde es schon so sehen, dass bei einem Kind, das nicht rechnen kann und im Normalfall auch die Zahlen nich 100%ig beherrscht (und das ist auch bei einem Kind in der 1. Klasse noch so) die Schulung des Umfeldes wichtig ist und kann in dieser Hinsicht auch die Ärztin verstehen.
Was nützt dem Kind denn die Pumpe wenn keiner sie bedienen kann/will?

Unsere Ärztin hat auch die Schulung des Umfeldes zur Bedingung für die Umstellung gemacht und ich sehe das ein und stehe da auch dahinter. Ich bin 24 Stunden telefonisch erreichbar - ich möchte aber im umgekehrten Fall nicht, dass jemand, der sich Null auskennt, an der Pumpe rumfummelt - auch nicht auf telefonische Anweisungen hin...

Und dass der Pflegedienst die Pumpe bedient, ist nicht selbstverständlich. Unserer würde es nicht tun :blink: Wir sind also auf die Erzieherinnen und deren Schulung angewiesen und hoffen, dass es dann alles auch klappt...

Nachtrag:
Da immer wieder von Katheterwechsel die Rede ist in diesem Zusammenhang - DAS würde ich von der Erzieherin natürlich auch nicht machen lassen...
Aber über die PumpenBEDIENUNG sollte das Umfeld mMn schon detailiert Bescheid wissen.
Liebe Grüße,
Diana

mit Greta (*06/2008, D seit 09/2011, CSII seit 10/2012 - AccuChek Spirit Combo mit Humalog)
Letzte Änderung: 09 Mai 2012 10:58 von DianaT.

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Andrea Sch
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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 10:54
#68585
Hallo Jynny,

ich denke auch, dass eine Pumpenschulung für alle Betroffenen nicht nötig, bzw sinnvoll ist.
Eine allgemeine Schulung zum Thema Diabetes, Notfallmaßnahmen, Sport, Aufregung... finde ich gut und sinnvoll,die wird aber meiner Erfahrung nach auch nicht auf einmal abgewickelt werden können, sondern immer wieder, in kleinen Portionen durch Dich stattfinden.
Aber was bringt eine Pumpenschulung für alle?
Ich würde einem Lehrer, auch wenn er 1x geschult wurde, keinen Katheter wechseln lassen. Das vergisst man doch ziemlich schnell wieder, wenn man es nicht regelmäßig macht!
Abgesehen davon, dass er es nicht machen darf.
Würde Eure Ärztin auch eine Schulung für das gesamte "Personal" verlangen, wenn weiter mit Pen gespritzt wird?

Den Termin finde ich auch nicht so günstig.
Die ganz "normale" Aufregung bei der Einschulung reicht schon! :woohoo:
Da muss nicht noch der 1. Alarm für Ampulle fast leer, Batterie fast leer,... dazukommen!

LG
Andrea
Valentin (08/1998, D seit 04/2006, Accu Check Combo seit 2009, Novorapid)

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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 16:43
#68594
...genau die frage habe ich mir auch gerade gestellt: würde die Aerztin auch alle schulen lassen, wenn Ihr auf ICT bleibt? Und das ist doch eigentlich komplizierter, denn gespritzt ist gespritzt, beim Verrechnen kann man wenigstens noch nachgeben mit der Pumpe oder auch einen verlängerten Bolus noch abändern....

Je mehr Leute man schult, umso eher will nachher keiner etwas damit zu tun haben: je mehr ich der Kindergartenleitung erklärt habe, umso weniger will sie machen... :-(

Viel Erfolg!!
Maren

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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 18:21
#68598
Danke für eure Antworten.

Ob sie auch bei ICT alle schulen will, davon war bisher keine Rede. Wäre ja aber dann sehr merkwürdig. Ehrlich gesagt, gefällt mir das auch nicht. 1 Woche vor Schulanfang... Morgen wollen wir nochmal ein Gespräch mit ihr und das Klären.

Ich hab das Gefühl, dass sie nur sehr ungern auf Pumpe umstellen will. Aber ihre Begründungen leuchten mir eben nicht ein. Er sei zu jung und ihre Große Sorge ist das Umfeld und dass andere Kinder in Kiga oder Schule dann vielleicht mit dem Gerät spielen könnten und ausversehen einen Bolus abgeben oder dass das so wahnsinnig kompliziert sei und wir nochmal so viel dazu lernen müssten....

Logisch muss man sich vorher absichern, dass gewährleistet ist, dass er gut damit umgehen kann und dass der Pflegedienst Bescheid weiß und die Pumpe bedient. Und dass auch die Schule Bescheid weiß, vorallem, was im Falle x zu tun ist, ist ja auch einleuchtend, aber abgesehen davon, ist schon 1 Kind mit Diabetes an der grundschule und es wird für die Lehrer nix komplett neues sein.

Wir hätten die Umstellung am liebsten so zeitnah, wie möglich, aber das würde wohl nicht gehen, wegen der Schulungen.
Und wenn die Schule dann einmal begonnen hat, würden auch nur die Ferien bleiben. Aber die sind wieder so kurz, dass es nix anderes wäre. Da verbringt er seine ferien im KH und wenn er heim kommt, geht die schule wieder los. Und wir stehen vor dem selben Problem...

Ach mensch.

Sie macht es einem aber auch nicht wirklich leicht.

Na morgen werden wir hinfahren und mit ihr darüber reden.
Hoffentlich bringt das was.

Danke euch. Lg Jynny

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Joa
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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 19:03
#68600
jynny0809 schrieb: Ich hab das Gefühl, dass sie nur sehr ungern auf Pumpe umstellen will.
Mmmmh, ich habe das Gefühl, dass sie selbst sehr unsicher und ängstlich im Umgang mit der Pumpentherapie sein könnte. Dann würde sie natürlich auch allen anderen unterstellen, dass diese es erst recht nicht raffen.

Wenn es so wäre, wäre allerdings meine Frage die nach der Sinnfälligkeit, bei Ihr die Ersteinstellung und Schulung zu machen? *grübel*

Gruß
Joa

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Re: Aw: Wer braucht alles eine Schulung?

09 Mai 2012 19:09
#68601
...also "alles so kompliziert" kann ich auch gar nicht nachvollziehen! Meine gerade eingeschulte Tochter (kein Diabetes) hatte das Prinzip nach einem Tag verstanden und kann eigenstaendig die Pumpe bedienen (natürlich sage ihn ihr die Werte und kontrolliere, beor sie ok drückt!). Und das Prinzip ist ja auch nicht anders als bei ICT, ausser dass man die Basalrate festlegt und sich entscheiden kann, ob man den Bolus direkt oder verzögert abgibt... (ach so, wir haben auch eine omnipod!)

Sehr merkwürdig, ich tippe auch, dass sie vielleicht selbst nicht soviel Ahnung hat. Bei unserer Ersteinstellung im KH hatten die von Pumpen auch keine Ahnung und haben uns das als Hexenwerk in weite Ferne gestellt!

Viel Erfolg! setzt Euch durch!
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