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Mögliche Ursache für Schwankungen und hohe Werte

TinaSchnecke
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Mögliche Ursache für Schwankungen und hohe Werte

22 Nov. 2011 15:05
#61522
Max hatte in den letzten Wochen viele hohe Werte, vor allem Nachts. Vor drei Uhr waren die nicht korrigierbar. Das hat mich viel Schlaf gekostet.
Am Sonntag Abend hab ich eine Auswertung der Pumpendaten zum Doc geschickt und ihn eindringlich gebeten, mich bei der Anpassung zu unterstützen.
Seine Antwort kam schnell am Montag Vormittag und da hier viele ähnliche Probleme haben, dachte ich mir ich lass euch mal dran teilhaben:

Nicht ein zuwenig, sondern ein zuviel an Insulin ist das Problem.
Es sind nicht nur hohe Werte sondern auch viele niedrige Werte (im August hatten wir mehrere Wochen jeden Tag mehrere Werte unter 4, so dass mir das jetzt gar nicht mehr aufgefallen ist). Es ist möglich, dass die hohen Werte Gegenregulationen sind, die leider oft nicht gleich kommen. Die "Unkorrigierbarkeit" deutet auch darauf hin.
Wir hatten trotz ganzer Nächte mit 15er Werten morgens keine Ketone. Auch das kann ein Zeichen für Gegenregulationen sein.

Da Max sich auch sehr viel bewegt hat in der letzten Zeit, vermutet der Doc, dass seine Glykogenspeicher geleert sind, weswegen es zu den ständigen Schwankungen kommt. Korrekturen der hohen Werte machen das Problem dann noch schlimmer.
Wir haben folgendes "verordnet" bekommen:

Eine Woche Korrekturen maximal 3x täglich zu den Hauptmahlzeiten.
KEINE Korrekturen nachts.
Mahlzeiten nur alle 3 Stunden, wenn es nicht anders geht, Insulin um 10-20% reduzieren.
Keine "gestückelten" Boli (wir haben oft Essen, Nachschlag und Nachtisch getrennt abgegeben)
Mit beiden Massnahmen sollen Überlagerungen der Insulinwirkung ausgeschlossen werden.
Sollte doch eine Hypo auftreten, KEINE Korrektur hoher Werte in den nächsten 6 Stunden.
Möglichst regelmäßiges Essen (Menge und Zeit).

Durch die verringerten Insulingaben sollen sich Speicher wieder langsam auffüllen können, ohne von Hypos gleich wieder geleert zu werden.
Dadurch sollen sich die Werte stabiliseren. Die Höhe ist dabei erstmal egal, können auch 10-12 sein.

Lt. unserm Doc brauchen wir auch bei 15er Werten keine Angst vor einer Keto zu haben, solange wir immer das Mahlzeiteninsulin abgeben. Max hat aber auch noch Eigeninsulin. Ob das auch gilt, wenn die Remissionsphase schon beendet ist, weiss ich nicht.

Wenn die Werte sich dann eingepegelt haben, dann wird der Doc bei Bedarf auch die Basalrate und die Faktoren erhöhen...

Gestern nachmittag bin ich gleich auf die Probe gestellt worden. Vor dem Fußball zeigte das Messgerät 14,6. Ketone aber negativ. Ich habe nicht korrigiert, nur seinen Snack gebolt. Was mir sehr schwer fiel. Ich musst den Bolus-Expert-Vorschlag um 0,6 nach unten korrigieren... Dann sind wir zum Training.
Nach dem Fußball/zum Abendbrot hatte er dann 12,3 und wurde normal korrigiert.
Belohnt wurden wir mit einer der in letzter Zeit seltenen fast perfekten Nächte: 22:00 5,4 / 02:30 8,7 / 07:00 8,6
Wenn das zur Gewohnheit werden könnte, könnte ich mich doch glatt wieder dran gewöhnen nachts zu schlafen.

Ich werd euch auf dem Laufenden halten.

Bis bald

Tina
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Joa
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Re: Aw: Mögliche Ursache für Schwankungen und hohe Werte

23 Nov. 2011 13:42
#61556
Hallo Tina,

herzlichen Glückpuntsch zum Erfolgserlebnis! :)

Wenn ihr nun mehrere Tage lang Insulin einsparen könnte, nämlich an Korrekturmengen, wäre auf eine steigende Insulinempfindlichkeit zu achten. Da hat der Doc für den Tag ja schon den guten Tipp mit der Bolusreduktion gegeben. Entprechend würde auch eine erhöhte Insulinwirksamkeit in der Nacht zu erwarten sein. Die dahinter stehende Logik wird Rezeptor-Up-Regulation genannt. Das Gegenteil ist eine Down-Regulation.

Nach dem Einschlafen (stark) ansteigende Werte, die dann erst nach weiteren 6 oder 7 Stunden beginnen wieder auf Insulinkorrekturen zu reagieren, könnten in der Folge von nachmittäglichen Hypos stehen, dann wäre aber wohl auch schon mit Resistenz zum Abendbrot und auch vor dem Einschlafen zu rechnen?

Für eine durch unzureichende Insulinierung der Wachstumshormone entstehende Resistenz, wären diese Verläufe aber auch nicht untypisch. Hormonelle Resistenzen entstehen dadurch, dass statt Insulin andere Hormone an Rezeptoren binden, ohne die insulinbedingten Signalketten auszulösen. Daraufhin schaltet die Rezeptorampel erst mal für Insulin auf Rot. Der Rezeptor ist damit für Insulin durch einen Antagonisten geblockt worden (vgl. auch Beta-Blocker und andere Medikamente).

Ich hatte mir aus der Schulung in Althausen gemerkt, dass es so was an/um 6 Stunden herum braucht, bis die Rezeptor-Ampel wieder auf Grün zurückspringen kann. Bildlich gesprochen.
Vereinfacht und schematisch würde >ich< mir vorstellen, dass eine WH-Resistenz charkteristisch dadurch auffallen könnte, dass die Werte nach dem Einschlafen über gut 3 Stunden hinweg nach oben entgleisen, dann etwa gleichlange auf Insulin so gut wie nicht reagieren, um folgend, über weitere ca. 3 Stunden, schrittweise wieder insulinsensitiver zu reagieren. Nach 9-10 Stunden sollte ggf. die Insulinsensitivität wieder so langsam in der Nähe der Normalität liegen. Wie gesagt, das ist so meine Idee dazu. Falls Du da was halbwegs plausibel findest, befrage einfach Deinen Arzt dazu.

Ab der Pubertät würde das Modell allerdings so zunehmend nicht mehr passen. Dann kann nämlich eine Insulinresitenz auf die nächste treffen, weil sich unter abnehmendem Einschlafdusk parallel der Dawn entwickelt. Zumindest wird das so beschrieben.

Gruß
Joa

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TinaSchnecke
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Re: Aw: Mögliche Ursache für Schwankungen und hohe Werte

24 Nov. 2011 08:00
#61581
Kurzer Zwischenstand: Bis jetzt läufts fast wie immer, aber irgendwie deutlich entspannter.

Am zweiten Tag hat Maxe sich vormittags in eine Hypo geflitzt. Nachts stieg der Wert dann bis 12. Auch ohne Korrektur war er morgens bei 8.

Gestern hatte er leider eine von den unangenehmen Späthypos (3,8 um 22:00). Mit Wecken und 50 ml Apfelsaft stieg der Wert dann bis 03:00 auf 14,4. Heute morgen 12,7

Ich muss zugegeben, dass das nächtliche "Korrekturverbot" das Leben deutlich entspannter macht. Wenn ich nicht aufsteh zum Messen, ist es auch nicht schlimm. Und das Grübeln über das Wirken der nächtlichen Korrektur (zu stark, zu schwach...) und das meist folgende Nachmessen entfällt.

Insgesamt hat Max deutlich niedrigere Werte als die letzten zwei Wochen. Bloß gut, dass wir nichts erhöht haben...

lg

Tina

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Joa
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Re: Aw: Mögliche Ursache für Schwankungen und hohe Werte

24 Nov. 2011 14:42
#61600
Schönes Beispiel für die Vorausberechenbarkeit des diabetischen Stoffwechsels! :cheer:

Darf ich raten, was Euer Diabetologe nun vorgeschlagen hat?

Er hat die Faktoren und die Basis ein Stück abgesenkt, sowie die Insulinversorgung für das WH erhöht?

Rezeptor Up-Regulation und WH-bedingte Insulinresistenz scheinen ja deutlich sichtbar.

So wie es ausschaut, hat der Junge gute Aussichten, demnächst wieder mit einer erfreulich stabilisierten Einstellung bedacht zu sein. :cheer:

Kurze Frage noch: Ihr habt eine Pumpe am Start?

Gruß
Joa

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