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#LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
16 Jan. 2020 21:44der Artikel hat nichts mit Gender zu tun, sondern es geht zum einen respektvollen Umgang miteinander z.B. zwischen Menschen mit Diabetes und Ärzten, daran sind wir doch alle interessiert.
Wer möchte denn zum Beispiel, dass sein Kind bei "schlechten" Werten als therapieunfähig abgestempelt wird?
Ich begrüße den Artikel auch sehr und hoffe, dass es irgendwann vielleicht in dieser Welt auch mal einen wertschätzenderen Umgang miteinander gibt ohne Vorurteile und ohne, dass jeder gleich selbst Schuld ist an seiner Situation ("Hast du wohl zuviel Süßigkeiten gegessen?" etc. )
Der Artikel ist eine Anregung und bringt hoffentlich insbesondere Unwissende, aber immer alles Besserwissende zum Nachdenken.
Ob es ein Umdenken gibt? Wenn es niemand anspricht, wird sich auch nichts ändern.
LG
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
17 Jan. 2020 12:05 - 17 Jan. 2020 12:06Ich hoffe nicht, das z.B. aus so einem Satz ernsthaft eine Genderdebatte wird. Das wäre dann völlig aus dem Zusammenhang gerissen und weit entfernt vom eigendlichen Thema der Vortragenden. Da ging es um positivere und motivierendere Sprachverwendung und das finde ich gut.
Ich darf häufig Arztberichte und Gutachten lesen und auswerten, was einem da an sprachlichem Blödsinn geboten wird ist oft jenseits von gut und böse, wird dem Betroffenen oft nicht gerecht und ist für einen Nichmediziner unverständlich. Ich habe dann regelmäßig den Pschyrembel und die Rote Liste auf dem Tisch und Wiki auf dem Bildschirm. Das ist ärgerlich, weil man viele Beriffe auch allgemeinverständich ohne ohne die Notwendigkeit einer Übersetzungshilfen formulieren kann.
Manchmal steckt hinter den Formulierungen allerdings nicht nur Gleichgültigkeit oder Gedankenlosigkeit, sondern auch eine gewisse Bösartigkeit.
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
17 Jan. 2020 15:40Arztberichte und Gutachten jenseits von gut und böse?
Das glaube ich sofort, dass man da Bücher zum übersetzen braucht.
Im Pschyrembel kann man viel finden, aber keine Übersetzung, wenn man zwischen den Zeilen lesen muss nicht wahr? Da stehen Krankheitsbilder drin. Den Namen einer Krankheit zu kennen, wie und mit welchen Medikamenten die behandelt wird. Und üble Bilder, die man nicht unbedingt sehen möchte.
Ich finde es sehr schwer einen Menschen in Hinblick auf sein Verhalten zu bewerten und das dann auch noch schriftlich niederzuschreiben.
Überhaupt eine Bewertung abzugeben.
Ich habe gelernt, egal was man ausdrücken möchte, was die Person nicht kann, zu sagen, noch nicht. Er kann sich noch nicht die Schuhe zubinden, noch nicht die Blutzuckerwerte interpretieren. Ohne das Noch klingt es nach Vorwurf.
Man verbaut sich damit die Chancen auf eine gute Zusammenarbeit.
Einen Arztbericht hingegen kenne ich als empathielose Darstellung, über den Entwicklungsstand oder z. B. die Therapiewilligkeit von Patienten.
Der medizinische Jargon ist da nicht gerade herzlichen. Es soll kurz das Wesentliche erfassen. Aber er erfasst nicht das Wesen, die Person, um die es geht, noch die Lebensumstände.
Ob etwas aus der Aufforderung zum wertschätzenden Umgang wird?
Das wird ein anstrengendes Stück Arbeit. Fängt schon bei den Staatsoberhäuptern an, denen zu erklären, dass man verbal nicht wie ein Elefant im Porzelanlladen herumtrampeln sollte und ein ganz bestimmter benimmt sich, wie ein bockiges Kleinkind, den man seinen Lutscher geklaut hat. Bei uns zu Hause nennen wir ihn nur noch DD. (Dudley Dursley. Das ist Harry Potters Cousin) Er vereinigt alle negativen Charaktereigenschaften zur perfiden Perfektion.
Wie gesagt, es wird schwer auf leisen Sohlen etwas zu ändern, was noch gar nicht richtig im Bewußtsein der Bevölkerung angekommen ist.
Anders zu sein, wird noch gar nicht so lange akzeptiert und tolleriert. Da stecken wir noch in den Kinderschuhen.
Wir haben immerhin schon einmal erreicht, dass der Diabetes in den Schulen immer mehr aufgenommen und mitgenommen wird.
In diesem Erleben fallen dann auch die Vorurteile und damit die sprachliche Ausgrenzung.
Ob es sich um gute oder schlechte Werte handelt, da kann sich jeder selbst sich auf die Zunge beißen und den Kommentar runterschlucken. Eine Wertung geben wir alle, in irgendeiner Form ab. Kurz tief Luft holen, mit dem Augen rollen. Ist das jetzt weniger unangenehm? Weniger wertend?
Mein Kind kennt die kleinste Mimik von mir. Er kann mich genauso lesen, wie ich ihn. Ich bewerte also automatisch, ohne dass ich das bewusst steuern könnte.
Und dann denke ich mir, muss ich sein Verhalten in angebracht oder unangebracht bewerten, denn irgendwie muss er sich in der Welt zurechtfinden. Passiert dies nicht durch bewertenden Verhalten?
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
18 Jan. 2020 08:05Ich bin Diabetiker und muss mich nicht umständlich "Mensch mit Diabetes" nennen lassen und ich habe auch mal schlechte Werte.
Denn zu hohe oder niedrige Werte sind nun mal schlecht für mich. Schlecht für meine Gesundheit, meine Konzentration, mein Wohlfühlen.
Diese ganze völlig überflüssige und nun von dieser Dame auch noch auf diesen Bereich ausgedehnte Political Correctness geht mir beim Genderismus schon auf die Nerven und hier ganz genauso.
Ich fühle mich keineswegs als Diabetiker diskriminiert und meiner schlechten Werte bin ich mir bewusst und versuche sie zu verbessern, was jeder vernünftige Diabetiker tun sollte. Manchmal gelingt es nicht. So what. Aber deshalb muss ich nicht politisch korrekt darum herum reden.
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
18 Jan. 2020 11:39wenn Du alles für gute Werte tust, es aber aus welchen Gründen auch immer (zeitweise) nicht schaffst und Dein Arzt unter vorgehaltener Hand in Berichten oder sonst wo erzählt, was für ein Therapieversager Du bist, dass Du Dich nicht anstrengst etc., dann fände ich das zumindest nicht so schön. Das betrifft jetzt nicht mich oder uns, aber wenn es so wäre, würde es mich tatsächlich sehr traurig machen.
Und wie oben schon andere geschrieben haben, weiß ich, dass manche Ärzte ihren Patienten sehr arrogant und überheblich gegenüberstehen und das ganze nicht emphatisch als Partnerschaft sehen.
Denn am Ende bist Du nur der dämliche Patient, der Kosten verursacht und die ärztlichen Ratschläge nicht befolgt. Biste selbst schuld dran.
Aber das hängt wohl von der jeweiligen Person ab, wie sie denkt und ob sie emphatisch ist oder nicht.
LG
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
18 Jan. 2020 11:50Und das ziel, dem kind einen neuen namen zu geben, ist mir auch nicht ganz klar ... wie ich aus vielen kommentaren herauslese, fühlen sich - vor allem, wie mir scheint - eltern in ihrer unterstützungsarbeit nicht wertgeschätzt, nicht verstanden und finden es schrecklich, dass gott und die welt nicht genauestens über alle feinheiten der ... und jetzt hänge ich schon ... krankheit? Beeinträchtgung? Diabetes? Kind mit diabetes? Mensch mit diabetes??? Bescheid weiß. Ich darf mich outen: ich hatte bis zur erkrankung meines sohnes keine ahnung von der ganzen thematik - wozu auch? Trotzdem würde ich mich nicht als ignorant bezeichnen und mein wissen wäre nicht größer gewesen, wären diabetiker menschen mit diabetes gewesen.
Und vielleicht abschließend: alles zu zerreden, machts nicht immer besser, ... und: mein einleitungssatz, wenns nötig ist: mein sohn ist diabetiker ...+ variabler erklärung. ... ich werds beibehalte! Schönes wochenende!
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
18 Jan. 2020 16:14Wenn ein Arzt sich so äußert wie von dir beschrieben, dann hilft eine gekünstelt aufgesetzte Bezeichnungsänderung des Diabetikers auch nicht.
Auch ich habei mch nebenbei jahrelang nicht ausreichend um meinen Diabetes gekümmert. Das wurde erst mit der T1-Manifestation meiner Tochter wieder anders. Und wer mir in dieser Situation (also während meiner gedankenlosen verantwortungslosen Zeit des Umgangs mit meiner chronischen Krankheit) mangelnde Therapietreue vorwirft, der hat einfach Recht und wertet mich nicht ab und diskriminiert mich auch nicht.
Aber heutzutage wird einem aus Gründen der Political Correctness in vielen Bereichen der Mund verboten.
Gerade bei einer chronischen Krankheit finde ich es aber um so wichtiger, Tacheles zu reden und nicht Heititeiti zu machen.
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
19 Jan. 2020 09:42 - 19 Jan. 2020 09:43Ich frag ja nur
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
23 Jan. 2020 23:16Sollte eine geschlechtlose Sprache, also ein Fehlen von generischen Geschlechtern, wirklich zu einer Verbesserung der Gleichheit beitragen, sollte man solche Sprachen suchen und sich die Gesellschaft dazu ansehen. Dazu zählen z.B. Finnisch, Ungarisch, Chinesisch und Türkisch.
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Re: #LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!
05 Apr. 2020 10:42zu diesem Thema gibt es einen Folgebeitrag von Antje, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:
suesshappyfit.blog/2020/03/10/sensible-s...ebatte-gelernt-habe/
Viele Grüße, bleibt gesund und alles Gute
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