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Markus hat einfach keine Lust
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
19 Sep. 2010 21:03Mir kommt das alles so bekannt vor, mein Sohn 12 Jahre alt und schon voll in der Pubertät
hat das gleiche Phänomen. Warum messen mir gehts doch gut( aber dann einen Wert von fast
400 haben :S ) Tagebuch schreiben gleich null, hab ja ´ne Pumpe und Messgerät die kann man ja über PC auswerten ,denkt er.Ich rede mir den Mund fusselig ,aber keine Einsicht. Mama richtet das schon ,wenn man ins Krankenhaus zur Kontrolluntersuchung muß.Ich sitze dann hier und schreibe nachträglich alles auf ,weil unsere Pumpe + Messgerät ( accu Check Chombo)
die Insulin Daten nicht registriert. Also manchmal denk ich das sind Jungs in der Pubertät.Es ist eh schon schwer für die Kiddis ,aber dann auch DM. Ich glaube man braucht einfach viel, viel Geduld was total schwierig ist.
Liebste Grüße Inka
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
19 Sep. 2010 21:04ich weiß garnicht mehr wo ich das mit dem Insulin gelesen habe.
(Nächte habe ich im Internet mit Lesen und Grübeln verbracht
Tatsache ist ja, das es irgendwann produziert werden konnte... Vorher mussten die Menschen ohne
klar kommen. Wie das ausgesehen haben muss, kann man sich ja vorstellen...
Da war Diabetes Typ 1 mit ziemlicher Sicherheit ein Todesurteil.
Irgendwo habe ich die Geschichte einer älteren Dame gelesen, die eine der ältesten insulinpflichtigen
Diabetiker ist... Sie hatte es wirklich schwer, bzw. ihre Eltern damals...
Da ging es teilweise nur mit der halben Ration Insulin, weil einfach nichts zu
bekommen war und allerstrengster Diät. Wenn ich mich recht erinnere, hat sie so gut
wie keine Spätfolgen...
(Es war, glaub´ich, im Diabetes-Journal für Eltern von Dia.Kindern...)
Aber über die Anfänge der Herstellung des Insulin gibt es bestimmt ein paar Seiten.
Ich schau´ gleich noch mal ein bischen, ob ich es wiederfinde.
Das hat Emma auch beeindruckt, wie die Leute früher damit zurecht kommen mussten.
Ein gutes Beispiel ist eben ihre Tante, von der ich schon erzählt habe.
Damals waren die Behandlungsmethoden (jedenfalls bei ihr) echt vorsintflutlich.
Emma war entsetzt, was das für eine Quälerei war und wie gut es ihr selber doch mit den
"tollen" Messgeräten (vor allem die Aufkleber :laugh: ) und den bunten Pens
geht...
Es würde Markus mit Sicherheit sehr helfen, wenn er Kinder in ungefähr seinem
Alter kennen lernt, die ebenfalls Diabetes haben. Vielleicht gibt es in Eurer Nähe
eine Selbsthilfegruppe? Darüber müsstest Du hier bei den Diab.Kids etwas finden...
Liebe Grüße
Miriam
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
19 Sep. 2010 21:30deine Worte sprechen mir aus der Seele!!!
lg Tanja
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
19 Sep. 2010 21:36@Annika:
lieben Dank für deine Infos, werde dann mal fleissig googeln und wikipedien
lg Tanja
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
19 Sep. 2010 21:58Aus welchen Bundesland kommt ihr, vielleicht könnten sich mal unsere Jungs austauschen.
Kopf hoch das wird alles,nicht gut, aber verträglich.
Grüße Inka!
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
20 Sep. 2010 09:53wir kommen aus Bayern, Mühldorf liegt zwischen München und Passau, genau mittendrinn. Ja, wäre schön, wenn Markus mal jemanden hätte, der sein Schicksal teilt, der genau weiss wie es ist, wenn einen alles ankotzt, vielleicht würde es sowohl ihm als auch deinem Sohn gut tun.
lg Tanja
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
20 Sep. 2010 10:22Herzliches Beleid zu der ganzen Sch... . Endlich läßt euch das Krankenhaus raus, dann dieses Drama. Es wird dir nicht helfen, aber ich glaube diese Phase machen wir alle durch. Sie kostet Zeit und vor allem Nerven und man glaubt irgendwann man schafft das alles nicht.
Aber DU wirst es schaffen und Markus auch.
Aber gebt Euch bitte Zeit. Diabetes ist ein tiefer Einschnitt in das bisherige Leben und das will von allen verarbeitet werden. Markus muß mit lebenslangen Beeinträchtigungen leben, aber wenn es gut läuft, werden sie zu einem "normalen" Bestandteil in seinem Leben. Der Gewöhnungsfaktor hilft enorm.
Du mußt lernen mit der Angst zu leben, das etwas passieren kann und vor allen Dingen, die Verantwortung an Markus abgeben können. Laß ihn bocken und toben, aber sage ihm das es sein Leben ist und er die Verantwortung dafür trägt. Wenn er nicht essen oder messen will, laß ihn. Mach ihm klar was passieren kann und dann laß ihn entscheiden.
Das hört sich übel an, ich weiß. Aber ich glaube das das für unsere Teenies der einzige Weg ist und ja ich weiß, das sie in den Unterzucker und Überzucker rauschen können und dabei viele Dinge passieren können.
Aber ich weiß auch, daß man unsere Teenies nicht komplett kontrollieren kann und Kontrollzwang sehr schnell ins negative umschlagen kann.
Damit die Praxis vielleicht leichter wird, hätte ich folgende Vorschläge:
Sprich mit der Arztpraxis über den Wechsel auf schnellwirkendes Insulin. Dann entfallen die Zwischenmahlzeiten und er kann essen wann er will. Für uns hat dieser Wechsel einen großen Schritt in Richtung "altes Leben" bedeutet.
Ein anderer Vorschlag wäre, eine Kur für ihn zu beantragen, damit er mit anderen Jugendlichen zusammenkommen kann, die die gleiche Krankheit haben. Vielleicht gibt es ja irgendwo in eurer Nähe auch Schulungswochenenden speziell für Jugendliche. Bei uns lernen sie dann ihre Diabetes in speziellen Situationen, z.B. beim wandern oder im Schwimmbad zu managen. Den Jungs gefällt es und sie lernen dabei.
So, das wäre es was mir zu dem Thema eingefallen ist. Ich hoffe es kommt nicht zu altklug daher. Nachdem was ich hier gelesen habe, bist du eine sehr engagierte Mutter und ich bin mir sicher ihr beide werdet Euren Weg finden. Viel Erfolg,
Marlene
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
20 Sep. 2010 10:51Tagebuchführen ist soooo ätzend! :S Ich mußte es natürlich immer machen und hab mich, als Marie noch keine Pumpe hatte, auch dran gehalten. Aber es war eine nervige Pflicht, wenngleich es mir geholfen hat, zumindest manchmal die BZ-Schwankungen zu erklären oder halt auch mal das Nachschlagen von vergangenen Tagen.
Seit Marie die Pumpe hat, führe ich kein Tagebuch mehr. Ich habe ein Vokabelheft gekauft und da schreibe ich nur noch rein, wenn mal etwas Besonderes war oder mir etwas aufgefallen ist. Insbesondere die vier Wochen vor dem Dia-Termin versuche ich da was reinzuschreiben, zB Trampolinspringen, Zuckerwatte probiert oder wenn ich mal einen hohen/niedrigen BZ so gar nicht erklären kann.
Seien wir mal ehrlich: BZ-Tagebuch führen ist doch noch schlimmer als Vokabeln lernen, oder?!!! Beim Aufschreiben wird mir nochmal so ganz stark bewußt, wie kompliziert das eigentlich alles ist und dass das auch immer so bleiben wird. Wenn es mir schon so geht - wie geht es dann einem Teenie dabei?! Spritzen und Messen muß man, das wissen auch die Teenie-Diabetiker. Aber Aufschreiben, und noch nicht mal elektronisch? Wenn es für UNS schon so eine lästige Pflicht ist, sollten wir doch versuchen, diese nervig-nützliche, aber nicht lebensnotwendige Dokumentation für die Kids so einfach wie möglich zu machen. Vielleicht könnt Ihr einen Kompromiss machen: ins Handy einspeichern oder nur die Insulingaben auf einem Post It ins Pen-Mäppchen reinlegen und Mama pinnt die Werte zuhause ab als Ergänzung zu den ausgedruckten BZ-Daten aus dem PC. Dann ist auch die Lesbarkeit gewährleistet
Zum Thema Skifreizeit: es ist ja schon manchmal schwierig, Teenies von einer Aktivität zu begeistern. Wie würdest Du vorgehen, wenn es sich zB um einen Sprachurlaub handelt? Laß mal den Diabetes bei Deinen Überzeugungs-Überlegungen aussen vor. Denn primär will Dein Sohn ja nicht in ein "Extra-Camp" für Diabetiker, er will ja ganz normal sein. Wie würdest Du ihm also so eine Ferienwoche normalerweise schmackhaft machen? Sicher nicht mit dem Argument "Dann lernst Du andere DMler kennen." Sondern dass er in dieser Woche endlich Snowboarden lernen kann und ne Woche ohne Dich und Deine nervigen Fragen hat
Maja
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
20 Sep. 2010 14:17ich habe auch einen Sohn, der die Pubertät durchmacht. Er ist jetzt 16, war bei der Erstmanifestation 14 Jahre alt.
Anfangs habe ich auch genervt und nach Werte, Essen etc. gefragt. Dann haben wir aber eine Abmachung getroffen, an die wir beide uns strikt halten:
- Er sagt Bescheid, wenn etwas außergewöhnliches ist oder fragt, wenn er nicht weiterweiß
- Ich frage niemals (!) nach Werten.
Das funktioniert sehr gut. Er weiß, er bekommt Unterstützung, wenn er sie anfragt. Wenn er nicht fragt, weiß ich, es ist alles in Ordnung.
Sicher, der Vertrag basiert auf Vertrauen. Aber so kommen wir am Besten zurecht und seine Hba1c-Werte sprechen auch dafür, dass er sich wirklich an die Spielregeln hält. Das es Ausrutscher nach oben wie unten gibt, ist völlig normal und muss von ihm beherrscht werden. Nicht von mir. Mittlerweile ist es so, dass ich gar keine Faktoren mehr kenne, er misst und spritzt ja völlig selbstständig.
Was nicht funktioniert, mir aber mittlerweile völlig egal ist: Er schreibt kein Tagebuch. D.h. er soll auch nur 14 Tage vor dem Dia-Termin dokumentieren. Aber selbst das schafft er nicht. Gestern meinte er, er müsse mal wieder anfangen - wie ich ihn kenne, klappt das aber nicht. Solange er aber mit dem Hba1c unter 6,0 ist, wird auch sein Doc nichts sagen. Das weiß er genau und bleibt bei der Ansicht: "Wenn die Werte stimmen, warum sollte ich dann Tagebuch schreiben."
Das ist jetzt vielleicht ein ziemlich krasses Beispiel, weil wir sehr entspannt damit umgehen. Ich bin allerdings auch der Meinung, mit 16 Jahren kann man auch schon Verantwortung für sich und seinen Körper übernehmen. Schließlich darf man schon Mofa fahren, wählen (Kommunalwahl) und Alkohol trinken.
Bei einem 12-Jährigen kann man vielleicht noch nicht so locker sein. Aber ich würde auch einen "Vertrag" mit Markus machen und die Fragerei/Kontrollierei deutlich reduzieren. Wie wäre es, wenn ihr euch zu einem bestimmten Zeitpunkt am Tag hinsetzt und dann den Tag Revue passieren lasst: Was lief gut, was war schwierig?
Anfangs muss man auch probieren und es passiert was Unvorhergesehenes. Dann lass doch Markus erst mal einen Vorschlag machen, wie man nun reagieren könnte. Und sage erst dann was dazu. Wenn du hinter ihm her bist und ständig sagst, was er zu tun hat, wird er das Gefühl nicht los, du kontrollierst jeden Schritt. Und gerade in der Pubertät will man alles, nur das nicht!
Vielleicht müsst Ihr beide auch erst lernen, Vertrauen zu bekommen. Du musst ihm vertrauen, dass er die Therapie richtig anwendet und er muss dir vertrauen, dass dir noch andere Dinge außer dem Diabetes wichtig sind. Etwa seine Gefühle oder seine anderen Interessen.
Natürlich muss man sich an enge Regeln halten, wenn man dem Diabetes Paroli bieten möchte. Aber vielleicht kann Markus auch ein Stück mehr Verantwortung übernehmen, wenn er merkt, du kannst deinen Kontrolltrieb etwas unterdrücken.
Ich finde übrigens auch CT furchtbar - hoffentlich ändert sich da bald etwas. Wenn Markus ein schnellwirksames Insulin spritzen kann, ist sicher schon ein großer Teil Dampf aus der Sache raus.
Liebe Grüße
und viel Erfolg
Steffi
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Re: Aw: Markus hat einfach keine Lust
20 Sep. 2010 17:13das mit dem "Vertag" ist wirklich ein gute Idee,ich glaube damit könnte ich mich anfreunden.
Ihr Lieben, die CT ist bald Geschichte bei uns
Und wir haben heute nachgefragt, ob es Kinder in Markus Alter gibt, die er kennenlernen könnte. Unsere Dia-Beraterin hat uns gesagt, es wären einige Kinder in seinem Alter bei ihnen in der Praxis und sie würde gerne ein Treffen organisieren, damit sie sich kennenlernen und austauschen können. Ich glaube das wird ihm auch gut tun, wenn er sieht, dass es da noch andere gibt, die ihn und seine Ängste, Sorgen und Probleme verstehen. Es geht langsam aufwärts hoffe ich
lg Tanja
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