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Neues über Gruppen, Initiativen und Organisationen

Neues Diabeteszentrum Rhein-Main

Experten am Bürgerhospital Frankfurt und Clementine Kinderhospital arbeiten Hand in Hand

Seit August haben die Frankfurter Stiftungskrankenhäuser Bürgerhospital Frankfurt und Clementine Kinderhospital ein neues Zentrum für die Behandlung sämtlicher Formen des Diabetes mellitus (Typ-1, Typ-2, Gestationsdiabetes – dem sogenannten Schwangerschaftsdiabetes). Das Diabeteszentrum Rhein-Main vernetzt die bereits bestehenden Kompetenzen der Schwangeren-, Kinder- und Erwachsenendiabetologie und gewährleistet somit die ganzheitliche Betreuung an Diabetes Erkrankter durch ein erfahrenes Team aus Diabetologen und Diabetesberaterinnen von der Geburt bis ins Alter. Mit der Fusion der beiden Häuser Clementine Kinderhospital und Bürgerhospital Frankfurt Anfang 2009 wurde die Voraussetzung dieser Zusammenarbeit geschaffen.

Die Leitung des Zentrums übernimmt Christian-Dominik Möller, Chefarzt der Klinik für Diabetologie und Ernährungsmedizin am Bürgerhospital Frankfurt. Zu seinem Team gehören die Gynäkologin Dr. Ulrike Emde und der Kinderarzt Semik Khodaverdi, der seit August die neue Diabetes-Ambulanz am Clementine Kinderhospital leitet. Ziel des Zentrums ist nicht nur die enge Zusammenarbeit der jeweiligen Fachabteilungen der beiden Krankenhäuser, sondern auch eine intensivere Kooperation mit niedergelassenen Diabetologen, Gynäkologen, Kinder- und Hausärzten der Region.

In Deutschland sind etwa 10 Prozent der 20- bis 79-Jährigen an Diabetes mellitus Typ-1 oder Typ-2 erkrankt. Zusätzlich gehen Experten von einer sehr hohen Dunkelziffer noch nicht erkannter Diabetiker aus. Wegen der großen Zahl der Patienten und der zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Augenerkrankungen und Amputationen zählt diese Erkrankung heute zu den großen Aufgaben in der Medizin. Trotzdem wird Diabetes häufig nur zufällig entdeckt. Denn erhöhte Blutzuckerwerte verursachen oft lange Zeit wenige oder gar keine Beschwerden - vor allem beim Typ-2-Diabetes – der häufigsten Form der Zuckerkrankheit.

Rund 12 Prozent der Schwangeren, die im Bürgerhospital entbinden, sind von einem Gestationsdiabetes betroffen. Beim typischen Gestationsdiabetes tritt nach der Geburt bei den meisten Frauen wieder ein normaler Zuckerstoffwechsel auf. Die Gefahr, später an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken ist allerdings sehr hoch. Unbehandelt sind die Folgen auch für die Neugeborenen sehr groß, betont Dr. Ulrike Emde, die seit 2004 eine Sprechstunde für Gestationsdiabetes am Bürgerhospital anbietet. Übergewicht und Schäden an Herz und Leber der Kinder sind in der Regel die Folge eines unbehandelten Gestationsdiabetes sowie die Perspektive, später ebenfalls an Diabetes zu erkranken. Eine rechtzeitige Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes verhindert diese Folgen für Mutter und Kind. Und auch die Typ-1-Diabetikerinnen, die schwanger sind, bedürfen einer engmaschigen Kontrolle und sollten in einem Zentrum der höchsten Versorgungsqualität (Level1), wie es am Bürgerhospital besteht, entbinden. Die ganzheitliche Betreuung, die das Diabeteszentrum Rhein-Main durch die enge Zusammenarbeit seiner Experten bietet, kommt diesen Patientinnen vor, während und nach der Geburt zu gute.

Die neue Diabetesambulanz am Clementine Kinderhospital behandelt Kinder und Jugendliche, bei denen ein Diabetes mellitus diagnostiziert wurde oder die zu einer Risikogruppe zählen. Dazu gehören z.B. Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft erhöhte Blutzuckerwerte hatten. Die enge Zusammenarbeit mit der Gynäkologin im Team des Diabeteszentrums gibt hier betroffenen Eltern Rat und umfassende Unterstützung. Der Kinderarzt Semik Khodaverdi hat sich insbesondere auf die Behandlung mit Insulinpumpen spezialisiert. Gerade Kinder und Jugendliche, so der Oberarzt, haben einen Tagesrhythmus, bei dem Mahlzeiten einfach mal ausfallen und spontane Aktivitäten, wie Sport, möglich sein müssen. Bei körperlicher Aktivität und der Gefahr von Unterzuckerungen kann die Insulinzufuhr mit einer Insulinpumpe viel leichter angepasst werden als bei einer konventionellen Spritzentherapie. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden brechen viele Jugendliche die Therapie ab. Die Verantwortung der Therapie durch die Eltern wird zunehmend als Bevormundung erlebt. Mit der Ablösung vom Elternhaus folgt die Trennung vom Kinderarzt und der Übergang zum Erwachsenendiabetologen. Christian-Dominik Möller, Chefarzt der Klinik für Diabetologie und Ernährungsmedizin und Leiter des Zentrums, sieht hier die besonderen Vorteile des Diabeteszentrums Rhein-Main: „Durch die enge Vernetzung von Kinder- und Erwachsenendiabetologie können wir die Jugendlichen auf diesem Weg begleiten, damit sie lernen, die Therapie selbstverantwortlich umzusetzen.“

Schulungen zu den Themen Sport, Verhütung, Alkohol und Schule sowie die diabetischen Folgeerkrankungen sollen Teenagern den Umgang mit der Krankheit erleichtern.

Kontakt:
Christian-Dominik Möller
Diabeteszentrum Rhein-Main
Bürgerhospital Frankfurt
Nibelungenallee 37-41
60318 Frankfurt
Telefon (069) 1500 – 1210
Telefax (069) 1500 – 1211
kontakt@diabetes-rm.de
www.diabetes-rm.de

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