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Diabetes-Kids Elternblog: Weniger ist manchmal mehr

Das einfach oft besser ist, merken wir seitdem unser Sohn Diabetes hat am meisten beim Essen. Je komplexer und zusammengesetzter die Nahrungsmittel sind, desto schlechter lassen sie sich berechnen und desto schwieriger lässt sich der Blutzuckeranstieg voraussehen (ich sage nur Pizza...). Das bedeutet für uns, dass es deutlich weniger fast food (was es zugegebenerweise aus Zeitgründen bei uns recht häufig gab...) gibt, dafür aber mehr Selbstgekochtes und eben auch manchmal nur Schnitte mit was drauf. Döner und Co bleiben nur noch für besondere Gelegenheiten (angenehmer Nebeneffekt: die Kinder freuen sich richtig darauf und es spart eine Menge Geld).

Dieses Prinzip lässt sich aber auch durchaus auf andere Teile des Lebens anwenden: In unserer Grundschule hat es sich im Laufe der vier Jahre so eingebürgert, dass Geburtstage immer im großen Stil abgehalten werden. Da wurde in entfernte Großstädte zum Schlittschuh laufen gefahren, Burgen besichtigt, Erlebnisbäder besucht usw. Mindestens eine Übernachtungsparty musste schon drin sein. Auch unser Sohn hatte sich zum Grundschulabschied etwas Besonderes gewünscht: Quadfahren in einer immerhin ca. 40 km entfernten Stadt. Und da er ausgesprochen gerechtigkeitsliebend ist, hatte er beschlossen alle (!) Jungs seiner Klasse einzuladen, damit sich niemand benachteiligt fühlt.

Ich habe zwar geschluckt, wollte es ihm aber dann doch irgendwie ermöglichen. Doch dann kam uns der Diabetes dazwischen. Je näher der potentielle Partytermin kam, desto unbehaglicher wurde mir. Wir müssten eine ziemlich große Stadt durchqueren, so dass man die Fahrtzeit schlecht genau bestimmen könnte, wie würden wir das mit den (relativ) festen Essenszeiten machen? Im Auto spritzen und essen? Dann waren wir dort schon einmal, es ist halt eine Quadstrecke im Gelände, da gibt es absolut keine Gelegenheit sich die Hände zu waschen, geschweige denn sanitäre Einrichtungen.

Ich bin nicht so penibel, aber ein bißchen Hygiene vor dem Spritzen solte schon sein. Und dann die Verantwortung für soviele fremde Kinder (und unsere drei auch noch...) Je weiter ich darüber nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich eigentlich keine Nerven für diese Aktion hatte. Nach den anstrengenden letzten Wochen mit soviel Neuem und Ungewohntem war ich einfach nur fertig.

Zum Glück ging es meinem Sohn genauso. Bei einer vorsichtigen Nachfrage teilte er mir mit, dass es ihm eigentlich ganz egal wäre, wo wir feiern würden, Hauptsache er wäre mit seinen besten Freunden zusammen. Also suchte ich nach einer Alternative. Bei Freunden, die in unsere Nähe auf einem großen Gehöft wohnen, wurde ich schließlich fündig. Es wurde eine Party mit einer Schatzsuche durch Felder und Wiesen, Gänse füttern, Spielplatzbesuch und grillen.

Den Höhepunkt bildete die Überquerung eines reißenden Flusses (40 cm tief...) auf einem Seil. Ich hatte erst Bedenken wie dieser Ausflug bei den Kindern ankommen würde, aber es hat ihnen sehr gut gefallen. Sie waren am Abend alle zufrieden, müde und glücklich. Auch wir waren entspannt und konnten den Nachmittag genießen.

Ach ja und die Werte waren eigentlich, trotz ausgiebigem Kuchen essen (Problematik wie oben...) relativ gut. Mein Sohn fand am Abend, es wäre ein toller Geburtstag gewesen und ich habe mal wieder festgestellt, dass oftmals gar nicht soviel  Aufwand nötig ist, damit eine Sache gut und schön wird. Weniger ist eben manchmal mehr.

Tags: Elternblog, Blog

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