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Diabetes-Kids Elternblog: Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand

WICHTIGER HINWEIS:
Wir haben diesen Bericht erst nach Rücksprache mit einem erfahrenen Kinderdiabetologen veröffentlicht.  Deshalb lest bitte auch die Stellungnahme von Prof. Thomas Danne am Ende dieses Artikels.

Liebe Eltern, liebe Kinder und vor allem liebe Leute, die ganz frisch die Diagnose Diabetes erhalten haben.

Unser Alltag hat sich im April diesen Jahres auf den Kopf gestellt, als unser Sohn plötzlich unstillbaren Durst bekommen hat und wir mit einem Blutzuckerwert von über 600 und einem HbA1 von mehr als 11 die Diagnose Diabetes Typ 1 erhalten haben.

Auch wenn es eine Erkrankung ist, mit der man heute gut und sicher leben kann, waren wir alle sehr geschockt und es gingen einem immer wieder die Fragen durch den Kopf: "Warum?, warum er/ wir?, woher,? wieso jetzt schon? und wieder warum?"

Ich möchte hier die Gelegenheit ergreifen von unseren Erfahrungen und unserem Weg zu berichten, um vielleicht dem einen oder anderen Kind das Leben etwas zu erleichtern oder auch zu helfen.

 

Die nachfolgenden Schilderungen beruhen nur auf unseren individuellen Erfahrungen und stellen keine generellen Empfehlungen dar, insbesondere weil Sie von den konventionellen Empfehlungen abweichen. Wir möchten Euch einfach Teil haben lassen an dem Wissen, welches wir auf unseren Recherchen ansammeln konnten und an unseren Erlebnissen. Vielleicht stellt es für den einen oder anderen eine Wertvolle neue Perspektive oder zumindest eine wertvolle Ergänzung dar. Denn wir wissen, wie schwer es war sich all dieses Wissen anzueignen und gegen wie viele Widerstände man laufen musste.

Bevor ich mit der Schilderung beginne, ein zwei Dinge zu uns und unserem Background. Meine Frau und ich sind beide Zahnmediziner und beschäftigen uns seit ca. 1,5 Jahren sehr intensiv mit allen möglichen Ernährungstheorien und haben die meisten auch ausprobiert. Zu dem Zeitpunkt, als uns die Diagnose unseres Sohnes ereilte waren irgendwo zwischen LowCarb und Paleo.

Zurück zum Tag der Krankenhauseinweisung

Nachdem wir den ersten Schock der Diagnose verdaut war und wir unser Zimmer im Krankenhaus bezogen hatten, begann das Schulungsprogramm. Unser Sohn (9 Jahre)hat es von allen am besten weggesteckt und er war schon am ersten Abend in der Lage sein Insulin zu berechnen und selbst unter Anleitung zu spritzen. 

Ich habe die ganze Nacht wach gelegen und alles was das WordWideWeb und medizinische Datenbanken zur Verfügung stellen durchforstet, um nach Heilmethoden/ -behandlungen für den juvenilen Diabetes Typ 1 und seine Ursache zu suchen. 

Therapie: Fast die gesamte Forschung und Therapie richtet sich aus auf die Substituion von Insulin, sei es in Form von Pharmazeutika oder in Form von Forschung in Richtung Transplantation von Stammzellen mit notwendiger Immunsuppression. 

Wir haben viel darüber gefunden, dass Typ 2 durch Umstellung der Lebensgewohnheiten und der Ernährung heilbar oder stark verbesserbar ist. Leider gilt dieses nicht für Typ 1.

Ursachen: Genetisch oder unklar. Es gibt Diskussionen dazu, ob es im Zusammenhang mit Zöliakie steht. Auch bakterielle Infektionen und Schwermetallbelastungen werden diskutiert, aber bislang ohne Ergebnis.

Ein kurzer Ausflug zu Studien, denen wir allzu leicht unseren Glauben schenken.

Als promovierte Mediziner wissen wir, wie Studien aufgebaut, durchgeführt und diskutiert werden. 

Ich gebe ein Beispiel, welches wir vor Jahren auch am eigenen Leib erfahren mussten. Leider traf es auch unseren Sohn, der mit einem so extremen Schielfehler geboren wurde, dass beide Augen über dem Nasenrücken standen. Wir waren in mehreren Unikliniken und haben uns beraten lassen. Einhellige Meinung nach Studienlage ist heute, dass durch eine frühzeitige Operation das dreidimensionale Sehen nicht wieder hergestellt oder verbessert werden kann. Daher würde man heutzutage nur aus ästhetischen Gründen vor der Einschulung operieren. Damals noch naiver haben wir diese Aussagen hingenommen, auch wenn wir uns nicht wohl gefühlt haben.

Glücklicherweise sind wir über glückliche Umstände und Zufälle an einen versierten Spezialisten geraten, der unseren Sohn im Alter von 3 Jahren operierte. 

Und natürlich hatte die Operation Auswirkungen. Unser Sohn konnte den Kopf wieder gerade halten, dadurch war er erst in der Lage sich im Raum richtig zu orientieren. Die gesamte motorische Entwicklung hat einen Sprung gemacht und wir konnten über Krankengymnastik, Ergo und andere Dinge, die motorischen Defizite wieder aufholen.

Jedem normal denkendem Menschen sollte klar sein, wenn man seinen Kopf so schief halten muss, damit man mit einem Auge nach vorne schauen kann, dass dies gewaltige Auswirkungen auf die restliche Entwicklung hat.

Trotzdem ist es so, dass nicht früh operiert wird, weil das 3D-Sehen sich nicht verbessert hat. Die restliche Entwicklung des Kindes war nicht Frage der Studie.

Wenn man diesen Zusammenhang einmal verstanden hat, weiß man, dass man jede Studie lesen sollte und nicht jeder Studie glauben sollte, wenn nichts signifikantes herauskommt. Im Umkehrschluss heisst es, dass häufig, an den Dingen, die Diskutiert werden etwas Wahres dran ist, auch wenn es noch nicht bewiesen werden konnte.

Schlussfolgerung:

Wir haben Hinweise in Richtung Ernährung und in Richtung Schwermetalle/ Toxine und Infektionen

Ich habe noch in der selben Nacht Kontakt zu Ärzten, Alternativmedizinern  und Heilpraktikern aufgenommen, die hier spezialisiert sind.

Glücklicherweise haben uns mehrere geantwortet und uns bei den weiteren diagnostischen Schritten unterstützt.

Fazit:

Wir haben parallel zur Diagnostik im Krankenhaus eine weitere umfangreichere Labordiagnostik gestartet.

Wir die Ernährung unseres Sohnes sofort umgestellt, was für uns sehr einfach war, weil wir meine Frau und ich dies sowieso schon für uns selbst praktiziert haben.

Wir haben uns damit im Krankenhaus nicht viele Freunde gemacht. Da wir aber Mediziner sind und unsere Beweggründe höflich diskutiert haben, lief alles in einer freundlichen Koexistenz und wir haben auch begrenzte Unterstützung erhalten.

Die Ernährung im Krankenhaus hat sich aber als schwierig und nicht als gesundheitsfördernd herausgestellt. Brot (egal ob weiss oder schwarz), Nudeln, Bananen, Äpfel, Kartoffeln, Reis, gekochte Karotten.

Es ist aber die Empfehlung der Diabetologin, dass das völlig ok sei. Selbst ein gelegentlicher Blutzucker bei gesunden von 180 ist absolut bedenkenlos. Kein wunder, wenn sie selbst leicht übergewichtig ist und gerne Schokolade isst.

Was viele nicht wissen ist, dass all diese Dinge fast ausschließlich zu Kohlenhydraten verstoffwechselt werden und somit unseren Blutzucker drastisch erhöhen.

Wir haben ein erschöpftes Organ (Pankreas). Wie sinnvoll ist es, es weiterhin mit etwas zu belasten, was es zur Schwerstarbeit zwingt. Das ist so, als wenn man einen anaphylaktischen Schock bei Erdnüssen bekommt und diese trotzdem isst, weil man ja das Antihistaminikum kriegt.

Es gibt viele tolle Alternativen in Abhängigkeit davon, wie hoch die Restinsulinaktivität am Anfang ist.

Empfehlen können wir:

Als Zuckerersatz : Erythrytol = Schmeckt wie Zucker, hat keine Kalorien, macht keine Karies und erhöht den Blutzucker gar nicht

Statt Weizen & Co: alles aus Leinsamen herstellen. Später, wenn mehr KE vertragen werden, gehen auch andere Dinge.

Viel rohes Demeter-Gemüse. Zur Erholung braucht es Vitalstoffe und die kommen nicht aus dem 3 Jahre gelagertem mit Gas bedampftem Apfel und nicht aus erhitzen Speisen. Achtung Obst wird hauptsächlich zu Kohlenhydraten verstoffwechselt.

Greensmoothies: Erfinder der GreenSmoothies Sergej Boutenko hatte auch Typ 1 und sich durch Ernährungsumstellung „geheilt?“ Und wenn es nicht so ist, ist überall ein Funken Wahrheit und zumindest eine richtige Richtung enthalten.

Mit dieser Ernährung waren wir nach ca. 10 Tagen Insulinfrei.

Unsere Diabetologin war nicht müde geworden zu betonen, dass dies die Honeymoon-Phase sei und es bald vorbei sein würde. Am besten wäre es, wir würden weiter spritzen, damit wir uns daran gewöhnen. Und wir sollen bitte Protokoll führen, damit sie kontrollieren können, ob wir unser Kind nicht einer Mangelernährung zuführen, wenn wir nicht Pommes, Burger, Nudeln, Brot und Pizza essen, stattdessen Demeter Gemüse und vollwertige Getreidealternativen, Ziegen- und Schafskäse und saisonales und regionales Obst.

Die Ernährungsberaterin der Diabetesstation hat unter der Hand auch zugegeben, dass sie nicht hinter den Empfehlungen steht und selber das isst, was wir unserem Sohn geben.

Ist ja auch ganz logisch. Warum soll das, was bei einem gesunden Menschen langfristig Diabetes Typ 2 verusacht für einen Menschen der Diabetes Typ1 hat gesund sein?? Manchmal glaubt man, man ist im Irrenhaus.

Die Labordiagnostik hat ergeben, dass keine typischen AK zu finden waren, dafür wurden Clamydien gefunden, welche auch mit Diabetes in Diskussionen zu finden waren. 

Unsere eigene Analytik hat im Blut, im Urin und in Haarproben extreme Schwermetallbelastung (vor allem Quecksilber) ergeben.

Spätere Analysen nach DMPS Mobilisierung haben das Ergebnis bestätigt, bzw. die stärke der Intoxikation gezeigt.

Unser Sohn hat keine Amalgamfüllungen, aber wir als Zahnärzte sind extrem belastet. Alternativmediziner sprechen davon, dass die Mutter während der Schwangerschaft einen Großteil der Toxine über die Plazenta an das Kind weiter gibt. Dies geschieht angeblich über mehrere Generationen. Das kann ich und ich denke auch keiner nachweisen. Wir haben diese Untersuchungen mit der ganzen Familie gemacht und konnten die Werte tatsächlich so korrelieren.

Ca. 20 Tage nach der Diagnose hat unser Sohn ca. 1,5 KE pro Mahlzeit vertragen ohne Spritzen zu müssen. Dies ist über ausgewählte Kost und viel Engagement der ganzen Familie umsetzbar und kann sogar schmecken.

Unser Engagement ging von nun an in Richtung Schwermetallausleitung und Erregerbekämpfung. Hierzu waren wir bei zwei sehr guten Heilpraktikern und einem Umweltmediziner.

Wir haben für unseren Sohn mittlerweile ein Dexcom kriegen können, wodurch sich die Einstellung des Blutzuckers enorm vereinfacht hat, weil man jeden Trend gut ablesen konnte und somit hervorragend Rückschlüsse auf die Verträglichkeit von Speisen schließen konnte.

Wir haben mit der schulmedizinischen Schwermetallausleitung mit DMPS-Infusionen und Substitution von Vitaminen und Mineralstoffen begonnen.

Die Nebenwirkungen waren heftig und der Zuckerspiegel außer Kontrolle. Wir haben Angst bekommen, dass wir der Bauchspeicheldrüse den Rest geben und die Therapie abgebrochen, weil sie uns zu aggressiv schien.

Wir leiten seither zusammen mit unseren Heilpraktikern sanft mit Chlorella,

Koriander und Elektrolysefußbädern aus.

Im Mai vertrug unser Sohn schon 2 KE pro Mahlzeit.

Im Juli waren es schon 4 KE.

Die Nachuntersuchung in der Klinik hat ergeben, dass sein HbA1 auf 5,3 gesunken ist. Außerdem der dringende Rat, wir möchten uns doch nicht so freuen, denn es geht bald vorbei.

Wir versuchen stets seinen Zucker nicht höher als 150 steigen zu lassen und entgiften fröhlich weiter.

Im Juli vertrug unser Sohn schon 5 KE.

Seit August 6 KE und jetzt schrammen wir an 7 KE pro Mahlzeit.

Alles ohne Insulin und mit Maximalwerten DIREKT nach dem Essen von aktuell 110-130.

Ab 4 KE konnte der Speiseplan enorm erweitert werden und seit es 6-7 sind, gibt es eigentlich keine Einschränkungen mehr.

Wichtig:

Kein Gluten (besonders nicht vom Weizen, das andere kann man mal zu sich nehmen. Es geht ums Gliadin)
Keine Kuhmilch (Der Darm kann Casein nicht gut verdauen). Daraus entsteht häufig (zusammen Gluten und anderen Noxen und Stress) ein Leaky Gut.
Kein Haushaltszucker
Es gibt wirklich tolle Alternativen, die sogar wirklich besser schmecken.
Wir machen Kuchen, Marmeladen, Muffins, Nutella uvm. Selbst und alles kann ohne Probleme gegessen werden 

Für uns stellt es sich aktuell so dar.
Wir glauben, dass wir bei gleichbleibender Ernährung eine vollständige Heilung erzielen.
Selbst, wenn es nur ein Erhalt der aktuellen Situation wäre, wäre es unglaublich.
Selbst, wenn wir (was wir nicht glauben) wieder spritzen müssten, hätte sich alleine dieses halbe Jahr spritzenfrei gelohnt.

Ich werde von Zeit zu Zeit berichten, um denjenigen Hoffnung zu machen, die auch an eine Alternative glauben oder um denjenigen Recht zu geben, die gesagt haben: Siehst Du, war alles nur Quatsch und es hat alles ja nur Arbeit gemacht, hättest Dein Kind mal nicht so mit dem gesunden Zeugs quälen sollen.

Nur so viel zum Schluss zur Honeymoon-phase. Natürlich geht diese irgendwann vorbei, wenn man alles genauso lässt, wie vorher. Wie soll es auch anders sein. Dazu gibt es ein schönes Sprichwort:

„Wer möchte, dass es morgen anders ist als heute, muss heute anderes tun als gestern“.

Alles Gute für Euch und Eure Kinder

Der Querulant

Hier ein paar Buchempfehlungen und Ideen, wo man mal hinschauen kann, aber nicht muss.

  • Dr. Joachim Mutter: „Lass Dich nicht vergiften“ und auch „Grün Essen“
    In beiden steht auch etwas direkt zu Diabetes
  • Georg Schnitzer: „Diabetes Heilen“  Bitte auch seine Geschichte lesen. Er plädiert sehr für Getreide. Wir haben es nicht ausgetestet, weil unser Sohn dafür nicht genug KE vertragen hat. Der gemeinsame Nenner könnte aber sein, dass die von Ihm vorgeschlagenen Sorten nicht das Gliadin enhalten, dass besonders stark in dem genetisch auf Hochleistung gezüchtetem Weizen enthalten ist.
  • Dr. Susan Blum: „Autoimmunkrankheiten heilen“ Hier geht es ganz viel um Ursachen, wo wir wieder bei der Ernährung sind.
  • Dr. Ulrich Stunz: Alle Bücher über Sport und Ernährung. Viel über Kohlenhydrate und deren Folgen. Empfehlung mit dem Eiweiß mit Vorsicht. Kann für den einen gut sein, für den anderen auch nicht.
  • Dr. Klinghardt: INK- Institut: Klinghardt-Therapie -> Entgiftung, etc.

Stellungnahme von Prof. Thomas Danne:

Zusammenhänge zwischen erhöhten Blut – oder Gewebespiegeln von Quecksilber und Auftreten eines Typ 1 Diabetes konnten bislang nicht gezeigt werden. Ein theoretisches Modell wie Quecksilber gezielt Inselzellen zerstören soll, kenne ich nicht. Nur in etwa 95% bis 97% der Kinder mit Typ 1 Diabetes finden sich Antikörper. Insofern schließt ein Fehlen von Antikörpern (standardisierte Labormethode, alle Antikörper bestimmt?) einen Typ 1 Diabetes nicht aus. Es ist natürlich auch grundsätzlich möglich, dass das Kind gar keinen Typ 1 Diabetes hat, aber von der Beschreibung her, glaube ich schon, dass es Typ 1 ist.

Eine low-carb Diät zur Behandlung des Typ 1 Diabetes kennt man schon aus der Vor-Insulin-Ära. Leider gibt es keine Hinweise, dass man damit den Verlauf der Autoimmunkrankheit ändern kann. Trotzdem gibt es einige Verfechter dieser Ernährung, die mit dieser Diät von weniger Stoffwechselschwankungen unter Insulinbehandlung berichten. Allerdings weicht man damit von der optimierten Mischkost ab, die für ein gesundes Aufwachsen von Kindern empfohlen wird. Daher ist eine enge Abstimmung mit Kinderdiabetologen und Diätassistentin notwendig, damit keine Mangelzustände entstehen und Nebenwirkungen - wie zum Beispiel ein Kleinwuchs - auftreten.

Tags: Ernährung, Elternblog, Blog

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