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Diabetes-Kids Elternblog: Mit Mister Diabetes unterwegs. Man kann niemals zu viel dabeihaben, denn der Teufel ist ein Eichhörnchen!

Längere Wanderungen, Rad- oder Badeausflüge, sowie Kurzurlaube waren und sind immer noch anstrengend! Je länger der Ausflug, um so gründlicher die Vorbereitung! Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es durchaus angebracht ist, für gewisse Notsituationen vorbereitet zu sein, denn: "Der Teufel ist ein Eichhörnchen!" Was so viel bedeutet wie: Immer schön wachsam sein, denn es kann ganz fix gehen, dass dich etwas Unvorhergesehenes an einem Ort trifft, wo du es nicht vermutest oder es nie vermuten würdest.

 

 Trotz allem belächelt mein Mann meinen Packeifer! Und erst zur Maiwanderung fragten mich meine Freunde, ob das denn wirklich notwendig sei, den ganzen Kram mitzunehmen. Wofür ich das alles nur brauchen würde. "Lacht ihr nur!",  dachte ich. Natürlich passt mein Equipment in keine zierliche Frauenhandtasche. Oh nein, eher in einen Rucksack mit 35 Liter Fassungsvermögen. Da wird's schön warm auf dem Rücken und im Kreuz tut´s gut zwicken!

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Die Beförderung der lebenswichtigen Technik inklusive Traubenzucker kann ich indessen an dem mittlerweile zehnjährigen Sohn abgeben. Immerhin ist es sein Diabetes und da darf er sein Messgerät und alle Traubenzuckervarianten gefälligst selber schleppen!

Im Laufe der Jahre habe ich meine Packliste auf ein Minimum beschränkt. Dennoch ist die Erste-Hilfe-Tasche, man könnte auch Koffer sagen, ordentlich groß und reichlich gefüllt. Utensilien, die man unbedingt dabei haben sollte, wie Katheter, Insulin, die Notfallspritze, sowie ein Zäpfchen Vomex. Dann wären da noch Messstreifen und Jodsalbe. Batterien sind auch notwendig, wenn Sohn den Alarm mehrmals wegdrückt, ohne dir Bescheid zu geben. Dies gilt übrigens auch für den Alarm zur Neige gehende Insulineinheiten. Das Ketonmessgerät befindet sich auch im Köfferchen. Dann wären da noch reichlich Pflaster, Fenistil und Desinfektionstücher.

Bis auf die Notfallspritze haben wir unterwegs wirklich schon alles gebraucht! Gerade so eine nervige Verstopfung des Katheters, kann einen jederzeit und in den unmöglichsten Situationen treffen! Am dankbarsten war mein Sohn, als wir beim Italiener saßen und er sich gerade die Gabel mit der leckeren Pasta einverleiben wollte, als das Hupkonzert losging. Oh ich rate übrigens zu mehreren Kathetern im Marschgepäck. Könnte ja sein, dass man total gechillt dahin schlendert und ein paar Kilometer vor dem Einkehren, plötzlich Liebesgrüße von seiner Pumpe erhält.  Dann wechselst du den Katheter, nur um erneut den Alarm angezeigt zu bekommen. Und wenn das dann der einzige  Reservekatheter war, na dann viel Spaß! Als allseits gut vorbereitete Mutti hat man natürlich mehrere Katheter dabei, könnte ich jetzt behaupten, aber die Wahrheit war, ich hatte einfach nur Dusel und zufällig zwei eingepackt, ohne an derartige Katastrophen zu denken.

Dann erinnere ich mich an einen spontanen Besuch bei meiner Schwiegermutter. Mein Sohn war damals noch im Windel-und-durch-die Gegend-schlepp-Alter. Zu Hause gab es noch Mittagessen. Danach ab mit ihm in den Kinderwagen und gemäßigten Schrittes zur Schwiegermutter pilgern. Dort gab es leckere Mandarinen. Kind wurde plötzlich blass. Wir maßen und stellte fest, dass der Blutzucker deutlich zu niedrig war und während meine Schwiegermutter den Traubenzucker holte, wurde ich mit Mittagessen und Mandarinenstückchen versehen. Von der Schulter bis auf meine Socken. Danach folgte ein Wettrennen zwischen Insulin und Blutzuckeranstieg.  Seit dem Tag hat das Vomexzäpfchen einen Ehrenplatz im roten Köfferchen!

Mit Mister Diabetes unterwegs zu sein, bedeutet jetzt nicht, dass eine Katastrophe die nächste jagd! Es bedeutet für mich als Mutter, wachsam zu sein und Risiken zu kennen und sie nach Möglichkeit gering zu halten. Einen Katheter unterwegs wechseln zu müssen, ist kein Weltuntergang! Eine Unterzuckerung kann man aussitzen. Einen hohen Blutzucker, langsamen Schrittes mit reichlich Wasser ablaufen. Plötzliches hohes Fieber beim Campingzelt aufstellen, im Schatten mit kühlem Tuch auf der Stirn und Ketonen im Blut, mit reichlich Insulin bekämpfen. Auch den Abszess konnten wir im Sommerurlaub, weit weg vom deutschsprachigen Raum, Herr werden. Dank einer fetten Schicht Jodsalbe.

Sollen unsere Freunde meinen Rucksack und mein kleines rotes Köfferchen getrost belächeln und ihre Witze darüber machen. Ich bin auf fast jedes kleine teuflische Eichhörnchen vorbereitet! Zur Not könnte ich es immerhin mit dem Erste-Hilfe-Köfferchen erschlagen!

Lieber lasse ich den lieb gemeinten Spott über mich ergehen, als wegen Pleiten, Pech und Pannen umkehren zu müssen. Das käme einer Kapitulation gleich und diesen Triumph gönne ich Mister Diabetes schon mal gar nicht!

Tags: Elternblog, Blog

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