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THEMA: Diabetes bei der Arbeit

Diabetes bei der Arbeit 11 Jun 2016 21:41 #101250

  • Rick
  • Mitglied
  • Neuling
    Neuling
  • Beiträge: 4

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2000
  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Hallo alle zusammen ich habe eine frage an euch und zwar ich fange im August eine Ausbildung als Verkäufer an und weis nicht wie ich das mit den Zucker hinkriegen soll :dry: den ich habe mittlerweile hohe werte bei 250mg aufwärts kann das die Arbeit einschränken ? ich bitte um Rat und freue mich auf Rückmeldung :)

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Diabetes bei der Arbeit 12 Jun 2016 08:48 #101251

  • mibi74
  • Mitglied
  • Moderator
    Moderator
  • Beiträge: 753

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2005
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Rick,

ich selbst habe keinen Diabetes, daher kann ich nur aus der Beobachtungssicht etwas dazu sagen. Mein Sohn kann sich bei so hohen Werten nicht gut konzentrieren. Er ist dann sehr fahrig. In der Schule, wenn er Tests schreibt fällt an seiner Leistung deutlich auf, ob der Wert im normale oder eher im höheren Bereich war.
Daher würde ich sagen spielt es schon eine Rolle bei deinen Job.
Du schreibst, dass du eine Ausbildung zum Verkäufer beginnst. Wie in jeder Ausbildung, wird viel von dir verlangt werden. Jedes Unternehmen möchte, dass sich ihre Lehrlinge einbringen, dass sie mitdenken, dass sie über den Zeitraum ihrer Arbeitszeit konzentriert und motiviert arbeiten und Neues lernen.
Hast du deinen Arbeitgeber darüber informiert, dass du Diabetes hast und somit eine gesonderte kleine Pause brauchst?

Rechtlich gesehen, steht dir als minderjähriger Auszubildender bei eine Gesamtarbeitszeit von 4,5 Stunden eine Pause von 15 Minuten zu. Außerdem darfst du nicht an Wochenenden arbeiten, außer dir wird ein Wochentag dafür erlassen. Zwischen Ende und Beginn von aufeinanderfolgenden Arbeitstagen stehen dir mindestens zwölf Stunden Freizeit zu.

Da ich nicht weiß, wie groß das Unternehmen ist, in dem du deine Lehre machst kann ich nicht viel mehr dazu sagen. Je kleiner eine Firma, um so besser für dich, weil da besser auf dich eingegangen wird.

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Letzte Änderung: von mibi74.

Diabetes bei der Arbeit 12 Jun 2016 17:34 #101254

  • SandrineBlue
  • Gold Schreiber
    Gold Schreiber
  • Beiträge: 182

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 1988
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Rick

Ich werde mit meinem Beitrag hier vermutlich wieder bei einigen anecken, aber dennoch möchte ich mal berichten, wie das bei mir so ist. Denn viele hier haben ja kleinere Kinder und noch nicht die Erfahrung, wie das mit Ausbildung oder Arbeit ist.

Was ich tatsächlich total wichtig finde: Mac dir klar, das dein Ausbilder/Arbeitgeber dich eingestellt hat, dich bezahlt, weil er Leistung von dir sehen will. Und das bedeutet, dass du da (trotz Diabetes!) in einer Bring- pflicht stehst.

Natürlich gibt es Pausen, aber wegen hohen Werten (und sind wir mal ehrlich: Bis die wieder im normalbereich sind, dauert es deutlich länger als 15 oder 30 Minuten) ständig zu sagen "sorry, ich kann jetzt nicht, ich hab Diabetes" wird dich über kurz oder lang deine Stelle kosten.

Ich arbeite mittlerweile, habe eine Ausbildung und ein Studium abgeschlossen. Ich hatte immer Kollegen/ Mitschüler, die von meinem Diabetes wussten. Oft sogar Lehrer oder Ausbilder. Aber eben nicht immer. Du wirst selber schnell merken, bei wem du diese Info problemlos streuen kannst, und wem du es nicht zwingend auf die Nase binden solltest. Denn ja, es gibt leider auch unfaire Ausbilder.
Ich habe immer sichergestellt, dass ich in der Hosentasche 2-4 Stück Traubenzucker hatte, um eine Hypo zwischendurch schnell behandeln zu können. Ich hab in der Küche eine Ausbildung zur Diätassistentin gemacht und habe mich, wenn es gar nicht ging, mal eben aufs Klo verdrückt ;) Ansonsten, Traubenzucker rein und weiter. Denn auch eine Ausbildung kann stressig sein.
Und auch jetzt im Arbeitsleben kann ich in einer Besprechung oder in einem Gespräch nicht mal eben sagen "Sorry, ich hab ne hypo, melde mich in ner viertel Stunde wieder."
So oder so geht ne Hypo aber ja schnell vorbei und man ist meistens nach 10 Minuten wieder soweit fit.
Hohe Werte können deutlich nerviger sein. Ich selber merke da jetzt Konzentrationsmäßig nicht so viel, erst wenn es wirklich och (also 400 oder so) ist, kriege ich Kopfschmerzen etc. Ab 250 muss man aber schon ständig aufs Klo, und auch das nervt ;)

Ich habe in den Pausen immer gemessen und im schlimmsten Notfall auch zwischendurch. Dennoch war mein wichtigstes Bestreben immer, TROTZ Diabetes ein guter Arbeitnehmer/ Auszubildender zu sein. Und das klappt.
Das wichtigste was ich dabei versucht habe, war im Voraus schon zu planen. Zb morgens ein Frühstück, von dem man weiß wie es wirkt. Nicht zu viel Korrektur, besser ein bisschen höher als ständig Hypos zu haben. Immer irgendwo im Spind das ganze Reservezeug. Und eben immer Traubenzucker in der Tasche.

Natürlich gibt es immer Situationen, die man nicht vorausplanen kann. Mein praktisches Examen habe ich mit einer Keto gemacht. Nachts war der Katheter flöten gegangen und morgen gings mir echt mies. Aber die Alternative wäre gewesen, die schriftliche Prüfung auch zu wiederholen (hing bei uns zusammen) und das wollte ich nicht. Zähne zusammenbeißen, Insulin wirken lassen und sehen, wie lange es geht. Lief super, der Zucker fiel nach ner Weile ja eh und gab ne Top Note. Glück gehört da eben auch dazu.

Ich glaube, dass man eig fast jede Situation irgendwie lösen kann. Was ich bloß gar nicht empfehlen kann ist, eine Extrabehandlung zu erwarten. Was Lehrer vllt noch für einen machen, das wird ein Arbeitgeber nur in einem gewissen Rahmen hinnehmen. Und es steckt auch eine Chance dahinter! Mir hat man mal gesagt, ich wäre gewissenhafter, exakter als manch andere. Disziplin ist schließlich etwas, was wir Diabetiker früh lernen müssen ;)

In deinem Fall würde ich einfach sehen, dass du bis zum Sommer nochmal versuchst, die Werte etwas mehr in den Griff zu bekommen. Nimm zur Arbeit immer eine Flasche Wasser mit, bei den Werten kriegt man ja schlimmen Durst. Versuche die Werte so zu halten, dass du dich Leistungsfähig fühlst, wenn du öfters solche Werte hast, bist du da ja bis zu einem gewissen Grad dran gewöhnt. Die erste Zeit wird eh aufregend, das macht auch oft nochmal höhere Werte. Sorg dafür, dass du immer Insulin mit Spritze/ Pen dabei hast (ich weiß nicht ob du Pumpe oder Pen benutzt. ) Wenn das Insulin über Tag knapp wird, ist das echt mist (eigene Erfahrung ;)). Traubenzucker gehört in die Jeans. Und du wirst bestimmt bald Kollegen haben, denen du auch erzählen wirst, dass du Diabetes hast. Das ist für Notfälle gut, aber leider wird keiner deine Arbeit deshalb mitmachen wollen. Es ist nunmal so, dass an dich die selben Erwartungen gestellt werden, wie an gesunde Auszubildende. Da haben wir einfach einen Stein im Weg mehr als alle anderen. Umso wichtiger finde ich es, zu zeigen, dass Diabetes einen nicht daran hindert, leistungsfähig zu sein, Zuverlässig und gut in seinem Job zu sein.

Nachteilsausgleich gibt es halt über den Schwerbehindertenausweis, aber auch der ermöglicht ja nunmal keine extra Pausen.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und vor allem Spaß in der Ausbildung. Du wirst jede Menge neuer Leute kennen lernen und jede Menge neue Herausforderungen. Aber du wirst das schon schaffen. Bereite dich vor, aber mach dich nicht verrückt. Letztendlich kann man eh nicht alles vorher wissen.

lg!
Folgende Benutzer bedankten sich: WebAdmin, annkatrin, EgonManhold, mibi74, Juli und weitere 7

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Diabetes bei der Arbeit 13 Jun 2016 20:46 #101266

  • Rick
  • Mitglied
  • Neuling
    Neuling
  • Beiträge: 4

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2000
  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Danke ihr beiden ich werde es in meiner Ausbildung berücksichtigen vielen dank das ihr mir geholfen habt :) :)

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Diabetes bei der Arbeit 21 Jun 2016 14:29 #101350

  • Juli
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    Moderator
  • Beiträge: 991

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 1998
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Sandrine, genau wie du, möchte meine Tochter auf gar keinen Fall eine Sonder- oder Ausnahmebehandlung! Und ich habe erfahren, dass das für die allermeisten Diabetiker-Teenies gilt. Ich find´ du hast das super gemeistert und die praktische Prüfung mit einer Keto durchzuziehen: Meine Hochachtung hast du! ;)
Rick, deine Frage verstehe ich eigentlich erst mal gar nicht. Wie hast du denn deine Schule mit Diabetes hinbekommen? So geht´s auch in der Ausbildung. ;)
Hohe Werte sind nie gut und du fühlst dich ja auch nicht gut damit. Wahrscheinlich bist du auch nicht so leistungs- und aufnahmefähig ... insofern sollte dir sowieso dran gelegen sein, die Werte ein wenig zu optimieren. Ich würde mit dem Diabetes jetzt auch nicht hausieren gehen, aber wenn der ein oder andere dann Bescheid weiß, ist das sicher nicht schlecht.

@ Sandrine: Hast du deinen Diabetes bzw. deine Schwerbehinderung (falls du eine hast) in der Bewerbung angegeben? Beim Einstellungsgespräch? Erst als du einen Vertrag hattest? Das wird bei uns als nächstes anstehen und ich weiß nicht so recht, was ich da raten soll. Eigentlich ist das für uns ja "normal" und hat deshalb für mich in der Bewerbung nix verloren. Andererseits ist ein SBH-Status natürlich für einen Arbeitgeber schon wichtig zu wissen ... :whistle:

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Diabetes bei der Arbeit 24 Jun 2016 16:33 #101412

  • SandrineBlue
  • Gold Schreiber
    Gold Schreiber
  • Beiträge: 182

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 1988
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
@ Juli:

Ich habe nur 40% aktuell (neuer Antrag läuft seit 3 Tagen :) ) Aber ich habe extra damit gewartet, bis ich eine relativ sichere Stelle habe. Angeben bei Bewerbung finde ich persönlich schwierig. Habe es bei einer Ausbildung (Diätassistentin) im Bewerbungsgespräch erzählt (aber eben weil es quasi ja eine zusätzliche Qualifikation ist ;) ) .

Ich hätte jetzt eben auch gerne die zusätzlichen Urlaubstage, aber wichtiger war mir, überhaupt erstmal ne Stelle zu haben. Kommt aber vermutlich auch sehr auf den Bereich an, wo man rein will und auf die Größe des Betriebes. EIn großer Arbeitgeber freut sich bestimmt immer über so einen guten, unkomplizierten "Behinderten". Bei kleineren Betreiben stelle ich mir das schwieriger vor...
Folgende Benutzer bedankten sich: IngaMarie

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