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THEMA: Alles kein Problem?

Alles kein Problem? 26 Jun 2014 23:05 #92312

  • Anke
  • Mitglied
  • Schreiber
    Schreiber
  • Beiträge: 24

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2001
  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
So , ich habe jetzt sechs Jahre Diabetes als alleinerziehende, berufstätige Mutter einer mittlerweile 12 jährigen , an Diabetes erkrankten Tochter und ihrer 17 jährigen Schwester hinter mir und stehe vor den Trümmern unserer Familie und nur noch wenige Schritte vor dem Abgrund.
Meine 12 jährige Tochter läßt sich leider z.Zt. kaum noch dazu bewegen ihren Zucker zu messen und hat entsprechend schwankende Werte zwischen 30 und 500 und ich nicht mehr die Kraft um dagegen irgendetwas erzieherisch zu unternehmen, man kann auch sagen ich habe kapituliert.Die ältere Schwester ist jahrelang zu kurz gekommen,hat die Schule geschmissen und möchte mit ihrer Familie nichts mehr zu tun haben. Ich selbst bin nach 6 jahren Hamsterrad und regelmäßig unterbrochenen Nächten ein körperliches und psychisches Wrack, das eigentlich in die Psychosomatische Klinik gehört, aber dort nicht hin kann, weil es niemanden gibt, der die Diabetesbetreuung zuhause adäquat übernehmen könnte.Als ein nie enden wollender Alptraum. Bin ich die Ausnahme oder gibt es da draußen ähnliche Familien,denen der Diabetes derart zusetzt oder ist alles kein Problem und ich bin nur zu schwach oder zu blöd Kinder, Arbeit und Diabetes... unter einen Hut zu kriegen und dabei gesund zu bleiben?

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Alles kein Problem? 26 Jun 2014 23:37 #92314

  • emmama
  • Mitglied
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  • Beiträge: 89

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2005
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Liebe Anke,

ich glaube auf keinen Fall das Du zu blöd bist!!!!!
Emma hat jetzt erst seit fast einem Jahr Diabetes und obwohl ich einen wunderbaren Ehemann, eine weitere tolle Tochter und eine große Familie habe, die Emma und uns unterstützen, meine ich, zumindest ein ähnliches Gefühl zu kennen.
Mein Akkuladegerät ist meine Arbeit, allerdings arbeite ich auch nur 50% mit dem Wissen, jederzeit aufhören zu können, wenn es zuviel wäre.

Es ist leichter gesagt als getan, aber wenn es Dir so schlecht geht, dann brauchst du vielleicht wirklich Hilfe und wenn deine Tochter dem Diabetes momentan nicht annährend die gebührende Aufmerksamkeit widmet und Du sie gerade machen lassen musst,vielleicht gibt es eine gute Freundin von ihr oder auch Dir, bei der sie unterkommen könnte. Meine Freundin hatte den Freund ihres Sohnes für 8 Wochen (die beiden waren weder in der gleichen Klasse noch Schule) bei sich aufgenommen, als die Mutter zur Kur weg war.
Bei uns wäre unsere Diabetesambulanz unser nächster Ansprechpartner - was sagt den eure oder euer Diabetologe zu der Problematik?
So richtig gute Ratschläge kann ich dir nicht geben, aber ich wünsche Dir von ganzem Herzen eine gute Fügung, die Dich unterstützen kann. Vielleicht wäre ein erster Ansatz auch ein Termin beim Psychologen, einer der einem zuhört und vielleicht auch noch einen anderen Blickwinkel darauf hat und vielleicht auch weiß, wo man kompetente professionelle Hilfe bekommen kann (aber da weiß der Diabetologe eventuell doch besser Bescheid). Ich glaube einfach nicht, das Du die einzige bist, die in einer so schweren und schwierigen Situation nicht mehr selber weiter weiß und Hilfe sucht.

Ich hoffe Du kannst die geschickte dicke Umarmung spüren!


Liebe Grüße

Babs

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Alles kein Problem? 27 Jun 2014 05:23 #92316

  • bea2311
  • User
  • Senior Schreiber
    Senior Schreiber
  • Beiträge: 64

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht:
  • Geburtsjahr:
  • Therapieform:
hallo!
ich komme nicht aus Deutschland - aber ich hab im fernsehen mal gesehen, dass es in Deutschland irgendwo ein Internat gibt, wo kinder und jugendliche diabetes-Kids mit normalen kindern in die schule gehen - d.h. da wäre deine tochter in einer "gruppe", wäre "beobachtet", sie werden dort betreut (essenskantine, be-abschätzung,....), müssten allerdings auch erfolge nachweisen (sonst gibt's Konsequenzen). müsste man mal googeln. vielleicht würde deiner tochter sowas passen?

bea

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Letzte Änderung: von bea2311.

Alles kein Problem? 27 Jun 2014 11:23 #92320

  • tessa
  • Mitglied
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    Platinum Schreiber
  • Beiträge: 331

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 1999
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Liebe Anke,

Deine Gefühle von Überforderung kann ich sehr gut nachempfinden. Ich komme auch sehr oft an meine emotionalen Grenzen, besonders wenn diese Krankheit zum Streitpunkt zwischen mit und meiner Tochter (14,vor 3 Jahren erkrankt) wird. Pubertät und Diabetes vertragen sich überhaupt nicht. Meine große Tochter (auch 17) ist zum Glück "pflegeleicht".

Mir hat letztes Jahr eine Mütter-Kur (ohne Kinder!) sehr gut geholfen, aus dem Hamsterrad für 3 Wochen herauszukommen. Der Antrag läuft relativ unproblematisch über die Krankenkasse.

Auch für Deine Tochter wäre eine Reha bestimmt hilfreich, evtl. könnt Ihr sogar parallel (vllt. in Gaissach?) kuren.

Wo seid Ihr denn in Behandlung? In unserer Kinderklinik gibt es auch eine psychosomatische Station, wo häufig Kinder/Jugendliche mit Diabetes auch für mehrere Wochen behandelt werden.

Viel Kraft und alles Gute

Teresa

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Alles kein Problem? 28 Jun 2014 16:08 #92333

  • monday
  • Mitglied
  • Diamant Schreiber
    Diamant Schreiber
  • Beiträge: 1256

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 1994
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Anke,

ich kann dich sehr gut verstehen. Manchmal wächst einem alles über den Kopf. Auch ohne ein Kind mit Diabetes ist alleinversorgend (-ich sage mittlerweile alleinversorgend statt alleinerziehend- nachdem ich mir ständig anhören musste wieviele Frauen alleinerziehend wären, weil ihre Männer sonstwo im Ausland das dicke Geld scheffeln, was besagte Damen dann zu Hause ausgeben durften) zu sein schon wirklich mühsam und geht nur richtig gut, wenn alles mitläuft- Kinder Schule Arbeit.
In einer Kur haben wir mal erarbeitet, wieviele Berufe wir als Alleinversorgende ausführen müssen- wir kamen auf ca. 27. Die Sozialarbeiterin meinte: "und wenn man sich das überlegt, wissen Sie auch warum Sie so kaputt sind."
Mit einem Kind mit Diabetes wird die ganze Sache noch einmal schwieriger. Und da du selber auch noch Diabetes hast macht die Sache nicht eben leichter- außer, dass du wahrscheinlich eher nachempfinden kannst, was deine Tochter durchmacht.
Ich kann Dir auch nur vorschlagen, Dinge abzugeben, die du abgeben kannst. Ich würde wirklich versuchen, dass deine Tochter zunächst einmal eine Kur oder Reha bekommt. Dann hast du eine Auszeit, die du dir auch gönnen solltest. Achte auf dich und versuch auch einmal Luft zu holen und Dinge zu machen, die dir selber Spaß machen- regelmäßig, sei es nun der Sport, das Treffen mit einer Freundin oder einfach 10 Minuten am Tag der Kaffee, bei dem dich keiner stören darf- guck einfach, was dir liegt und was realisierbar ist.
Und wenn du für dich eine Kur bzw. einen Klinikaufenthalt brauchst, dann hol dir Hilfe, z.B. bei der Diakonie oder der Caritas, die werden dir helfen, das zu realisieren und auch Ideen für die Unterbringung deiner Tochter haben.

Liebe Grüße und ganz viel Kraft
Vera

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Alles kein Problem? 28 Jun 2014 20:53 #92335

  • malve
  • Mitglied
  • Schreiber
    Schreiber
  • Beiträge: 28

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2005
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Du bist sicher nicht alleine mit diesen Problemen.
Uns setzt die Situation auch sehr zu. Wir haben zwar keine Geschwisterkind und ich habe noch meinen Mann an der Seite, aber wir arbeiten beide voll und haben jeder 1 Stunde (einfach Fahrt) zur Arbeit.
Und das Diabetesmanagement ist belastend! Und es gibt keine Pause, jeden Tag und viele Nächte gibt es vieles zu überdenken, nichts darf vergessen werden. Das Kind muß motiviert werden, etc, etc.

Ich war mittlerweile schon mehrfach längere Zeit krankgeschrieben, weil ich einfach nicht mehr konnte!

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Katja mit Jakob ( *10/05, DM seit 01/12, seit 11/14 Insulinpumpe (Accu Chek Combo))

Alles kein Problem? 29 Jun 2014 10:13 #92337

  • Anke
  • Mitglied
  • Schreiber
    Schreiber
  • Beiträge: 24

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2001
  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Vielen Danke für Eure lieben Antworten.Natürlich habe ich mir schon psychotherapeutische Unterstützung geholt,sonst wäre ich schon längst durchgedreht.Die Diabetesambulanz versucht auch zu helfen. Ihre Ärztin hat ihr vor einer Woche angedroht, sie stationär aufzunehmen , wenn sie weiterhin nicht mißt. Seitdem läuft es etwas besser .Mal sehen wie lange das anhält.
Auch beim Jugendamt war ich vor einiger Zeit und habe Hilfe zur Erziehung beantragt, damit meine Tochter in einer Diabeteswohngruppe oder ein Internat aufgenommen werden kann, da ich dies nicht alleine finanzieren kann.Das Jugendamt wollte erstmal ambulante Hilfen ausschöpfen und wir bekommen seitdem einmal wöchentlich Besuch von einer Sozialpädagogin, mit der aber meine beiden Kinder nicht sprechen wollen und die Situation deshalb auch nicht besser wird.So ist mittlerweile ein halbes Jahr seit Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt ins Land gegeangen, ohne das etwas hilfreiches passiert ist.
Ich hoffe einfach,daß es irgendwann bei meiner Tochter klick macht und sie wieder besser auf sich selber aufpasst.Glücklicherweise spritzt sie ja in der Regel für das was sie ißt, nur messen tut sie halt nicht vorher ,so daß zu hohe Werte erst abends durch mich korrigiert werden können.

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Letzte Änderung: von Anke. Begründung: Ergänzung

Alles kein Problem? 02 Jul 2014 14:27 #92417

  • Silke70
  • Mitglied
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    Schreiber
  • Beiträge: 39

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2003
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Anke,

ich möchte dir sagen, dass ich deine Nöte so sehr nachempfinden kann. Sei dir sicher, du bist nicht allein mit deinen Grenzgängen. Was es aber eben auch nicht leichter macht, es auszuhalten. Sagt sich zwar leicht, aber letztendlich stehen wir doch Tag für Tag und Nacht für Nacht alleine da.

Mein Sohn ist 10 und hat seit 2 Jahren Diabetes. Seit einiger Zeit haben wir immer häufiger Probleme, da er unberechnet ist und nichts spritzt. Das ergibt ein ewiges auf und ab beiden Werten, weil er von high in die Hypo und wieder zurück trudelt. Und meistens meine Nächte dadurch zum kontrollieren draufgehen. Ich bete, dass das wieder besser wird und nur eine Phase ist.

Ich bin zwar nicht alleinversorgend (schöner Begriff :)), aber stehe seit der Diagnose mit allem allein da. Mein Mann hat einfach beschlossen, dass er das nicht kann und gut war es. Bis ich die Reißleine zog, eine Woche in einer Frauenbildungsstätte buchte und ihm das 2 Monate vorher ankündigte. Er lernte tatsächlich alles kurz vor Abfahrt, aber seit ich wieder da war..... Immerhin stellt er fest, welch enormer Aufwand dahinter steht.

Ich möchte dir eine Rehaklinik ans Herz legen. Die befindet sich in Bad Kösen. Da könnte deine Tochter allein hinfahren, was euch sicher unter den Umständen, dass sie dringend auf die Diabetesspur gebracht werden muss, auch genehmigt werden würde. Die Kids lernen und erleben da wirklich viel und es wird ein sehr wachsames Auge auf den Diabetes geworfen. Ich war mit meinem Sohn zusammen da, allerdings haben die Eltern da auch straffes Programm, was dir vielleicht nicht so gut tun würde. Allerdings ist der Austausch mit anderen betroffenen Eltern oft auch sehr heilsam.

Ansonsten könntest du die Zeit der Abwesenheit deiner Tochter auch für dich nutzen. Vielleicht eine eigene Kur?

Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest. Ich suche ihn noch. :(

Liebe Grüße

Silke

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Silke (geb. 1970) mit Jan (geb. 2003, Diabetes seit 03/2012; Pumpe AccuCheck Spirit Combo seit 11/2012)
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