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THEMA: Kraftquellen/Trost

Kraftquellen/Trost 03 Feb 2010 13:48 #35375

  • reiner123
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo ins Forum,

manchmal kommt im Leben alles auf einmal und ganz knüppeldick. Wir stoßen an unsere Grenzen, fühlen uns überfordert und übermüdet. Es gibt Phasen, in denen der Schlaf zu kurz kommt. Nun können wir uns ja nicht ohne weiteres eine Auszeit nehmen und Urlaub vom Diabetes machen. Wie halten wir uns da über Wasser? Welche Kraftquellen stehen uns da zur Verfügung? Können wir die hier nicht mal sammeln? Ausgehend von einem anderen Thread habe ich hier schon mal einige Tipps und Tricks zusammengefasst. Vervollständigt ihr sie?

Je nach Situation:
-im Forum schreiben/chatten
-Lieblingsmusik hören
-Gedanken an all die Elteren, die sich auch die Nächte um die Ohren schlagen
-Fantasiereisen (allein an einem sonnendurchfluteten Strand)
-Gedanke: "Ich schaffe das, zumindest noch die nächste Minute!"
-in Gedanken einen "sicheren Ort" aufsuchen
-bei Wachstumsschüben und damit hohen BZ-Werten des Kindes denken: "Es wächst und gedeiht, wie schön!"
-Gedanke:"Das mache ich ganz toll, alles wird gut! Ich löse das Problem. Gleichzeitig hält mich dieses Problem nicht davon ab, innere Zufriedenheit zu entwicklen.
-Ich habe einen wichtigen Job. Ich bin Vollzeit-Diabetes Manager. Keiner auf der Welt könnte diesen Job für mich übernehmen und so ein gutes Ergebnis erzielen.

Was fällt euch noch ein?
Lieben Gruß
Tina

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Letzte Änderung: von reiner123.

Aw: Kraftquellen/Trost 03 Feb 2010 15:08 #35377

  • Lisamarie
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Tina,
nicht immer gelingt es mir ruhig zu bleiben(innerlich wie äusserlich).
Erst letztens hatte ich in der Nacht einen solchen innerlichen Wutanfall,daß ich am Liebsten weggelaufen wär.Als ich Deinen 7.Stichpunkt gelesen habe musste ich richtig schmunzeln,denn das ist eigendlich ,,MEINER"
Ich sag mir auch ganz oft: Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
Oder ich versuche die schlechten Werte abzuhaken und denke:Eh erledigt, ich kann es nicht rückgängig machen.LG Birgit

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Aw: Kraftquellen/Trost 03 Feb 2010 20:14 #35386

  • MarieR
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Hallo Tina,

soweit ich weiss, werden die BZ-Werte nach der Pubertät besser, angeblich so ab 20 Jahren.... Dieses Wissen in Verbindung mit Deinen anderen Punkten lässt mich schlechte Tage überstehen.

Und noch etwas ganz Praktisches: ich hatte mir von meinem Mann zu Weihnachten etwas ganz Besonderes gewünscht: Eine Nacht im Hotel, im gleichen Ort, aber ganz alleine, nur ich alleine. Er war zuerst total verwundert über meinen Wunsch, aber ich habe gesagt: "Ich möchte mal eine Nacht ohne Abendessen rechnen/bolen, ohne 23h-Messung und ggf. Wecker stellen und Korrekturen in der Nacht, und auch ohne den Aufsteh-BZ messen." ... Ich habe einen Hotelgutschein bekommen, mit der Auflage, dass an dem Tag kein Katheterwechsel stattfindet :lol: . Schon alleine das Wissen, dass ich mal eine Nacht ganz für mich alleine haben werde, stärkt mich und lässt mich schwierige Nächte überstehen. Nach frustrierenden Tagen habe ich schonmal überlegt, ob ich den Gutschein einlösen soll, aber ich hab es bisher nicht getan... wer weiss, wie die nächsten Tage werden und ob ich ihn dann nicht noch mehr brauche :dry: .
Maja

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Aw: Kraftquellen/Trost 03 Feb 2010 20:38 #35388

  • Gottwalt
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Hallo Maja,

das ist ja eine prima Idee !!!!!!

Wir wünschen uns jetzt seit zwei Jahren mal ein Wochenende nur für uns Eltern, also wirklich Samstag vielleicht ab Nachmittag, dann die Nacht und den Sonntag. Bisher ist das leider nicht möglich, obwohl es beruflich inzwischen bei Susanne möglich würde - sie hat nun eine Kollegin, die in der Lage wäre, sie für zwei Tage zu vertreten.

Lieben Gruß

Gottwalt

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Aw: Kraftquellen/Trost 03 Feb 2010 21:56 #35391

  • LeMaDa
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Hallo & guten Abend,
ich schließe mich allem hier an - das könnte auchich geschriebenhaben.
Das mit dem HOTEL klingt toll. Mein Mann ist nur am W`ende da, so hängt eh alles an mir & da Lennart nachts sehr schwankt, ist Wecker stellen ganz normal.... LEIDER.
Manchmal kannichmit hohem BZ gut umgehen & sage auch zu Lennart, dass wir das wieder hinbekommen. Manchmal aber, gerade nachts, wenn es einfach nicht werden will, dann verzweifle ich auch. Ich denke ab & an: TOTAL EGAL WARUM DER BZ HOCH IST, ER IST HOCH & ICH MUSS IHN RUNTER BEKOMMEN. PUNKT. Manchmal frage ich WARUM NUR?!?!?!? Je nach Verfassung...
ZZt. bin ich total fertig weil meine beiden Jungs mich mehr als sonst strapazieren & dadurch beanspruchen, meine Nerven liegen blank... Wenn sie dann so ca. 1 bis 2h schlafen, habe ich wieder ein wenig Kraft gesammelt & alles ist wieder halb so wild, dann bin ich wieder optimistisch, dass ich auch diese Nacht wieder schaffe.
Ich habe mir diesen Winter schon 2x SAUNA AM VORMITTAG gegönnt (kann ja abends nicht weg...) - das entspannt mich. Sonst gönne ich mir 1x die Woche das FitnessStudio. Das ist etwas NUR FÜR MICH, logisch: Handy dabei, damit ich jederzeit erreichbar bin.
Ne Kaffeepause tut gut. UND - ganz wichtig - das Herz bei einer guten Freundin ausschütten, das erleichtert, schon ist es von der Seele & wieder halb so wild ;)
Ciao, Daniela

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Aw: Kraftquellen/Trost 03 Feb 2010 22:21 #35392

  • MarieR
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Hallo Daniela,
Sauna find ich cool. Ich glaube, ich muß das Baby unbedingt mal bei der Babysitterin parken :P

Mein Mann ist auch nur am Wochenende da, daher freue ich mich schon beim Gedanken an "Irgendwann gehe ich mal alleine in ein Hotel und leg mich dort in die Badewanne, ohne dass ich wegen eines weinenden Kindes raus muß". Ach so, für diese Nacht im Hotel werde ich ein leichtes Schlafmittel mitnehmen - denn nichts würde mich mehr ärgern, als wenn ich dann genau diese Nacht nicht schlafen kann! ;)
Maja

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Aw: Kraftquellen/Trost 04 Feb 2010 08:10 #35394

  • Gottwalt
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Kleine Erfahrung nach der Nacht vorgestern (hier schrieb ich darüber):

Tagsüber waren meine Frau und ich zwangsweise gemeinsam unterwegs, um einen Mietwagen zu besorgen und andere Dinge zu erledigen, und wir konnten uns tatsächlich -quasi durch äußere Umstände dazu gezwungen- mal eine Stunde gemütliches Kaffeetrinken und Stöbern in einer schöen Buchhandlung gönnen.

Insgesamt drei (!) Stunden ganz ohne Kinder, ohne Diabetes, für meine Frau auch ohne ihre Arbeit. Kurzurlaub!

Lieben Gruß

Gottwalt

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Aw: Kraftquellen/Trost 04 Feb 2010 08:20 #35396

  • bea2311
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Hallo!

Aber eine Frage hätte ich noch: Wo finden die betroffenen Kinder Kraftquellen und Trost?

Es stimmt, es geht oft an die Grenzen.

Bea

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Aw: Kraftquellen/Trost 04 Feb 2010 08:56 #35397

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Hallo Bea,

das ist ein sehr berechtigter Einwand.

Irgendwo anders schrieb ich schon, daß wir Semjon aus genau diesem Grunde mit Reittherapie und Musiktherapie versuchen zu unterstützen. Dort hat er -für sein Empfinden- echte Freiräume, sich zu entfalten, und blüht sichtbar auf.
Ganz wichtig ist mir auch die abendliche Zeit beim Zubettgehen mit ihm, die wirklich durch nichts gestört wird und so lange dauern darf, wie sie halt dauert. Denn dort kann er mit allem, was ihn bewegt, sich an uns wenden.
Aber das ist sicherlich eine sehr sehr individuelle Frage und da muß wohl jeder finden, wie dem eigenen Kinde am besten geholfen werden kann.

Sehr erschrocken war ich allerdings, als uns der Kinder- und Jugendpsychiater ganz klar sagte: Semjon leidet unstrittig an einem schweren posttraumatischen Belastungssyndrom mit permanenter Retraumatisierung. Auch wenn man das immer so empfand, es ist doch nochmal anders, es so deutlich gesagt zu bekommen. Dabei war ja die ursprüngliche Traumatisierung der Hausbrand, nicht der Diabetes, aber durch die Erstmanifestation und alle Folgen findet nach Aussage des Psychiaters eine permanente Bestätigung der Traumatisierung statt. So, als würde man auf einen Bluterguß immer wieder draufschlagen.

Lieben Gruß

Gottwalt

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Aw: Kraftquellen/Trost 04 Feb 2010 14:28 #35403

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Hallo Bea,

leider weiß ich nicht, wie jung dein Kind ist.
Ich denke aber, solange die Kinder noch sehr jung sind, haben wir Eltern schon noch Einfluss und können einiges tun, um unsere Sprösslinge geistig und seelisch zu unterstützen.
Das ist natürlich sehr individuell, jedes Kind wird wohl anders gefördert werden müssen, damit es ein starkes Selbstbewußtsein entwickeln kann; wir Eltern überlegen, welche Maßnahmen wir ergreifen müssen, damit unsere Kinder sich mit ihrer Erkrankung leichter tun. In jungen Jahren sind wir wohl die Kraftquelle/Trost unserer Kinder. Gottwalt hat ja schon einige Maßnahmen genannt. Vielleicht wäre es gut, zu diesem Thema einen neuen Thread zu eröffnen?

Was mir nur Kopfschmerzen bereitet, sind die Jahre in der Pubertät. Dann, wenn wir unseren Einfluss verlieren und die Meinungen und Werte der gleichaltrigen Freunde an Bedeutung gewinnen. In diesen Jahren stehen unsere Kinder vor der Aufgabe, sich vom Elternhaus zu lösen. Sie wollen sich einer Jugendgruppe zugehörig fühlen, und sich nicht von ihr unterscheiden. Der Körper spielt plötzlich eine große Rolle. Nicht nur dessen Aussehen (Wuchs, Form, Pickel, auch "richtiger" Haarschnitt und Kleidung an dem sich die Jugendgruppen erkennen), sondern auch körperliche Verfassung (hierunter fallen auch Experimente mit Alkohol). Kurzum, der Jugendliche will sich sowenig wie möglich von der Scene unterscheiden, auch aus Angst vor Ablehnung. In dieser Phase wird es wohl sehr viel schwieriger, unsere Kinder zu erreichen, zumal sie uns auch nicht mehr alles erzählen und wir sie schon allein deshalb nicht mehr adäquat unterstützen können.
Gleichzeitig ist das auch das Alter, indem unsere Kinder von ihrer geistigen Entwicklung her, zum ersten Mal realisieren können, was es überhaupt bedeutet, chronisch krank zu sein. Klar haben wir ihnen schon seit Diabetesmanifestation erzählt, dass wir im Moment nicht wissen, wie man einen Diabetes heilt und dass er deshalb nicht weggeht. Trotzdem, ein Kleinkind bzw. Grundschulkind hat ein ganz anderes Zeitgefühl. Wenn den Jugendlichen diese Erkenntnis mit voller Wucht trifft, ...??? Hier fühle ich mich hilflos bis ohnmächtig. Bisher konnte ich immer mal einen Joker aus dem Ärmel ziehen, aber hier ???
Das war auch von Anfang an etwas, mit dem ich mich nicht gut arrangieren konnte. Uns Eltern sagt man ja oft, jedes Kind wird mal groß, dann habt ihr es hinter euch. Die Kinder übernehmen dann selbst ihr Diabetes-Management und ihr habt damit nichts mehr am Hut.
Das ist eine Aussage, die mich kein bisschen tröstet. Wir bekommen mal Luft vom Diabetes, aber unsere Kinder? Und genau dies, wird für mich auf seltsame Weise zu einer Kraftquelle für durchwachte Nächte (manchmal). Jetzt darf ich ihm wenigstens noch einen Teil der Verantwortung abnehmen!
Sorry, das wurde jetzt recht lang. Vielen Dank für eure Geduld bei all denjenigen, die sich tapfer bis zum Beitragsende durchgebissen haben.
Liebe Grüße
Tina

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