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THEMA: Die sogenannte Erholungsphase

Die sogenannte Erholungsphase 31 Jan 2009 17:15 #27795

  • Wilfried49
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Hallo, in der Runde,
da wir noch nicht so lange mit dem Problem DM1 konfrontiert sind, stoßen uns einige Dinge auf, die euch vielleicht schon selbstverständlich vorkommen. Hier also: die sogenannte Erholungsphase.
Wir erfahren gerade die in der Diabetes-Literatur so genannte Erholungsphase mit zurückgehenden Insulinmengen. In dieser Phase soll also die Bauchspeicheldrüse wieder vermehrt körpereigenes Insulin produzieren, die entsprechenden Zellen haben sich wohl wieder vermehrt.
Nun wird uns in den Büchern angekündigt, dass es früher oder später mit dieser Verbessung vorbei sein wird. Das nennt man dann paradoxerweise "Nacherholungsphase": der Körper hat seine Insulinproduktion eingestellt, mehr Insulin muss gespritzt werden (eigentlich also eher eine "Schluss"-phase!).
Wie kommt es, dass sich die Insulin-produzierenden Zellen wieder vermehren? Gibt es eigentlich Informationen darüber, warum es bislang nicht gelungen ist, diese Erholungsphase zu stabilisieren? Kann es sein, dass die Art der bisherigen Therapien selbst dazu beiträgt, dass diese Verbesserung wieder zunichte gemacht wird; sie also den Körper veranlasst, die körpereigene Produktion wieder einzustellen??
Sind Methoden bekannt, mit deren Hilfe sich diese Erholungsphase verlängern lässt?

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Re:Die sogenannte Erholungsphase 31 Jan 2009 17:52 #27796

  • EgonManhold
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Hallo,

wenn die Diagnose "Diabetes mellitus Typ 1" fest steht, wird i.d.R. mit der Insulininjektion begonnen. Zu diesem Zeitpunkt sind noch nicht alle ß-Zellen (die Insulin produzierenden Zellen) funktionslos und ein Teil der vorher überlasteten Zellen erholt sich so weit, dass sie wieder mehr Insulin produzieren, als vor Beginn der Insulininjektionen. Das nennt man die Erholungsphase bzw. Remissionsphase. Diese Phase dauert unterschiedlich lange, von einigen Wochen bis etliche Monate. Wie lange, ist nicht vorhersagbar.
In dieser Zeit geben dann nach und nach diese zunächst noch funktionierenden Zellen die Insulinproduktion auf, so dass dann der gesamte Insulinbedarf von außen zugeführt werden muss.
Die Zeit unmittelbar nach der Remission wird als Nacherholgsphase bezeichnet. Also die Phase nach der (vorüber gehenden) Erholung.
Diese Phase lässt sich nicht wirklich verlängern. Allerdings: je schlechter in der Remissions-Phase die Insulinsubstitution ist -also umso mehr die noch funktionierenden Zellen Insulin bilden müssen- umso eher stellen sie ihre Funktion ein.

Gruß, Egon M.

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Achtung: Mein Beitrag / meine Antwort ist meist nur eine Kurzfassung und kann daher i.d.R. nicht alle möglichen Aspekte zu dem jeweiligen Thema berücksichtigen.
Häufig geben meine Beiträge nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern beruhen auf Tatsachen bzw. fachlich anerkannte...

Re:Die sogenannte Erholungsphase 01 Feb 2009 16:52 #27806

  • Wilfried49
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Hallo, Egon,
vielen Dank für deine Info. Das habe ich alles so auch verstanden. Es beschreibt den üblichen Verlauf von Diabetes, beantwortet dennoch meine Fragen nicht...:(
(nur am Rande: "Was kommt nach einer Erholungsphase?"; Antwort des Diabetikers: "Lebenslänglich Insulin spritzen!" - Ist doch klar, oder??:S )
Wie gesagt, wenn man erst kurz mit DM1 konfrontiert ist, stellt man vielleicht noch "dumme" Fragen; aber vielleicht kann doch jemand aus der Runde noch mehr dazu sagen. Würde mich sehr freuen.:kiss:

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Re:Die sogenannte Erholungsphase 01 Feb 2009 17:48 #27807

  • Drusillaloony
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Hallo
Also Deine eigentlichen Fragen waren, warum die Zellen sich ersteinmal wieder vermehren und warum man von einer Nacherholungsphase spricht, oder?
Die Zellen vermehren sich nicht sie erholen sich nur. Kurz vor Manifestation war die Insulinproduktion der restlichen Insulinzellen so ausgereizt, dass diese quasi unter den Anforderungen total erschlagen waren. Gibt man nun von außen Insulin dazu erholen sich die Restzellen wieder und man braucht zunächst nur wenig Insulin von außen dazu geben. Die Zellen sterben aber weiter ab. Also gibt es kein Zellenwachstum mehr sie erholen sich nur für eine Weile.
Wenn dem nicht so ist laß ich mich gerne von den alten/schlauen Hasen korrigieren!!!
Warum sich die Phase nach der "Erholungsphase" nun "Nacherholungsphase" schimpft, sagt der Name. :P
Und wie wir alle wissen drücken sich Ärzte und Wissenschafter nicht immer verständlich aus. :dry:
Lieben Gruß,
Alexa

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Re:Die sogenannte Erholungsphase 01 Feb 2009 18:06 #27808

  • dvagfuchs
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Hallo Wilfried,

unsere Tochter erkrankte im Nov. 2007 an DM1. Da mein Mann einen medizinischen Beruf und dadurch viele Kontakte hat, haben wir uns in verschiedene Richtungen informiert. So u.A. über Homöopathie. Unser Dia-Doc meinte, es würde auf Dauer nichts bringen, kann aber auch nicht schaden. Und der Glaube könne Berge versetzen.
Also besprachen wir mit unserem befreundeten Heilpraktiker nichts unversucht zu lassen und die Vergabe von Pankreatin, Metaharonga und Poterium Spinosum, neben des Insulins, nach seiner Dosierungsvorgabe zu beginnen. Anfänglich hatten wir das Gefühl die Betazellen, ergo die BZ-Werte wären von den homöopatischen Medis positiv beeinflusst worden. Kann aber auch die gute Insulinsubstitution in der Remi-Phase gewesen sein. Nach einem halben Jahr - das Ende der Remission. Bis dahin ganz gute Werte. Dann Berg- und Talfahrt, trotz der Medis.
Neben dem recht hohen Kostenfaktor, rebellierte unser Kind. Insulin und Medis, das war ihr zu viel. Sie verweigerte die Einnahme der Medis und so setzten wir Anfang Juli 2008 die Medikamente ab.
Mein Fazit: Es hat in unserem Fall nicht wirklich viel gebracht. Der eine Mensch bleibt länger und der Andere kürzer in der Remissionsphase. Eine Alternative zum Insulin gibt es nicht.
Ich hoffe auf das weitere Forschen in der Stammzellentherapie. Würde es mir für mein Kind sehr wünschen.

Viele Grüße - Christina

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Re:Die sogenannte Erholungsphase 02 Feb 2009 15:00 #27821

  • EgonManhold
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Hallo,

ja, bis jetzt heißt es bei Typ 1 - Diabetes: lebenslänglich Insulin spritzen!
Und in den nächsten ca 10 Jahren wird sich da auch nichts gravierendes dran ändern.
Vieles hängt in der Zukunft sicher von der Stammzellenforschung und weiteren Entwicklungen ab. Bis die daraus entstehenden Erkenntsnisse aber allgemein angewandt werden können, wird es noch viele Jahre dauern.

Die Mittel, die man in der Homöopatie einsetzt, haben häufig einen gewissen Einfluss auf die BZ-Werte, führen aber sehr oft zu nicht vorher sehbaren BZ-Verläufen. Das heißt, sie stören oft eine gute BZ-Einstellung allein mit Insulin.
Diese Mittel haben u.a. Einfluss auf die Wirkung des körpereigenen und/oder injizierten Insulins, z.T. auch auf die Verdauung der Kohlenhydrate. Das dann natürlich auch noch von der jeweiligen Dosis und der gegenseitigen Beeinflussung abhängig. Und das Ganze macht dann die Voraussage der BZ-Einstellung so schwierig bis unmöglich.

Gruß, Egon M.

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Re:Die sogenannte Erholungsphase 07 Feb 2009 07:36 #27926

  • Wilfried49
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Hallo,
ich habe inzwischen noch folgende Infos aus der Diabetes-Profi-Szene gefunden:
Je länger die Erholungsphase anhält, umso geringer die Spätfolgen von Diabetes. Aus diesem Grund werden zur Zeit zwei Medikamente an Kinderpatientengruppen ausgetestet, die in der Lage sein sollen, diese Phase zumindest zu verlängern.
Darüber hinaus ist es sinnvoll, durch eine entsprechende Diät die Bauchspeicheldrüse so gering wie möglich zu belasten. Auch das trägt zur Verlängerung dieser Phase bei.
Auch mit homöopathischen Mitteln lässt sich dieser Prozess wohl unterstützen. Da bin ich noch auf der Suche nach mehr Hintergrundinfos. Demnächst mehr dazu.:)

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Re:Die sogenannte Erholungsphase 07 Feb 2009 15:46 #27940

  • Juli
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Wilfried, ihr hadert noch ein bisschen mit der Diagnos, oder? Die Diagnose bedeuted derzeit lebenslang Insulin spritzen ... ja! Deinem Kind jetzt zusätzlich obendrauf noch eine Diät zuzumuten ... ich find´ das nicht gut! Für meine Tochter war ganz, ganz wichtig, dass sie genau ALLES noch essen darf, solange sie entsprechend spritzt. Und damit sind wir bisher sehr gut gefahren und haben immer einen sehr guten HBa1C!

Unsere Ärztin hat mir damals von einem Kind erzählt, das in der Remmi fast gar kein Insulin brauchte und bei dem mit dem Spritzen wieder aufgehört wurde. Das wird sie nie, nie wieder zulassen, denn dieses Kind kam hinterher mit der Spritzerei überhaupt nicht mehr klar und hat nur schludrig und unregelmäßig gespritzt, weil es immer irgendwie im Hinterkopf hatte, es könnte ja doch ohne funktionieren. Lieber würde sie das Insulin mit Wasser verdünnen, als die Spritzerei wieder aufzuhören ...!

Ich finde es wichtig, dass euer Kind akzeptiert, dass es jetzt eben Insulin von außen zuführen muss und dass ohne spritzen nicht geht. Langzeitschäden über eine ausgedehnte Remmi verhindern ... na, ich weiß nicht. Da erscheint mir jetzt doch die Hoffnung, der Vater des Gedanken zu sein! :)

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Letzte Änderung: von Juli.

Re:Die sogenannte Erholungsphase 07 Feb 2009 16:34 #27942

  • Margret
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Hallo Wilfried,

ich kann mich Juli nur anschließen.

Es gibt nichts anderes als Insulin, mit einer Diät bekommst Du einen Typ1 Diabetes nicht in den Griff.

Ob eine verlängerte Remmi Spätschäden verhindern kann, ist mir nicht bekannt. Aber durch einen gut eingestellten Diabetes kann man Spätschäden doch auch vermeiden.

Versuche die Erkrankung schnellst möglich zu akzeptieren, denn dann wird vieles leichter und einfacher. Ändern kannst Du an dieser Diagnose leider nichts.

Gruß Margret

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Re:Die sogenannte Erholungsphase 07 Feb 2009 17:52 #27943

  • EgonManhold
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Hallo,

egal wie lang die "Remmi" dauert, ob Spätschäden (besser ist die Bezeichnung: Komplikationen) entsstehen und wie "spät" sie entstehen, hängt in erster Linie von der BZ-Einstellung ab.
Wenn also nach eine lange Remmi-Phase der BZ über längere Zeit schlecht eingestellt ist, treten Komplikationen auf. Da hilft auch eine lange Erholungsphase nichts.
Tut mir leid, dass so deutlich schreiben zu müssen, aber drumherum zu reden, hilft ja auch nichts.

Gruß, Egon M.

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