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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 21:49 #102575

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meins wird kürzer ;o)

Bin echt begeistert wie doch hier reagiert wird, hätte ich doch anders erwartet.
Ich möchte nur zur Remi was sagen, habe schon gesehen, nach 2 Wochen Diagnose kein Spritzen mehr und das für (glaube) halbes Jahr und dann 1/4 Jahr nur Abends etwas, weis jetzt nicht mehr ob das Basal oder Bolus war.

Cheffchen

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 22:51 #102577

  • mibi74
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Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung,

es hat etwas gedauert, bis ich durch war und ich musste schon etwas schmunzeln. Ja, mit dem Amalgamabscheider, das trifft schon den Nagel auf dem Kopf. Allerdings gibt es bei uns, bis auf das Putzwasser so gut wie nichts, was nicht durch irgendwelche Filter muss. Hoffentlich bringe ich die Behörden hier nicht auf etwas. Die lassen sich ja eine Menge einfallen, um das Leben in den Praxen zu verschlimmerbessern.
Ich kann natürlich hier nur aus meiner Erfahrung berichten, das Amalgamfüllungen kaum noch gemacht werden. Sie wurden weitestgehend von den "Kunststofffüllungen" abgelöst. Bei Kindern macht und sieht man das heute nicht mehr. Meist ist es ein finanzieller Grund, warum ein erwachsener Patient doch eine Amalgamfüllung will/bekommt. Nicht jeder kann sich "Kunststofffüllungen" Leisten.

Da wären wir bei schon einer Kernaussage. Es kann sich nicht jeder leisten, also muss etwas zur Verfügung gestellt werden, was geht.
Ähnliche Debatten gibt es über das Fluorid. Wie oft höre ich, dass das Fluor in Zahnpasten und Gels giftig sei. Manchmal muss ich da wirklich lachen. Den Fluor ist wirklich saumäßig giftig. Na ja, nicht jeder kennt das Periodensystem der Elemente und kennt auch nicht den Unterschied zwischen Fluorid und Fluor. :P

Es heißt auch nicht umsonst, die Dosis macht das Gift.

Die Frage ist, was ist DIE toxische Dosis?! Was macht uns krank und was nicht.

Das unsere Umwelt daran Schuld ist, also diese Frage ist, glaub ich, unumstritten! Ein Blinder kann sich das an fünf Fingern abzählen. Wie Sie bereits sagten nehmen die chronischen Erkrankungen signifikant zu. Und zwar weltweit. Da noch an Zufälle zu glauben. Meine Mutter sagte immer, wenn unsere Regierung (ich stamme aus der DDR) uns etwas Glauben machen wollte: "Die Glauben, wir ziehen uns die Hosen mit einer Kneifzange an!" Hier ist das etwas anders. Erst wird es in den Medien hochgekocht, um dann still und leise in der Flut an Informationen unterzugehen.

Was es meines Erachtens schwierig macht, ist die extreme Lobby der Lebensmittelindustrie und die der Pharmaindustrie. Die Einen machen uns krank und die Anderen wollen uns wieder gesund machen. :blush:
Und was ich am Schlimmsten finde, ist, dass Lebensmittel mit, ja man könnte schon sagen, krimineller Energie, verunreinigt werden, um sie haltbarer und unwiderstehlicher zu machen. Mit allen chemischen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Heutzutage einkaufen zu gehen, bedeutet, immer wachsam zu sein und Dinge zu hinterfragen. Sich zu informieren und auszuwählen. Teuer ist nicht gleich gesund und billig muss nicht krank machen. Nehme ich lieber die unbehandelte fettreiche Butter oder greife ich zur Margarine mit E-Stoffen. Sollte ich wirklich die Biomöhren aus Israel kaufen oder die normalen, die mit Herkunftsland Deutschland gekennzeichnet sind.
Muss ich wirklich im Winter Erdbeeren essen oder reicht auch das, was uns die Region bietet?
Welche Kaffeesorte ist am unbedenklichsten und frei von Schimmelpilzen, weil sie vor dem Wiegen ins Wasser eingelegt werden und dann aufs Schiff kommen.

Seinen wir ehrlich, was nützt mir meine Genauigkeit, wenn ich mich durch das Lebensmittelangebot kämpfe, meine Auswahl treffe, mit der ich vermeintlich leben kann, und trotzdem immer davon ausgehen muss, bewusst getäuscht zu werden.

Und außerdem, wer sagt, dass unsere Unverträglichkeiten nicht auch von dem kommt, was wir auf der Haut tragen? Schuhe sind sehr umstritten. Kleidung. Alles wird behandelt, bis der Arzt kommt.

Im Endeffekt, hat man einmal angefangen, über sich und seine Umwelt nachzudenken, wird einem ganz schwummrig vor Augen. Vor allem weil die Profitgier weniger, das Wohl vieler gefährdet!

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 23:00 #102578

  • marielaurin
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Cheffchen das hast du vielleicht hier gesehen: www.diabetes-kids.de/forum/offene-foren/...e-ohne-insulin-55320

Also bei Sina hat sich von einem HbA1c von 15,8 anfangs die Insulindosis auch sehr reduziert, als sie von der Intensiv runter war plus ungefähr 8 Monate. Wir haben nur noch reduziert. Wir waren aber nie komplett insulinfrei.

Vielleicht hat Insulinfreiheit auch etwas mit dem Fortschritt der Betazellblockierung zu tun, vielleicht hat man bei einem niedrigeren HbA1c bei Manifestation noch mehr kooperatives Immunsystem?

Ich denke da an Wenkes Kind, bei dem es relativ "früh" erkannt wurde und der bis heute (ist das noch so Wenke?) nur Minidosis braucht? Wobei ich einen HbA1c von 11,irgendwas wovon der Querulant hier spricht nicht als früh bezeichnen würde ...


Und ja, ich gehe voll mit dem Querulanten, wenn es um irgendeine Veränderung in den letzten 50 Jahren geht, die dafür sorgt, dass so viele komische Krankheiten/Allergien/Unverträglichkeiten auftreten und immer mehr werden.
Wäre schön wenn wir wüssten welche. Das Gluten ist sicherlich eines von den Verdächtigen, hier habe ich leider nie eine Antwort erhalten: www.diabetes-kids.de/geschlossene-mitgli...aky-gut--75555#96602

und hier www.diabetes-kids.de/offene-foren/diabet...izen-co-75765/page-1

habe ich mich damit beschäftigt

Haben Eltern von Kindern, bei denen Zöliakie manifestiert wurde, bei längerer Glutenfreiheit irgendeine Änderung am Insulinbedarf gemerkt? Falls Gluten/Gliadin für eine Aufrechterhaltung des Autoimmunprozesses verantwortlich wäre, wie wahrscheinlich wäre es, dass sich das bei Verzicht auf die entzündungsfördernden Inhaltsstoffe auch auf die Bauchspeicheldrüse auswirkt? Wie viel Zeit müssten wir so einer Bauchspeicheldrüse oder dem Immunsystem geben, um sich zu regenerieren?


bin aber nie weiter gekommen als zu erfahren, das meine SD-Antikörper unter glutenfrei, aber niemals low carb, erheblich gesunken sind bis nicht mehr nachweisbar jetzt im Juni.

Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid

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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid

Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 23:08 #102579

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Hi mibi,

ja Toxine sind tatsächlich ein großes Problem. Und wenn ich den jüngsten Studien der Alternativmediziner glauben darf, steht das nächste große Problem schon vor der Tür: 3G, 4G und bald 5G usw.. Immer schön am Ohr und in der Hose. Mein junger Cousin hat gerade Hodenkrebs bekommen.
Das Problem an gesunden Ernährungsempfehlungen ist auch, dass die Toxikologie dabei völlig außer acht gelassen wird. So heißt es beispielsweise: esst viel Fisch. Lachs ist super lecker und hat auch viel Omega 3, was ja so gesund ist. Leider ist das Viech total verseucht. Was im übrigen für alle Tiere gilt, die am oberen Ende der Nahrungskette sind. Diese fressen nun mal andere Tiere und deren Gifte kummulieren sich dann im Raubfisch/tier.
Das sollte hier ja aber auch nicht primäres Thema werden. Es zeigt nur, wir können dem nicht mehr entfliehen. Dafür ist es zu spät. Der Fokus muss also darauf liegen, unser Immunsystem fit zu halten, damit es mit dem ganzen Müll, so gut es geht fertig wird. Und da sind wir wieder beim Leaky Gut und beim übermäßigem Einsatz von Antibiotika.

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 23:44 #102580

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marielaurin schrieb: Cheffchen das hast du vielleicht hier gesehen: www.diabetes-kids.de/forum/offene-foren/...e-ohne-insulin-55320

ne, war Real in 3D zum Anfassen :P , hatten zeitgleich DM bekommen wie wir.

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 03 Okt 2016 00:01 #102581

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Hi Marielaurin,

das Zonulin wird bestimmt um zu überprüfen, ob eine Zöliakie vorliegt. Meines Wissens, die einzig von der Schulmedizin anerkannte Glutenintolleranz. Bei der Zöliakie ist aber schon einiges kaputt. Die Intoleranz beginnt aber i.d.R. weit aus früher. Das, was Du in Deiner Frage 2015 geschrieben hast, ist fast alles richtig. Wenn jedoch tatsächlich Autoimmunkörper gegen ein Organ entwickelt wurden, ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Wenn diese Antikörper richtig gearbeitet haben, ist wahrscheinlich irgendwann nichts mehr übrig. Siehe Literaturtip: Autoimmunkrankheiten Heilen von Dr. Susan Blum. Sie ist selbst am Hashimoto erkrankt (wie so viele Frauen, die ich kenne, meine eingeschlossen), konnte ihn aber nicht mehr heilen, weil es zu spät war. Nun macht Sie es bei Ihren Patienten, die rechtzeitig kommen.
Ganz viele Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind auf das Leaky-Gut zurückzuführen, ebenso wie Histaminintolleranzen. Zu diesem Theama kann ich als ehemals betroffener eine ganze Arie singen. ich erwähnte, dass ich fast berufsunfähig geworden bin. Ich habe Antihistaminika in der 4-fachen Dosis nehmen müssen, teilweise mit hochdosiertem Cortison um symptomfrei zu werden. Das alles mit beträchtlichen Nebenwirkungen. Eine Blutuntersuchung hat ergeben, dass ich nachweislich eine Histaminintolleranz habe und deswegen Fisch, Wein, alten Käse, Tomaten, Krustentiere etc. meiden sollte.
Ich habe all diese Dinge mein Lebtag gut vertragen. Es ging erst los, als ich mir bei meiner letzten Antibiotikatherapie die Darmflora weggeschossen habe.
Durch Darmsanierung und Entlastung (wieder das gleiche Thema) FÜR EINE GEWISSE ZEIT, habe ich das Problem in den Griff bekommen. Ich nehme keine Antihistaminika, keine Antibiotika und ich kann alten Käse bis zum Umfallen essen (jetzt natürlich nicht mehr von der Kuh), Tomaten, Wein, etc.. Nur das, was ein gereizter und "löchriger" Darm durchlässt, kann als Allergen wirken. Denn normalerweise, sind die Passagen so eng, dass nur Aminosäuren hindurch kommen und keine ganzen Proteine (Fremdeiweiße), denn diese lösen Immunreaktionen aus. Und wenn das Immunsystem immer gereizt und in Alarm ist, löst das unter andrem Entzündungsreaktionen aus, aber irgendwann dreht es auch durch und bildet auch mal Antikörper gegen Körpereigene Zellen, weil zufällig ein Protein in den Körper gelangt ist, dass so ähnlich aussieht. Und das kann mal die Nerven treffen (MS), mal die Bauchspeicheldrüse (Diabetes Typ1), mal die Schilddrüse (Hashimoto) usw. . Aufgrund unserer Facharzteinteilung, die aus ausbildungstechnischen Gründen sinnvoll ist, geht dabei verloren, dass wir ursächlich nicht Diabetes, MS oder Hashimoto behandeln können, weil die Ursache eine Ebene höher liegt und der gemeinsame Nenner ein außer Kontrolle geratenes Immunsystem ist.
Wie gesagt: Hauptursachen für das Leaky-Gut Syndrom sind: Gluten (wahrscheinlich sogar nur das Gliadin, deswegen wird Dinkel häufig vertragen), das Casein (gar nicht mal unbedingt die Lactose), Stress und Antibiotikatherapie, eventuell auch Antazida gegen Sodbrennen. In den USA auch (Gen-)Mais, da dieser in fast allen Nahrungsmitteln dort enthalten ist (wie hier Weizen).
Diese ganzen Hochleistungssorten sind alle auf Ertragsoptimierung ausgelegt und so verändert, dass Schädlinge das Zeug nicht mehr fressen möchten. Das ist wichtig, weil Monokulturen anfälliger sind für Schädlinge. Die Pflanzen bilden also mehr Fraßschutzgifte. Da die Dosis das Gift macht und Insekten noch natürliche Instinkte besitzen hören Sie irgendwann auf zu fressen und wir machen aus diesen Pflanzen unsere Grundnahrungsmittel. Unser täglich Brot. Nudeln, alle Teigwaren. Und was sagen die DGE und Ulla Schmidt: Esst mehr Vollkornbrot (mit Käse). Prost Mahlzeit ;-)

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 03 Okt 2016 11:06 #102584

  • Juli
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Ich fand´ den Artikel auch superspannend, weil auch wir uns seit Beginn des Jahres ziemlich kohlehydratfrei ernähren und ich viel versuche auszutauschen. Wenn man sich damit beschäftigt ist man schlichtweg erschüttert, was man so alles als "Lebensmittel" verkauft bekommt und noch mehr darüber, was einem als gesund von ausgebildeten Leuten und Wissenschaftler tagein, tagaus eingetrichtert wird.

Aber WIR sind in dem Fall mein Mann und ich. Unsere Tochter - die mit dem Diabetes ;) - findet´s schrecklich, was wir so essen und hält eisern an ihrem Brot, ihren Nudeln, ... fest. Sie ist nun seit 9 Jahre Diabetiker und da ist nix mehr mit "halten wir auf". Aber natürlich würde sie weniger Insulin benötigen, weil sie mit dieser Methode einfach weniger KE´s zu sich nehmen würde. Jetzt ist für mich die Frage: Ist das relevant?
Ja, insgesamt für eine gesunde Ernährung (und damit meine ich eben ein anderes GESUND als das, was wir lebenslänglich als gesund eingebläut bekommen haben - Milch z. B. ist nämlich keineswegs gesund für uns!) wäre das schon klasse für sie. Aber in Bezug auf den Diabetes? Das sehe ich ehrlich gesagt nicht wirklich. Ich höre von meinem Bekannten, der dieses System richtig bis in die Zehenspitzen lebt immer, dass sein Sohn jetzt viel weniger Insulin braucht. Aber macht ihn das gesünder? Macht es ihn glücklicher? Dick ist der sowieso nicht ... Wo ist der Vorteil? Ich finde ich nicht. Da bin ich dann eher bei der Fraktion: Solange sie alles spritzt, was sie isst und regelmäßig misst ... ist die Welt in Ordnung.

Und in die Gefahr lauft ihr nun mal eben. Euer Sohn ist glücklich, dass er essen kann, ohne zu spritzen. Aber wie unglücklich ist er dann, wenn diese Phase wirklich zu Ende geht? Und ich sehe auch: Ihr beschäftigt euch richtig, richtig viel mit dem Diabetes. Wann tritt der bei euch wieder in den Hintergrund, da wo er hingehört? Und auch euer Sohn kommt in die Pubertät und wird dann keinen Bock auf Diabetes haben ... wahrscheinlich dann auch nicht auf kohlehydratfreie Ernährung.

Der Ansatz ist nicht schlecht und ich glaube auch jedes Wort davon, weil ähnlich selbst erlebt.
Aber die Tatsache, dass auch euer Kind sich damit auseinander setzen muss, nicht ohne Insulin leben zu können, zieht sich dadurch einfach sehr lange raus. Am Ende muss ein junger Erwachsener rauskommen, der sein Diabetesmanagement selbstständig durchführt, seinen Körper einschätzen und reagieren kann ... Und irgendwie verlangsamt ihr diese Entwicklung gerade.

Das soll keine Wertung sein, sondern nur der Hinweis, das es immer mehrere Seiten einer Medaille gibt. Ich halte euch schon für gebildete Leute, die das beste für ihr Kind wollen. Aber ist diese Krankheit zu verlangsamen wirklich das beste? Ich weiß es nicht, ihr auch noch nicht ... deshalb find´ ich es in jedem Fall spannend, weiter von dir/euch hier zu lesen!!! :)

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 03 Okt 2016 13:38 #102586

  • mibi74
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  • Daten zum Kind:
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo zusammen!

@juli; Manchmal glaube ich, dass wir einfach viel zu viel Zeit damit verbringen, über etwas nachzudenken. Hätten unser Vorfahren auf so eine Ernährung gesetzt würde es uns heute wahrscheinlich gar nicht mehr geben, denn Kohlehydrate bedeuten Energie. Die haben alles gefuttert was zur Verfügung stand.
Allerdings brauchen wir heute gar nicht mehr so viel KH wie damals. Und da liegt unser Problem. Wir essen, als ob wir täglich 25 km laufen, mit 25 Kilo Marschgepäck.
Kohlenhydratfrei zu essen, ist mir zu extrem. Und alles was extrem ist, widerspricht meiner menschlichen Natur.
Mein Geist ist willig, doch das Fleisch schwach, wenn ich abends vor der Obstschale sitze. Ich hab mich für den Mittelweg entschieden.
Morgens richtig viel KH, mittags weniger und abends je nach Hungergefühl zuerst Gemüse oder Salat und sehr wenig KH. Wir essen gegen 17 Uhr. Nicht immer schaffe ich es standhaft zu bleiben, weil mich die verflixte Obstschale ständig lockt.

Ich weiß nicht wie ich reagieren würde, wenn ich vor der Problematik stehen würde, wie Querulant. Höchstwahrscheinlich würde auch ich alles tun, um es hinauszuzögern.
Meine Tochter hat alle genetischen Komponenten, die zu einem Diabetes führen könnten. Das wurde im Rahmen einer Studie getestet. Von tausenden weltweit getesteten Kindern ist sie eine von in Deutschland 230(ungefähr) Kindern, die das hat. Sie hat noch keinen Diabetes entwickelt, keine Antikörper. Ich habe auch nichts dergleichen getan, um da irgendwie entgegenzuwirken, weil das nicht gut für ihre Psyche wäre. Schon jetzt, wenn der Bruder ihr etwas über den Diabetes erzählt, bekommt sie hysterische Anfälle und schreit, sie will keinen Diabetes haben.
Das könnte mich später, wenn der Fall wirklich eintreten sollte, vor ganz schönen Problemen stellen.

Juli, du hast, was du mit der Auseinandersetzung, der Akzeptanz geschrieben hast aus meiner Sicht, recht. Ich bin da vollkommen bei dir. Ich glaube, da wir bei unseren Kindern schon einige Phasen dieser Akzeptanz durch gemacht haben(du schon mehr wie ich), können wir das aus einen ganz anderen Blickwinkel betrachten.
Etwas solange hinauszuschieben und zu wissen, das es auch eintreten wird, stelle ich mir schlimm vor. Wie, übertrieben geschildert, der Delinquent, der auf seine Hinrichtung wartet.

Ja das stimmt am Ende

muss ein junger Erwachsener rauskommen, der sein Diabetesmanagement selbstständig durchführt, seinen Körper einschätzen und reagieren kann


Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Nicht Schwarz und nicht Weiß.
Schön, wenn man mal schnell 20 Jahre in die Zukunft blicken könnte.
Folgende Benutzer bedankten sich: Juli

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 03 Okt 2016 21:13 #102592

  • Juli
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  • Geburtsjahr: 1998
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Naja, würden wir uns heute so ernähren wie unsere Vorfahren vor 100 Jahren, dann wäre alles gut ... mit und ohne Kohlehydrate.
Leider kannst du heute getrost an jeder Bäckerei vorbei laufen - die kann nichts, aber auch gar nichts gesundes für dich tun. Unser Getreide, ganz besonders unser Weizen hat nichts mehr gemein mit dem, der vor 100 Jahren angebaut und verwendet wurde. Die sind zwischenzeitlich alle hochgezüchtet und genmanipuliert, so dass ganz viele ja auch mittlerweile eine Unverträglichkeit oder noch schlimmer entwickeln.
Ich denke nicht, dass alle Kohlehydrate böse sind (Kartoffeln z. B. sicher nicht), aber wir essen so viel Zeugs im Essen, das da gar nicht reingehört, ganz schlimm auch mit Zucker. Was bitte hat Zucker in der Wurst zu suchen ...!? :woohoo:

Wow, heißt das jetzt bei deiner Tochter, sie KANN einen Diabetes bekommen oder sie WIRD einen bekommen? Oder weiß man das wieder nicht so wirklich? Mit der Situation muss man aber auch erst mal umgehen können ... :unsure:

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 03 Okt 2016 22:26 #102594

  • onovum
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  • Senior Schreiber
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  • Daten zum Kind:
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  • Geburtsjahr: 2006
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)

Naja, würden wir uns heute so ernähren wie unsere Vorfahren vor 100 Jahren, dann wäre alles gut ... mit und ohne Kohlehydrate.
Leider kannst du heute getrost an jeder Bäckerei vorbei laufen - die kann nichts, aber auch gar nichts gesundes für dich tun. Unser Getreide, ganz besonders unser Weizen hat nichts mehr gemein mit dem, der vor 100 Jahren angebaut und verwendet wurde. Die sind zwischenzeitlich alle hochgezüchtet und genmanipuliert, so dass ganz viele ja auch mittlerweile eine Unverträglichkeit oder noch schlimmer entwickeln.


Das wissen wir letztendlich nicht. Mir persönlich ist auch ein Fall eines Typ1 Diabetes Kindes bekannt, er dürfte inzwischen erwachsen sein, welcher von einem Demeter Biohof stammt und dort in den frühen Jahren fast ausschließlich vom eigenen produzierten Essen ernährt wurde. Er bekam trotzdem Diabetes und mußte dann spritzen. Ich denke eher, daß es die Summe vieler Faktoren ist, die auf uns Einfluß nehmen. Sei es die zu kohlenhydratreiche Ernährung, Verpackungen der Lebensmittel, sicher auch die Handystrahlen, unsere Kleidung und vor allem aber auch die Baugifte, da wird sich in Zukunft noch so einiges zeigen, was wir heute unter dem Deckmäntelchen Umweltschutz einbauen, aber bereits jetzt schon klar ist, daß da sehr viel Sondermüll entstehen wird, von der Nachhaltigkeit ganz zu schweigen.

Aber ganz ehrlich: so leben wir vor 100 Jahren, das mag ja mal für ein paar Wochen eine schöne Erfahrung sein, aber ich möchte das nicht, zumindest nicht in unseren Breitengraden.

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