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THEMA: Markus hat einfach keine Lust

Aw: Markus hat einfach keine Lust 23 Sep 2010 11:22 #41646

  • tjaymam
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Hallo Cordula,

vielen Dank für deinen Tip, ich glaub ich werd mir das Buch auch zulegen :-)

Und danke auch an alle anderen, die immer ein offenes Ohr haben und auch mit pupertären Jünglingen gestraft sind :-) Es ist so wie es ist, erst sind sie bitterböse und zickig und dann blitzen sie dich wieder an mit blauen Augen "aber Mama, ich hab dich doch soooooo lieb!"

Ich versuche jetzt einfach mal gedulger zu sein, ich weiss ja, dass er noch immer irgendwie nen Schock hat.

LG an euch alle, Tanja

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Aw: Markus hat einfach keine Lust 23 Sep 2010 14:24 #41661

  • Elisabeth
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Hallo Tanja,
wir haben auch so einen 13-jährigen zuhause.Wenn mal wieder so eine absolute 0-Bock phase da ist,hatten wir bisher oft Glück mit der (vielleicht unpädagogischen)Prämien-Therapie. Es gibt doch eigentlich immer etwas, was sich die Jungs wünschen....(nicht immer materiell)Ich habe letztens bei Quarks und co gehört, dass bei Jugendlichen das Gehirn in unterschiedlichen Abschnitten reift. Im Alter unserer Söhne ist das das Belohnungszentrum. Deshalb sind sie wohl so stark frustriert, wenn was nicht klappt, obwohl sie sich anstrengen.(Und irgendwie tun sie das doch. Jeden Tag bei jeder Mahlzeit über das Essen nachdenken, rechnen und spritzen ist wirklich eine große Leistung-auch wenn es irgendwann zur Ruotiene wird)
Wenn man sich das geschickt zu Nutze macht und realistische Ziele setzt und dann eine kleine Belohnung....
Wir kämpfen gerade um einen sofortigen Korrekturbolus nach einem zu hohen Wert, ein Knopfdruck nur, der aber "vergessen" wird und mich zur Weißglut bringt.
Viel Glück und Erfolg
Elisabeth
PS.Ich habe auch immer ein Auge auf Gummiebärchenvorräte in Taschen und Rucksack, Messzeug, Katheterwechsel etc.Aber dafür bin ich halt eine Mama, das ist glaube ich genetisch bedingt...Da lachen meine Jungs dann kurz über mich, und lassen mich gewähren....

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Letzte Änderung: von Elisabeth.

Aw: Markus hat einfach keine Lust 23 Sep 2010 14:29 #41662

  • Juli
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Oh, Tanja, das tut mir so leid zu lesen. Aber ihr macht irgendwie den ganz großen Weg über den gesamten Mist, oder?! Erst dieser merkwürdige KH-Aufenthalt ... das hat schon so komisch gestartet bei euch - meiner Meinung nach halt völlig falsch und das sitzt offensichtlich tief bei Markus!

Als erstes: Steig um auf die ICT! Der Fokus liegt bei euch viel zu sehr auf den Mahlzeiten. Die nehmen zur Zeit einen Raum ein, der ihnen gar nicht gebührt. Im Gegenzug ist es sehr wohl möglich, dass ein Diabetiker auch mal ´ne Tüte Gummibärchen vertilgt (gut gesund ist anders, aber es ist nicht unmöglich! ;) ). Es dreht sich viel zu viel ums Essen müssen oder Essen wollen und nicht dürfen. Das ist zu Beginn ein Stück weit normal, glaube ich. Aber das muss sich wieder normalisieren. Er kann und darf alles essen was er mag und (fast - mit kleinen Einschränkungen) auch wann er mag!!!

Dein Sohn ist 12 ... da glaube ich noch nicht wirklich an die große Pubertät bei einem Jungen - das kommt noch. Vielmehr habe ich das Gefühl, deinem Sohn wird seit Diagnose gesagt, was jetzt alles anders ist, was er alles nicht mehr darf und nicht mehr machen kann. Der muss doch frustriert und depremiert sein! Irgendwie hat euch niemand aufgebaut und gestärkt.

Tagebuch führen! Klar führen wir Tagebuch, sehr vorbildlich lt. unserem Doc sogar! Aber in dem Fall ist WIR ganz klar ICH! Unsere Tochter ist auch 12 Jahre alt und die trägt schon auch mal einen Wert in das Buch ein (das bei uns immer auf dem Esstisch liegt). Die Regel ist das aber nicht. Meist lese ich morgens oder abends das Messgerät aus, trage die Werte ein und zu den Mahlzeiten weiß ich meistens ja auch was sie isst. Ich finde das auch für mich persönlich wichtig, denn nur so kann ich erkennen, wenn ich an der Insulinmenge oder den Faktoren etwas ändern muss. Und weil ich es für MICH wichtig finde, finde ich, es ist auch meine Aufgabe, das Teil zu führen ... ich erwarte das von meiner Tochter gar nicht!

Und die Geschichte mit dem Vertrauen hier finde ich auch wichtig. Vertrauen ist das eine, und ihm klar machen, dass es um seine Gesundheit geht, das andere. Aber ich glaube, auch du brauchst jemand, der dich ein wenig auffängt, der dir sagt, dass auch ein 300er Wert in gewisser Weise normal und keine Katastrophe ist; auch du bist noch sehr mit der neuen Situation beschäftigt und auch ein Stück weit noch überfordert. Der Alltag hat euch noch nicht wirklich wieder ... dazu ist es auch noch zu früh! Aber das kommt. Ihr werdet ein Team werden und beide das beste tun, damit ihr den Dia so gut als möglich einstellt ...! Ich denke aber, zunächst musst du deinem Sohn klarmachen, dass er jetzt zwar Insulin spritzen muss, damit er funktionieren kann, aber auch, dass das keine Katastrophe ist und das er damit zwar ein wenig disziplinierter sein muss als seine Kumpels ... aber nicht mehr und nicht weniger! Natürlich muss er noch lernen, gut damit umzugehen - aber prinzipiell ist alles machbar. Und das finde ich ganz wesentlich! :)

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Aw: Markus hat einfach keine Lust 23 Sep 2010 18:33 #41674

  • cociw
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Hallo Juli!

Nur noch kurz bemerkt: es gibt sie - die Jungs, die mit 12 pubertieren.

Unser Großer war mit 10 schon vorpubertär und ist jetzt, mit knapp 14 "voll drauf".
Justus hingegen ist jetzt 11 und zeigt noch keine "Symptome" - sie sind halt alle unterschiedlich :S

LG, Cordula

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Cordula mit Justus (*08/1999, DM seit 12/2009, CSII seit 05/2010)

Aw: Markus hat einfach keine Lust 23 Sep 2010 21:39 #41694

  • tjaymam
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Hallo Juli,

ich hab gerade dein Posting gelesen und nun bin ich am heulen!! Deine Worte haben mich wirklich berührt und vorallem sind sie angekommen! Ich weiss ja, dass Markus zu tiefst verletzt ist und absolut frustriert, weil er Diabetes hat aber du hast recht, auch für mich ist alles neu und ich kenne mich doch auch noch nicht so gut mit allem aus, auch ich habe jeden Tag Angst etwas falsch zu machen, deswegen gucke ich doch auch nach und frage ihn so viel, offensichtlich zu viel aber ich kann doch nicht raus aus meiner Haut, ich bin doch seine Mama!

Wer mich auffängt? Hm, hm.... Natürlich kann ich mal mit ner Freundin reden aber schaffen muss ich es mit Markus alleine, das ist mir bewusst und deswegen versuche ich doch auch alles richtig zu machen.

Und wenn man es aus der Sicht betrachtet, dass es für einen selbst auch wichtig ist, wie das Insulin zu bestimmten Tageszeiten oder in Kombination mit fettigerem Essen oder dergleichen wirkt und welche Werte dabei rauskommen ist es vielleicht auch nicht ganz verkehrt, wenn ich die Werte eintrage :-)

Auf jeden Fall Danke ich dir für deine Worte und dein Verständnis :-)

Heute hatten wir mal wieder einen schönen Tag mit viel Lachen ohne viel Gemaule und Geschrei, das hat so gut getan....

Übrigens, Markus bekommt am Montag ein anderes Insulin, die Dia-Beraterin hat vorhin mit mir telefoniert und hat es mir gesagt, dann ist er auch nicht mehr so aufs Essen fixiert ! Ich wünsche mir so sehr, dass er gut klar kommt mit dem neuen Kurzzeitinsulin (wahrscheinlich Novorapid) und dass er dann etwas entspannter wird :-)

Lg Tanja

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Aw: Markus hat einfach keine Lust 23 Sep 2010 22:13 #41696

  • mama_anja
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Liebe Tanja,

ich fühle immer mit dir mit, du schreibst deine Erlebnisse wirklich so angenehm ehrlich. Das ist schon eine verflixte Situation mit der Pubertät.
Wir haben noch eine Tochter (wird bald 14). Kurz nach der DM Manifestation meines Sohnes im März geriet das bislang super Verhältnis mit meiner Tochter total aus den Fugen. Natürlich habe ich sie in der Anfangszeit vernachlässigt und war nur noch mit meinem Sohn uns seinem Diabetes beschäftigt. Ich hatte das so schlecht verkraftet (auch heute heule ich noch ab und an deswegen, finde es aber schrecklich, kann aber nicht anders). Die Überlagerung Pubertät und dann noch einen kranken kleinen Bruder, der alle Aufmerksamkeit der Welt erhält, war eine schwierige Zeit. Es hat viele Wochen gebraucht, bis wir wieder einigermaßen zueinandergefunden haben.

Ich hab schon mal an anderer Stelle über unseren Diabetesjugendtag in Bad Mergentheim berichtet. Aber eigentlich sind wir wegen der Thematik Pubertät dorthin gefahren (was bei uns mit Til auch bald ansteht). Ein Diabetologe aus Stuttgart referierte über DM und Pubertät. Hier mal eine kurze Zusammenfassung: Wachstumshormone, Geschlechtshormone und Schilddrüsenhormone bombardieren in dieser Zeit die Jugendlichen. Dazu kommen zusätzlich pubertäre Veränderungen bzgl. Tag/Nachtrhythmus, andere Essensgewohnheiten, Stimmungsschwankung und veränderte Ausschüttung von Stresshormonen. Ein erhöhter Insulinbedarf ist in dieser Zeit nötig (ca. 1,1-1,4 I.E /kg Körpergewicht) vorher ca 0,8 -1. Die Auswirkungen sind das Dawn-Phänomen (starker BZ-Anstieg am Morgen), mehr BZ-Schwankungen, vermehrte Insulinresistenz. In dieser Zeit wird ein HbA1c Wert von 7 - 8,5% empfohlen. Er legte eine Graphik auf über die mittleren HbA1c Werte über das Alter. Der höchste Wert tritt lt. Statistik im Alter von 16 Jahren auf. Viele Jugendlich tricksen mit dem Tagebuch, um sich Diskussionen mit den Eltern und Ärzten zu ersparen, wenn nicht der HbA1c wäre ...

Durch diese Zeit müssen wir wohl irgendwie durch. Er schilderte noch, dass wirklich alle - auch die sonst ganz Pflichtbewussten - irgendwann aufhören, sorgsam ihren Diabetes zu behandeln. Die Probleme sind dann wohl normal.


Ich würde euch mal empfehlen, das Diabetesmuseum in München zu besuchen (ihr kommt ja aus der Ecke). Es wird privat von einer total netten Familie geführt (in einem 7 m2 großen Zimmer). Wir waren in den Sommerferien dort und konnten so viel lernen über die Entwicklung der Therapien und Messtechnik. Der Werner kann auch sehr viel von bekannten Leuten erzählen, die DM Typ 1 haben. Das Engagement dieser Leute ist beeindruckend (haben auch eine Tochter mit DM). Klar wäre es schön, wenn uns die Wissenschaft schon bessere Möglichkeiten zu Behandlung zur Verfügung stellen könnte, aber man sieht dort auch, dass es schon "schlechtere" Zeiten für Diabetiker gab. Macht wirklich Spaß, google mal nach Diabetesmuseum München.

Til war anfangs auch sehr traurig, wütend, wollte nicht mehr Leben. Es war echt schrecklich. Heute findet er es gar nicht mehr schlimm. Er ist auch noch in der Remi.
Kurz noch eine Geschichte zu unserem Anfang: Wir haben einen Hund, den wir alle sehr lieben (unser Sonnenschein). Til sagte damals, dass wenn er (Hund) Diabetes bekäme, er ihn einschläfern lassen würde. Ich schluckte ein paar mal und sagte, dass das gar nicht in Frage kommt. Wir würden ihm auch Blutzucker messen und Insulin spritzen, das wäre doch kein Problem. Til überlegte eine Weile, stimmte zu und sagte, dass er das übernehmen würde. Das ganze hat ihm viel bei der Verarbeitung geholfen. Wir haben tatsächlich schon mal BZ beim Hund gemessen (hat gar nicht gewinzelt).

Gebt euch Zeit, ihr müsst nicht alles gleich super beherrschen.

LG
Anja

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Aw: Markus hat einfach keine Lust 23 Sep 2010 22:27 #41698

  • Tanja2010
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Liebe Tanja,
du glaubst gar nicht, wie du mir mit deinen Berichten aus dem Herzen schreibst. Mir ergeht es ganz ganz genauso wie dir!!! Mein Sohn ist zwar erst 8, drei Wochen dabei aber die Wut über die Krankheit ist das, was ihm das Leben zusätzlich schwer macht. Ich befürchte, dass ist ein normaler und ganz wichtiger Prozeß: das Leben ändert sich radikal, da müssen die Gefühle einfach noch hinterherkommen...
Tim ist sauer, dass "die anderen" ein ganz normales - in seinen Augen- tolles Leben haben. Ich habe ihm erklärt, dass jeder sein Päckchen trägt. Und niemand ist am Ziel, wer weiß was das Schicksal für jeden einzelnen noch vorsieht.

Mich tröstet in den täglichen Kämpfen (Wut und Trauer)die mein Sohn mit mir ausfechtet dieses Forum, in diesem Fall ganz besonders du: du schreibst wie es bei uns gerade aussieht. Das liegt sicherlich auch daran, dass diese Erkrankung einfach noch so saufrisch ist und unsere Kinder noch nicht die Zeit hatten, die sie sicherlich brauchen, sich damit zu arrangieren.

Du kannst solz auf dich sein, wie du das alles regelst! Ich hoffe, in einem halben Jahr sind wir routinierte Hasen und haben die Wut-Anfälle hinter uns. Ich hätte auch gerne meinen alten Tim wieder- aber ich glaube das wird so nicht sein, wir werden einen neuen Weg des Miteinander finden.


LG Tanja -allerdings aus dem Norden!

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Aw: Markus hat einfach keine Lust 24 Sep 2010 07:49 #41700

  • tjaymam
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  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 1998
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Guten Morgen Anja,

das mit dem Diabetes Museum in München ist wirklich eine tolle Idee :-) Da google ich doch gleich mal nach, vielleicht fahren wir ja schon bald hin, das würde sich so gut treffen, denn der Klassleiter von Markus hat ihn gebeten, falls er mag, ein Referat über Diabetes zu halten und er sammelt schon fleissig Infos dafür (er bekommt Hilfe von seiner Dia-Beraterin, die kommt auch mit). Kann ich mir lebhaft vorstellen, dass deine Tochter sich erst mal zurügesetzt gefühlt hat und sich somit zurückgezogen hat. Ich selbst bin die älteste von vier Mädels (die anderen drei sind allerdings meine Stiefschwestern) und weil meine Mutter denen gefallen wollte, hat sie sich sehr viel um sie bemüht. Sich zurückgesetzt fühlen ist schon schwierig, wenn man "normale" Umstände hat aber dann noch in unserer besonderen Situation. Aber schön, dass ihr wieder miteinandr reden könnt ;-)

Danke auch für deine Infos vom Diabetiker Jugendtag, das mit den Schwankungen mekren wir gerade, wir reduzieren schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage den Insulinbedarf von Markus, da er ab der Frühstückspause in der Schule immer wieder abrutscht und Nachmittags dann höher geht (es hält sich allerdings noch im Rahmen), die Werte schwanken von 54 mg/dl bis knapp 200 mg/dl, diese Woche waren es schon mal über 300 mg/dl :woohoo: Er ist mittendrinn in der Pubertät, da bin ich mir sicher, gefrustet ohne Ende, hat heiss Hunger auf Gummibärchen, die hat er früher Tütenweise verdrückt und kommt mit seinen Hormonen einfach nicht mehr klar. Seine Stimmung kippt im Sekundentakt, wow, eine brutale Herausforderung, denn ich fühle mich auch oft überfordert und versuche ruhig zu bleiben, aber wenn er mich dann so anschreit und wütend und verletzt anschaut, da merke ich dann schon, wie mir die Tränen hochkommen. Ich hoffe sehr, dass auch mal in München so ein Diabetiker Infotag statt findet, ich glaube das ist auf jeden Fall eine Bereicherung und ich würde da gerne hingehen. Es ist immer angenehmer das alles mal Live und in Farbe zu sehen und zu hören und nicht nur im Netzt zu lesen :-) Und der Austausch mit anderen ist bestimmt auch gut. Aber fürs erste fangen wir mal mit dem Museum an :-) Hatten uns eh schon überlegt, ob wir nicht mal wieder nach München fahren, wollten allerdings ins Deutsche Museum :-)

@Tanja:

Lieben Dank für dein Kompliment :blush: :kiss:

Für mich ist dieses Forum hier ein wahrer Seegen, ich bin so froh, dass es diese Seite gibt. Weisst du, ich habe niemanden im Bekanntenkreis, der wirklich versteht was passiert ist und es ist erschreckend wie schnell die Menschen im eigenen Umfeld eine Situation abhaken und zur Tagesordnung übergehen. OK, Markus war 3 1/2 Wochen im Krankenhaus aber er bekommt ja Medizin, was regst du dich denn so darüber auf, sei doch froh, dass es ihm wieder gut geht und heul nicht die ganze Zeit rum! Es wäre schlimmer, wenn er Krebs hätte, ein Bein oder einen Arm verloren hätte oder womöglich behindert wäre! Bekomme ich ab und zu zu hören. Dass ich aber Angst habe, dass Markus im Schlaf in den UZ fällt und nicht aufwacht, weil er nicht immer rechtzeitig merkt, dass er im Hypo-Bereich ist, dass Angst habe vor zu häufigen hohen Werten, dass versteht man nur hier und von daher fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben :-) Ich habe auch noch so viele Fragen und kann ja nicht ständig bei unserer Dia-Beraterin anrufen :S Und auch die Postings der anderen sind für mich meist sehr interessant und ich kann viele wichtige Informationen für mich aufnehmen.

Was du und dein Tim gerade durchmacht, das kann ich mir so gut vorstellen, bei uns ist es doch auch gerade mal sechs Wochen her, oh Gott, ich vergesse es niemals was da mit uns passier ist und ich nehme mich da nicht aus! Es war nicht nur ganz, ganz schrecklich für Markus, nein auch für mich, ich fühlte mich wie gelähmt und wenn ich mich schon so gefühlt habe dann kann ich nur erahnen wie sich Markus damals gefühlt hat und wohl auch heute immer noch fühlen muss. Ich bin wirklich froh, dass ich im KH zugestimmt habe, dass Markus mit dem Jugendpsychologen reden konnte und die Gespräche werden auch wieder stattfinden, ab Oktober geht es wieder los. Das wird ihm bestimmt gut tun und vielleicht findet er ja dann wieder zu seiner alten Lebensfreude zurück und nimmt es besser an und hadert nicht mehr so mit seinem Schicksal und vorallem hoffe ich, dass er seinen Diabetes danach nicht mehr so hasst :dry:

Es wäre schön, wenn in ein paar Monaten der Gedanke an die ersten Wochen nur noch eine traurige Erinnerung ist, die nach und nach verblasst und wir gelassen und ruhig mit der Sache umgehen können.....

Ich wünsche euch allen jedenfalls das Beste und vorallem einen schönen, konfliktfreien und motzfreien Tag :-))

glg Tanja

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Aw: Markus hat einfach keine Lust 29 Sep 2010 19:43 #41878

  • Juli
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Jetzt hab´ ich mich aber ziemlich erschrocken! Ich wollte dich ja nicht zum Heulen bringen und damit noch mehr runterziehen! Im Gegenteil: Du machst das toll ...! Mir ist da noch gut euer KH-Aufenthalt im Gedächtnis und du hast dich da durchgebissen und einen anderen Diabetologen gesucht. Aber du erwartest auch sehr viel von dir selbst. Du kannst doch nicht alles über den Diabetes, Insulinwirksamkeit, schnelle und langsame BE und was es sonst noch so alles gibt innerhalb von 4 Wochen lernen. Gib´ dir mal ein paar Tage mehr Zeit - das wird klasse bei euch, da bin ich sicher! :)

Habt ihr jetzt schon auf Novo umgestellt? Und wie läuft es?
Und nee, Eltern von Nichtdiabetikern verstehen das nur ein Stück weit. Nur meine engsten Freunde wissen z. B. dass ich mitunter nachts immer noch aufstehe um zu messen ... aber wem erzählt man schon auch den Ablauf seiner Nächte! :lol:

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Aw: Markus hat einfach keine Lust 29 Sep 2010 23:24 #41886

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Hallo Juli,

wir haben jetzt noch nicht auf NovoRapid umngestellt, da Markus an diesem Wochenende nochmal zum Papa fahren möchte und da war mir das noch zu unsicher, denn wir beide (also Markus und ich) können unmöglich in 3,4 Tagen so sicher sein mit der Berechnung der BE's, dass wir den Papa da mitreinbringen. Der Papa von Markus ist einfach zu weit weg und nimmt auch keinen Kontakt mit unserer Dia-Praxis auf im Gegenteil. Markus hat im Moment starke Schwankungen und hat jetzt die letzten zwei Tage nachmittags, gegen Abend hin Werte um über 300 mg/dl. Gestern waren es um 16.00 Uhr 393 mg/dl, ich war total geschockt und habe Markus erst mal pieseln lassen, damit ich Ketone messen kann (zum Glück negativ :-) ) und dann haben wir gestern zweimal jeweils 3 IE Actrapid zur Korrektur gespritzt in Absprache mit unserer Dia-Praxis, die waren super haben sofort Order gegeben, dass ich mich alle zwei Stunden melden soll, damit wir die Werte im Auge behalten. Und heute hatte er um 18.00 Uhr auch wieder 335 mg/dl, da habe ich dann auch Korrektur gegeben und mit der Dia-Beraterin telefoniert, die hat angerufen, weil sie wissen wollte wie die Werte heute sind und wie Markus seinen Vortrag verpackt hat. Er hat nämlich heute in der Schule ein Referat gehalten über seinen Diabetes, das wollte er unbedingt, damit seine Leute (so hat ers ausgedrückt, grins) Bescheid wissen, warum er ab und zu im Unterricht was gegessen und getrunken hat. Ich finde das toll wie ich von denen unterstützt werde. Markus nimmt das Ganze mit den wechselhaften Werten sehr stark mit und die letzten zwei, drei Tage waren anstrengend und er hat auch wieder viel geweint und auch wieder gesagt, dass er auf die ganze Sch... keine Lust hat :-(

Ich bin am Überlegen, ob ich ihn am Wochenende so überhaupt zum Papa lasse obwohl er weiss wieviel er wann korrigieren muss und er auch gleich anruft, wenn es zuviel wird. Umgestellt wird er dann am Montag endgültig, da bin ich schon sehr froh allerdings "üben" wir jetzt schon mal das Berechnen von den IE fürs Mittagessen. Markus soll sich überlegen was er Essen möchte und seine IE danach spritzen, also wenn er 5 BE essen möchte, spritzt er 2,5 IE Actrapid, wenn er vier BE's essen möchte nur 2 IE. Macht er auch gut.

Heute hatte er eigentlich gar nicht so schlechte Werte, zum Mittagessen sogar 84 mg/dl, also super gut und ich hab mich gefreut, dann der Super-Gau um 18.00 Uhr mit dem hohen Wert. Um 21.00 Uhr ist er mit 117 mg/dl ins Bett gegangen. Hab vor einer halben Stunde nochmal gesmessen, da hatte er nur noch 74 mg/dl, hab ihm vorsichtshalber noch eine BE Duplo gegeben, sicher ist sicher,oder? Werde mir den Wecker auf 2.00 Uhr stellen und dann nochmal messen und hoffe, dass er nicht in den UZ fällt.

Ich bemühe mich sehr und setze mich selbst unter Druck ich weiss aber ich muss doch alles super gut beherrschen, damit ich den Papa irgendwie "schulen" kann. Das ist für mich eine riesen Verantwortung aber ich kann Markus nicht ruhigen Gewissens zu ihm fahren lassen, wenn ich ihn nicht gescheid informieren kann und ich kann ja Markus nicht ganz alleine mit seiner Verantwortung lassen.

Nun geh ich mal schlafen, damit ich später nochmal aufstehen kann, gute Nacht zusammen :-)

Tanja

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