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Alltag mit anderen Kindern/Eltern 29 Mär 2022 08:25 #117909

  • Tina_LEJ
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  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2014
  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Hallo Ihr Lieben,

wir sind relativ neu hier (Diabetes seit November 2021 - mein Sohn ist 7 Jahre)  und dies ist mein erster Beitrag.
Ich belese mich hier viel und es hat oft geholfen.
Wir hatten ein paar heftige Tage hinter uns und nun wieder 2 wunderbare Tage inkl. durchschlafen. Und dann wurde ich wieder zurück in die Realität geholt. Wir waren gestern im Park Fußballspielen als plötzlich eine Mutti anfing mir zu erzählen wie schlimm Diabetes sei und das ihre Oma ALLE Folgeerkrankungen hatte. Dann wurden Knoppers an alle Kinder verteilt und mein Sohn durfte zusehen. Er wurde einfach nicht gefragt. Er war total enttäuscht und konnte es nicht nachvollziehen, denn wir teilen ja auch immer. Ich hatte natürlich auch etwas dabei und habe es ihm dann gegeben, damit er nicht nur zusehen muss wie andere essen. Und da kam mir der Gedanke: der Diabetes ist das Eine aber das Umfeld das Andere. Mein Sohn macht alles ganz toll und ich bin unwahrscheinlich stolz auf ihn. (er rechnet fleißig mit und macht das spritzen ganz nebenbei und hat den BZ immer im Blick) Reicht das denn nicht schon? Muss dann noch so ein Mist von außen dazukommen?!?!? Habt ihr ähnlich Erfahrungen bzw. wie geht ihr damit um? Liebe GrüßeTina

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Alltag mit anderen Kindern/Eltern 29 Mär 2022 09:54 #117910

  • Zuckerbarby
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  • Therapieform: CSII + CGM (Insulinpumpentherapie mit Glukosesensor)
Hallo Tina, 
ja, das kenne ich leider. 😔
Sowohl aus Kindersicht (ich hab meinen Diabetes seit ich 2 bin) als auch aus Mamasicht (meine Tochter ist auch 7 und hat seit letzten August Diabetes).

Das einzige was hilft ist selbstbewusst auftreten und aufklären, aufklären und nochmal aufklären. Irgendwann fruchtet es gaaaanz langsam in kleinen Schritten auch im Umfeld. 

Ich hab zum Beispiel am Elternabend und in den WhatsApp Gruppen erklärt das mein Kind alles essen darf und keine Extras braucht. Im Gegenteil, das die gut gemeinten Extras mein Kind eher ausgrenzen und verletzen. Am schlimmsten fanden wir die (sicher gut gemeinte) Idee allen Kindern am Geburtstag eine bunte Süßigkeitentüte mit heim zuschicken aber dem Diabeteskind nur Traubenzucker, den sie ja nur im Unterzucker isst und da ist das kein Genuss sondern Mittel zum Zweck.
Ich hab drum gebeten, dass die Eltern mir am Abend vorher kurz Bescheid geben ("Mein Kind hat morgen Geburtstag und schickt Muffins/Hanuta,... mit in die Schule") dann kann ich ihr aufschreiben was sie an Bolus abgeben muss und sie kann mit den anderen essen. 

Auf die Mutter am Spielplatz wäre ich wahrscheinlich zugegangen und hätte sie angesprochen ob mein Kind auch ein Knoppers haben kann. Sie war bestimmt nur unsicher und wollte nichts falsch machen....

Meine Tochter fängt inzwischen an es mir nach zu tun und anderen zu erklären was geht und was nicht und ihre Rechte einzufordern. Kürzlich hatte ich eine aufgeregte neue Erzieherin aus der Mittagsbetreuung am Telefon: "Ich dachte ihre Tochter darf ohne zu spritzen vom Obst- und Gemüseteller nur Gurke und Tomate essen. Jetzt hat sie aber ganz viel Paprika und etwas Karotte genommen. Sie sagt sie darf das und lässt sich nicht davon abbringen! Was soll ich denn jetzt tun?" 😂
Ich war stolz auf sie und die Mittagsbetreuung hat wieder was dazu gelernt...🙂
​​​​Liebe Grüße,
Barbara

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Alltag mit anderen Kindern/Eltern 29 Mär 2022 10:34 #117911

  • mibi74
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Tina, ich kann mich nur schließen. Meist passieren solche Dinge aus Unwissenheit und Unsicherheit. 
Immer wieder aufklären gehört mit dazu. Immer wieder sagen, was alles geht.
Das alles geht.

Das Bild des kranken Menschen, der an Diabetes leidet, ist noch sehr, sehr stark in den Köpfen verankert.
Ich höre immer wieder, wie sportlich die Kinder doch wären, wie toll die doch damit umgehen, wie selbstständig die das machen würden und überhaupt passt das Bild eines fröhlichen Kindes, was mit anderen tobt, von der obersten Sprosse des Klettergerüstes herunterwinkt, nicht in das Bild mancher Menschen.

Machst du dir keine Sorgen dass ..? Kann es, darf es...? Damit habe ich täglich zu tun.

Neulich bekam ich einen vollkommen aufgeregte Nachricht von einer Klassenlehrerin, die auf einen Zeitungsartikel von 2019 gestoßen war. 
InformaInformationen können leider nicht nur aufklären,  sondern auch ordentlich Ängste hervorrufen. 

Das schlimmste was mir passiert ist, war ein Erlebnis auf dem Spielplatz. Mein Sohn knapp 15 Monate saß im Sandkasten und war eins mit seinem Sandhaufen und Tun.
Da sagt die blöde Schnepfe neben mir, sorry, aber aus heutiger Sicht kann ich ihr es immer noch nicht vergeben, sie hätte gehört, das käme davon, wenn man in der Schwangerschaft Drogen nimmt oder raucht.
Das hatte mich so verletzt! 
Wie jemand so etwas sagen kann ist mir heute noch schleierhaft.

 

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Alltag mit anderen Kindern/Eltern 29 Mär 2022 10:52 #117912

  • Elleth
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  • Geburtsjahr: 2008
  • Therapieform: CSII + CGM (Insulinpumpentherapie mit Glukosesensor)
Gerade am Anfang ist es echt schwer und fühlt sich für Kinder und Eltern so unfair an. Die Unwissenheit und danit verbundenen Sprüche ("... So jung und schon so schlimm Diabetes, dass er spritzen muss..", "Ich kann das nicht kriegen, meine Mama hat mich immer gesund ernährt" etc...)
Ich habe immer erklärt was Typ 1 Diabetes ist, dass mein Sohn alles essen kann was andere Kinder essen. Aber, eben dafür Insulin abgeben muss.
Dass Unterzucker nicht "toll ich kann was süßes essen" ist, sondern mit Zittern, Kopfschmerzen, Schwindel etc. verbunden ist.
Mein Gefühl ist oft, dass die Kinder, gerade im Grundschulalter, es gut verstehen und gut damit umgehen. 
Bei den Eltern sitzt meist Typ2 oder Schwangerschaftsdia im Kopf fest. Mir hat auch mal eine Mutter vorgeworfen, dass ich ständig allen vom Dia meines Sohnes erählen würde, mittlerweile wüssten es doch alle. Das in dem Moment als ich ihr kurz Bescheid geben wollte, weil mein Kind das erste Mal dort zum Spielen (im Pool) war. Teilweise haben mir solche Erfahrungen echt eine dicke Haut wachsen lassen. 
Das ist eh das Beste, wenn ihr euer Ding macht. So gut erklären wie es geht, aber nicht stressen.... Manche Leute sind einfach beratungsresistent. 

Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr erstmal weiter gut klar kommt und euch nicht mit dummen Erfahrungen rumärgern müsst. 

​​​​​

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Alltag mit anderen Kindern/Eltern 29 Mär 2022 11:34 #117914

  • Tina_LEJ
  • Mitglied
  • Neuling
    Neuling
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  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Vielen Lieben Dank für eure Worte und Erfahrungen.
Ja, ich denke da müssen wir noch viel lernen und noch stärker werden.
Zahnspangen und Brillen sind "normal" aber der Diabetes ist für viele etwas ganz Sonderbares. Und das ist er auch, wenn 1 Kind von 545 Kinder an der Schule dies hat.
Weiß auch nicht, warum es mich so verletzt hat. Sicherlich, weil mein Sohn mir seine Enttäuschung mitgeteilt hat und weil die Mama das Thema Folgeerkrankungen so stark erwähnt hat. Denn davor habe ich tatsächlich große Angst.

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Alltag mit anderen Kindern/Eltern 29 Mär 2022 21:45 #117918

  • Kiki03
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    Junior Schreiber
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  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Mein sohn, aber schon 14, diabetiker seit nov 21 geht schon sehr selbstbestimmt damit um. Bei der Erstdiagnose hatten wir ein gespräch mit dem klassenlehrer, der auf unseren wunsch die mitschüler informiert hat. Wir dachten wenn das alle wissen, wird das uninteressant. War auch so. Aber sie achten halt mit drauf, finden wir gut. Im moment ist die klasse auf klassenfahrt, was für mich total komisch war da loszulassen. Aber siehe da es läuft gut.

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