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Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 06:47 #54513

  • fairy
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  • Beiträge: 37

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2004
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
An alle mit mehr als einem Kind,

ich habe zu diesem spannenden Thema hier nichts im Forum gefunden. Mich würden aber Eure Erfahrungen interessieren.

Mein Grosser (fast 9) hat nämlich wirklich Probleme mit dem Diabetes seiner Schwester (6 Jahre, seit 1,5 Jahren Diabetes). Es wechselt immer zwischen Mitleid und Wut (weil Susanna mit einer heftigen Hypo im Mittelpunkt steht, weil sie kein Eis mehr dürfen, weil Susannas Werte so hoch sind, weil es abends keine Pizza gibt, .......).

Ich finde es am Schlimmsten, dass Benedikt seine Wut dann an Susanna auslässt und sie verbal echt nieder macht. Sie kann natürlich gar nichts dafür. Er würde aber auch nie zugeben, dass ihn der Diabetes so beschäftigt. Benedikt hat sich nach der Erstmanifestation für Tage in sein Zimmer zurück gezogen und sich mit dem Thema beschäftigt. Er konnte dann alles super erklären und wusste genau bescheid. Benedikt ist die erste Zeit in der Schule durch aggressives Verhalten aufgefallen.
Benedikt würde aber nie zugeben, dass er sich so viele Gedanken und Sorgen macht. Er sagt nur ab und zu, wie traurig es ist, dass Susanna Diabetes hat, und dann ist er super lieb zu ihr.
Die Launen meines Sohnes beeinflussen die ganze Familie und machen mich fix und fertig.
Mein kleiner Sohn (4 Jahre) kennt gar kein Familienleben ohne Diabetes mehr, für ihn ist das alles ganz normal.

Wir haben wirklich versucht das Familienleben so wenig wie möglich durch den Diabetes beeinflussen zu lassen, aber Ihr wisst ja selber wie schwierig das ist.

Was habt Ihr so mit den Geschwisterkindern erlebt? Wie gehen sie mit dem Diabetes um?

Ich würde mich über Antworten sehr freuen.
Katharina

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Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 06:57 #54515

  • Manu98
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Oh ja, das kenne ich zu Genüge...
Meine Tochter, 10,5 ist extrem eifersüchtig auf ihren Bruder, 12,5, der seit Oktober 2010 Dm hat. Dazu kommen bei meinen Kindern allerdings noch ein paar "Verstärker" (Ads, emotionale Blockaden usw.), welche die Situation verschärfen. Einerseits kennt sich die "Kleine" echt gut aus- berechnet BE's usw., aber dann auch immer wieder so Sprüche wie: Alles dreht sich nur um ihn, ich werde gar nicht mehr beachtet"... Allerdings mache ich durchaus bewusst Dinge mit ihr allein, aber das kommt nicht wirklich an...
Alles in Allem kann ich dich gut verstehen, der Umgang mit dieser Situation ist nicht leicht...
Machen wir das Beste draus! ;)
Herzliche Grüße von Heike (die bald ein Pumpenkind hat :laugh: )

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Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 07:17 #54517

  • katche
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  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Hallo,

auch ich kenne diese Situation sehr gut und bin schon eine ganze Weile damit beschäftigt es irgendwie richtig zu machen.
Tommy ist 9 Jahre und hat seit 2008 Diabetes, Theresia ist 5 und kam 2006 auf die Welt, war also noch klein als Tommy DM bekam.
Aber momentan ist sie extrem eifersüchtig, zankig und die beiden fetzen sich sobald sie zusammen sind.
Theresia versucht die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken wo sie nur kann, sie redet ständig zwischen, will immer zuerst gehört werden.
Auf der anderen Seite ist Tommy der ebenfalls meckert, weil angeblich ich nur noch zu Theresia halte und nur mit ihr was mache.
Es ist zum irre werden.
Egal wie man es macht es reicht nicht aus, ich bekomme nichts unter einen Hut.
Bei deinen Kindern ist es auch schwierig, wenn der eine nichts essen darf, weil der andere zu hohe Werte hat.
Vielleicht kannst du da eine Lösung finden.
Meine Kleine ist noch in dem Alter in dem man das besser steuern kann, somit ist die Essensgeschichte für mich etwas einfacher.
Aber oft ist es so, dass ich Tommy mitessen lasse, oder wir bestimmte Tage abmachen. Z.B. am Samstag gibt es Pizza und nen tollen Film, dazu darf Tommy (der aältere) länger aufbleiben, dann nehm ich halt eine schlaflose Nacht in Kauf.
Oder wenn wir wo sind, lass ich Tommy immer ein Eis essen, egal wie sein Wert ist, dann korrigiere ich ganz schnell und spritze ihm ne halbe Stunde später das Eis, dann passt das auch wieder.
Es ist ein schmaler Grad, der einen hin und her zerrt.
Ich wünsche uns allen das wir immer eine passende Idee finden werden. :woohoo:

Kathleen

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Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 07:54 #54518

  • Lili
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  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2003
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Katharina,

ich habe auch einen großen Sohn ohne DM. Da gibt es aber keine Probleme. Aus dem einfachen Grund, weil ich niemanden einschränke. Er darf natürlich Kekse essen, wenn er dazu Lust hat und meine Tochter darf natürlich auch zwischendurch Eis essen, wenn sie das mag. Höhere Werte nehme ich in Kauf, die werden später korrigiert.

Der Dia-Doc meint, man solle die Kinder so normal wie möglich aufwachsen lassen. Und nach dieser Regel verfahre ich. Wenn ich mir im Zweifel bin, frage ich mich, wie ich entscheiden würde, wenn meine Tochter keinen DM hätte und entscheide danach.


LG Lili

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Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 08:03 #54521

  • cociw
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  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo!

Ich handhabe das meistens auch so, wie Lili und wir sind (bis auf die allerersten Wochen mit DM) recht stressfrei damit gefahren.
Neulich hatten wir auch so eine Situation: Mein DM-ler wollte wie sein Bruder zum Abendbrot Haferflocken mit Kakao, Zucker und Milch essen.
Gesamtmenge 14 BE und keine Ahnung, wie das Zeug sich bei DM verhält.
Ich habe echt 3x geschluckt aber trotzdem schnell mein okay gegeben, denn jedem anderen Kind hätte ich es auch nicht verboten. Mir war natürlich klar, dass ich in dieser Nacht nicht durschlafen konnte.
Aber egal...
Manchmal verzichtet mein Sohn schon freiwillig auf die kritischen Nahrungsmittel am Abend, weil er weiß, dass ich dann wieder im 1 1/2 Stunden Rhythmus aufstehen muss.
Ich glaube, wir müssen alle aufpasseen, das "Essen" nicht zum zentralen Thema wird. Ich arbeite dran..

LG, Cordula

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Cordula mit Justus (*08/1999, DM seit 12/2009, CSII seit 05/2010)

Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 09:33 #54529

  • Wenke
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  • Geburtsjahr: 2004
  • Therapieform: CSII + CGM (Insulinpumpentherapie mit Glukosesensor)
Hallo Katharina,

Oh, da kann ich ein Lied von singen... mache ich nachher. Muss nur jetzt schnell was kochen. Bis später!

LG Heike

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Heike mit Lars (*9/2004, DM seit 11/2010, Minimed 640G, Humalog)

Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 11:06 #54533

  • fairy
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Hallo,

erst einmal finde ich toll, dass so viele geantwortet haben.

Ich möchte nur eben klar stellen, dass ich in der Regel das Essen handhabe wie Ihr auch. Ich versuche es nicht in den Mittelpunkt zu stellen und versuche die Kinder nicht einzuschränken. In der Regel bekommen sie auch ihr Eis etc. aber es gibt z.B. Tage an denen ich die Basalrate überprüfe (hatte ich die letzten zwei Wochen, weil die Werte so hoch waren, und ich vermutete, dass die Remissionsphase vorbei ist), dann messe ich alle zwei Stunden und versuche den Rhythmus zu halten. Die anderen müssen dann auch ein bisschen Rücksicht nehmen, aber ich kann natürlich auch verstehen, dass man sich darüber ärgern muss. Für mich wäre es nur einfacher, wenn Benedikt sich dann über mich ärgern würde und nicht seine Wut an Susanna auslassen würde.

Es gibt natürlich auch Zeiten wo alles gut läuft, aber im Moment bin ich total gereizt, und dann fallen einem diese Verhaltensweisen extrem auf.
Ich hoffe, Ihr versteht mich
Katharina

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Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 11:12 #54534

  • Lili
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Hallo Katharina,

wie wäre es, die Basalrate zu prüfen, wenn der Große nicht da ist?

Vielleicht in den Ferien oder am WE, wenn er mal einen Freund besucht. Dann ist er beschäftigt und Du kannst Dich auf den Test konzentrieren.


LG Lili

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Letzte Änderung: von Lili. Begründung: Rechtschreibung

Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 11:55 #54538

  • Wenke
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So, da bin ich wieder. Also, wir haben auch drei Kinder (der Älteste (6) hat DM) und ich habe schon den Eindruck, dass vor allem der Mittlere (wird im Juni 4) auch ganz schön drunter leidet.

Als Mittelkind kommt er ohnehin immer ein bisschen kurz, aber seit der Diagnose beim großen Burder vor 5 Monaten hat sich das deutlich verstärkt.

Unser Großer braucht immer seinen großen Auftritt: wenn es Essen gibt, erscheint er erst gar nicht, dann will er die Hände nicht waschen (zum messen), tut, als wären saubere Hände sowas wie eine Entmannung :laugh: ... sagt nicht was /wie viel er essen möchte (erst nach der 3. Aufforderung, entscheidet sich dann noch 5 mal um)... versucht zu argumentieren, warum spritzen Zeitverschwendung ist und kaum ist das Insulin endlich "drin", fällt ihm bestimmt ein, dass er doch mehr oder weniger essen möchte... sprich: ich bin immer eine Weile nur mit ihm beschäftigt und die Geschwister kommen zu kurz.

Ich versuche, den Mittleren möglichst zuerst zu fragen, was er essen möchte und wenn er sein Essen auch abgewogen haben möchte, komme ich dem Wunsche natürlich nach, aber alles in allem habe ich einfach nicht die Kraft, ihm immer gerecht zu werden.
Und das merkt man ganz deutlich: Er ist rotzfrech, ständig beleidigt, bockig, quengelig, kann kein "nein" akzeptieren und schlägt andere. Er nuckelt am Daumen (schon immer, aber in den letzten Monaten ist es viel schlimmer geworden, anstatt mal aufzuhören, wie man es bei seinem Alter hofft) und hat plötzlich angefangen sich die Nägel bis aufs Blut abzukauen.

Auch die Kleine (knapp 16 Monate) leidet mit. Sie bekommt einfach nicht so viel Aufmerksamkeit, wie sie es in ihrem Alter sollte. Sie schreit oft ununterbrochen, was zur Folge hat, dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann und für "mathematische Herausforderungen" wie 4 X 0,75 einen Taschenrechner nehmen muss. Mir geht dann alles schief, ich brauche für alles viel länger und habe noch weniger echte Zeit für die Kinder.

Der Große arbeitet neuerdings mit einer Psychologin an seiner Krankheitsakzeptanz, aber manchmal habe ich das Gefühl, der Bruder bräuchte die Behandlung nicht minder.

LG Heike

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Heike mit Lars (*9/2004, DM seit 11/2010, Minimed 640G, Humalog)

Aw: Psychische Belastung für Geschwisterkinder 01 Apr 2011 14:18 #54543

  • fairy
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    Schreiber
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  • Daten zum Kind:
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  • Geburtsjahr: 2004
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo Heike,

zwar sind Deine Kinder noch etwas jünger, aber es hört sich genauso an wie bei mir.

Ich habe gelesen, dass Dein Sohn bald eine Pumpe bekommt. Ich denke, dass es dann schon mal ein bisschen einfacher für Dich wird, weil Ihr nicht vor dem Essen überlegen müsst, wieviel er essen möchte. Ich finde das in diesem Alter echt eine Zumutung. Susanna hatte zum Glück von Anfang an eine Pumpe, was den Familienalltag zum Glück noch recht flexibel macht.

Ich denke auch oft, dass unser Jüngster zu kurz kommt. Mein Grosser fordert die Aufmerksamkeit durch sein Verhalten (oben beschrieben) schon automatisch ein. Susanna als "problematisches" Sandwichkind bekommt natürlich viel Zeit für sich durch den Diabetes und Konstantin (der Kleine)?
Du hast wahrscheinlich auch die Erfahrung gemacht, dass man mit dem Dritten aus Zeitmangel eh weniger macht als mit den anderen in dem Alter, aber durch die veränderte Situation (Diabetes) wird es alles noch schwieriger. Auch wenn man versucht, dem Diabetes nicht soviel Platz ein zu räumen, bei mir ist er trotzdem fast immer präsent. Wenn ich alleine schon an die Übermüdung durch das nächtliche Messen denke....

So, wo wir beim Thema sind. Konstantin möchte jetzt mit mir spielen.
Also bis dann
Katharina

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