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Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 10:52 #15938

  • Sam
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Hallo zusammen!

Wir hatten letzten Donnerstag das erste Mal eine schwere Unterzuckerung, so dass der Rettungswagen gerufen werden musste, da Jakob gerade in der Kita war. Er wachte aus dem Mittagsschlaf auf und begann zu krampfen. Die Erzieher waren ziemlich ratlos und geschockt. Der Anfall soll sieben Minuten gedauert haben. Der Blutzucker lag bei 55, also gar nicht soo niedrig. Wahrscheinlich war er schon wieder auf dem Weg nach oben. Die Kitaleiterin hat dann den Notarzt gerufen und uns auch informiert. Natürlich war mein Mann gerade ca. 1,5 Stunden entfernt auf Arbeit, und ich hatte kein Auto. Also bin ich zur Kita gejoggt und kam total außer Atem an. Jakobs Erzieherin hatte ihn im Arm, er war schlapp und erschöpft, aber ansonsten schien es ihm gut zu gehen. Er fing auch gleich wieder an zu plappern, wie ein Wasserfall. Die beiden Rettungssanitäter saßen daneben. Im Gespräch dann sagten sie, dass der Anfall wohl nichts mit dem Diabetes zu tun haben könnte, sondern vielleicht ein epileptischer Anfall gewesen sei. Ich sollte das im Krankenhaus abchecken lassen. Der eine der beiden äußerte sogar die Vermutung, dass Jakobs Pumpe durch eine unregelmäßige und schubweise Insulinabgabe den Anfall ausgelöst haben könnte!! Ich war ziemlich schockiert, wie wenig die beiden über Diabetes bei Kindern und Insulinpumpen wussten!!!!
Wie ist das eigentlich mit der Glucagonspritze? Müssen die Rettungssanitäter im Falle der Bewusstlosigkeit die Spritze geben? Die Kita darf das ja nicht. Die Kitaleiterin war nämlich nach dem Vorfall sehr besorgt, ob Jakob auch gut versorgt wird, wenn kein Arzt mitkommt, sondern nur die Rettungssanitäter da sind. Und ehrlich gesagt, besonders wohl fühle ich mich auch nicht, wenn die so über gar nichts, was den Diabetes betrifft, bescheid wissen. Die fahren dann halt einfach zum nächsten Krankenhaus, und das ist alles. Irgendwie enttäuschend:dry:

Jetzt geht es Jakob wieder gut, die Basalrate wurde angepasst, der BE-Faktor gesenkt, so dass so etwas hoffentlich nicht so bald wieder passieren kann. Wir haben zwar vorsichtshalber einen Termin für ein EEG, aber der Diabetologe ist ziemlich sicher, dass da alles in Ordnung ist, und Jakob einfach wegen des Unterzuckers gekrampft hat. Puuh!

Sam.

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Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 16:21 #15943

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Hallo Sam,

so dramatisch die Situation für Dich, Jakob und alle anderen war, kann ich den Rettungsanitätern keinen Vorwurf machen.
Eigentlich hätte ein Notarzt mitkommen sollen/müssen.

Rettungssanitäter dürfen nicht ohne ärztliche Anordung Medikamente verabreichen, insbesondere keine Injektionen. Egal ob "nur" subcutan oder intravenös (z.B. Glucose-Lösung). Sie haben eben NICHT Medizin studiert. Die Anordnung von Medikamentengabe ist bei uns den Ärzten vorbehalten.

Die Äußerung des einen Rettungssanitäters (dass der Anfall wohl nichts mit dem Diabetes zu tun haben könnte, sondern vielleicht ein epileptischer Anfall gewesen sei. Ich sollte das im Krankenhaus abchecken lassen. Der eine der beiden äußerte sogar die Vermutung, dass Jakobs Pumpe durch eine unregelmäßige und schubweise Insulinabgabe den Anfall ausgelöst haben könnte) war natürlich völlig daneben.
Auf der anderen Seite: Wieviel Menschen haben eine Insulinpumpe? Wie oft sieht ein Rettungssanitäter im (Not-)Dienst einen Menschen mit einer Insulinpumpe?

Sie lernen in ihrer Ausbildung, dass die Pumpe bei bestehender Bewußtlosigkeit zu entfernen ist. Sie in "Stopp-Funktion" stellen, kann man nicht von ihnen erwarten (siehe zwei Sätze vorher).

Ich weiß, dass meine Aussagen und die Situation als solche für alle Beteiligten unbefriedigend ist. Ich weiß auch, dass häufig genug auch die Ärzte im Notdienst sich mit dem Typ 1 - Diabetes und seinen unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten nicht auskennen. Müssen sie grundsätzlich aber auch nicht. Sie müssen und sollen ja die Notsituation beheben und nicht z.B. eine Therapieänderung durchführen oder anordnen.

Gruß, Egon M.

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Achtung: Mein Beitrag / meine Antwort ist meist nur eine Kurzfassung und kann daher i.d.R. nicht alle möglichen Aspekte zu dem jeweiligen Thema berücksichtigen.
Häufig geben meine Beiträge nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern beruhen auf Tatsachen bzw. fachlich anerkannte...

Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 19:37 #15950

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Hallo Egon,

muß dann aber wirklich mal ne ziemlich blöde Frage stellen.

Wir haben auch keine MEDIZIN studiert. Aber wir müßten die Notfallspritze geben wenn es unserem Kind nicht gut geht.

Ich seh da irgendwie keinen Unterschied zwischen einem Rettungssanitäter und mir. Ich denke der Sanitäter hat noch mehr Ahnung als ich.

lg Rita ;)

Post geändert von: sky, am: 16. Apr. 2007 20:52

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Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 19:41 #15951

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Hallo Egon!

Dass Rettungssanitäter wirklich gar keine Injektion verabreichen dürfen, wusste ich gar nicht. Ein Freund von mir hat seinen Zivildienst beim Rettungsdienst gemacht und musste in einer kurzen Ausbildung sogar das Intubieren lernen! Mit Dosierungen und den verschiedensten Medikamenten können sie sich natürlich nicht auskennen, aber bei der Notfallspritze ist ja alles fertig vorhanden, muss nur aufgezogen und gespritzt werden. Schaden kann man auch kaum anrichten. Wer Zugänge legen kann, sollte doch auch eine Spritze ins Bein verabreichen können.
Ich bin nur froh, dass das bei Jakob nicht nötig war und hoffe, dass es auch nie dazu kommt.

Sam.

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Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 20:27 #15952

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Hallo Rita, ich denke eben nicht das ein Rettungssanitäter mehr von Typ 1 weiß als wir. Sie durchlaufen eine Ausbildung um in allgemeinen Notfällen zu helfen. Unsere Schulungen sind wohl intensiver mit dem Thema befaßt, vor Allem in die Tiefe gehend.Dazu die tägliche Erfahrung aus dem Alltag. Da haben die Sanitäter eher oberflächliches Grundwissen. Nach dem Motto: von Allem etwas, um Leben zu retten. Etwas anders wäre es wohl gwesen wenn Rettungsassistenten vor Ort gewesen wären, deren Ausbildung umfangreicher ist.
Ich kenne es allerdings nur so, das bei einem Notruf in einem Rendevoz System, auch zusätzlich ein Notarzt vor Ort ist. Zusammen mit dem Rettungswagen in gesonderten KFZ ( NAW ), oder kurz danach eintreffend.
@Sam, drück euch alle Daumen, das es ein einmaliges Erlebnis bleibt.
lg Peter

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Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 20:46 #15953

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Hi Peter,

jo mehr von Typ 1 verstehen wir bestimt. Da geb ich dir Recht.

Was ich meine ist die Notfallspritze. In der ganzen Zeit wo Becky jetzt DM hat, hab ich sie noch kein einziges Mal benötigt - ZUM GLÜCK -

Ich vertrete jedoch die Auffassung wenn ich alle Jubeljahre evtl. eine Notfallspritze setzen kann, muß, werde, wie auch immer, dann sollte dies auch ein Rettungsassistent können, dürfen, sollen.

lg Rita ;)

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Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 21:53 #15960

  • Tamaramaus
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hallo rita,
ja schön wäre es wenn die sanitäter das dürften.
aber aus rechtlicher sicht sind sie dazu verpflichtet bei einer synkope egal in welchem sinne ob diabetes oder einem anderen fall einen arzt hinzu zu konsultieren.

wobei sich hier ebenfalls die geister streiten,gerade bei kindern.

wenn die maßnahme von einer einwilligung des patienten gedeckt ist und fachgerecht durchgeführt wird, oder wenn ein rechtfertigender notstand nach § 34 StGB vorliegt, hat man weder straf- noch zivilrechtlich was zu befürchten.

ist die maßnahme davon nicht gedeckt, und/oder beherrscht man sie nicht, können straf- und zivilrechtliche konsequenzen folgen.

im falle des bewußtlosen patienten ist von einer geschäftsführung ohne auftrag zur gefahrenabwehr auszugehen. hier haftet man zivilrechtlich dann nur für vorsatz und grobe fahrlässigkeit.


ein sanitäter darf keine glucose geben (die ausnahme ist etwas anderes). der grund: er ist dazu nicht ausgebildet und kann evtl. komplikationen nicht beherrschen. das ist nach notkompetenz nur RAs zugestanden. RS können sich u.U. über ihre ausbildung usw. vor gericht rechtfertigen und auf den notstand verweisen.

lehrer hingegen dürfen nach absprache/einwilligungs/einverständniserklärung der eltern die notfallspritze setzen.
habe gerade meine bücher hierüber gewelzt nachdem man ja soviel verschiedenes hört.
also sie dürfen, müssen aber nicht.
und nur nach eurer dringlichen einverständniserklärung.
die meisten lehrer z.b. denke ich werden dies aber nicht machen, da man sie trotzdem zur verantwortung ziehen könnte.

generell wäre mein rat, in so einem fall der notdienstleitstelle mitzuteilen : typ1 diabetes-kind, verdacht auf unterzuckerkoma, und die bitte darum das ein notarzt mitkommt.

glg tanja ;-)

Post geändert von: Tamaramaus, am: 16. Apr. 2007 21:53

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Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 22:04 #15961

  • AllgaeuPeter
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Liebe Tanja, genauso sollte es wohl sein, diese Meldung denke ich, hilft bei der richtigen Vorabeischätzung.
Und den Rechtsunterschied zwischen RS und RA kenne wohl die wenigsten, woher auch, aber so wie du schreibst, so sieht es wohl aus...alles recht kompliziert.
lg Peter

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Peter mit Sohn Maxi, DM seit 12 / 04
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Re:Ratlose Rettungssanitäter 16 Apr 2007 22:07 #15962

  • Chanti
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Oh man gut das alles in Ordnung ist da würde ich auch mehr als ein Schreck bekommen aber ich find das nicht so abwägig mit dem Verdacht auf eine Epelepsi denn bei meinem Sohn wurde als DM1 festgestellt wurde unter anderen auch die Rolando Epelepsi festgestellt eine kindliche Art der Epelepsi die mit der Pupertät verschwindet.Und ich denke das die nur alle Situationen auch für sich durchspielen im Kopf.

Naja wollen wir mal nicht spekulieren sondern einfach sagen schön das es dem kleinen gut geht:)

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Re:Ratlose Rettungssanitäter 17 Apr 2007 15:24 #15996

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Hallo,

es geht bei den Rettungssanitätern / Rettungsassistenten nicht in erster Linie darum, ob sie eine Spritze (rein technisch) korrekt geben können. Das haben sie i.d.R. in ihrer praktischen Ausbildung (u.a. im Krankenhaus/Intensivstation) gelernt. Es geht eher darum, dass sie keine Medikamente ANORDNEN dürfen.

Ob Lehrer Medikamente/Injektionen verabreichen dürfen, kann man immer noch nicht für alle Lehrer in Deutschland eindeutig beantworten. In einigen Bundesländern / Schulamtsbezirken, haben sie in einer Verordnung / Dienstanweisung stehen, dass sie es NICHT dürfen. Auch nicht mit schriftlicher Erlaubnis der Erziehungsberechtigten. Das hat u.a. haftungsrechtliche Gründe.
Ähnliches gilt für die Erzieherinnen in den Kitas u.ä. Einrichtungen.

Wenn z.B. Eltern Insulin oder Glucagon nach eigener Anordnung spritzen, machen sie das ja nicht in Ausübung ihres Berufes, sondern als Erziehungsberechtigte.
Es ist rechtlich auch ein Unterschied, ob es ein Lehrer in der Schule macht oder der Nachbar eines Diabetikers.

Beispiel: Wenn ich meinem Nachbarn eine Gulcagon-Injektion verabreiche, mach ich das nicht als Diabetesberater - sondern als Nachbar!! Das ist rechtlich ein wichtiger Unterschied!

Es kommt häufiger vor, dass es bei einer tieferen Hypoglykämie zu Krampfanfällen kommt. Diese sind in ihrer Erscheinung den Krampfanfällen der Epilepsie sehr ähnlich und können selbst Ärzte in die Irre führen.

Gruß, Egon

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