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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 30 Sep 2016 10:30 #102540

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WICHTIGER HINWEIS:
Wir haben diesen Bericht erst nach Rücksprache mit einem erfahrenen Kinderdiabetologen veröffentlicht.  Deshalb lest bitte auch die Stellungnahme von Prof. Thomas Danne am Ende dieses Artikels.

Liebe Eltern, liebe Kinder und vor allem liebe Leute, die ganz frisch die Diagnose Diabetes erhalten haben.

Unser Alltag hat sich im April diesen Jahres auf den Kopf gestellt, als unser Sohn plötzlich unstillbaren Durst bekommen hat und wir mit einem Blutzuckerwert von über 600 und einem HbA1 von mehr als 11 die Diagnose Diabetes Typ 1 erhalten haben.

Auch wenn es eine Erkrankung ist, mit der man heute gut und sicher leben kann, waren wir alle sehr geschockt und es gingen einem immer wieder die Fragen durch den Kopf: "Warum?, warum er/ wir?, woher,? wieso jetzt schon? und wieder warum?"

Ich möchte hier die Gelegenheit ergreifen von unseren Erfahrungen und unserem Weg zu berichten, um vielleicht dem einen oder anderen Kind das Leben etwas zu erleichtern oder auch zu helfen.

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 01 Okt 2016 17:00 #102559

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Jetzt ist der Artikel zusammen mit einer Stellungnahme von Prof. Danne online,

Vielen Dank für den interessanten Artikel und natürlich auch die Stellungnahme

Viele Grüße

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Michael Bertsch
webmaster@Diabetes-Kids.de
www.diabetes-kids.de
Letzte Änderung: von WebAdmin.

Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 01 Okt 2016 19:39 #102561

  • onovum
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Sehr interessanter Artikel, danke dafür !

Du schreibst, daß Euer Sohn jetzt 6 - 7 KE essen kann, ohne zu spritzen. Was heißt denn das genau ? Was ißt er denn da genau ? Und wie macht Ihr das bei Kindergeburtstagen ?

Ich hoffe für Euch, daß diese Phase noch lange währt. Da ich kein Mediziner bin, kann ich das nicht beurteilen, aber warum soll eine Verzögerung oder gar ein Stoppen der Zerstörung der insulinbildenden Zellen nicht prinzipiell möglich sein ? Ich bin gespannt auf weitere Beiträge.
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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 01 Okt 2016 20:24 #102563

  • mibi74
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Beim ersten Mal lesen, bin ich ab den Amalgamfüllungen und Quecksilber ausgestiegen. Da ich auch in den Job tätig bin, war mein erster Gedanke: “O Gott schon wieder SO einer und das auch noch als Zahnmediziener.“

Dann dachte ich, dass ich viel zu voreingenommen bin und mir das Ganze gefälligst vollständig und ohne Vorbehalt durchlesen sollte/muss.

Am Ende des Textes weiß ich nicht, wer jetzt schlimmer dran ist. Mein Sohn, der wie jedes andere Kind, Essen und Trinken kann, was er will. Natürlich mit Insulin. (Er hat ja schon 10 Jahre Diabetes)
Wir leben, kochen gesund, so wie Menschen halt Essen sollten. Ab und zu darf's aber auch mal ne gute Portion Glutamat mit Fett sein. So wie heute. Ja, als elfjähriger ist es cool mit Nacho und Käsesoße, abends mit dem Kumpel vor dem Fernseher zu sitzen.

Oder soll ich den Jungen bemitleiden? Kommt nur mir das so vor, als ob er ein, das klingt jetzt so hart, ein Versuchskannichen ist?
Er ist 9, wie sieht er seine Situation?
Findet er dieses ganze Essensumstellung gut? Ich meine, ist er motiviert? Ich stelle mir das irgendwie schwierig vor. Es hört sich nach soviel Verzicht an.
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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 01 Okt 2016 22:54 #102566

  • marielaurin
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Oh wie interessant! Das Thema hatten wir grad letztes Jahr, nachdem ich die Weizenwampe gelesen hatte, das ist dieselbe Richtung was Ernährung angeht.

Erst einmal:
Natürlich sind viele Leute heute übergewichtig. Natürlich ist das suboptimal, natürlich entwickelt man dann auch "dank" der Medizin und Lebensverlängerung Herz-Kreislauferkrankungen und auch gerne mal einen Typ 2. Die Leute haben es nur noch nicht kapiert. Das ist die Nachkriegsgeneration, die alles in Hülle und Fülle und die den Sinn des Essens völlig verloren hat. Da kosten 10kg Kartoffeln 2,99 und der einzelne Bio-Blumenkohl genauso viel. Mit 10kg Kartoffeln bekomme ich die Meute aber viel länger satt als mit dem Blumenkohl, mag sich der ein oder andere denken, der vielleicht auch noch aufs Geld achten muss. Und schwupps findet man sich in den Mühlen der unsinnigen Ernährung wieder, die ein Großteil unserer Bevölkerung allerdings als normal ansieht.

Im Dr. Oetker-Kochbuch von 1912 werden 400g Kartoffeln für eine vierköpfige Familie plus Gemüse/Fleisch in einem Gericht angegeben. In der Ausgabe von 2008 (?) will dasselbe Gericht für 4 schon 800g Kartoffeln. Ja mei, wie kommt denn das? 1912 haben die Leute noch wesentlich mehr körperlich arbeiten müssen als heute und es haben ihnen wesentlich weniger KH zum Leben gereicht.

Ich habe vor vielen Jahren mit meiner Oma über die damalige Ernährung gesprochen, weil meine Urgroßeltern mit ihren Kindern eine Gärtnerei und Gemüseanbau betrieben. Meine Oma sagte, sie hätten nie Hunger gehabt. Die Rezepte meiner Oma haben wir übernommen, als ich Kind war haben wir uns exakt so ernährt wie damals. Mit Eintöpfen ohne Ende, einmal in der Woche gabs Fleisch, sonst nur Gemüse in allen Variationen. Hunger kannte ich nicht. Übergewicht auch nicht.

Dann habe ich in meiner zweiten Schwangerschaft eine Schilddrüsenproblematik entwickelt, habe in kürzester Zeit 40kg zugelegt und keiner wollte mir helfen., d.h. man wollte mir Ernährungsumstellungen aufdrücken und nachdem ich bei Weight Watchers ganze 600g zunahm in 16 Wochen hat man mich da "rausgeworfen". Die SD-Werte wurden erstmalig 10 Jahre später genommen und festgestellt, dass ich einen üblen Mangel habe und meine SD so gut wie nichts mehr tut. Also haben wir das ausgeglichen. Das hat mir 25kg gebracht, bei gleichbleibender Ernährung. Die Umstellung von viel KH auf weniger KH und viel Fett bzw. zurück zur Omaernährung mit möglichst wenigen industriell hergestellten Lebensmitteln bzw. von Brot wie wir es vom Bäcker kennen auf Leinsamen, Buchweizen etc. umgestellt. Das brachte mir weitere 18kg. Und dabei ist es geblieben. Ich arbeite körperlich manchmal echt hart, bin im Einzelhandel und würde nicht behaupten, ich bewege mich wenig. Trotzdem hat diese Bewegung plus über mehrere Jahre drei Mal 50 Bahnen pro Woche schwimmen vor der SD-Geschichte so gut wie Null gebracht, meine Kondition war und ist top, aber Gewicht konnte ich nicht reduzieren. Das zur Ernährungsumstellung, es ist nicht immer alles nur hausgemachte Problematik, manchmal steckt auch was dahinter, was Ärzte nicht sehen wollen oder uns gerne in der Psychiatrie sehen würden, weil sie meinen, sowas wie Hashimoto gäbe es nicht. Denen wünsche ich eine einzige Woche mit einer 2ml-Schilddrüse und den ganzen üblen Symptomen, aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zur Steinzeiternährung und dem Diabetes:
Meine Kinder haben diese Umstellung teilweise mitgemacht und auch teilweise wieder abgebrochen. D.h. sie essen immer noch normales KH-Brot, sie essen immer noch Kartoffeln, Nudeln, Reis. Meine Tochter (16) hat im letzten Jahr mehrere Wochen nicht zu 100%, aber schon gut mitgemacht, allerdings brachte ihr das eine Gewichtsreduktion von 6kg. Das war bei einer Größe von 178cm und einem Startgewicht von 61kg nicht mehr lustig. Sie sah krank aus, sie hatte Dauerhunger, das hat sie alles voll unter Stress gestellt.
Als dann die Ambulanz 55kg maß, hab ich gesagt, jetzt ist Schluss. Ihr altersentsprechendes Idealgewicht lag bei 63, irgendwas kg, da ist sie heute noch nicht, sie wiegt aktuell 62kg bei mittlerweile 182cm und du glaubst gar nicht, was mein Kind an KH in sich hineinstopft. Ich hab keine Ahnung, warum sie einen so hohen Grundumsatz hat, es ist manchmal erschreckend, welche Mengen sie isst (nein sie hat keine Hyperthyreose, bei ihr wurde im letzten Jahr auch eine Hypothyreose festgestellt, bei ihr hatte das aber null mit Gewichtsveränderung zu tun, dafür mit anderen üblen Dingen). Ich kann diesem Kind keine KH streichen, das geht nicht. Sie konnte sich damals schlecht konzentrieren, sie hatte oft Kopfschmerzen, ich weiß, dass das der Umstellung geschuldet ist, ich hatte das auch, aber nicht so lange und ausdauernd wie sie. Ich merkte, das ist nicht gut was wir da machen und auch wenn es langfristig den Diabetes vielleicht unterstützen würde, war es mir das nicht wert, ganz ehrlich.

Auf der anderen Seite denke ich, warum zum Teufel soll ich aufs Insulin achten?
Wenn ich meinen Kindern eine vernünftige Ernährung beibringe, die ausgewogen ist (hier ist schon Vorsicht geboten, die Interpretierung von "ausgewogen" ist bei vielen Leuten sehr abweichend von dem was ich als ausgewogen empfinde), sie dadurch nicht zunehmen bzw. ihr Gewicht altersgerecht und zu ihrer Statur passt, sie weiterhin regelmäßig ihren Sport machen, ist das nichts anderes als bei stoffwechselgesunden Kindern. Stoffwechselgesunde Kinder produzieren ja auch so viel Insulin wie sie benötigen, also warum sollte mein Diabeteskind nicht das essen dürfen, was stoffwechselgesunde und normalgewichtige Kinder auch essen? Das Insulin führen wir ja von außen zu, was sie sonst selbst bilden würde.

Ich wollte gar nicht soooo viel schreiben :whistle: aber eins mag ich noch loswerden: Die Mutter des Freundes meines Sohnes hat seit ihrem 11. Lebensjahr Typ 1. Früher wurde möglichst auf KH verzichtet, sie kennt die Steinzeiternährung nur zu gut, weil sie da wenig befürchten musste dass ihr Blutzuckerspiegel irgendwie entgleist. Sie spricht von ihrer Zeit als Jugendliche nur von Entbehrung, nur davon wie doof es ist wenn alle anderen essen wann sie wollen und sie um 11 dann das Würstchen essen muss, ob sie will oder nicht. Auch wenn sie Hunger hatte, musste sie den Hunger aushalten, es gab nichts mehr, weil sie sowas wie extrem-CT gemacht hat und nur einmal am Tag der BZ gemessen wurde.
Beschert hat ihr das eine Essstörung. Sie kann einfach keine KH essen, sie hat dann ein so schlechtes Gewissen dass sie es auskotzt, hat ihr viertes Kind wegen Untergewicht verloren, kippt regelmäßig wegen zu niedrigem BZ um, darf kein Auto mehr fahren, ist meiner bescheidenen Laienmeinung nach irgendwas zwischen magersüchtig und bulemisch, hat kaum Kraft, bekommt ihre Einkäufe nicht alleine getragen, hat auch einen "großartigen" 5er HbA1c. Das schreckt mich eher ab ...

Grundsätzlich finde ich es super, sich über Ernährung und deren Notwendigkeit Gedanken zu machen, grundsätzlich bin ich dafür, jedem Kind beizubringen, wie man sich vernünftig ernährt.
Ich muss aber nicht auf Biegen und Brechen Insulin "sparen" wollen.

Hier sind viele Eltern mit kleineren Kindern, die das Essverhalten ihrer Kinder noch voll beinflussen können. Dass diese Kinder fantastische HbA1c haben ist nicht überraschend. Aber ich denke je älter Kinder werden, je selbstständiger sie werden, desto wichtiger ist es, ihnen eine gesunde Ernährung bereits beigebracht zu haben, damit sie unterwegs ganz bewusst und überzeugt beim Bäcker im Supermarkt vorbeigehen und sich dann für den Apfel entscheiden ;) Dann hab ich als Mama alles richtig gemacht!

Zu der Amalgam/Quecksilbersache: Als ich noch Amalgam im Mund hatte, habe ich schlimm auf Nickel reagiert, an Gürteln, an Ohrringen, an der Uhr. Seit ich amalgamfrei bin, habe ich keine Probleme mehr mit Nickel. Auch hat keiner von uns eine Allergie oder sonstige Auffälligkeiten.
Wir essen sehr viel Knoblauch und Bärlauch, beides soll auch zur Ausleitung von Schwermetallen sinnvoll sein, ich hab nur keine Ahnung in welcher Dosis, wir nutzen es einfach ohne großen Hintergedanken. Schwermetalle lauern leider an jeder Ecke, in alten Rohrleitungen, in jeder auch nicht selbst gerauchten Zigarette, in Fisch. Es ist gut, dass man erkannt hat, dass Amalgam nicht soooooo dolle ist, man aber die Menschheit jahrzehntelang damit "versorgt" hat, dass man erkannt hat, dass Aluminium in Deos vielleicht was mit Demenz zu tun hat und dass man jetzt eine Wahl hat, ein aluminiumfreies Deo zu nehmen wenn man meint man bräuchte eins und und und.

Mich beunruhigt nicht nur das, sondern auch Zwangsjodierung, BPA, Klimawandel und Co. Das macht mir weitaus mehr Sorgen als das Insulin oder gar eine Ernährungsumstellung meiner eher untergewichtigen Tochter.

Danke fürs Lesen!
Tut mir leid, dass das immer so viel wird :pinch:
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Sina *1999, DM seit 12/2010, ICT mit Levemir und Novorapid

Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 01 Okt 2016 23:59 #102567

  • Sheila
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Hallo,

danke für den Bericht. Das ist sehr interessant.
Bis zu 7 KE pro Mahlzeit ohne Insulin bedeutet ja ungefähr mind. 20 KE pro Tag. Das ist ja eigentlich nicht low carb.
Was sind das für 20 KE, wenn es nicht Obst, Kartoffeln, Reis, Brot, Pizza und Pommes sind?

Geht das auch ganz ohne Basalinsulin oder nur ohne Bolusinsulin?
Hat Euer Kind vor der Diagnosestellung abgenommen und jetzt nach der Diagnose und Behandlung wieder zugenommen?
Macht es sehr viel Sport, die die 20 KE wieder ausgleichen?

Sorry, vielleicht habe ich etwas nicht richtig verstanden.
Es wäre toll, wenn Du dazu noch etwas genauer schreiben könntest.

Danke.
Gruß

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 07:15 #102569

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Das mit den fehlenden Antikörpern habe ich nicht richtig verstanden. Sind die von Anfang an nicht nachweisbar oder erst jetzt nicht mehr ? Evtl. hat Euer Sohn ja keinen echten Typ 1er, sondern eine seltenere MODY Variante ? Soweit ich das noch richtig weiß, haben Betroffene ebenfalls keine Antikörper, sondern die Erkrankung beruht auf einer Genänderung, die i.d.R. sehr selten untersucht wird.

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 08:41 #102570

  • Sheila
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Nur so nebenbei: Bei Manifestation hat man bei meinem Kind auch keine diabetes assoz. Antikörper festgestellt. Die Aussage des Arztes war, dass es trotzdem Typ 1 ist.

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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 15:46 #102572

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Hallo Querulant,
danke für die vielen Infos.
Vor gut sechs Jahren bekam mein Sohn, auch damals 9 Jahre alt, die Diagnose DM1. Wir konnten es damals überhaupt nicht glauben, dass man dagegen nichts machen kann und begaben uns auf große Internetrecherche. Wir sind sogar zu einer Heilerin, obwohl mein Mann und ich Ingenieure - also Kopfmenschen - sind. Der Gedanke daran, dass eine Fehlleitung im Körper irgendwie wieder rückgängig gemacht werden kann, war nur zu verlockend. Das Resultat war, dass wir relativ viel Geld los waren und die Heilerin sehr unhöflich wurde, weil ihre Heilkraft wohl nicht fruchtete.
Unser Sohn hatte eine recht lange Remissionsphase (2 Jahre), bei der anfangs kein Insulin und noch recht lange sehr wenig Insulin nötig war.
Dass ihr ermittelt, wieviel KE euer Junge ohne Insulin zu sich nehmen kann, ist schon recht interessant. Ihr könnt diesen Wert bestimmt noch deutlich steigern, wenn ihr ihn viel Sport machen lasst.
Ich schließe mich aber den anderen an, dass ihr durch eure sicherlich sehr gut gemeinten Methoden in einen Kontrollzwang geraten könnt. Momentan macht er noch alles mit, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis er mit Freunden zum McD oder KFC usw. mag, und dann? Wollt ihr ihm das verbieten? Ich hätte Angst, dass er dann zu einem sonderbaren Kind wird, das nichts darf, sich abgrenzt und einsam wird. Eine Freundin von mir ist Psychiaterin, die viele Diabetiker in Behandlung hat, die depressiv sind oder unter einem Kontrollzwang leiden.
Deshalb nehme ich es auch hin - auch wenn ich für mich anders handeln würde - dass mein Sohn ab und an Cola, Chips und anderen Mist mampft, dafür aber entsprechend spritzt und die üblichen Regeln einhält. Er fühlt sich einfach wohl und vor allem normal damit. Zum Diabetes-Jahrestag gehen wir dann sogar zum McD feiern, erst recht!
Unseren Alltag, also immer wenn ich koche, bewältigen wir so gesund wie möglich. Es gibt aber keine Argumentation, dass das irgendwie mit Diabetes zu tun hat.
Halte uns doch mal auf dem Laufenden, wie es sich entwickelt.
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Diabetes Komplikationen reduzieren oder der Blick über den Tellerrand 02 Okt 2016 21:06 #102574

  • Querulant
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Vielen Dank für die vielen Kommentare und eigenen Erfahrungen. Ich versuche mal auf alles einzugehen und irgendwie den roten Faden zu halten.

Vorab unser Sohn hält aktuell keine Diät im eigentlichen Sinn und schon gar keine Low-Carb oder Paleodiät ein. Er ist unheimlich glücklich darüber, dass er aktuell nicht spritzen muss und einfach zu jeder Zeit essen kann, ohne vorher etwas auszurechnen. Das einzige worauf wir aktuell verzichten ist Casein und Gluten. Er isst auch Mal Pommes, Chips, Schokolade, Eis, Marmelade, Nuss-Nougat-Creme, Muffins, Kuchen und Bonbons. Wir backen Pizza, kochen Nudeln, Lasagne, Suppen und er isst auch Obst. Uns liegt nichts ferner, als unserem Kind den Spaß am Essen zu nehmen. Wir haben Ihn von Anfang an mitgenommen und sind mit ihm alles durchgegangen, so dass er versteht. Die eigenen Erfahrungen, die er während der Umstellungen erlebt hat, haben ihn sehr motiviert. So sehr, dass er sogar angefangen hat ein kleines Kochbuch für andere Kinder zu schreiben, in dem er von seinen eigenen Kochexperimenten berichten möchte, weil er sogar teilweise viel leckerere Dinge entdeckt hat. Und nein, wir zwingen ihn neben unserem Wahn Insulin sparen zu wollen auch nicht dazu ein berühmter Autor zu werden ;-))

Uns ist sehr wohl bewusst, dass man, sobald man Position zu einem sensiblen Thema wie Diabestes Stellung bezieht, nicht nur Applaus, sondern auch Schelte kassiert.

Nochmal zu unserer Motivation:
Unsere Erfahrungen sind einfach derart positiv, dass wir das, was wir herausgefunden haben, einfach anderen Eltern/ Kindern zur Verfügung stellen wollen. Dies ist vollkommen wertfrei und jeder kann daraus interessante Informationen ziehen oder eben nicht.

Generell hat es noch nie geholfen in schwarz und weiss zu denken. Also, in Entbehrung - unglücklich sein; Diät oder Nicht-Diät, Fastfood oder immer Bio, usw. Das ist im normalen Alltag, wie viele hier schon richtig angemerkt haben schwer umsetzbar und was auch ganz wichtig ist: Alles zu seiner Zeit, bzw. Nicht alles ist zu jeder Zeit richtig oder falsch.
Es geht darum, einfach zwischen den ganzen Regeln, Vorschriften, Empfehlungen und Trends, auch Mal gesunden Menschenverstand walten zu lassen oder auch Mal auf das eigene Bauchgefühl zu hören.

Wir sehen in unserer täglichen Praxis von Jahr zu Jahr stark zunehmen immer mehr chronisch Kranke Menschen und darunter leider auch immer mehr Kinder. Seit Jahren fragen wir uns schon warum das so ist und woher das kommt.
Wenn man sich die aktuellen Studien zu vielen chronischen Erkrankungen durchliest wird häufig von Genetik gesprochen und noch unbekannten Ursachen.
Wenn alles Genetik wäre, dann ließe sich kaum dieser rasante Anstieg in den letzten 50 Jahren erklären mit gefühlt zunehmender Geschwindigkeit. Die Erkrankungsrate an Typ 1 Diabetes bei Kindern steigt jährlich um 3-5 %. Gleiches finden wir bei vielen anderen Erkrankungen: ALS, Rheuma, ADHS, Morbus Cron, Autismus, etc.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, irgendetwas an dem was uns in den letzen 50 Jahren empfohlen wurde ist scheinbar nicht ganz richtig oder irgendwo nehmen wir dermaßen viele Umweltgifte auf, dass es zu dieser Veränderung kommt.

Wie kommt man als Schul(zahn-)mediziner daruf gegen Amalgam zu sein? Dies ist die Frage, die sich diejenigen stellen sollten, die das mit dem Amalgam oder anderen Umweltgiften nicht glauben.
Wir sind jahrelang darin ausgebildet worden es zu legen, es zu verarbeiten und es als Material der Wahl anzupreisen und es ist nach wie vor nach universitärer Meinung das Füllungsmaterial schlechthin. Ich selbst hatte über viele Jahre Amalgamfüllungen. Stellen Sie sich vor, sie hätten diesen Ausbildungshintergrund. Meinen Sie, dass Sie das alles über Bord werfen würden, weil Sie in der "Brigitte" lesen, dass da Quecksilber drin ist und das eigentlich nicht gut ist?
Man macht sich aber schon eher Gedanken darüber, warum das Amalgam im Zahn ungefährlich ist, es aber durch den Umstand, dass ich es aus dem Zahn herausnehme und in den Abfluss tue, so gefährlich wird, dass die Polizei vor der Tür steht und mich wegen Grundwasserverschmutzung festnehmen würde. Deswegen müssen wir Zahnärzte Amalgamabscheider verwenden und diese als Sondermüll kostenpflichtig entsorgen. Komisch, oder?
Was sagt jetzt der gesunde Menschenverstand?

Als Medizinier beschäftigen Sie sich in der Regeln nicht freiwillig mit Alternativmedizin, weil Sie normalerweise während ihrer Ausbildung lernen, dass das alles Quatsch ist und nur Evidenzbasierte Medizin die einzig richtige ist.
Fast alle Alternativmediziner (zu denen ich mich nicht komplett zähle), kommen durch ihre eigene Erkrankung dazu. Sie haben i.d.R. alle schulmedizinischen Therapien durch, haben Zugang zu allen aktuellen Studien und wissen wie es weitergeht. Dann entscheiden Sie sich, dass Sie das für sich nicht wollen und suchen nach Alternativen, die es tatsächlich zu Hauf gibt (sicher sind davon nicht alle gut). Wenn Sie Ihr Leiden los werden und geheilt werden, stellen Sie meist Ihre Praxis auf den Kopf und steigen immer weiter in die Alternativmedizin ein.
Ich kenne mittlerweile Dutzende solcher Ärzte und es ist fast immer die selbe Geschichte.
Wen wundert es noch: Ich habe das gleiche am eigenen Körper erlebt und wäre, wäre ich bei der Schulmedizin geblieben, hochdosiert immunsupprimiert und berufsunfähig. Mittlerweile bin ich fast 40, gesünder als mit 30, brauche keine Antibiotika mehr, die fast mein ganzen Leben regelmäßig nehmen musste, weil nichts anderes half und ich bin fitter als ich es jeh war.
Und natürlich ist es so, wenn sie sich erstmal mit Alternativen beschäftigen, treffen Sie auf hunderte solcher Krankengeschichten, die auf wundersame Weise, z.B. nach Entgiftung oder anderen Behandlungen Heilung erfahren haben, obwohl es doch eigentlich schulmedizinisch gar keinen Anhaltspunkt dafür gab.
Kurz und knapp: Wenn Sie erfahren und gesehen haben, was möglich ist, können Sie es nicht mehr ignorieren, auch wenn Studien das nicht unterstützen.

Dies ist keine Ode an die Alternativmedizin und auch keine Hasstirade auf die Schulmedizin. Nochmal: kein schwarz kein weiß. Alles zu seiner Zeit. Im Akutfall brauchen Sie immer die Schulmedizin, im chronischen Fall ist häufig die Alternativmedizin, die funktionell ausgerichtet ist sinnvoll. Eigentlich kümmert man sich, in der Alternativmedizin nur um Physiologie (d.h. um Körperfunktion), also doch etwas Schulmedizinisches. Der Mensch ist mit all seinen Regulationsmechanismen und Kompensationsfähigkeiten perfekt gebaut. Nur wenn es irgendwo im Getriebe hakt und er irgendwann nicht mehr ausgleichen kann, kommt es zu Symptomen, die meist nicht da liegen, wo das Problem entstanden ist (man denke an unklare Hautausschläge, etc.).

Wenn Sie Läufer sind und sich ein Bein brechen oder sich einen Muskelfaserriss zuziehen, schnappen Sie sich einen Gips und laufen wieder Marathon? Nein, aber Sie könnten es natürlich tun, auch dauerhaft (natürlich nur theoretisch).
Nein, Sie entlasten die Struktur, damit Heilprozesse in Gang kommen können. Sie stellen nicht über 3-4 Monate komplett ruhig, wie früher. Sie fangen langsam wieder an zu trainieren, aber ohne zu Überlasten! Form follows function: Das weiss man heute. Wenn Sie komplett ruhig stellen, also die Struktur/Organ komplett entlasten z.B. durch einen Gips oder durch ein Hormon, braucht der Körper es nicht mehr und er baut es weiter ab. Deswegen haben Menschen im Rollstuhl dünne Beine, deswegen bauen Patienten die bettlägrig sind rapide ab, deswegen wird Kieferknochen schmal, wenn keine Zähne mehr drin sind, usw.

Wir wissen, dass ein Diabetes klinisch auffällig wird, wenn ca. 80% der B-Zellen des Pankreas hinüber sind, bzw. Ihre Funktion eingestellt haben (wodurch auch immer). Dies führ zu einer schweren Stoffwechselentgleisung, die wir nur mit Hilfe von Insulin in den Griff bekommen haben. Die Theorie zur Honeymoon-Phase ist, dass sich die restlichen 20% B-Zellen so über die Entlastung "freuen", dass Sie wieder mehr zu arbeiten beginnen. Das tun sie ein paar Tage oder vielleicht auch 1-2 Jahre. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, wie rasch die ersten 80% zugrunde gegangen sind und das hängt wahrscheinlich mit der zugrunde liegenden Störung zusammen, wenn man nicht die Genetik dafür verantwortlich machen möchte. (Übrigens weiß man heute, dass man Gene für etwas tragen kann, das aber noch lange nicht heisst, dass diese abgelesen werden. Dafür braucht es wiederum auslösende Faktoren und damit sind wir wieder beim Grund). Wenn man einen Möglichen Grund glauben mag, dann ist auch klar, dass sich die übliche Prognose über das bevorstehende Ende der Remissionsphase bewahrheitet. Keine Veränderung – kein anderes Ergebnis. Typischerweise wird das Ende der Remissionsphase ja auch durch einen Infekt, also wieder eine starke Belastung und wahrscheinlich Überlastung ausgelöst.

Wir unseren Sohn während der ersten Wochen tatsächlich auf eine strenge Diät gesetzt. Und ja, er fand es natürlich nicht so toll, weil er es natürlich nicht gleich verstand.
Wenn Ihr Kind mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus liegt, nehmen Sie ihm sicher auch die Alkopops weg. Oder dem Raucher die Zigaretten nach der Kehlkopfoperation. Entlastung ist im Akutstadium wichtig.

Da unser Sohn eh ein Strich in der Landschaft war, war unser Ziel sicher nicht ihn einer Mangelernährung zuzuführen oder ihn auf uncoole Paleo umzustellen.
Und das, was für die ersten Wochen gilt, gilt nicht gleich für alle Ewigkeit. Das meine ich mit, alles zu seiner Zeit. Wenn Sie eine Grippe ausbrüten, sollten Sie sich auch schonen und nicht Tabletten nehmen und weiter machen, wie zuvor. Bitte jetzt nicht an jedem Vergleich den Fehler suchen. Es sind lediglich Beispiele, die das Prinzip verdeutlichen sollen und sicher nicht in jeder Hinsicht einem Vergleich stand halten.

Wir wollten vom Insulin so schnell wie möglich weg (wenn es möglich war), um die Bauchspeicheldrüse nicht dauerhaft zu entlasten , weil dass nach den „Form follow funktion-Prinzip“ zur Einstellung der Bauchspreicheldrüsen-Funktion führen könnte.
Des weiteren ging es darum, die Mögliche Ursache für den Funktionsverlust der Bauchspreicheldrüse zu finden. Deswegen haben wir sehr umfangreiche Labordiagnostik durchgeführt. Dabei mussten wir unser „Versuchskaninchen übrigens nicht quälen“, weil es Blutuntersuchugen waren und Blut wurde sowieso im Krankenhaus regelmäßig abgenommen.

Diabetes gilt als Autoimmunkrankheit. Wenn man also die Ursache behandeln möchte, liegt der Fokus nicht auf dem Pankreas, sondern auf dem Immunsytstem, welches außer Kontrolle geraten ist. Darüber gibt es eine Menge Literatur über die Entstehung von Autoimmunkrankheiten. Interessant dazu: Leaky Gut. Ursachen: Stress, Gluten (Gen-Weizen), Casein (Kuh-Milch), Gen-Mais und ggf. Soja)

Da die gängigen Untersuchungen keine Autoantikörper nachweisen konnten (was nicht heißt, dass es doch welche gibt, wir sie nur noch nicht identifiziert haben), haben wir unseren weiteren Focus in Richtung Schwermetalle gelegt, Diese können Stoffwechselvorgänge auf unterschiedlichste Weise negativ beeinflussen. Das macht es so schwierig Studien durchzuführen, um sie mit konkreten Krankheitsbildern in Verbindung zu bringen.
Das Thema Autoimmunerkrankungen haben wir dabei nicht aus dem Fokus verloren, deswegen meiden wir größtenteils Casein und Gluten.

Die Untersuchungen der Umweltmediziner (auch Schulmediziner) haben ergeben, dass unser Sohn dermaßen stark belastet war, wie sie es selten gesehen haben.

Daher zunächst auch die schulmedizinsche Ausleitung mit Komplexbildnern (DMPS und DMSA). Diese hat wie bereits gesagt, eher zu einer Überlastung des Systems geführt, weswegen wir sie abgebrochen haben.
Es galt die verbliebenen 20% zu fordern aber nicht zu überfordern und auch nicht überflüssig zu machen.

Wir sehen seither eine kontinuierliche Zunahme der körpereigenen Insulinproduktion, von unter 2KE bis auf jetzt teilweise über 7 KE pro Mahlzeit. Am Anfang haben wir sehr genau gemessen (das mussten wir), mittlerweile ist alles ganz leicht geworden und unser Sohn schätzt seine KE, weil er einen sehr guten Überblick darüber hat.

Ich habe gerade eine Pause eingelegt, um mit meiner Familie zu essen. Es gab Nudelauflauf mit Tomatensosse, Knoblauch, Zwiebeln und als Hackersatz: Gemüsefrikadellen. Ach ja, und mit Käse überbacken.
Kommentar von meinem Sohn: „Mama, das schmeckt soooo lecker“

An dieser Stelle möchte ich den kritischen Kommentatoren danken, die berechtigt einwerfen, dass das Kindsein, Glücklich sein, McDoo mit Freunden unheimlich wichtig ist für die Kindheit und Jugend.
Wenn man sich mit alternativer Medizin beschäftigt (kommt natürlich auf die Schule an), wird man finden, dass es bei Heilung um weit mehr geht als gesunde Ernährung.
Leider wird der Fokus, häufig immer nur auf eine Sache gelegt und man vergisst das Gesamtbild.
Jeder kennt Menschen in seiner Umgebun, die irgendwelche extremen Diäten gemacht haben, sich geißeln mit Verzicht, Sport oder irgendwelchen anderen Regeln.
Diese Menschen sehen nicht glücklich aus und wer nicht glücklich ist, hat es schwer gesund zu werden oder sein Ziel zu erreichen.

Die Einwände sind also extrem wichtig. Das wird jeder bestätigen, der schon Mal eine Diät abgebrochen hat.
In der Alternativmedizin gibt es häufig mehrere Säulen, die beachtet werden müssen, damit der Mensch gesund werden kann.

Je nach Sytem unterscheiden sie sich ein bisschen. Ganz grob gibt es aber folgende Ebenen:

1. Körperlich/ Physische: hier therapiert man mit Ernährung, Bewegung, Manualtherapie o.ä.
2. Energetische: Homöopathie/ Bioresonanz
3. Intoxikation/ Erreger: Vergiftungen ausleiten. Abgekapselte Infektionen ausheilen
4. Mental/ Geistig: Seelische Konflikte, Entspannung, Glück wieder finden

Häufig zeigt sich, dass wenn eine Ebene vernachlässigt wird, keine Heilung erreicht wird, oder nur wenig Verbesserung eintritt.
D.h. der mentale Zustand des Kindes ist unheimlich wichtig. Wenn das Kind an einer anderen Ernährung keinen Spaß und Geschmack findet, ist es sehr schwierig.
Glücklicherweise gibt es mittlerweile so tolle Produkte auch ohne Casein und Gluten, dass es im Alltag zu Hause kein Problem ist.

Und so wie der gelegentliche Wein oder das Bier oder von mir aus die Partyzigarette einen nicht umbringt, so ist es auch mit Gluten und all den anderen Dingen.
Wenn man erst Mal aus dem Akutgeschehen raus ist und sich der Körper stabilisiert, kann der Körper wieder regulieren und Ausnahmen problemlos verkraften.
Morgen geht unser Sohn zum Kindergeburtstag und da wird er mit den anderen Kindern Pommes und Majo essen. Und wenn der Zucker für 1 Stunde tatsächlich mal über 250 steigen sollte, dann ist es so. Ich bin mir sicher, dass er danach wieder schnell unten ist.

Das ist das, was ich mit nicht schwarz und weiß meine. Genuss und Spaß muss sein, darum sind wir unter anderem auf der Welt.
In Phasen der akuten Erkrankungen muss auch mal ein Schongang eingelegt werden dürfen.

Ich glaube aber, dass ich nicht viel Widerspruch ernte, wenn ich sage, dass wenn man sich nur von Bier, Wein und Zigaretten ernährt, dass es auf Dauer nicht gut ist.

So scheint es auch mit Gluten, Kuhmilch und Umweltgiften zu sein. Zumindest mehren sich die Hinweise darauf. Soweit es geht vermeiden, damit man sich Ausnahmen gönnen darf.
Und ganz ehrlich: Wenn ich jeden Tag Schokolade esse ist es auch kein Genuss mehr. Wenn ich sie seltener esse, dagegen sehr.
Übrigens habe ich vor Jahren auch mal 1 Monat Glutenfrei gelebt. Das war eine Katastrophe. Milchfrei war auch schlimm. Heute dagegen, gibt es in Biomärkten und im Internet so viele Alternativen, dass es gar nicht mehr auffällt. Es ist mittlerweile wirklich leicht und lecker geworden. Wenn man auswärts essen geht, ist es nach wie vor schwierig, aber das machen wir nicht jeden Tag, deswegen sind Ausnahmen kein Problem.


Jetzt habe ich ganz viel zu den Hintergründen gesagt, aber noch nichts zur konkreten Ernährung, weil das auch einige wissen wollten.

Angefangen haben wir mit
Brot aus Leinsamen oder Fertigbackmischungen aus dem Low-Carb Bereich (gleichzeitig Glutenfrei). Pflanzliche Brotaufstriche. Viel Salat. Green Smoothies (mit wenig Früchten), Nüsse, etc.
Die paar Wochen mit unter 2 KE waren nicht toll. Und wenn es so geblieben wäre, hätte ich den Kommentatoren hier beigestimmt.

Die Möglichkeiten haben sich mit steigender KE-Zahl aber potenziert.
Mit 2-3 KE
Haben wir Brot mit unterschiedlichen Getreidesorten hinzunehmen können (immer noch KE-reduziert), Eier kamen wieder auf den Speiseplan (was unser Sohn total gut fand), Marmeladen (selbstgemacht mit Erythrytol) oder selbstgemachtes Nutella, vegane Schokolade. Große Higlights waren selbstgemachtes Schokoladeneis und Erdbeereis. Da hat unser Sohn selber experimentiert. Das gab es dann zeitweise täglich und er war total happy. Vorher gab es nicht täglich Eis.....
Und sonst alles, was die Low-Carb/ Paleo Küche her gab (vegetarisch).
Mit 4-5 KE pro Mahlzeit, wurde es schon viel einfacher.
Es kamen Kartoffeln und Reis hinzu, Chips, Flips, Pizza, viel mehr Obst

Ab 6-7 KE ist alles schon ganz normal.
Jetzt geht auch Pasta (aus Reismehl) bis nichts mehr reingeht ☺



Wir haben tolle Brotbackmischungen von Bauckhof (Glutenfrei). Die schmecken richtig gut.
Erythytol als Zuckersatz.
Unseren Eiweißbedarf decken wir mit Ziegen und Schafskäse, als Schnittkäse oder Cammenbert. Gerne viel Demeter Ei.
Immer dabei: Green Smoothies. Das Gemüse findet so ganz leicht in großen Mengen roh in den Körper. Gerne ordentlich mit Erythrytol süßen und verfeinern mit wichtigen Ölen, wie Lainöl oder auch mal Borretsch oder Nachtkerzenöl. Leinsamen, Nüsse, Haferflocken, usw.


Unser Kind hat nicht abgenommen, sondern er nimmt auch wieder zu. So wie vorher. Er ist aber schon immer ein Leichtgewicht gewesen.
Wir haben festgestellt, dass er in kurz bevor der Diabetes ausgebrochen ist, kaum oder fast nicht mehr gewachsten ist. Das hat sich auch alles wieder normalisiert.

Er bekommt zur Zeit gar kein Insulin, weder Bolus noch Basal.
Die ca. 20 KE werden durch den ganz normalen Stoffwechsel ausgeglichen. Es ist kein zusätzlicher Sport nötig.
Es ist auch kein Moody, allenfalls ein Typ 1b.
Wir entgiften fleißig weiter mit Chlorella (Chlorenery, Fa. Biopure), Koriander und Fußbad. Ach ja, Probiotika gibt es auch.
Des weiteren sind wir regelmäßig bei unseren Heilpraktikerinnen, die auftretende Stoffwechselblockaden lösen.

Ich hoffe, dass ich alle Fragen einigermaßen beantworten konnte und veranschaulichen konnte, dass es nicht immer das eine oder andere sein muss und schon gar nicht für immer. Alles zu seiner Zeit.


@Anja-Mama: Mich würde interessieren, wie die Blutzuckerwerte während der Remissionsphase waren. Hierzu konnte ich keine Informationen von unserer Diabetologin kriegen. Ich würde wechselnde Phasen erwarten mit wenig Kontinuität. Wie war es bei Euch?
Wie lange war kein Insulin nötig? Wie hat er sich ernährt und wie waren seine Glucosewerte.
Wie habt Ihr gemessen? Dauermessung oder immer 2 Stunden nach Beginn der Mahlzeit?
Es ist leider sehr schwierig Informationen darüber zu bekommen, weil unsere Diabetologin Nachfragen immer dahingehend abblockt, dass alles immer ganz unterschiedlich sei.

Wir halten Euch in jedem Fall auf dem Laufenden und sind gerne bereit Euch mit weiteren Infos zu versorgen, falls gewünscht.
VG

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