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THEMA: Bessere Noten durch Diabetes

Bessere Noten durch Diabetes 20 Mai 2019 22:30 #111545

  • Sheila
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Hallo Nieov,

so war mein Beitrag nicht gemeint.
Natürlich sollte man nicht nachträglich den Nachteilsausgleich einfordern.
Mein Kind hatte schon mehrere Unterzuckerungen im 40er Bereich, die keinen Notarzteinsatz erforderten, aber definitiv dazu geführt haben, dass er nicht mehr so klar denken konnte wie mit 100 mg/dl.
Abgesehen davon, dass mein Kind (momentan) viel zu schüchtern wäre, darauf aufmerksam zu machen, sollte meines Erachtens in solch einer Sitution im Idealfall vielleicht ein Lehrer angesprochen werden, um zu sagen: Ich muss jetzt Traubenzucker nehmen, mir geht es nicht gut, ich kann nicht mehr so gut denken und ich brauche 10 Minuten bis es mir durch den Traubenzucker wieder besser geht und ich die Prüfung fortsetzen kann. Vielleicht kann das Kind dann die Prüfung für 10 Minuten unterbrechen und vor der Tür sitzen.
Danach würden die 10 Minuten hinten angehängt werden.
Manchmal machen diese 10 Minuten viel aus. Und im Idealfall wird ein solcher Nachteilsausgleich nie gebraucht. Wir haben ihn auch noch nie gebraucht. Das ist aber für mich ein Nachteilsausgleich, denn stoffwechselgesunde Kinder kommen nicht in genau diese Situation. Deswegen sollte, sofern dieser Nachteil besteht, er auch ausgeglichen werden.

Bezogen auf Deine Aussage mit den Eltern, glaube ich, dass das sehr, sehr individuell ist und zwar sowohl von den Kindern als auch von den Eltern abhängt, wie sie mit dem Diabetes umgehen. Das kann man nicht verallgemeinern und das muss nicht immer überwachend sein. Dieses Thema hat meines Erachtens auch nichts mit dem Nachteilsausgleich zu tun und schon gar nicht mit "bessere Noten durch Diabetes", denn es wird durch den Diabetes keine besseren Noten geben, aber es sollte auch sichergestellt sein, dass es keine schlechteren Noten dadurch gibt.

Liebe Grüße
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Bessere Noten durch Diabetes 21 Mai 2019 19:51 #111551

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Hallo!
Nachteilsausgleich ist immer so eine Sache. Mein Mann hat Diabetes, seit er vier Jahre alt ist. Er ist der Meinung, er brauchte ihn nicht und ist immer gut durchgekommen.
Ich arbeite auch in einer Schule und würde nicht von vornherein sagen, dass Nachteilsausgleich schadet... Andererseits würde ich auch nicht sagen, dass jedes Kind ihn von vornherein braucht...
Ich glaube, das muss einfach unter Berücksichtigung der Gesamtsituation entschieden werden.
In Niedersachsen steht sinngemäß im Erlass, dass es eine pädagogische Entscheidung ist, die unter Berücksichtigung aller Umstände zu fällen ist. Auf keinen Fall beinhaltet es, dass Kinder besser gestellt werden dürfen als andere (also pauschal einen anderen Notenschlüssel bekommen). Es sollen ja "Nachteile ausgeglichen" und keine Vorteile geschaffen werden.

Ich denke auch hier muss man sehen, wie ein Kind auf seine Blutzuckerschwankungen reagiert, wie es in der Schule so läuft und ob schlechte Leistungen tatsächlich nur auf die Über- bzw. Unterzuckerung zurückzuführen sind. Auch die Meinung der Kinder selbst finde ich in diesem Zusammenhang wichtig. Ich kenne einige Kinder, die Nachteilsausgleich haben, diesen aber nicht nutzen (wollen)... Vergessen werden darf auch nicht, dass es letztendlich in einer Klassenkonferenz entschieden und nicht nicht eingefordert werden kann (zumindest bei uns in NDS).

Wie Sheila schon sagt, 10 Minuten mehr Zeit nach einem schweren Unterzucker z.B. können schon viel ausmachen... Auf der anderen Seite habe ich von anderen Müttern Sätze gehört wie "Ab 160 ist die Konzentration eingeschränkt". Dann würde ich mich beispielsweise fragen, wann mein Sohn (später mal) überhaupt Arbeiten mitschreiben soll... Ich denke ein gesunder Mittelweg, der zur Situation des betroffenen Kind passt, ist das richtige...

Nun denn...

Einen schönen Abend Euch erstmal!!!

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Bessere Noten durch Diabetes 21 Mai 2019 22:45 #111552

  • fredjak
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Also nochmals mein Dank an alle.

Ich habe einen Fehler gemacht, ich habe das Fragezeichen in meiner Kopfzeile vergessen.
Ich habe etwas gehört, wollte Info‘s dazu und habe deshalb ein Thema aufgemacht.

Ich habe viele Eltern aus dem Club kennengelernt, immer wieder sage ich das man seine Kinder unterstützen aber nicht in Watte packen soll.

nieov - Ja ich vermute das es viele Hubschrauber Eltern gibt, die immer den Fehler bei Dir und deinen Kollegen sucht- so einer bin ich nicht....

Nochmals danke an alle, ich warte ab und bitte vor Eintritt in die weiterführend Schule um ein Gespräch um über die Gesamtthematik.
Ich erlaube mir, dass Thema hiermit ( für mich ) zu beenden.

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Grüße aus dem Rhein-Main Gebiet
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Bessere Noten durch Diabetes 22 Mai 2019 07:15 #111553

  • mibi74
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Hallo zusammen!

Vor ein paar Wochen war ich zu diesem Thema bei einem Vortrag. Der wurde von der "Schule für Kranke" gehalten .
Es ging um Integration in Schulen und wurde von einer Lehrerin(Gymnasium) gehalten.

Meine Frage zum Thema Nachteilsausgleich war, ob der Sinn macht und wann er zum besten Zeitpunkt zu stellen wäre.
Bezogen natürlich auf mein Kind. Der geht in die 7. Klasse und hat seit 12 Jahren Typ 1.
Mir ging es um die Prüfungssituation und nicht um die Klassenarbeiten. Hier funktioniert es mal mehr und mal weniger gut. Letzte Woche hatte er vor dem Bio-Test 400 und brauchte ihn nicht mitschreiben.
Einen Tag später, beim Nachschreiben hatte er unter 50, hat seinen Traubenzucker gegessen und keine extra Zeit bekommen. Er wäre normal fertig geworden. Wie der Test ausgefallen ist, wissen wir nicht und machen kann man nun auch nix mehr. Geschrieben ist geschrieben.
So ist es im Alltag.

Aber die Prüfungen spielen in einer ganz anderen Liga und das wurde hier überhaupt nicht mit einbezogen.
Bis dahin ist mein Sohn älter und eventuell etwas vorausschauender aber es wird eine Ausnahmesitution sein. So viel ist schon mal sicher!
Sein Diabetes hat sich durch die Pubertät nicht zum Besseren verändert.

Der Rat der Expertin an mich war, ich solle den Nachteilsausgleich Anfang der 10. Klasse stellen, denn bei den Prüfungen gibt es keine Ausnahmen.
Man darf aufs Klo und das war's dann auch schon. Keine Extrazeit, kein Pardon.
Es sei normal, dass der Blz in der Zeit verrückt spielt, deswegen muss man schon vorzeitig Vorsorge tragen, dass alles läuft. Früher aufstehen zum Beispiel, damit der Blz korrigiert oder notfalls der Kath. gewechselt werden kann. Usw.

Wir werden sehen, wie es Ende der 9. Klasse läuft. Es ist auch nicht vollkommen ausgeschlossen, dass der Antrag nicht gestellt wird. Bis dahin vergeht noch reichlich Zeit. Kann noch viel passieren.

Es bleibt auf jeden Fall eine schwierige Entscheidung, ob es gemacht wird oder nicht. Wir alle wissen, dass Aufgrund des Abschlusszeugnis Wege versperrt oder offen bleiben.

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Bessere Noten durch Diabetes 22 Mai 2019 18:25 #111555

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Ich schließe mich Sheila an! Mein Sohn hat den Ausgleich noch nie in Anspruch genommen, seit er ihm gewährt wurde. Vorher gab es eine Situation in einer wichtigen Matheprüfung, in der er in einen schweren Unterzucker kam und viel Zeit verlor. Auf Nachfrage, ob er die Zeit nachholen dürfe, sagte die Mathelehrerin und gleichzeitige Schulpsychologin: "Dann hätten deine Eltern mal einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen sollen." Dabei hätte die PÄDAGOGIN auch ohne Antrag einen Ermessensspielraum gehabt (vor allem nach 4 Jahren Diabeteserfahrung mit ihm an dieser Schule), wie wir später bei einer Beratung erfahren haben. Die Note für die Matheprüfung war dann eine 5, weil etliche Aufgaben nicht bearbeitet oder auch falsch waren wegen "Matschbirne" (wie mein Sohn seinen Zustand selbst beschreibt). Nach dieser Erfahrung haben wir den Antrag gestellt. Warum denn auch nicht? Mein Sohn hat seitdem nie von seinem Anspruch Gebrauch gemacht...aber er müsste dann nie wieder so eine unwürdige Situation erleben...

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Letzte Änderung: von Dialu.

Bessere Noten durch Diabetes 22 Mai 2019 20:08 #111557

  • nieov
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Dialu schrieb: in der er in einen schweren Unterzucker kam und viel Zeit verlor. Auf Nachfrage, ob er die Zeit nachholen dürfe, sagte die Mathelehrerin und gleichzeitige Schulpsychologin: "Dann hätten deine Eltern mal einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen sollen." "PÄDAGOGIN"


Was ist eine schwere Unterzuckerung?....Eine schwere Unterzuckerung ist ein Fall für den Arzt und damit besteht das Anrecht auf die Wiederholung der Prüfung und ist als Krankheitsfall zu werten. Es ist aber kein Fall für den Nachteilsausgleich. Und, meine Ansicht...die "Karte", also die Karte des medizinischen Notfalles, würde ich mehr auf den Tisch legen als den NTA....also wenn ich die Regeln hart auslege und das Spiel besser spielen will, als die anderen. Was widerum die freiwillige Kooperation des Kindes voraussetzt, denn irgendwann wird es abgebrüht. Und ob dann irgendwie die Reaktion der Klasse kommt..."hast kein Bock auf die Arbeit, machst einen auf Unterzuckert..."......bleibt abzuwägen. Kinder / Jugendliche sind und bleiben und heute erst recht....grausam.

Und, wenn ich das mal fragen darf, eine Mathelehrerin, die gleichzeitig Schulpsychologin ist, kenne ich nicht als Ausschreibungsprofil im Schuldienst. Um welches Bundesland handelt es sich da? Oder war es eher ein Vertrauenslehrer? Psychologinnen keine Pädagoginnen.

Mein Kind hatte schon mehrere Unterzuckerungen im 40er Bereich, die keinen Notarzteinsatz erforderten, aber definitiv dazu geführt haben, dass er nicht mehr so klar denken konnte wie mit 100 mg/dl.
sollte meines Erachtens in solch einer Sitution im Idealfall vielleicht ein Lehrer angesprochen werden, um zu sagen: Ich muss jetzt Traubenzucker nehmen, mir geht es nicht gut, ich kann nicht mehr so gut denken und ich brauche 10 Minuten bis es mir durch den Traubenzucker wieder besser geht und ich die Prüfung fortsetzen kann. Vielleicht kann das Kind dann die Prüfung für 10 Minuten unterbrechen und vor der Tür sitzen.


Dann besorgt man sich ein Attest oder Gutachten vom Arzt oder Klinik und wenn dieser belegbare Fall auftritt, kann man wiederum auf Wiederholung der Arbeit bestehen.
Ein BZ von 40 ist mehr als eine Rechtfertigung eine Klassenarbeit abzubrechen.

Aber auch mal konstuktiv, das ist ja von Person zu Person unterschiedlich, wenn eine Klassenarbeit ansteht, ist ja abzusehen. Wenn man weiß oder erahnen kann, dass das Kind sensibel auf solche Arbeiten reagiert, kann man da nicht proaktiv im Sinne von Basalratenanpassungen vorher reagieren?
Und ich sag mal provokant, wenn ein Kind absehbar bei Klassenarbeiten heftig reagiert im BZ, ist das nicht dem Diabetes geschuldet sondern würde bei einem "gesunden" Kind ggf. ebenfalls zu einem Blackout führen? Prüfungsangst gibt es schon immer. Und Kids die nicht gelernt haben ebenfalls.

Ich kann es nur Wiederholen oder ich bin da zu radikal in meiner Meinung: Aber wenn man sich eine gewissen Zeit im DIA Bereich bewegt hat, kann man den DIA ganz gut planen und einschätzen. Die technischen Hilfmittel sind ja da. Insofern kann man in (der Sek I) relativ gut geplant in Arbeiten gehen und gut eingestellt unterzuckert niemand in 45-90 Minuten. Ich weiß nicht wie die Studienlage aussieht oder ob es eine gibt, ab wann ein Überzucker relevant wird bei Gedächnisleistungen? Bei einem BZ über 300 würde ich wieder die Arztkarte ziehen ansonsten kann eine Behörde auch schnell etwas anderes behaupten.
Etwas anders sieht das im Abitur aus, aber auch für vier Stunden kann man sich einstellen. Da kann man dann prüfen lassen ob ein NTA Sinn macht. Auf der anderen Seite, wird ein 17-20 Jähriges Dia-"Kind" schon andere Situationen hinter sich haben, als eine Prüfung.

Leute, DIA ist kacke. Sag ich direkt. Hat keiner Bock drauf. Wir Eltern nicht, die Kids erst Recht nicht. Aber mal Butter bei die Fische, wir sind jetzt seit knapp 1,5 Jahren dabei. Und haben anfänglich fiese Tiefen erlebt, keine Frage. Und wollen nur das Beste für die Kids...aber, so meine Ansicht, muss man den DIA einfach akzeptieren und damit arbeiten. Und damit umgehen, in jeder Situation. Durch den NTA "Vorteile" ziehen zu wollen.....kann man machen....muss man das? Soll der DIA nun ein "Grund" sein?
Ich arbeite an einer inklusiven Gesamtschule mit über 1500 Kids. Da gibt es Kids und allgemeine Dinge mit bei weitem mehr Probleme als Diabetes. Einige Kids würden sich DIA wünschen, wenn sie eine Wahl hätten.

Meine persönliche Meinung, mach den DIA zu deinem stillen Begleiter und häng ihn nicht zu hoch in der Öffentlichkeit. Auch wenns mal verlocket aber ich sag da ganz selbstbewusst: Hätte unsere Kids auch härter treffen können. DIA suckz aber ist keine Endstation.

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Bessere Noten durch Diabetes 22 Mai 2019 21:49 #111558

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Hallo Nieov,

ich finde es schwierig, so wie Du es beschreibst. Wenn ein Wert von 40 mg/dl vorliegt und sich mein Kind noch selbst helfen kann, braucht es doch keinen (Not)Arzt zu rufen, der in die Schule kommt. Das stellt den Diabetes noch mehr in den Vordergrund.
Im Nachgang wie z.B. weiter oben beschrieben, die durch eine Matschbirne aufgrund von niedrigen Werten entstandene schlechte Note durch ein Arzt- oder Klinikattest und ein Nachschreiben der Klausur rückgängig zu machen, finde ich ebenfalls nicht optimal, wenn es anders geht.
Ein Nachteilsausgleich ist keine Verschaffung von Vorteilen!
Außerdem kann man sehr viel planen und vorbereiten, aber nach 5 Jahren Diabeteserfahrung und einem sehr gut eingestellten Diabetes kann ich sagen, dass es trotzdem Tage geben kann, die leider nicht so laufen wie geplant. Da hat niemand dran schuld, das ist manchmal einfach so.
Aber jeder darf das so handhaben, wie er es für richtig hält!
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Bessere Noten durch Diabetes 22 Mai 2019 22:36 #111559

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Liebe nieov!

An der Sache ist was dran, dass wenn die Disbeteskarte öfter kommt, dass es zu ungehalten Reaktionen kommt.
Den Fall hatten wir in der Klasse auch und mein Sohn hat das genauso wenig verstanden und gemeint, der müsse seinen Diabetes einfach akzeptieren, müsse er ja auch.
Aber um solche Situationen geht es nicht.
Du wirst in den nächsten Jahren noch so manche Metamorphose bei deinem Kind feststellen und ich verspreche, dass der Blutzuckerverlauf sich genauso verändern wird. :whistle: Technik hilft, aber sie kann keine Wunder verbringen.
Die pubertäre Demenz wird von Jahr zu Jahr zunehmen und dein Kind genau in der Lebensphase erwischen, wo es selbstständig im Schulalltag bestehen muss/wird/kann/sollte.
Es ist leicht gesagt, wie es gehen sollte, nur die Realität sieht bei pubertierenden Diabetikern anders aus.
Nicht die Akzeptanz des Diabetes wird den Kindern und Jugendlichen zum Verhängnis, sondern das langjährige kräftezehrende Management. Es laugt aus. Hin und wieder wollen sie ausbrechen. Vollkommen wurschd, ob eine wichtige Matheklausur geschrieben wird. Es wächst ihnen über den Kopf und dann leidet lieber das Managment. Das ist kein Dauerzustand. Es kann wochenlang gut gehen und dann kommt wieder eine Phase. Ich beobachte das verstärkt ein bis zwei Wochen vor den Ferien. Vor allem, wenn wie wild Klassenarbeiten geschrieben werden.

Und eine Unterzuckerung kann sehr wohl aus dem Nichts kommen.
Wart ab, bis das Spiel der Hormone beginnt. Da rauscht der Blutzucker wie ein wild gewordener Fahrstuhl nach unten. In 40 bis 90 Minuten kann ich dir gleich zwei Kinder präsentieren, die da so in den Keller gehen, dass alles zu spät ist. Man kann wirklich viel planen, aber keine Blutzuckerwerte. Man kann durch Erfahrungswerte gut drauf zu arbeiten und hoffen, dass der Körper sich so verhält, wie er sich verhalten sollte.

Das Leben mit Kindern steckt voller Überraschungen. Das erlebe ich jeden Tag. Privat, wie beruflich, doch im Zusammenhang mit Diabetes bin ich immer wieder aufs Neue gefordert und muss erkennen, dass ich immer noch ganz viel an Erkenntnissen vor mir habe.:P
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Bessere Noten durch Diabetes 22 Mai 2019 22:46 #111561

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Ich bitte schon mal vorab um Entschuldigung für diesen langen Kommentar, aber ich MUSS darauf im einzelnen reagieren!

Zu den Fragen und Anmerkungen von Nieov:
"Was ist eine schwere Unterzuckerung?"
Ja, das war von mir unklar ausgedrückt: schwer im Sinn von beeinträchtigend, dass es das Fortführen der Schulaufgabe verhinderte...

"Eine schwere Unterzuckerung ist ein Fall für den Arzt und damit besteht das Anrecht auf die Wiederholung der Prüfung und ist als Krankheitsfall zu werten. Es ist aber kein Fall für den Nachteilsausgleich. Und, meine Ansicht..."
"Dann besorgt man sich ein Attest oder Gutachten vom Arzt oder Klinik und wenn dieser belegbare Fall auftritt, kann man wiederum auf Wiederholung der Arbeit bestehen. "

SORRY, das finde ich völlig überzogen und nicht realistisch: ich kenne bisher nicht einen Fall von medizinischem Notfall in der Schule - nicht bei uns in 5 Jahren Dia, nicht im Umfeld und auch nicht aus den Foren hier. Glücklicherweise. Das ist schwarz-weiß gedacht.
In Situationen wie den beschriebenen hier, braucht es kein Attest oder einen Arzt, sondern eine unmittelbare Entscheidung einer Lehrkraft - allein aus dem gesunden und gebildeten Menschenverstand heraus - für das Kind, in genau diesem Moment und nicht gegen das Kind, das grad schutzbedürftig ist.

"das widerum die freiwillige Kooperation des Kindes voraussetzt, denn irgendwann wird es abgebrüht. Und ob dann irgendwie die Reaktion der Klasse kommt..."hast kein Bock auf die Arbeit, machst einen auf Unterzuckert..."......bleibt abzuwägen. Kinder / Jugendliche sind und bleiben und heute erst recht....grausam."

Wieso sind deutsche Lehrer inmer so voller Misstrauen über die Motive von Kindern und Eltern und nehmen zuerst stets den Betrugsfall an? Allein dass sich Diabetiker ständig in der Schule oder Gesellschaft allgemein rechtfertigen müssen, dass sie sich durch Unter- oder Überzucker keine Vorteile verschaffen wollen oder eben nicht nur null Bock, sondern echtes Unwohlsein haben, spiegelt genau die Haltung in den Schulsystemen und leider auch teilweise in den Foren hier wieder. Das ist so typisch. Das schafft keine Kooperation, sondern nur Feindbilder...Hallo! Unsere Kinder brauchen und WOLLEN keine Extrawürste, aber einfach mal gesetztes Vertrauen in ihre Eigenwahrnehmung und auch in ihr Dia-Management in jedem Alter!!! Und allein das Messgerät beweist diese Wahrnehmung 1a, wenn der Lehrer den Beweis braucht - mit Uhrzeit. Unsere Kinder brauchen dazu auch keine ausgrenzenden, dummen Sprüche, sondern "inklusives" Denken. Und wenn die Lehrer nichts ohne Antrag entscheiden können, ist das Instrumentarium des NTA nur legitim. Was muss da lang diskutiert werden?

"Und, wenn ich das mal fragen darf, eine Mathelehrerin, die gleichzeitig Schulpsychologin ist, kenne ich nicht als Ausschreibungsprofil im Schuldienst. Um welches Bundesland handelt es sich da? Oder war es eher ein Vertrauenslehrer? Psychologinnen keine Pädagoginnen."

Wir sprechen hier von einem Gymnasium in Bayern. Und jede Lehrkraft, die auch Schul-Psychologin ist, muss pädagogisch vorgebildet sein, sonst sollte ihr der Beruf aberkannt werden oder ihr A13.

"Aber auch mal konstuktiv, das ist ja von Person zu Person unterschiedlich, wenn eine Klassenarbeit ansteht, ist ja abzusehen. Wenn man weiß oder erahnen kann, dass das Kind sensibel auf solche Arbeiten reagiert, kann man da nicht proaktiv im Sinne von Basalratenanpassungen vorher reagieren?
Und ich sag mal provokant, wenn ein Kind absehbar bei Klassenarbeiten heftig reagiert im BZ, ist das nicht dem Diabetes geschuldet sondern würde bei einem "gesunden" Kind ggf. ebenfalls zu einem Blackout führen? Prüfungsangst gibt es schon immer. Und Kids die nicht gelernt haben ebenfalls. "
"Ich kann es nur Wiederholen oder ich bin da zu radikal in meiner Meinung: Aber wenn man sich eine gewissen Zeit im DIA Bereich bewegt hat, kann man den DIA ganz gut planen und einschätzen. Die technischen Hilfmittel sind ja da. Insofern kann man in (der Sek I) relativ gut geplant in Arbeiten gehen und gut eingestellt unterzuckert niemand in 45-90 Minuten."

Konstruktiv?
Boah, ich kann mich auch nur wiederholen:
Welches Trauma müssen Lehrer und die eigenen Eltern haben, immer das Erschleichen eines Vorteils zu unterstellen oder falsches Dia-Management?
Wer ein Dia-Kind in der Pubertät hat,
kann über Pauschal-Ratgeber nur lachen. Da rauscht der BZ mal eben von 180 auf 80 und weniger in 15 min ohne Insulingabe und auch ohne Essen 100 rauf. Besonders gern mal am Vormittag. Das sagt dir jede Ambulanz...

"Ich arbeite an einer inklusiven Gesamtschule mit über 1500 Kids. Da gibt es Kids und allgemeine Dinge mit bei weitem mehr Probleme als Diabetes."
"Einige Kids würden sich DIA wünschen, wenn sie eine Wahl hätten".

Ja, es gibt für alles immer was Schlimmeres...Ich bin Studienrätin am Sonderpädagogischen Förderzentrum und auch inklusiv tätig! Ich arbeite täglich mit weit aus Schlimmerem. Ich habe aber begriffen, dass jeder für seine Situation das gleiche Anrecht auf Würdigung und Akzeptanz bekommen sollte. Warum sollten sich
Fachkräfte weniger um die Rechte und Bedürfnisse von Diabetikern einsetzen als für Kinder mit Krebs, Misshandlungen, Verwahrlosungen, Chancenungleichheit etc. ? Kind ist Kind, wie es ist!
Ich habe diese moralischen Unterscheidungen so satt! Aber ja: Nur die Harten kommen in den Garten.

Übrigens, nur mal so am Rande: Kinder werden weniger von Kindern gemobbt als von Lehrkräften und den eigenen Eltern...
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Bessere Noten durch Diabetes 22 Mai 2019 22:46 #111562

  • Dialu
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  • Beiträge: 24

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2002
  • Therapieform: ICT (Intensivierte konventionelle Therapie Mehr als 4 Spritzen am Tag)
Ich bitte schon mal vorab um Entschuldigung für diesen langen Kommentar, aber ich MUSS darauf im einzelnen reagieren!

Zu den Fragen und Anmerkungen von Nieov:
"Was ist eine schwere Unterzuckerung?"
Ja, das war von mir unklar ausgedrückt: schwer im Sinn von beeinträchtigend, dass es das Fortführen der Schulaufgabe verhinderte...

"Eine schwere Unterzuckerung ist ein Fall für den Arzt und damit besteht das Anrecht auf die Wiederholung der Prüfung und ist als Krankheitsfall zu werten. Es ist aber kein Fall für den Nachteilsausgleich. Und, meine Ansicht..."
"Dann besorgt man sich ein Attest oder Gutachten vom Arzt oder Klinik und wenn dieser belegbare Fall auftritt, kann man wiederum auf Wiederholung der Arbeit bestehen. "

SORRY, das finde ich völlig überzogen und nicht realistisch: ich kenne bisher nicht einen Fall von medizinischem Notfall in der Schule - nicht bei uns in 5 Jahren Dia, nicht im Umfeld und auch nicht aus den Foren hier. Glücklicherweise. Das ist schwarz-weiß gedacht.
In Situationen wie den beschriebenen hier, braucht es kein Attest oder einen Arzt, sondern eine unmittelbare Entscheidung einer Lehrkraft - allein aus dem gesunden und gebildeten Menschenverstand heraus - für das Kind, in genau diesem Moment und nicht gegen das Kind, das grad schutzbedürftig ist.

"das widerum die freiwillige Kooperation des Kindes voraussetzt, denn irgendwann wird es abgebrüht. Und ob dann irgendwie die Reaktion der Klasse kommt..."hast kein Bock auf die Arbeit, machst einen auf Unterzuckert..."......bleibt abzuwägen. Kinder / Jugendliche sind und bleiben und heute erst recht....grausam."

Wieso sind deutsche Lehrer inmer so voller Misstrauen über die Motive von Kindern und Eltern und nehmen zuerst stets den Betrugsfall an? Allein dass sich Diabetiker ständig in der Schule oder Gesellschaft allgemein rechtfertigen müssen, dass sie sich durch Unter- oder Überzucker keine Vorteile verschaffen wollen oder eben nicht nur null Bock, sondern echtes Unwohlsein haben, spiegelt genau die Haltung in den Schulsystemen und leider auch teilweise in den Foren hier wieder. Das ist so typisch. Das schafft keine Kooperation, sondern nur Feindbilder...Hallo! Unsere Kinder brauchen und WOLLEN keine Extrawürste, aber einfach mal gesetztes Vertrauen in ihre Eigenwahrnehmung und auch in ihr Dia-Management in jedem Alter!!! Und allein das Messgerät beweist diese Wahrnehmung 1a, wenn der Lehrer den Beweis braucht - mit Uhrzeit. Unsere Kinder brauchen dazu auch keine ausgrenzenden, dummen Sprüche, sondern "inklusives" Denken. Und wenn die Lehrer nichts ohne Antrag entscheiden können, ist das Instrumentarium des NTA nur legitim. Was muss da lang diskutiert werden?

"Und, wenn ich das mal fragen darf, eine Mathelehrerin, die gleichzeitig Schulpsychologin ist, kenne ich nicht als Ausschreibungsprofil im Schuldienst. Um welches Bundesland handelt es sich da? Oder war es eher ein Vertrauenslehrer? Psychologinnen keine Pädagoginnen."

Wir sprechen hier von einem Gymnasium in Bayern. Und jede Lehrkraft, die auch Schul-Psychologin ist, muss pädagogisch vorgebildet sein, sonst sollte ihr der Beruf aberkannt werden oder ihr A13.

"Aber auch mal konstuktiv, das ist ja von Person zu Person unterschiedlich, wenn eine Klassenarbeit ansteht, ist ja abzusehen. Wenn man weiß oder erahnen kann, dass das Kind sensibel auf solche Arbeiten reagiert, kann man da nicht proaktiv im Sinne von Basalratenanpassungen vorher reagieren?
Und ich sag mal provokant, wenn ein Kind absehbar bei Klassenarbeiten heftig reagiert im BZ, ist das nicht dem Diabetes geschuldet sondern würde bei einem "gesunden" Kind ggf. ebenfalls zu einem Blackout führen? Prüfungsangst gibt es schon immer. Und Kids die nicht gelernt haben ebenfalls. "
"Ich kann es nur Wiederholen oder ich bin da zu radikal in meiner Meinung: Aber wenn man sich eine gewissen Zeit im DIA Bereich bewegt hat, kann man den DIA ganz gut planen und einschätzen. Die technischen Hilfmittel sind ja da. Insofern kann man in (der Sek I) relativ gut geplant in Arbeiten gehen und gut eingestellt unterzuckert niemand in 45-90 Minuten."

Konstruktiv?
Boah, ich kann mich auch nur wiederholen:
Welches Trauma müssen Lehrer und die eigenen Eltern haben, immer das Erschleichen eines Vorteils zu unterstellen oder falsches Dia-Management?
Wer ein Dia-Kind in der Pubertät hat,
kann über Pauschal-Ratgeber nur lachen. Da rauscht der BZ mal eben von 180 auf 80 und weniger in 15 min ohne Insulingabe und auch ohne Essen 100 rauf. Besonders gern mal am Vormittag. Das sagt dir jede Ambulanz...

"Ich arbeite an einer inklusiven Gesamtschule mit über 1500 Kids. Da gibt es Kids und allgemeine Dinge mit bei weitem mehr Probleme als Diabetes."
"Einige Kids würden sich DIA wünschen, wenn sie eine Wahl hätten".

Ja, es gibt für alles immer was Schlimmeres...Ich bin Studienrätin am Sonderpädagogischen Förderzentrum und auch inklusiv tätig! Ich arbeite täglich mit weit aus Schlimmerem. Ich habe aber begriffen, dass jeder für seine Situation das gleiche Anrecht auf Würdigung und Akzeptanz bekommen sollte. Warum sollten sich
Fachkräfte weniger um die Rechte und Bedürfnisse von Diabetikern einsetzen als für Kinder mit Krebs, Misshandlungen, Verwahrlosungen, Chancenungleichheit etc. ? Kind ist Kind, wie es ist!
Ich habe diese moralischen Unterscheidungen so satt! Aber ja: Nur die Harten kommen in den Garten.

Übrigens, nur mal so am Rande: Kinder werden weniger von Kindern gemobbt als von Lehrkräften und den eigenen Eltern...

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