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THEMA: Noch eine kleine Geschichte

Noch eine kleine Geschichte 10 Feb 2019 11:04 #110799

  • diana.h.
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  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2012
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Hallo allerseits,
Hiermit möchte auch ich uns kurz vorstellen.
Bei unserer Tochter (Jahrgang 2012) wurde im Oktober 2017 IDDM diagnostiziert. Ich - selber Ärztin - bin gar nicht auf die Idee gekommen. Eine Erzieherin aus der Kita brachte mich darauf. Für mich war das Ganze total absurd. Verdrängung ist schon ein faszinierender Prozess. Hab dann aber doch aus der Klinik Urinteststreifen mitgenommen. Dann über den Kinderarzt und die Notaufnahme, dann ITS. Insgesamt war sie in gutem Zustand, zwar schon in der Ketoazidose, aber eben noch recht stabil.
Wir haben das alle sehr unterschiedlich verarbeitet. Mein Mann hat es in sich reingefressen. Meine Schwiegermutter (sonst stets voller Tatendrang) verfiel in Lethargie. Meine Eltern stellten immer die Schuldfrage. Da fühlte ich mich gleich noch schlechter, aber ich habe eh tage- und wochenlang vornehmlich geweint. Hab im Krankenhaus psychologische Beratung bekommen
Auch zusammen mit meiner Mutter.
Meine Tochter hat es echt am allerbesten gemacht. Und sie ist so unglaublich toll und diszipliniert. Ich werde nie vergessen, wie sie mich auf dem Weg in die Klinik sogar getröstet hat. Alles falsch. Ich bin doch die Mama. Das bin ich seit der ganzen Geschichte übrigens viel intensiver als früher. Das ist das einzige, das für mich so positiv ist, das es nicht mehr anders sein soll....
Ich hatte dann vor allem Angst vor den Folgeerkrankungen, die ich in der Klinik ja sehe. Da bin ich inzwischen etwas ruhiger.
Unser Leben, wie es war, gibt es nicht mehr. Aber wir haben es ganz gut gemacht. Vor allem wir vier. Unser Sohn ist auch ganz toll und meist echt geduldig!
Seit letztem Sommer hat unsere Tochter eine Insulinpumpe. Das klappt gut. Vor allem ist es für sie schön. Sie wollte nicht immer in aller Öffentlichkeit ihren Bauch oder Bein entblößen. Ausserdem kann sie freier essen, sich was nachnehmen etc.
Wir hatten auch Versuche mit Sensoren. FS libre und Medtronic. Die Reaktionen auf die Pflaster waren beachtlich. Die ganze Haut inkl. Unterhautgewebe wurde weggeschält. Die Pumpe unterlegen wir mir Tegaderm Pflaster. Wir erhalten jetzt den DEXCOM 5. Da blieb die Haut beim Testgerät zumindest mal heile. Ich hoffe sehr, daß es klappt. Auch für die Schule. Der ganz Papierkram läuft. Nur Hort muss dann auch noch klappen.....

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Noch eine kleine Geschichte 10 Feb 2019 13:15 #110801

  • mibi74
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  • Geburtsjahr: 2005
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Liebe diana!

Noch eine kleine Geschichte. So klein ist die gar nicht! Wieder eine Geschichte mehr, wie etwas Einschneidendes, das Leben von Familien verändert. Als Ärztin kennt man selber ganz viel davon und plötzlich, von einem Tag auf den nächsten, steckt man selbst bis zur Halskrause in einer drin. Die Patienten kommen und gehen. Man sieht sie vielleicht mal wieder und sieht was draus geworden ist. Zum Guten oder auch nicht. Jetzt weiß man, wie sich das anfühlt, immer diszipliniert sein zu müssen und an Regeln zu halten, die eine Krankheit aufdiktiert.
Ich habe es irgendwann als Bereicherung angesehen, weil ich mich emotional ganz anders auf mein Klientel (habe beim Zahnarzt gearbeitet) einlassen konnte. Ausgerechnet der Diabetes meines Kindes hat mich auf natürliche weiße Fortgebildet.:P
Kinder haben so feine Antennen! Es gab einige Momente, wo ich durchs Schicksal, mehr als nur ein bisschen neben mir stand und kann ähnliches berichten. Aber es ist auch sehr tröstlich, von Kinderarmen umarmt zu werden, wenn man extrem traurig ist. Dann weiß man, für wen man das Ganze macht und am nächsten Tag wieder aufsteht, oder mehrmals in der Nacht!
Männer gehen anders damit um. Oder mit den Worten der verstorbenen Frau Birkenbihl: Männer handeln, Frauen sind Ohrentiere. ;)
Ich habe das am Anfang auch so empfunden, dass das Leben sich vollkommen verändert hat und das es das Leben davor nicht mehr gibt. Es war ja auch so! Die Spontanität ist halt weg. Man kann nicht mal schnell und spontan. Es muss stets an viel gedacht und vorgeplant werden. Immer ein Plan B und ein Plan C vorhanden sein. Das ist so, als ob man nur mit Rettungsschirm das Haus verlassen würde. Man kann es sich schlicht weg nicht leisten, irgendetwas zu vergessen.

Zum Glück werden die Kinder größer und mit den Jahren wird es fast so, wie es bei Müller, Meier oder Schulze läuft.
Ärgert sich über die gleichen Dinge. Müll hinter dem Bett, vergessene Hausis, nicht pünktlich nach Hause kommend, morgens vergessen, dass der Bus immer um die gleiche Zeit losfährt, übernachten bei Freunden und kommt mit Augenringen, bis zu den Kniekehlen heim, morgens ist er gereizt, weil er zur Schule muss, morgens gereizt, weil er noch lange mit der Taschenlampe gelesen hat, gereizt, weil ich seine Haferflocken nicht schon in Milch eingeweicht habe, gereizt, weil ich die Haferflocken in Milch eingeweicht habe.:P :silly:
Mein Sohn ist gerade in der Kaktusphase. Wir versuchen ihn zu umarmen, aber des isch ne Kunst, die ich noch optimieren muss.

Jetzt kommt noch einmal ein ordentlicher Kraftakt auf Euch zu. Es gibt viele offene Fragen, wo meist erst kurz vor der Einschulung oder auch erst in den Wochen danach geklärt werden können. Der Papierkram ist wirklich ganz schön beachtlich geworden. Ich fand, nach den Elternbanden und Gesprächen, hatte ich hinterher mehr Fragen, als davor und dann lief die Sache an und vieles ging seinen Gang. Der Sohn ist älter gel? Wenn ja, dann ist das ein Vorteil, weil man schon weiß, wie die Schule tickt und hat die Kindergartenmutti schon etwas abgelegt.

In diesem Sinne, willkommen bei Diabetes-Kids!

Michaela

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Noch eine kleine Geschichte 26 Feb 2019 19:19 #110965

  • diana.h.
  • Mitglied
  • Junior Schreiber
    Junior Schreiber
  • Beiträge: 7

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2012
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Vielen Dank für die ganzen lieben Worte. Es ist schön, sich so verstanden zu fühlen.
Ja, der Bruder ist zwei Jahre älter. Gab auch schon ganz schöne Reibereien, weil er sich hinter seiner Schwester und dem blöden Diabetes zurückgesetzt fühlte. Immer warten zu müssen, immer Rücksicht zu nehmen. Das ist ja bei Geschwistern oft auch ohne Diabetes schon nicht einfach.
Wir versuchen es auszugleichen. Klappt meist gut, und zum Glück hängen die beiden aneinander... :)

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