Werde unser Facebook Fan

                                     

Willkommen, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA: Einsichten aus unserem MDK Besuch

Einsichten aus unserem MDK Besuch 11 Mai 2019 15:19 #111498

  • MotherofKarl
  • Mitglied
  • Neuling
    Neuling
  • Beiträge: 4

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Junge
  • Geburtsjahr: 2017
  • Therapieform: CSII (Insulinpumpentherapie)
Liebe alle,

wir haben für unseren anderthalbjährigen Sohn Karl einen Pflegegrad beantragt, nachdem bei ihm Ende März Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurde. Schon im Krankenhaus hatte uns eine fitte Sozialarbeiterin darauf hingewiesen, dass seit der Reform des Pflegegesetzes immer mehr Diabetes Kindern ein Pflegegrad zuerkannt wird.
Dem Besuch vom MDK, der ziemlich prompt auf unseren Antrag folgte, habe ich mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen. Ich wusste nicht genau, was man sich darunter vorstellen muss und wer einem dort eventuell gegenübersitzt...

Es kam dann ein freundlicher Mann zum angekündigten Termin, der uns viele Fragen zu unserem Leben mit Karl gestellt hat. Da wir uns vorher ein bisschen eingelesen hatten, haben wir uns im Vorfeld Notizen gemacht zu unserem Pflegeaufwand (immerhin versuchen wir gerade die Funktion eines Organs zu simulieren ;) ) und den Arztbrief und das Blutzuckertagebuch vorgelegt. Wir wussten dann schon so ein bisschen worauf die Fragen abzielen und wie das Gespräch strukturiert sein würde.

Zum Ende habe ich den Gutachter gefragt, was er denkt, ob uns ein Pflegegrad bewilligt werden würde. Er hat geantwortet, dass er uns kaum Hoffnungen auf mehr als Grad 1 machen könne (Karl ist jetzt ganz knapp über 18 Monate alt, was sonst eventuell nochmal Punkte gebracht hätte). Was ich sehr schön fand und was mich gleichzeitig etwas ratlos zurück gelassen hat, war folgende Bemerkung:

Er und seine Kollegen (Niedersachsen) würden sich regelmäßig austauschen und sie wären sich eigentlich alle einig, dass die Diabetes Kinder bzw deren Eltern bei der Einstufung einfach durchs Raster fallen würden, da der Aufwand, den wir betreiben würden um unser Kind zu pflegen und gesund zu halten, in der Einstufung für Pflegegrade keine Rolle spielt. Er und die anderen Gutachter wüssten, was die Eltern von Diabetes Kindern leisten würden und es täte ihm leid, dass dies keine Berücksichtigung beim Pflegegrad finden würde.

Ich war einerseits ganz froh über so viel Einfühlungsvermögen. Andererseits habe ich mich gefragt, wie das sein kann. Auf Nachfrage hat er geantwortet, dass er denkt, dass vielleicht der DDB (Deutsche Diabetiker Bund) es versäumt oder einfach nicht geschafft habe, an dieser Stelle Einfluss zu nehmen als das Gesetz reformiert wurde. Er würde denken, nur politischer Druck durch einen Verband oder ein Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts würden diesen Zustand wohl ändern können.

Jetzt frage ich mich, als "Newbie", wisst ihr darüber irgendwas? Übersieht der DDB wirklich seine "kleinen" Klienten? Kann man sich irgendwo engagieren, gibt es hier im Forum Engagierte? Wo seid ihr engagiert?
Was denkt ihr, ob es sich wohl lohnen würde durch Klagen vor dem Sozialgericht irgendwann beim BSG zu landen? Für eine einzelne Familie geht es vielleicht "nur" um 300 Euro im Monat, aber in Gänze reden wir hier ja von ca. 30 000 Kindern mit Typ 1 Diabetes in Deutschland, denen eigentlich Pflegegeld zustehen könnte.

Mir ist völlig klar, dass 300 Euro mehr im Monat meinen Karl auch nicht heilen oder den Aufwand mindern können, aber für uns wäre es gerade tatsächlich nicht unerheblich (finanziell und mental vielleicht auch).

Herzliche Grüße
Luzie

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Einsichten aus unserem MDK Besuch 12 Mai 2019 01:38 #111502

  • Cheffchen
  • Mitglied
  • Diamant Schreiber
    Diamant Schreiber
  • Beiträge: 1862

  • Daten zum Kind:
  • Geschlecht: Mädchen
  • Geburtsjahr: 2009
  • Therapieform: CSII + CGM (Insulinpumpentherapie mit Glukosesensor)
Hallo @MotherofKarl,

ich würde da jetzt eher sagen, das der Gutachter einfach schmerzfrei raus wollte. Es hat sich ganz schön viel geändert in den Pflegereformen, deswegen ist die Aussage schon eher als frech bzw. unverschämt zu beurteilen, würde zumindest ich.
Natürlich kannst mit nur Diabetes in dem alter auch PG2 oder PG3 bekommen und ob es mit unter 1,5 besser gelaufen wäre halte ich für sehr fragwürdig, da dort ja die hälfte aller fragen erst gar nicht bewertet werden dürfen, es hängt einfach auch vom Gutachter ab wie er die richtigen fragen stellt.

Klage ist schwer, da es wenige fakten fragen gibt wo es sich lohnt, vieles ist halt Entscheidungssache, Widerspruch bringt aber schon mal was, weil man sich etwas erklären kann und ab und zu hat der Gutachter erbarmen.

Cheffchen

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Nächstes Treffen 17.08.19 Pizza Berlin Marzahn/Ahrensfelde

---
Suche aus/in Ost-Berlin Kids bzw. Eltern für vielleicht mal auf eine Diät Cola ;O).
Paradigm Veo 554 / CONTOUR NEXT LINK / Freestyle Libre / CareLinkPro 4.0C
  • Seite:
  • 1
Moderatoren: EgonManholdWenkemarielaurinWebAdminmibi74
Ladezeit der Seite: 0.137 Sekunden
Powered by Kunena Forum

Login