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#LanguageMatters! Bitte nicht mehr Diabetiker sagen!

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Auf Diabetes-Kongressen und in Fachpublikationen begegnet man ständig „schlecht eingestellten Diabetikern“, denen es an „Therapietreue mangelt“ und die deshalb „einer Lebensstilintervention zugeführt werden müssen“. An dieser Sprache muss sich dringend etwas ändern, findet die Bloggerin, Journalistin und Patientin Antje Thiel.

Mehr dazu und Quellverweis in einem tollen Artikel von Antje Thiel im Ärzteblatt vom Jan. 2020

Tags: Diabetologe, Blog, Kinderdiabetologen

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WebAdmin antwortete auf das Thema: #113625 Gestern 10:42
Hallo zusammen,

zu diesem Thema gibt es einen Folgebeitrag von Antje, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:
suesshappyfit.blog/2020/03/10/sensible-s...ebatte-gelernt-habe/

Viele Grüße, bleibt gesund und alles Gute
onovum antwortete auf das Thema: #113121 23 Jan 2020 23:16
Der Artikel speist sich sicher aus der gendergerechten Sprache, die davon ausgeht, dass durch eine geschlechtlose Sprache eine Diskriminierung von diversen Geschlechtern ausgeschlossen wird. So lange das jemand für sich macht, finde ich das auch völlig in Ordnung und kann dadurch sein persönliches Umfeld zu verbessern suchen. Ich habe allerdings ein Problem damit, wenn daraus ein Zwang entsteht, anderen vorzuschreiben, welche Worte richtig und falsch sind. Soweit geht der Artikel nicht, aber die ersten Ansätze dafür sind ja da. Ich lese allerdings eher eine Kritik an der Ärzteschaft daraus, sich respektvoller gegenüber den Patienten zu verhalten, da stimme ich sicher zu.

Sollte eine geschlechtlose Sprache, also ein Fehlen von generischen Geschlechtern, wirklich zu einer Verbesserung der Gleichheit beitragen, sollte man solche Sprachen suchen und sich die Gesellschaft dazu ansehen. Dazu zählen z.B. Finnisch, Ungarisch, Chinesisch und Türkisch.
nieov antwortete auf das Thema: #113093 19 Jan 2020 09:42
War ich früher ein Raucher oder ein Mensch mit Zigarettenabhängigkeit? Bin ich ein Sportler oder ein Mensch mit der Affinität sich zu bewegen? Bin ich ein Arbeitnehmer oder ein Mensch, der einer Arbeit nachgeht?

Ich frag ja nur ;)
Ekkehard antwortete auf das Thema: #113089 18 Jan 2020 16:14
@Sheila
Wenn ein Arzt sich so äußert wie von dir beschrieben, dann hilft eine gekünstelt aufgesetzte Bezeichnungsänderung des Diabetikers auch nicht.
Auch ich habei mch nebenbei jahrelang nicht ausreichend um meinen Diabetes gekümmert. Das wurde erst mit der T1-Manifestation meiner Tochter wieder anders. Und wer mir in dieser Situation (also während meiner gedankenlosen verantwortungslosen Zeit des Umgangs mit meiner chronischen Krankheit) mangelnde Therapietreue vorwirft, der hat einfach Recht und wertet mich nicht ab und diskriminiert mich auch nicht.
Aber heutzutage wird einem aus Gründen der Political Correctness in vielen Bereichen der Mund verboten.
Gerade bei einer chronischen Krankheit finde ich es aber um so wichtiger, Tacheles zu reden und nicht Heititeiti zu machen.
austria antwortete auf das Thema: #113087 18 Jan 2020 11:50
Na ich denke, ekkehard bringt es gut auf den punkt. Ich verstehe an der ganzen diskussion nicht: jeder ist doch in seinem persönlichen umfeld selbst gefordert, oder auch nicht, wie es jeder möchte, dem kind einen namen zu geben. Macht das jeder, ist doch schon viel erreicht. Wissenschaftliche abhandlungen, ärzteberichte ... wer bitte schön, außer den betroffenen liest denn sowas, natürlich, paar andere ärzte? Und warum in aller welt ist das wort DIABETIKER abwertend? ... Nur weil es zur zeit "in" ist, alles neu zu benennen, bzw alles möglichst so zu umschreiben, dass es keiner mehr versteht??

Und das ziel, dem kind einen neuen namen zu geben, ist mir auch nicht ganz klar ... wie ich aus vielen kommentaren herauslese, fühlen sich - vor allem, wie mir scheint - eltern in ihrer unterstützungsarbeit nicht wertgeschätzt, nicht verstanden und finden es schrecklich, dass gott und die welt nicht genauestens über alle feinheiten der ... und jetzt hänge ich schon ... krankheit? Beeinträchtgung? Diabetes? Kind mit diabetes? Mensch mit diabetes??? Bescheid weiß. Ich darf mich outen: ich hatte bis zur erkrankung meines sohnes keine ahnung von der ganzen thematik - wozu auch? Trotzdem würde ich mich nicht als ignorant bezeichnen und mein wissen wäre nicht größer gewesen, wären diabetiker menschen mit diabetes gewesen.

Und vielleicht abschließend: alles zu zerreden, machts nicht immer besser, ... und: mein einleitungssatz, wenns nötig ist: mein sohn ist diabetiker ...+ variabler erklärung. ... ich werds beibehalte! Schönes wochenende!